Stell dir vor dein Pferd ist mit dir zusammen. Du hast Spaß. Du glaubst, dass ihr euch super versteht. Es funktioniert alles, was du fragst. Dein Pferd macht mit beim Training. Aber weißt du was? Vielleicht hat es Stress und du merkst es gar nicht. Schreckliche Vorstellung, oder? Oder du merkst es, aber du kannst nichts dagegen tun. Egal was du machst, dein Pferd ist angespannt und immer kurz vor der Explosion. Wie schön wäre es, wenn ihr entspannt zusammen trainieren könntet. Wenn ihr beide Spaß am Training hättet – du und dein Pferd. Die gute Nachricht ist, dass das möglich ist. Du musst nur wissen, woran du den Stressfaktor erkennst und wie du damit umgehen kannst.

Bis heute findet meine Stute das Gurten nicht so toll. Sie ist jung und wurde von mir noch nicht geritten. Ich saß schon ein paar Mal auf ihrem Rücken, sie hat mich auch schon ein paar Meter getragen – alles ohne Sattel. Das ging wunderbar – sie ist aufmerksam und interessiert, hört genau hin. In sich hinein und auf mich.

Anfangs war sie richtig aufgeregt, wenn der Sattel kam. Mittlerweile ist sie nur noch misstrauisch.

Wenn der Sattel kommt (ein Fellsattel ohne jeden Druck, da kein Baum vorhanden ist) und der Gurt und fängt sie an gestresst auf den Sattel zu schielen. Wenn ich dann ganz liebevoll und vorsichtig Schritt für Schritt vorangehe. Jeden Zentimeter Sattel lobe und mit einem Leckerli jeden ruhigen Moment belohne, wird es besser. Dann gurte ich nach Tellington-Jones, auch dadurch ist es schon unglaublich besser geworden.

BArefoot Baumloser Sattel anpassen Lazy Mountain Fellsattel

Woher das kommt? Sie war (leider) einen Monat im Handling bei einem Trainer, der mir von vielen Menschen empfohlen wurde. Sie war in Spanien und ich in Deutschland. Die Züchterin riet mir dringend dazu, weil alle Jungpferde aufgestallt wurden und in das Handling kamen und sie sonst alleine auf der Koppel stehen würde über 4 Wochen. Ich habe zähneknirschend nachgegeben, da mir die Hände gebunden waren.

Ich hatte noch die Anweisung gegeben, dass sie nicht geritten werden soll und nur Bodenarbeit gemacht wird. Als ich sie dann bekam, erfuhr ich, dass sie in diesen 4 Wochen doch schon geritten wurde. In allen drei Gangarten…Ich war einigermaßen geschockt – damals war sie 3 Jahre alt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Jetzt hat mein Pferd Stress beim Satteln. Die Zeichen zeigte sie bei mir von Anfang an. Das kam nicht erst nach und nach. Das kam und kommt bis heute mit dem ersten Blick auf den Sattel.

Wie sich das Anfangs äußerte:

  • Sie spannte das Maul an
  • die Oberlippe schob sich etwas über die Unterlippe
  • die Falten um die Augen zogen sich in eine dreieckige Form
  • der Kopf war erhoben
  • der Blick fixierte den Sattel
  • sie wich dem Sattel aus

Erst als ich mich mit viel Lob und Ruhe und Leckerli mit dem Sattel annäherte, sie nach und nach überall mit dem Sattel abstrich und immer wieder Pausen machte – erst als ich das immer wieder wiederholte und dabei jeden ruhigen Moment mit Pause und Leckerli belohnt habe, hat sie sich nach und nach entspannt. Bis heute ist es aber eine Frage der Ruhe und Geduld.

Ich kann nur raten, was falsch gelaufen ist. Zu schnell, zu grob, zu zackig, zu viel. Was auch immer es war. Da ist jetzt eine Verknüpfung. Das ist traurig und passiert mehr oder weniger schlimm sehr oft. Deswegen kann ich nur aus meiner Erfahrung heraus jedem dazu raten sich den Trainer des Vertrauens sehr genau auszusuchen und am Besten mit dabei zu sein.

Angst und Stress beim Pferd

Was ich aber eigentlich schreiben wollte mit dieser Episode aus unserem Leben: Stress kann sehr schnell kommen, schlechte Erfahrungen sitzen tief – es ist aber deutlich schwieriger ihn wieder loszuwerden und diese schlechte Erfahrung auszulöschen im Kopf des Pferdes.

Warum man Angst nicht mit Dominanz begegnen kann

Wenn din Pferd Angst hat, hat es Angst. Punkt. Das macht es nicht mit Absicht, es will dich nicht ärgern und es ist nicht faul. Es hat einfach Stress oder Angst und beide sollte man nicht mit Dominanz oder einer Strafe begegnen. Das wird kurzfristig zum Funktionieren führen, aber langfristig die Angst nur verstärken. Denn du begegnest ja einem negativen Gefühl wie der Angst mit negativen Handlungen ie Strafe oder Dominanz. Ist doch eigentlich logisch, dass sich das dann nur ins Negative verstärkt.

Vieles, was als Ungehorsam betitelt wird, ist oft stattdessen eine Reaktion auf die Angst oder den Stress, den das Pferd gerade empfindet.

Die Angst liegt in der Natur der Pferde. Das ist einfach so – sie sind Fluchttiere. In der Evolution sind sie die Opfer und nicht die Täter. Sie werden gejagt und sie haben nur ihre Angst als eine Art weiteren Sinn, um sie vor Gefahren zu schützen.

“Auch wenn wir als Pferdebesitzer auf einige dieser Effekte sehr gut verzichten können, erfüllt die Angst doch wichtige Aufgaben: Angst soll Leben retten, schützt vor Gefahren und ist wegweisend für die Entwicklung und lernen des Pferdes. Sie ist sozusagen die Alarmanlage des Körpers. Sie ist beteiligt, wenn sich das Pferd erschreckt und sein Heil lieber in der Flucht sucht, aber auch dann wenn Pferde aggressiv reagieren.” (Zitat aus dem Buch “Angst, Stress und Unsicherheit beim Pferd”)

Agression kann also auch ein Zeichen von Angst sein oder ein Zeichen von Schmerz. Das würde ich sofort unterschreiben.

Wobei ich anders als die Buchautoren sagen würde, dass auch Pferde mal schlechte Laune haben können und nicht jede aggressive Handlung in Angst oder Stress mit dem Menschen ihre Ursache haben müssen. Meine Stute zum Beispiel kann sehr schlecht gelaunt reagieren, wenn sie nicht Grasen darf, obwohl sie gerade will. Sie darf aber immer auch etwas Heu fressen, bevor wir losgehen – insofern kann sie nicht vor dem Hungertod stehen. Sie hat einfach Lust auf Gras und ist dan schlecht gelaunt, wenn sie nicht bekommt, was sie will. Das ist dann manchmal auch Diskussionssache zwischen uns. Sie ist grundsätzlich kein besonders geduldiges und ein sehr it sich und ihren Bedürfnissen beschäftigtes Pferd.

Es gibt also auch schlechte-Laune-Tage oder aggressive Momente oder sogar auch aggressivere Pferde oder die Herde war vielleicht sehr unruhig an dem Tag und dann muss die negative Energie raus, die schon in der Herde geflossen ist.

Es gibt auch Pferde die einfrieren und einfach still stehen und nichts mehr tun, wenn sie Angst oder Stress haben. Auch das ist eine Reaktion, die du deuten können musst. Manchmal bleiben Pferde aber auch stehen und wollen sich der anstrengenden Aufgabe entziehen. Je nachdem, was der Grund für dein Pferd sein könnte, musst du anders reagieren. Ich beschreibe dir gleich noch Stresssignale und Entspannungssignale – sie können dir dabei helfen dein Pferd in solchen Zweisoätigen Situationen etwas besser zu lesen.

HIER kannst du mehr über das Pferd und die Herdenpsychologie nachlesen

Sie sind aber auch Herdentiere. Sie wollen eine Einheit und Harmonie mit ihrer Herde, denn so können sie in der Gemeinschaft mehr Schutz für sich herausschlagen. Mehr Pferde bedeutet mehr Aufmerksamkeit für die Umgebung bedeutet mehr Sicherheit. Deswegen sind Pferde auch unglaublich kooperativ.

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Beides solltest du immer in deinem Hinterkopf haben, wenn du vermeintlichen Ungehorsam deines Pferdes strafen willst. Und dich immer erst einmal fragen, warum dein Pferd gerade vielleicht “ungehorsam” ist.

HIER kannst du mehr darüber lesen, was auch wir und unser Verhalten mit dem Verhalten des Pferdes zu tun haben können

Du siehst also, dass fehlende Dominanz und Ungehorsam nicht zusammenhängen. Die Angst des Pferdes ist oft Grund und Auslöser für Ungehorsam.

  • Sei es weil das Pferd nicht versteht, was du von ihm willst.
  • Sei es dass das Pferd dir noch nicht genug vertraut.
  • Sei es weil die Situation oder der beängstigende Gegenstand so schercklich ist, dass alles Vertrauen nicht hilft
  • Sei es weil es sogar Schmerzen hat und deswegen Angst
  • Sei es weil es aus der Balance kommt oder sich an vergangene Momente erinnert.

Angst und Stress haben viele Gründe und viele Gesichter. Es gibt aber ein paar Marker an denen du Stress oder Angst meist ganz gut ablesen kannst.

Dabei gilt aber, dass jedes Pferd anders ist. Jedes Pferd zeigt andere Zeichen und du kannst nicht von einem Zeichen ganz sicher alles ablesen. Du musst im Grunde dein Pferd beobachten und nach und nach lernen seine Zeichen zu lesen.

Meine Stute beispielsweise hat recht schnell ein oder zwei Falten um die Augen. Keine steilen und ausgeprägten Falten – aber sie sind da. Ich habe sie viel beobachtet, um mir klarer darüber zu werden, warum sie da sind.

Letztlich hat sie diese Falten auch, wenn sie grast oder wenn sie herumsteht in der Entspannungshaltung. Sie sind oft da. Auch in entspannten Situationen. Deswegen kann es nicht am Training oder unserem Umgang liegen, sondern muss in ihr liegen. Da prüfen wir auch mit der Osteopathin weiter, noch weiß ich nicht 100% woran es liegen könnte – aber Stress im Umgang ist es nicht. Da hat mein Pferd andere Anzeichen.

Du siehst also, dass jedes Pferd anders ist. Das eine ist extrovertierter, das andere schüchterner. Das eine direkter, das andere zeigt nur kleine Zeichen. Damit du ein paar Anhaltspunkte hast, woran du Stress bei deine Pferd erkennen kannst, fasse ich dir mal ein paar Zeichen zusammen.

INFO: Vor kurzem habe ich ein Buch gelesen. “Angst, Stress und Unsicherheit beim Pferd”. Von Viviane Theby, Christine Dosdall und Kathrin Wycisk. Wie der Titel schon sagt, beschäftigt es sich intensiv mit dem Thema “Stress” und dem Thema “Angst”. Es ist hochspannend zu lesen und ich kann es jedem Pferdehalter nur ans Herz legen.

Du kannst dir “Angst, Stress und Unsicherheit beim Pferd” von Christina Dosdall, Viviane Theby und Kathrin Wycisk – du kannst dir das buch HIER genauer ansehen.

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Denn eines wurde mir nach dem Lesen klar: Unsere Pferde haben mit uns teilweise mehr Stress, als wir uns vorstellen können. Es gibt so viele kleine und große Anzeichen, die sich sehr leicht übersehen lassen. Aber keine Angst, ich will dich jetzt nicht schocken und bitte analysiere jetzt auch nicht jedes Augenblinzeln und jede Maulbewegung. Auch dadurch kann Stress entstehen. Denn wenn wir gestresst sind oder zu exzessiv nach Stresszeichen beim Pferd suchen, wird sich das Pferd fragen woher wir diesen Stress haben und warum. Das wiederum wird ein sensibles Fluchttier eher schocken als entspannen.

Was ich damit sagen will: Entstress dich auch ein bisschen und nimm den Artikel als Möglichkeit in Gedanken das eine oder andere Training Revue passieren zu lassen. Vielleicht auch als Marker um in Zukunft mit einem liebevollen Blick auf dich und dein Pferd zu schauen und zu checken, ob ihr entspannt miteinander arbeitet oder vielleicht doch etwas Spannung an diesem Tag und in dieser Minute zwischen euch herrscht.

Deshalb hat mich dieses Buch zu diesem Artikel inspiriert und ich werde hier und da Zitate einfließen lassen und das Buch ein bisschen für dich zusammenfassen – ergänzt durch eigene Gedanken und Erfahrungen.

Pferde reagieren im Grunde entweder mit Fight, Flight, Freeze oder Flirt auf ihre Angst und ihren Stress.

  • Fight = Kampf
  • Flight = Flucht
  • Freeze = Erstarren
  • Flirt = Kommunizieren / Beschwichtigen

Woran du Stress und Angst beim Pferd erkennen kannst

Stress beim Pferd

  • Verkrampfte feste Muskeln
  • Wenn es Erstarrt läuft es immer langsamer und verklemmter
  • Leicht verlängerte Oberlippe
  • Festes Maul
  • Zusammengebissener Kiefer
  • Augendreiecke – also Falten über den Augen, die in eine spitze dreieckige Form gezogen sind
  • Deutlich erkennbare feste Wangenmuskulatur
  • Hinterhand duckt sich weg
  • Schlagender Schweif (Stress)
  • Eingezogener Schweif (Angst)
  • Tänzelnde Bewegungen
  • Entweder wird das Objekt fokussiert (Angst)
  • Kopf wendet sich ab und blickt beim Training die ganze Zeit weg (Stress)
  • Aufgerissene Augen bis zum Augenweiss (Angst)

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Eine spitze Lippe und auch die feste Oberlippe können aber auch Wut und Ärger bedeuteten. Genau wie der schlagende Schweif und ein Kopfschütteln. Da musst du in die Stimmung hineinhören, um dein Pferd etwas besser deuten zu können.

Manche der Stresssignale sind auch Beschwichtigungssignale – dein Pferd will dir damit sagen, dass es die Situation ein bisschen stressig findet und jetzt entspannt und dich beschwichtigen will:

  • Wenn das Pferd häufig gähnt
  • Wenn es den Blick oder den ganzen Körper abwendet
  • Wenn dein Pferd kaut und sich die Lippen leckt (das kann aber auch ein Entspannungssignal sein, weil es die Aufgabe verstanden hat – davor hatte es vermutlich etwas Stress)
  • Wenn dein Pferd den Kopf immer wieder am Boden hat und schnuppert – das ist so eine Art Übersprungshandlung
  • Genau wie das ständige Kratzen am Bein

Typische Entspannungsmerkmale:

  • Der Körper entspannt – die Muskeln sind locker
  • Dein Pferd blinzelt
  • Der Kopf senkt sich – tiefer Kopf ist eine Entspannungshaltung bei dem Pferd
  • Das Maul ist entspannt und die Nüstern sind es auch

Wobei es auch einfach sein kann, dass da etwas interessantes am Boden liegt oder dein Pferd eine juckende Stelle hat. Du siehst, es ist gar nicht so einfach – gleichzeitig aber wichtig die Signale immer mal wieder im Blick zu haben.

Nur bitte nicht überinterpretieren – manchmal ist es einfach nur die Mücke, die gerade gejuckt hat.

Wie Angst und Stress krank machen können

Wenn dein Pferd dauerhaft durch schlechte Haltung oder falsches Training Stress hat, schüttet es Cortisol aus. Das wiederum kann das Immunsystem unterdrücken und so das Immunsystem langfristig stören.

Seine Muskeln verspannen dauerhaft, es hat Verspannungen und ist recht hart. Es kann Stoffwechselstörungen entwickeln oder Magengeschwüre. Es kann Darmprobleme bekommen und Koliken oder Durchfall als Folge dessen.

Das sind nur ein paar Beispiele, die durch Stress oder Angst ausgelöst werden können.

Neben den falschen Training, kann auch die falsche Haltung oder eine nichtzusammenpassende Herde Stress auslösen. Wenn die Herde zu wenig Platz hat oder das Pferd zuwenig Bewegung. Sogar falsches Futter kann Stress auslösen.

HIER gibt es einen Artikel zum Thema “Stress bei Pferden”, der auch spannend ist

Was du gegen die Angst und den Stress deines Pferdes tun kannst

Du kannst erst einmal die Haltung überprüfen und übelegen ob die aktuelle Haltung gut für dein Pferd ist.

Du kannst dir die Fütterung und die Herde anschauen und checken ob da alles gut und natürlich und richtig ist.

HIER gibt es einen Artikel zur richtigen Pferdefütterung

Du kannst an dir und deiner Angst arbeiten. Ängstlicher Reiter = Ängstliches Pferd. So einach kann die Formel leider auch sein. Unsere Pferde wissen leider nicht, dass wir Angst vor ihnen und ihren Reaktionen haben und riechen und spüren nur unsere Angst – bekommen dann selbst Angst. Je ruhiger also du bleibst in vermeintlichen Stress- und Angstsituationen, desto eher wird auch dein Pferd entspannen und weniger Stress haben.

Das gilt aber auch für Situationen im Training – wenn dein Pferd nicht gleich versteht, was du von ihm willst. Bleibst du ruhig und gelassen und zerlegst die Aufgabe in noch kleinere Schritte, wird auch dein Pferd eher entspannen und die Aufgaben lösen können, als wenn du wütend oder genervt oder ärgerlich wirst.

Du kannst beim Training darauf achten, dass du dein Pferd forderst, aber nicht überforderst und mit viel Lob und innerer Haltung mit deinem Pferd arbeitest.

Du kannst dein Training anpassen: “Immer im grünen Bereich trainieren, das Pferd niemals überfordern und die Schritte klein und mit Bedacht wählen, so dass Ihr Pferd wirklich immer entspannt durch die Übungen gehen kann. Je mehr Zeit und Geduld Sie investieren, desto einfacher wird Ihr Pferd dieses Alternativverhalten in einer tatsächlichen Gefahrensituation ausführen können. Gleichzeitig sollten sie unner auf Ihre eigene Körperhaltung achten. Die Atmung sollte gleichmäßig, tief und ruhig sein, die Schulter-Hals-Partie leicht gesenkt und der Rücken nicht ganz durchgedrückt werden.” (Zitat aus dem Buch “Angst, Stress und Unsicherheit beim Pferd”)

Du kannst dein Pferd aktiv entspannen, indem du ihm hilfst seine Körperhaltung zu entspannen. Der tiefe Kopf ist beim Pferd die Gras-Haltung – ein Pferd, das grast ist entspannt. Wenn es Angst hat, wird es nicht fressen. Körperliche Entspannung bedeutet beim Pferd in aller Regel auch seelische Entspannung. Wenn du es also schaffst ihm eine entspannte Körperhaltung zu vermitteln, dann wird die seelische Entspannung wahrscheinlich folgen.

HIER findest du einen Artikel zum Thema, wie du “Kopf Tief” mit Leckerli und ohne Druck erarbeiten kannst

Du kannst ihm mit Gelassenheitstraining Mut machen und Vertrauen schenken.

Gelassenheitstraining Pferd Anti-Schreck Training

HIER gibt es Tipps zum Gelassenheitstraining

Mehr Tipps und Infos zu Positiver Verstärkung und Lernpsychologie findest du in dem Buch
“Angst, Stress und Unsicherheit beim Pferd” von Christina Dosdall, Viviane Theby und Kathrin Wycisk – du kannst dir das buch HIER
genauer ansehen.

Ich kann es dir absolut empfehlen und habe es verschlungen. Auch wenn dein Pferd gelassen erscheint – es ist erhellend und spannend geschrieben, hat viele kleine und große Informationen und auch wenn ich nicht alles unterschreiben würde, finde ich sehr vieles sehr wahr in diesem Buch:

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12 Kommentare zu “Stressfaktor! So erkennst du ob dein Pferd Angst oder Stress hat

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Rebecca, den Tipp habe ich von meiner Trainerin "Hero Merkel" (). Das bedeutet, dass du in dreier Schritten gurtest bei jedem Loch. Du ziehst sanft an, lässt locker, ziehst wieder sanft an, lässt locker und erst beim dritten anziehen lochst du den Gurt ein bzw. ziehst den Gurt etwas fester. Das machst du Loch für loch – solange bis der Gurt richtig sitzt. Das ist einerseites "Annäherung und Rückzug im Kleinen" – andererseits sehr schön berechenbar für dein Pferd. Funktioniert bei uns super 🙂 Liebe Grüße, Petra

  1. Lisa sagt:

    Danke für diesen wiedermal tollen Beitrag! Meine Stute ist leider auch sehr oft gestresst. Im Umgang mit mir aber ich glaube auch, wenn sie "Freizeit" hat. Sie ist ranghoch und sehr sehr aufmerksam und beobachtet ihre Umgebung stets sehr genau. Da guckt sie sich dann gerne mal fest an Dingen, die sie irgendwo sieht. Ich denke, sie muss immer auf ihre Herde aufpassen und traut dies niemand anderem zu. Auch mir nicht. Zumindest interpretiere ich es so. Es ist natürlich stark tagesformabhängig, aber es gibt leider selten Momente, in denen sie ganz entspannt bei mir ist. Daran möchte ich unbedingt arbeiten und ich weiß, dass ein großer Teil dafür auch in mir selbst liegt. Mich zu entspannen, wenn sie es nicht ist, ist für mich unglaublich schwer und es gelingt mir nur selten. Ich glaube, das Buch von Christine Dosdahl und co. wäre für mich auch sehr interessant.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Lisa, ich habe ja auch so ein ranghohes Exemplar – das sind (genau wie rangniedrige Pferde) oft einfach etwas kompliziertere Pferde in der Zusammenarbeit – ist zumindest mein Gefühl. Aber dafür umso spannender und schöner, wenn man dann mit viel Zeit, Liebe und Geduld zusammenfindet. Das wird euch sicher auch noch nach und nach passieren. Das Buch kann ich sehr empfehlen – ich fand es spannend. Das Einzige, was mich am Buch gestört hat ist, dass die Schuld immer bei dem Menschen "gesehen" wird. Manchmal hat ein Pferd aber auch schlechte Laune, weil die Herde aggro war oder es hat vielleicht Schmerzen, weil es sich etwas verrenkt hat oder es ist einfach ein Tier mit mehr Testosteron im Blut oder oder oder. Ich sehe auch Steigen und Beißen nicht unbedingt als Zeichen von Angst. Und denke, dass wir uns zwar immer hinterfragen müssen, aber auch mal entspannen dürfen und sehen dürfen, dass auch das Pferd seine Emotionen und Erlebnisse mit in den Tag bringt – unabhängig von uns. Ganz liebe Grüße, Petra

  2. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    wieder ein sehr schöner Beitrag. Ich kann ihm nur voll und ganz zustimmen. Obwohl ich immer versuche auf meine Ponys Rücksicht zu nehmen, ist mir doch leider schon das ein oder andere Mal ein Signal von Stress und Angst meiner Pferde entgangen. Hier heißt es für mich immer wieder hinschauen, hinfühlen und dann die Situation anschauen. Ich hab mir mittlerweile zur Regel gemacht, dass ich auf "Ungehorsamkeiten" meiner Pferde erstmal gar nicht reagiere. Denn im Effekt habe ich hier schon öfter was übersehen. Sollte das Pferd "ungehorsam" gewesen sein, ist das bei einem Mal auch nicht weiter tragisch und wenn es wieder vorkommt, kann ich dann immer noch reagieren, aber so komm ich nicht mehr so schnell in Versuchung meine Pferde hier zu übersehen.
    Schade, dass Carey so negative Empfindungen zum Sattel hat. Unsere Ponydame reagiert auf Gurte auch nicht positiv. Sie wird natürlich nicht geritten, dass ich mit ihr aber gerne mit Körperbandage arbeiten möchte um ihr etwas mit ihren Schwierigkeiten mit ihrer Hinterhand zu helfen, wäre ein passender Longiergurt sehr gut. Ich hab es so gemacht, dass ich anfangs jede Annnährung von ihr an den Gurt gelobt habe. Dann habe ich den Gurt nur drauf und gelobt und das Sekundenweise gesteigert. Dann ganz viele TTouches in der Gurtlage gemacht und diese dann irgendwann mit dem Gurt verbunden und nun bin ich soweit, dass ich vorsichtig, aber wirklich ganz vorsichtig gurten darf und sie entspannt bleibt. Was uns hier sehr gute Dienste geleistet hat, war das Initiatorsignal. Sie kann also selber sagen wann sie soweit ist. Und wenn sie an einem Tag gar kein Okay gibt, dann ist es für mich auch in Ordnung. Dieses Mitbestimmen gibt ihr die Sicherheit, dass nicht nochmal was Blödes mit ihr passiert.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, das ist ja spannend. Wie funktioniert denn das "Initiator-Signal" – als Nicht-Clickerin ist mir der Begriff nicht wirklich vertraut. Ich kann etwas erahnen – aber ganz praktisch: Wie geht es und wie bringst du es bei? Bin neugierig 🙂 Ganz liebe Grüße, Petra

  3. Lea sagt:

    Danke für diesen informativen Beitrag. Es ist nicht immer einfach zu erkennen, was ein Pferd gerade fühlt. Daher sind diese Tipps, worauf man alles achten soll wirklich hilfreich.

  4. Astrid sagt:

    Hallo Petra,

    das Problem mit dem Satteln kenne ich. Mein Chico hat seinen Sattelzwang mitgebracht, ich will gar nicht wissen, was die in seiner Zeit als Sportpferd alles mit ihm angestellt haben. Er erstarrt und hält beim Gurten die Luft an. Im Moment wird er ja nicht geritten und nachdem meine Osteopathin seinen – neuen, sehr teueren – Sattel geprüft und für unpassend erklärt hat, habe ich den Sattel zum Verkauf gegeben. Wenn es wieder warm wird, geht es Chico von Haus aus besser mit seinen Hinterbeinen. Dann suchen meine Osteopathin und ich zusammen einen passenden Sattel. Chico darf sowieso nur noch ganz bedingt geritten werden (nur Schritt). Ich werde dann ganz vorsichtig wieder mit dem Satteln anfangen, Schritt für Schritt. Mal schauen, wie weit wir kommen, er bekommt auf alle Fälle alle Zeit, die er braucht. Leider hat man meistens keinen Einfluss darauf, welche Erfahrungen die Pferde gemacht haben, bevor man sie kauft. Trotzdem ist es schön, das wachsende Vertrauen zwischen uns zu sehen. Morgen sind wir zwei Jahre zusammen und ich bin stolz drauf, dass ich mit diesem traumatisierten Sport- und Unfallpferd so weit gekommen bin.

    Liebe Grüße
    Astrid

    • Petra sagt:

      Liebe Astrid, darauf kannst du auch stolz sein – das ist toll. Vertrauen zu verlieren geht so viel schneller als Vertrauen zu gewinnen. In aller Regel. Vor allem, wenn ein Pferd so schlechte Erfahrungen gemacht hat, wie dein Kleiner. Umso schöner, dass er jetzt einen liebevollen Menschen gefunden hat, der sich ihm widmet. Das berührt mich sehr! Danke dir dafür und ganz liebe Grüße, Petra

  5. Karin-Kelly sagt:

    Hallo Petra,
    wieder ein wundervoller Beitrag. Vielen Dank!
    Womit ich manchmal Schwierigkeiten habe: wenn ich mit meiner jungen Stute im Gelände Spazieren/Ausreiten bin. Manchmal steigert sie sich in Angstauslöser so rein, dass ich wenig Chancen habe, sie wieder zu beruhigen (kürzlich z.B. eine Kuhherde). Ich führe sie dann, konzentriere mich auf meinen Atem und singe mit ruhiger Stimme vor mich hin. Ich kann ja in dem Moment den angstauslösenden Reiz nicht "entfernen" und wenn wir alleine unterwegs sind, ist halt auch die schützende Herde weiter weg. Wie könnte ich mich da noch besser verhalten, um meiner Stute beizustehen und ihr die Angst zu nehmen?
    Ich freue mich auf Ratschläge und evtl. Erfahrungsberichte. Dankeschön im Voraus.
    Liebe Grüße. Karin

    • Petra sagt:

      Hallo Karin, das machst du doch schon super. Wir haben noch einen Artikel zum "Kopf Tief" als Entspannungshaltung, das ist auch ein Superding, wenn man es dann in Stresssituationan abrufen kann. Ich persönlich bitte meine Stute immer sich mit Gespenstern auseinanderzusetzen. Das geht meist ganz gut. Bei einem sehr ängstlichen Exemplar muss dann eben mehr Raum sein zwischen Gespenst und Pferd. Und wenn wir da 1 Stunde stehen, bis sie bereit wäre sich das anzuschauen, würden wir eben eine Stunde stehen. Wenn sie dann noch bereit ist, dem gruseligen Gegenstand zu folgen ist das doppelt cool. Bewegegung baut Adrenalin ab und was man bewegen kann (aus Pferdesicht) muss ja schwächer sein – kann also nicht sooooo gefährlich sein 🙂 Liebe Grüße, Petra

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