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ein Pferd hatte eine längere Pause – durch Krankheit, Verletzung, Winter oder einfach eine Auszeit? In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du es sicher, gesund und mit Gefühl wieder aufbaust.
In diesem Artikel findest du:
- Die 5 häufigsten Fehler beim Wiedereinstieg
- Aufbautraining fürs Pferd nach der Pause
- Mein Weg: Wiederaufbau nach einem Sehnenschaden
- Mein Plan: Trainingsaufbau Schritt für Schritt
- Trainingsplan nach der Verletzung
- Pferd nach Krankheit aufbauen: Grundsatzinfos
- Pferd antrainieren nach der Winterpause
- Älteres Pferd aufbauen – so geht’s
- Mentale Blockaden erkennen und auflösen
Du hast vielleicht ein älteres Pferd, das dringend Muskeln aufbauen muss oder ein krankes Pferd, das einige Zeit Boxenruhe hinter sich hat? Vielleicht war der Boden auf dem Reitplatz im Winter so hart, dass ihr nicht trainieren konntet? Pause vorbei, Pferd motiviert, aber du fragst dich: Wie fange ich am besten an?
Eine Trainingspause passiert schneller, als man denkt: Krankheit, Wetter, Stallwechsel oder einfach zu wenig Zeit. Doch wenn das Pferd einige Wochen oder Monate weniger gearbeitet wurde, ist ein schneller Wiedereinstieg nicht nur ineffektiv sondern kann Sehnen, Gelenke, Rücken und Psyche unnötig belasten. Wer sein Pferd nach der Pause wieder fit machen will, braucht deshalb vor allem eins: einen strukturierten Trainingsplan, der Kondition, Muskulatur, Beweglichkeit und Motivation Schritt für Schritt zurückbringt.
Egal ob Freizeitpferd, Sportpferd oder Senior: Mit dem richtigen System wird dein Pferd wieder leistungsfähig, bleibt gesund und baut nachhaltig wieder Form auf.

Warum Pausen ganz natürlich sind – und wie du sie nutzen kannst
Eine Trainingspause ist völlig normal, Aber beim Wiedereinstieg entscheidet die Herangehensweise darüber, ob dein Pferd gesund, motiviert und nachhaltig wieder fit wird oder ob es zu Überlastung, Muskelverspannungen oder sogar Sehnenproblemen kommt. Denn Kondition und Muskulatur bauen sich zwar relativ schnell wieder auf, Sehnen, Bänder und Gelenke brauchen deutlich länger, um sich an steigende Belastung anzupassen. Genau deshalb funktioniert „einfach wieder so reiten wie vorher“ nach einer Pause selten gut.
Pausen passieren durch Krankheit, Wetter, Alltag oder emotionale Gründe. Sie sind kein Rückschritt, sondern eine Chance. Doch der Wiedereinstieg entscheidet über den langfristigen Erfolg. Denn Sehnen, Bänder und Gelenke benötigen mehr Zeit zur Anpassung als Muskulatur und Kondition.
Mit einem strukturierten Aufbauplan, angepasst an dein Pferd, vermeidest du Überforderung, Rückschläge und gesundheitliche Risiken.
In diesem Artikel bekommst du einen klaren, praxistauglichen Trainingsaufbau: Du erfährst, wie du Schritt, Trab und Galopp sinnvoll steigerst, wie viele Einheiten pro Woche sinnvoll sind, welche Trainingsformen sich besonders eignen und woran du erkennst, dass dein Pferd überfordert ist. Egal ob kurze Pause, längerer Ausfall oder Wiedereinstieg nach Krankheit: Mit einem strukturierten Plan wird dein Pferd wieder fit ohne unnötige Risiken.
Tipp: Frag dich zu Beginn nicht: „Was ist alles verloren gegangen?“, sondern: „Was kann ich jetzt neu aufbauen?“
Ich selbst habe das auch schon hinter mir, weil meine Stute beispielsweise schon einen Sehnenschaden hatte und beschreibe dir jetzt ganz genau unseren Weg zum einem gesunden Wiederaufbau nach der Verletzung, wie die Muskeln funktionieren und was du beachten solltest, wenn dein Pferd nach dem Winter wieder fit werden soll. Außerdem bekommst du von mir gleich noch ein kostenloses PDF, das du für deinen Trainingsplan zum Wiederaufbau nach der Krankheit ausdrucken und an den Stall mitnehmen kannst.

Was dein Pferd JETZT braucht – körperlich, mental und emotional
Wichtig ist ein langsamer, bewusster Neustart – mit Achtsamkeit für Körper, Geist und Seele deines Pferdes.
Beantworte dir vor dem Start diese Fragen:
- Wie lange war die Pause?
- Welche körperlichen Veränderungen erkennst du?
- Ist dein Pferd motiviert und bei dir?
- Wie reagiert es auf Bewegung, Hilfen, Kontakt?
Die besten Ergebnisse erzielst du mit einem Plan. Deshalb gibt es meinen Trainingsplan zum Download als PDF – ideal zum Anpassen und Mitnehmen in den Stall.
HIER in meinem Artikel zu Trainingstipps während der Boxenruhe kannst du übrigens auch noch nachlesen, wie du deinem Pferd die Boxenruhe „versüßen“ kannst.
Bevor wir starten beantworte ich dir die wichtigsten Fragen, die du dir jetzt gerade vielleicht stellst.
1) Wie lange dauert es, ein Pferd nach einer Pause wieder fit zu bekommen?
Das hängt von der Pausenlänge ab. Nach 2–4 Wochen Pause reichen oft 2–4 Wochen Aufbau. Nach 6–12 Wochen Pause sind meist 6–10 Wochen sinnvoll. Nach mehr als 3 Monaten sollte man je nach Ausgangslage 8–16 Wochen einplanen. Als Faustregel gilt: Je länger die Pause, desto länger die Aufbauphase – besonders für Sehnen und Tragkraft.
2) Wann darf ich nach der Pause wieder traben
Traben ist sinnvoll, wenn dein Pferd im Schritt wieder locker, taktrein und gleichmäßig läuft, sich gut vorwärts-abwärts dehnen kann und nach dem Training innerhalb weniger Stunden wieder normal wirkt. Nach einer kürzeren Pause startet man meist mit sehr kurzen Trabintervallen (z. B. 3×1–2 Minuten) und steigert erst dann die Dauer.
3) Wann darf ich nach der Pause wieder galoppieren?
Galopp sollte erst eingebaut werden, wenn Trab in mehreren Einheiten stabil, ohne Steifheit und ohne Atemnot funktioniert und dein Pferd wieder erste Tragkraft zeigt (z. B. saubere Übergänge, nicht auf der Vorhand „wegkippen“). Je nach Pause ist Galopp oft frühestens ab Woche 3–6 sinnvoll – zunächst kurz und kontrolliert, nicht als „Power-Programm“.
4) Wie viele Trainingseinheiten pro Woche sind nach einer Pause optimal?
Für die meisten Pferde sind 3–5 Einheiten pro Woche ideal, ergänzt durch mindestens 1–2 echte Ruhetage. In der Aufbauphase ist zu häufiges, intensives Training riskanter als zu wenig – denn Anpassung passiert in der Erholung.
5) Was ist besser: Halle, Platz oder Gelände beim Wiedereinstieg?
Für den Aufbau ist Gelände im Schritt besonders wertvoll: Es verbessert Grundkondition, Gelenkbeweglichkeit und mentale Motivation. Sehr tiefer Boden oder dauerhaft harter Untergrund sind dagegen ungünstig. Am besten ist eine Mischung aus gleichmäßigem Boden + abwechslungsreichem, aber nicht extremem Gelände.
6) Woran erkenne ich, dass mein Pferd überfordert ist?
Typische Warnzeichen sind:
- Taktunreinheit, Stolpern, „komischer“ Bewegungsablauf
- Steifheit, die am nächsten Tag stärker statt besser ist
- Widerstand (Anlehnungsprobleme, Schweifschlagen, Zähneknirschen)
- ungewöhnlich lange Erholungszeit (Atmung/Puls)
- warme, dicke oder empfindliche Sehnen
Wenn solche Zeichen auftreten: Belastung reduzieren, ggf. Fachperson (Tierarzt/Physio) einbeziehen.
7) Wie steigere ich richtig: Dauer oder Tempo
In der Aufbauphase steigert man zuerst die Dauer, dann die Intensität. Das heißt: erst länger im Schritt (und später Trab), bevor man Tempo, Galoppintervalle oder anspruchsvolle Lektionen erhöht. Das ist besonders wichtig für Sehnen und Bänder.
8) Was sind die häufigsten Fehler beim Training nach der Pause?
Die Top-Fehler sind:
- zu früh zu lange traben
- zu früh Galopp oder Sprünge
- zu wenig Ruhetage
- zu viel „gleiches Training“ (keine Variation)
- falscher Boden (zu tief, zu hart)
- fehlendes Warm-up und Cool-down
Diese Fehler führen oft zu Verspannungen, Rückenthemen oder Sehnenreizungen.
9) Sollte ich mein Pferd nach einer Pause longieren oder reiten?
Beides kann sinnvoll sein – entscheidend ist die Qualität. Longieren ohne Konzept (zu klein, zu lange, zu schnell) kann belastender sein als lockeres Reiten. Für viele Pferde ist ein Mix ideal: Bodenarbeit/Handarbeit, lockere Ritte im Schritt, kurze Trabanteile, später Gymnastik.
10) Wie wichtig sind Warm-up und Cool-down nach der Pause?
Sehr wichtig. In der Aufbauphase sollte das Warm-up meist 10–20 Minuten Schritt dauern (je nach Wetter/Steifheit), das Cool-down ebenfalls mehrere Minuten im Schritt, bis Atmung und Muskulatur wieder ruhig sind. Das reduziert Verletzungsrisiken und Muskelkater.
11) Muss ich nach einer Pause die Fütterung anpassen?
Oft ja. Wenn das Training reduziert war, brauchen viele Pferde weniger Energie, aber weiterhin gute Versorgung mit Mineralstoffen, Proteinbausteinen und Raufutter. Beim Trainingsaufbau steigt der Bedarf langsam wieder – eine Anpassung sollte schrittweise erfolgen.
12) Was ist die beste Faustregel für sicheren Trainingsaufbau?
Langsam starten, regelmäßig trainieren, ausreichend regenerieren. Wenn dein Pferd nach dem Training am nächsten Tag locker und motiviert wirkt, war die Belastung passend. Wenn es steifer wird, unwillig ist oder körperliche Warnzeichen zeigt, war es zu viel.
Die 5 häufigsten Fehler beim Wiedereinstieg
Lass uns kurz noch über typische Fehler sprechen – damit du gar nicht erst in diese Falle tappst und dann reden wir über den Start ins Training – so dass es gesund und sinnvoll für dein Pferd ablaufen kann.
Damit du nicht in die typischen Stolperfallen tappst, hier die größten Klassiker – und wie du sie vermeidest:
- Zu schnell zu viel wollen: Der Körper braucht Wiederanpassung. Muskeln, Bänder, Sehnen – alles muss sich neu sortieren.
- Keine Standortanalyse machen: Was ist wirklich möglich? Was fühlt sich das Pferd bereit zu leisten?
- Nur körperlich denken: Die mentale Fitness ist genauso wichtig. Motivation, Vertrauen, Konzentration – das darf sich mit aufbauen.
- Kein Plan: Planlosigkeit führt oft zu Überforderung oder Frust. Struktur schenkt Sicherheit – für dich und dein Pferd.
- Nur Reiten im Fokus: Gerade nach Pausen sind Bodenarbeit, Spaziergänge und Longenarbeit die besseren Begleiter zurück zur Fitness.
Jetzt kommen wir aber zum Aufbautraining und wie du dein Pferd Schritt für Schritt nach einer Pause wieder fit trainieren kannst.

Die 3 Phasen des Trainingsaufbaus
Nach einer Pause ist dein Pferd nicht einfach nur „untrainiert“, es hat sich einfach insgesamt viel verändert.
Vielleicht hat es Muskelmasse abgebaut. Vielleicht ist es mental schneller müde. Vielleicht ist es bewegungshungrig oder auch unsicher.
Wenn dein Pferd eine längere Pause hinter sich hat – sei es durch Krankheit, Winter, Urlaub oder emotionale Gründe – dann braucht es vor allem eines: einen klugen, durchdachten und liebevoll gestalteten Fahrplan zurück in den Trainingsalltag.
Denn der Pferdekörper funktioniert nicht auf Knopfdruck. Muskeln, Bänder, Faszien und Sehnen brauchen Zeit, um sich wieder geschmeidig zu entfalten. Und auch der Kopf deines Pferdes muss sich erst wieder an das fokussierte Zusammensein gewöhnen. Deswegen empfehle ich dir, den Aufbau in drei Phasen zu gliedern.
Phase 1 Trainingsplan: Regeneration & Mobilisation (Woche 1–2)
In den ersten zwei Wochen – nennen wir sie die Regenerations- und Mobilisationsphase – geht es nicht um Leistung, sondern um Wiederbegegnung. Leichte Spaziergänge, sanfte Mobilisationsübungen vom Boden aus und erste aufmerksame Bewegungen an der Longe helfen dem Körper, sich neu zu sortieren. Alles ohne Druck, ohne ehrgeizige Ziele. Nur ein behutsames Wiedererwachen von Bewegungsfreude. Dabei kannst du wunderbar kleine Führübungen integrieren, Übergänge vom Schritt ins Stehen, Rückwärtsrichten oder große weite Bögen mit dem Ziel, den Körper in Fluss zu bringen. Vielleicht nimmst du auch mal ein paar Naturhindernisse mit oder gehst über unebenen Boden – das aktiviert gleichzeitig die Tiefenmuskulatur.
- Spaziergänge, Handarbeit, Schritt auf festem Boden
- Rückwärtsrichten, große Bögen, Gassen
- Fokus: Bewegungslust aktivieren, Körper sortieren
Phase 2 Trainingsplan: Aktivierung & Balance (Woche 3–5)
Ab der dritten Woche kannst du – je nach Pferdetyp – langsam die zweite Phase beginnen: die Aktivierungs- und Balancephase. Dein Pferd hat jetzt wieder ein Gefühl für seinen Körper, und du merkst vermutlich, dass es sich selbst sicherer bewegt. Jetzt kannst du mehr in die gezielte Gymnastizierung einsteigen. Übergänge zwischen den Gangarten, gebogene Linien, Bodenarbeitsfiguren oder Seitengänge vom Boden helfen dabei, Gleichgewicht und Körperspannung aufzubauen. Auch an der Longe kannst du jetzt erste längere Einheiten einbauen – am besten mit kreativen Linienführungen und abwechslungsreicher Ansprache. Was dabei nie fehlen darf: Pausen. Atmen. Ankommen. Immer wieder.
- Bodenarbeitsfiguren, Übergänge, Seitengänge an der Hand
- Längere Einheiten an der Longe
- Fokus: Körperspannung, Gleichgewicht, Koordination
Phase 3 Trainingsplan: Kraft & Koordination (ab Woche 6)
Ab der sechsten Woche seid ihr bereit für die dritte Phase: Kraft und Koordination. Jetzt kannst du Stück für Stück die Anforderungen steigern – natürlich immer angepasst an dein Pferd. Nicht jedes Pferd braucht das gleiche Programm. Aber was jedes Pferd braucht, ist ein bewusster Aufbau. Du kannst nun auch unter dem Sattel wieder mehr arbeiten – vielleicht im leichten Trab mit weichen Übergängen, vielleicht mit kleinen Galopphüpfern, vielleicht mit ersten Lektionen wie Schulterherein oder Volten. Wichtig ist, dass du die Kraft nicht isoliert trainierst, sondern immer in Verbindung mit Balance, Losgelassenheit und Konzentration. Denn nur dann ist es wirklich ein Aufbau, der gesund erhält – körperlich wie mental.
- Leichtes Reiten, Trab-Galopp, Schulterherein
- Integration ins gewohnte Training
- Fokus: Tragkraft, Losgelassenheit, Konzentration
Wenn dein Pferd eine längere Pause hinter sich hat – sei es durch Krankheit, Winter, Urlaub oder emotionale Gründe – dann braucht es vor allem eines: einen klugen, durchdachten und liebevoll gestalteten Fahrplan zurück in den Trainingsalltag.
Denn der Pferdekörper funktioniert nicht auf Knopfdruck. Muskeln, Bänder, Faszien und Sehnen brauchen Zeit, um sich wieder geschmeidig zu entfalten. Und auch der Kopf deines Pferdes muss sich erst wieder an das fokussierte Zusammensein gewöhnen. Deswegen empfehle ich dir, den Aufbau in drei Phasen zu gliedern.
Beobachte erst einmal in jeder Trainingsminute folgende Punkte bei deinem Trainingsplan:
- Wie läuft es los?
- Wie hält es das Gleichgewicht?
- Wie reagiert es auf neue Reize?
- Wie sieht die Atmung aus nach 10 Minuten Bewegung?
- Ist es motiviert?
- Ist es bei dir?
- Oder ist es noch woanders – körperlich oder mental?
Diese sanfte Bestandsaufnahme hilft dir, realistisch und individuell zu starten.
Meinen Aufbau-Plan kannst und sollst du dir natürlich als Blaupause nehmen und an deine Bedürfnisse anpassen. Deswegen habe ich dir ein PDF gebaut, das du dir herunterladen und für deinen individuellen Trainingsplan zum Wiederaufbau nutzen kannst.
Schnapp ihn dir und passe ihn an dich und dein Pferd an, wenn du ein Pferd nach der Krankheit wieder aufbauen willst, dann sprich ihn mit deinem Tierarzt durch, denn jede Krankheit ist anders und der Plan soll einfach eine Blaupause für dich sein.
MEINEN Trainingsplan zum Download, findest du HIER als PDF

So kannst du dein Pferd antrainieren nach einer Pause oder Verletzung
Wenn Pferde viel stehen müssen, dann bauen sie Muskeln ab. Das ist ganz natürlich, denn die Muskeln brauchen Impulse um sich zu entwickeln. Dein Pferd wird mit der Zeit auch steifer und weniger beweglich werden. Auch das ist ganz natürlich. Der Körper ist wie eine Maschine, die rostet, wenn sie nicht geölt und gut gepflegt wird.
Das kennst du vielleicht von dir selbst.
- Wenn du selbst dich wenig bewegst, weil du zum Beispiel im Winter mehr auf dem Sofa fläzt, dann wirst du im Frühling erst einmal ein bisschen dicker, ein bisschen unbeweglicher und ein bisschen schneller außer Atem sein.
- Dann willst du ja auch nicht aus dem Stand heraus 10 Kilometer Joggen und das am Besten auch noch mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken.
- Du musst dann nach und nach mehr Sport machen, um wieder fit und beweglich zu werden.
Deinem Pferd geht es nicht anders. Deswegen ist es so unglaublich wichtig, dass du dein Pferd nach einer Pause wieder antrainierst und nicht gleich volle Power reitest. Je nachdem wie intensiv die Pause war, musst du mehr oder weniger schnell antrainieren.
Nach einem längeren und kalten Winter, kannst du dein Pferd im Training sicher etwas schneller aufbauen, als nach einer schweren Verletzung. Denn da kommen noch die Belastungen auf die verletzte Stelle dazu, die sich auch erst wieder aufbauen und an die Bewegung gewöhnt werden muss.
Trainingspraxis nach einer Verletzung
- Nach Krankheiten braucht dein Pferd mehr Zeit für Sehnen & Bänder
- Plane immer mit Tierarzt und Trainer und Trainingsplan
- Wichtig: Rücksicht auf Schmerzpunkte, chronische Erkrankungen oder Bewegungseinschränkungen
Tipp: Später sinnvoll Seitengänge integrieren – aber erst nach Aufbau der Grundmuskulatur und bei ausreichender Heilung
Meine Stute hatte eine Sehnenscheidenverletzung – eine schwere OP, Boxenruhe, langsamer Wiederaufbau.
Hier ist unser konkreter Trainingsplan:
- Trainingsplan Start: 1 Minute Schritt täglich auf hartem Boden → täglich um 1 Minute gesteigert
- Trainingsplan ab 20 Minuten: Gassen, Wendungen, Rückwärts einbauen
- Trainingsplan ab 40 Minuten: einzelne Trabschritte, dann Minutenweise Trab
- Trainingsplan mit Galopp erst nach Wochen mit vorsichtigen Intervallen
- Danach: Schulterherein, Kruppeherein – erst vom Boden, dann unter dem Sattel
Tipp für deinen Trainingsplan: Bleib flexibel, beobachte täglich dein Pferd. Passe den Plan individuell an.
Drei Bodenarbeitslektionen für den sanften Wiedereinstieg im Trainingsplan nach einer Winterpause
- Führen mit Fokus: Achte auf Position, Tempo, Energie
- Rückwärts über Körpersprache: Koordination, Vertrauen, Balance
- Anhalten durch Atmen & Zentrierung: Mentale Verbindung stärken
Danach in deinem Trainingsplan: Gesundes Longieren in der Aufbauphase
Longieren ist ein großartiges Tool – vorausgesetzt, es wird bewusst und gesund ausgeführt. Gerade nach einer Pause kann es deinem Pferd helfen, sich selbst wieder besser zu spüren, den eigenen Körper in Koordination zu bringen und dabei die Muskeln sanft wieder zu aktivieren.
Du brauchst dafür einen guten Kappzaum und ein feines Longierseil.
- Mein Kappzaum – findest du HIER
- Mein liebstes Longierseilchen – findest du HIER
Die Übungen für den Start in den Trainingsplan:
- Große Linien, klare Körpersprache
- Schritt–Trab–Schritt-Übergänge
- Gassen, Stangen & wechselnde Böden für Balance & Tiefenmuskulatur

Grundsatzinfos zum Trainingsplan: Pferd aufbauen nach einer Krankheit
Wenn dein Pferd krank war, konnte es nicht so viel laufen und hat Kondition und Muskeln verloren. Die musst du erst einmal wieder aufbauen, bevor du dich auf seinen Rücken setzen und dich von deinem Pferd tragen lassen kannst. Denn das Pferd braucht zum einen Kraft um sich selbst zu tragen und noch mehr Kraft, um auch dich gesund tragen zu können.
So einfach ist das.
Es ist also deine Verantwortung dafür zu sorgen, dass dein Pferd dich gesund tragen kann. Dafür musst du seine Muskeln und seine Kondition durch sinnvolles Training wieder aufbauen. Es hängt natürlich auch von der Verletzung oder Krankheit ab, wie schnell oder langsam und mit welchen Schritten du dein Pferd sinnvoll aufbauen kannst.
Das musst du auch immer mit deinem Tierarzt und deinem Trainer besprechen.
Zwei große Fragen zum Aufbautraining und dem Trainingsplan nach der Verletzung, die immer wieder gestellt werden
1. Seitengängen nach der Verletzung – geht das? Ja! So einfach sehe ich das. Aber das ist natürlich nur meine Meinung. Du solltest immer auch einen Tierarzt vor Ort fragen, wie es bei deinem Pferd individuell aussieht. Mein „JA“ hat aber auch Einschränkungen. Ich würde die Seitengänge nicht gleich von Anfang an trainieren, sondern erst nach einer längeren Aufbauphase auf geraden Wegen und wenn die Sehne schon gut Zeit hatte zu heilen. Denn die Seitengänge dehnen und lockern dein Pferd, aber sie sind natürlich auch eine stärkere Belastung für die Sehnen und Bänder, als das einfache und simple Geradeausgehen.
2. Longieren nach der Verletzung – macht das Sinn? Der Kreis ist auf jeden Fall eine größere Belastung für den Pferdekörper als das Geradeaus. Deswegen kannst du dein Pferd schon auch irgendwann longieren, aber du solltest dir auf jeden Fall viel Zeit damit lassen, es langsam angehen und dein Pferd korrekt longieren und nicht einfach im Kreis schleudern. Denn das unsachgemäße Longieren geht auch sehr stark auf Sehnen und Bändern und das wiederum ist kontraproduktiv bis schädlich bei einem Sehnenschaden.
Der Schlüssel liegt dabei in der Qualität des Trainingsplans, nicht in der Dauer.
- Starte mit großen Linien – lieber ein ruhiger, weiter Zirkel als enge Wendungen.
- Lass dein Pferd anfangs viel Schritt gehen, mit lockerer Anbindung, ohne Zwang zur Form.
- Gib ihm Raum zum Denken und Spüren.
- Die Atmung, der Takt, die Schwingung des Rückens – all das sind deine Beobachtungsfelder.
- Erst wenn du spürst, dass dein Pferd wirklich „bei sich“ ankommt, kannst du anfangen, mit Übergängen zu spielen. Vom Schritt in den Trab, zurück in den Schritt. Leicht, fließend, ohne Druck.
Besonders wertvoll ist es, wenn du Bodenhilfen einbaust – etwa Trabstangen oder eine Gasse, durch die dein Pferd läuft. Das fördert die Balance und bringt Abwechslung ins Longenbild. Auch das Longieren über wechselnde Böden – mal weich, mal fester – stimuliert die Tiefenmuskulatur und fördert die Konzentration.
Wichtig ist: Gib deinem Pferd Pausen. Frag es ab. Beobachte. Und freue dich über jeden kleinen Moment von Losgelassenheit, Aufmerksamkeit und innerer B
Trainingsplan – Muskelaufbau nach der Winterpause
Muskeln haben vor allem einen Job: Sie sorgen für Bewegung. Energie aus dem Futter wird in Muskelbewegung umgewandelt und ermöglichst so dass der Körper deines Pferdes sich von A nach B bewegen kann. Wenn sie sich weniger bewegen, bauen sie ab. Denn dann glaubt der Körper deines Pferdes einfach, dass gerade weniger Muskeln nötig sind und der Pferdekörper ist auf das Energiesparen ausgerichtet. Wenn er also Energie sparen kann, in dem er die Energiefressenden Muskeln abbaut, wird er das auch tun.
Richtige Fütterung zum Muskelaufbau
Du kannst deinem Pferd nach dem Winter zum einen mit dem richtigen Training helfen, aber auch mit der richtigen Fütterung. Muskeln bestehen vor allem aus Eiweiß. Wenn du deinem Pferd also hochwertiges Eiweiß zuführst, wird es sich leichter mit dem Aufbau von Muskeln tun.
Denn hochwertiges Eiweiß findest du meiner Erfahrung nach vor allem in Hanfsamen. Ich bin ein richtiger Fan der kleinen Samen. HIER gibt es einen dicken Artikel nur über Hanfsamen und was sie in der Pferdefütterung alles leisten.

Trainingsplan nach der Winterpause – ein einfacher Plan
Du solltest das Training nach der Winterpause nicht zu schnell angehen, denn wenn du Muskeln überlastest übersäuern sie und dein Pferd wird Muskelkater bekommen. Ein langsamer und sinnvoller Muskelaufbau funktioniert über ein Schrittweises aufbauen der Trainingseinheiten.
- Starten solltest du immer mit einer langen und schönen Schrittphase – mindestens 20 bis 25 Minuten.
- Du kannst dein Pferd dann über Seitengänge wie Kruppeherein und Schulterherein lockern und lösen
- Dann kannst du 5-10 Minütige Trabphasen einbauen und diese nach und nach steigern – je nach Kondition deines Pferdes
- Nach ein paar Tagen würde ich dann erste Galopprunden dazunehmen und diese langsam steigern
Dann kannst du natürlich nach und nach dein klassisches Training wiederaufnehmen bis du wieder dort angekommen bist, wo ihr vor der Winterpause standet..
Wie schnell du vorgehen kannst hängt auch ein bisschen davon ab, wie dein Pferd gehalten wird. Wenn es beispielsweise in einem großen Offenstall mit einer großen und gut befestigten Winterkoppel steht, dann bewegt es sich natürlich auch im Winter mehr als auf einem matschigen und gefrorenen kleinen Paddock oder gar in der Box.
Wie du mentale Blockaden erkennst und mit deinem Pferd im Trainingsplan auflöst
Mentale Blockaden sind wie unsichtbare Zäune im Kopf deines Pferdes. Sie entstehen oft durch Überforderung, Missverständnisse oder schlechte Erfahrungen – und sind nach Pausen besonders präsent. Denn dein Pferd hat vielleicht Angst, etwas wieder falsch zu machen, kennt deine neuen Erwartungen noch nicht oder ist einfach innerlich noch nicht ganz bei dir.
Wichtig ist: Du erkennst mentale Blockaden nicht an Lautstärke, sondern an kleinen Zeichen. Zögert dein Pferd beim Angehen? Wird es hektisch bei der leichtesten Hilfe? Verhärtet sich der Blick? Oder steht es da, ganz still, aber irgendwie „weggetreten“? All das können Hinweise sein.
Die Lösung liegt nicht im „drüber gehen“, sondern im Zuhören. Je klarer du deinem Pferd signalisierst: „Ich sehe dich. Ich nehme dich ernst. Wir gehen da gemeinsam durch.“ desto eher wird es dir wieder vertrauen. Gib deinem Pferd Wahlmöglichkeiten, lass es mitgestalten, gib ihm Zeit.
Wenn du merkst, dass es sich einer Aufgabe entziehen will, frage dich zuerst: Was fehlt gerade? Sicherheit? Verständnis? Vertrauen? Oder vielleicht einfach nur eine Pause?
Mentale Blockaden lösen sich nicht durch Konfrontation, sondern durch Beziehung. Und Beziehung beginnt da, wo wir bereit sind, nicht nur „unser Ding durchzuziehen“, sondern wirklich in den Dialog zu treten.

Persönlichkeitsentwicklung on top: Was dein Pferd dir spiegelt
Der Wiedereinstieg ins Training ist nicht nur eine Reise deines Pferdes – es ist auch eine Reise zu dir selbst. Dein Pferd wird dir in dieser Phase viel über dich zeigen. Über deinen Umgang mit Unsicherheiten, über deine Geduld, deine inneren Antreiber und deine Erwartungen.
Vielleicht wirst du ungeduldig, weil es nicht „schnell genug“ vorwärtsgeht. Vielleicht zweifelst du an dir, weil dein Pferd nicht sofort wieder „funktioniert“. Oder du merkst, dass du dich gar nicht traust, bestimmte Schritte zu gehen, weil du Angst hast, etwas falsch zu machen.
All das ist wertvoll. Denn dein Pferd spiegelt nicht nur dein Handeln, sondern auch dein Fühlen. Und das ist eine Chance. Eine Einladung zur eigenen Entwicklung.
Du kannst sie nutzen, indem du immer wieder in dich hineinspürst:
- Bin ich im Vertrauen?
- Bin ich klar in meiner Ausstrahlung?
- Bin ich bereit, mein Pferd wirklich zu sehen?
- Nicht als Projekt, sondern als Partner?
Pferde führen uns an den Kern. Sie wollen keine Perfektion, sondern Präsenz. Keine Technik, sondern Echtheit. Und genau das ist das größte Geschenk dieser Zeit.
Langsam ist das neue Schnell in deinem Trainingsplan: Dein Pferd wird es dir danken
Ein Pferd nach einer Pause wieder ins Training zu holen, ist keine Aufgabe, die du abhaken kannst. Es ist ein Weg. Ein Prozess. Eine gemeinsame Reise zurück zu einem gemeinsamen Rhythmus.
Je sanfter du diesen Weg gestaltest, je genauer du hinsiehst, hinhörst und dich wirklich mit deinem Pferd verbindest, desto schöner wird diese Zeit. Du wirst Fortschritte sehen, aber sie werden sich nicht wie „Leistung“ anfühlen, sondern wie Beziehung.
Es wird Momente geben, in denen ihr fließt. In denen dein Pferd dir signalisiert: „Ich bin wieder bei dir. Ich vertraue dir.“ Und das ist mehr wert als jede Lektion.
Wenn du diesen Weg bewusst gehst – mit Trainingsplan, mit Gefühl und mit Liebe – dann wird sich für euch ein vollkommen neuer und schöner Weg auftun, den ihr gemeinsam weitergehen könnt.
Klick gerne auf Antworten und schreibe mir einen Kommentar, ob dir die Tipps geholfen haben oder wo du gerade mit deinem Pferd stehst – das Universum hat immer einen Plan und dich bestimmt aus Gründen hierhergeführt.
Lass dir Zeit
Was viele vergessen: Nach einer längeren Pause ist nicht nur die Muskulatur deines Pferdes weniger belastbar, auch die Wahrnehmung verändert sich. Denn Pferde sind hochsensible Lebewesen, deren Nervensystem unglaublich feinfühlig auf Reize reagiert. Und genau diese Wahrnehmung – die Sinne deines Pferdes – kannst du mit gezieltem Training nicht nur wachküssen, sondern auch wieder neu balancieren. Das ist essenziell, damit dein Pferd Reize besser einordnen und damit auch gelassener mit der Welt umgehen kann.
- Ein gutes Körpersinnetraining schult zum Beispiel den taktilen Sinn deines Pferdes – also die Wahrnehmung über Berührungen. Das kannst du ganz einfach durch verschiedene Bodenbeschaffenheiten, Berührungsübungen oder Materialien wie Flatterband oder Körperbänder umsetzen.
- Auch der optische Sinn lässt sich gut trainieren: neue Gegenstände im Umfeld, wechselnde Lichtverhältnisse oder gezieltes Schauen und Einordnen helfen deinem Pferd, visuelle Reize besser zu verarbeiten.
- Und dann gibt es da noch den propriozeptiven Sinn = das Körpergefühl deines Pferdes. Wo stehen meine Beine? Wie ist mein Gleichgewicht? Hier helfen kleine Parcours, Stangenarbeit oder unebene Untergründe.
Mit all dem schenkst du deinem Pferd nicht nur körperliche Fitness, sondern du stärkst auch die Kommunikation zwischen den Gehirnhälften. Du hilfst ihm, im Kopf ruhiger zu werden, besser zu lernen und Vertrauen in sich und in dich aufzubauen. Besonders nach Pausen ist dieses Training Gold wert, weil es gleichzeitig bindet, beruhigt und aktiviert.
Am Besten startest du das Aufbautraining auch erst einmal mit Bodenarbeit und gehst dann nach und nach erst in den Sattel.
Älteres Pferd aufbauen – so gehts
Ältere Pferde haben meist mehrere Probleme. Sie bauen nicht mehr so leicht Muskeln auf wie junge Pferde, weil der Stoffwechsel mit dem Älterwerden langsamer wird. Dann haben ältere Pferd oft auch Krankheiten wie Asthma, Cushing, Hufrehe oder Arthrose und andere „Verschleißerkrankungen“ durch das Älter werden. Du solltest dein Aufbautraining also da ganz besonders mit dem Tierarzt abstimmen.
Futter kann helfen
Dann kannst du dein Pferd auch mit Futter unterstützen. Ältere Pferde können oft nicht mehr so gut fressen und nehmen die Nährstoffe auch nicht mehr so gut auf wie junge Pferde. Aber ohne Energie können auch Muskeln nicht wachsen und ohne Muskeln wird es das Pferd schwer mit der Bewegung haben. Du kannst zum Beispiel passend zum Blutbild Nährstoffe zuführen.
Das Ganze kannst du mit aufgeweichten Pellet futtertauglich für deinen Senioren machen:
- Heucobs
- Eingeweichte Futterpellets
- Ein hochwertigen Aminosäuren-Lieferanten wie Hanfsamen oder direkt AMINOsäure pur

Im Grunde gilt für das Aufbautraining bei einem älteren Pferd ähnliches wie beim Aufbau nach dem Winter – du solltest dir den Trainingsstand deines Pferdes ansehen, seine altersbedingten Krankheiten und Probleme beachten und dann mit viel Bodenarbeit, Zeit und Geduld soweit trainieren, wie es für deinen Senior möglich ist.
Aus meiner Sicht gilt aber auch: Wer rastet, der rostet. Ich finde unglaublich schade und traurig, wie viele Senioren irgendwann aufs Abstellgleis gestellt und nicht mehr gefordert werden. Das ist sehr schade und muss nicht so sein.
Mein Weg, mein Pferd wieder aufzubauen nach einem Sehnenschaden
Ich kann dir genau beschreiben, wie ich mein Pferd nach einer schweren Verletzung aufgebaut habe, denn meine Stute hatte vor einigen Monaten einen Operation an der Sehnenscheide. Sie hatte sich in ihrem Offenstall das Bein an einer Stromlitze regelrecht aufgeschnitten. Das war ein riesengroßer Schock und ich wusste in den ersten Tagen nicht, ob sie es schaffen würde.
Du siehst also, dass es eine richtig schwere Verletzung war. Und heute – keine 5 Monate später – läuft sie wieder Schritt, Trab und Galopp bei der Bodenarbeit, wir trainieren Seitengänge und gehen stundenlang spazieren.
Jetzt beschreibe ich dir meinen Plan und wie ich meine Stute nach ihrer schweren Verletzung wieder aufgebaut habe. Alle Trainingstipps und Übungen in diesem Artikel geben nur meine individuelle Meinung wieder. Du solltest natürlich immer auch deinen Tierarzt oder deinen Trainer zu Rate ziehen und die Entscheidungen treffen, die für dein Pferd die besten sind.
Ich kann dir nur beschreiben, wie ich es angegangen bin und wie ich es sehe. Bei uns hat das ganz wunderbar geklappt. Meine Stute läuft wieder lahmfrei nach ihrer schweren Verletzung, aber natürlich muss so ein Trainingsplan immer auch an das individuelle Pferd angepasst werden.

Stillstand nach dem Sehnenschaden: Ja oder nein?
Ich persönlich habe bei mir selbst und bei meinem Pferd gelernt, dass der totale Stillstand keine gute Idee ist. Ich selbst hatte auch einmal einen Verletzung des Innenbandes meines Knies. Der Arzt, der mich behandelt hatte, hat mir damals absoluten Stillstand verordnet. Das hat mir im Anschluss nur Probleme bereitet und war aus meiner Sicht ein schwerer Fehler.
Es ist meiner Ansicht nach veraltet bei den meisten Verletzung alles absolut ruhig zu stellen, denn dann versteifen sich Knochen, Sehnen und Bänder vielmehr, als bei moderatem Training und leichten angepassten Bewegungen. Heute würde ich es nie mehr so angehen, sondern parallel zu einer Bänderverletzung mit sinnvollem Physiotraining starten.
Genau diese Erkenntnis habe ich auch in das Training mit meiner verletzten Stute mitgenommen und sie sofort nach der Entlassung aus der Klinik langsam aufgebaut. Sie hatte zwar Boxenruhe, aber sie hatte keinen Stillstand in dieser Zeit. Das hat für mein Pferd grandios funktioniert – deswegen beschreibe ich dir jetzt unseren Aufbau.

Mein Trainingsplan nach der Verletzung
Wichtig ist mir, dass ich das Training erst am Boden gestartet habe. Ich bin also mit meinem Pferd spazieren gegangen oder habe sie an der Hand auf dem Reitplatz trainiert. Du solltest anfangs auch viel geradeausgehen, weil Kurven eine zusätzliche Belastung für die Sehnen und Bänder sind.
- Schritt auf hartem Boden – Aufbau minutenweise mit Timer: Wir sind mit 1 Minute Schritt gestartet und haben jeden Tag 1 Minute dazugenommen. Nach 10 Tagen konnte meine Stute also schon 10 Minuten laufen. Das alles habe ich mit einem Timer genau überprüft. Parallel habe ich mein Pferd immer beobachtet. Hatte ich auch nur Ansatzweise das Gefühl, dass das Training an einem Tag zu intensiv war, habe ich 2-3 Tage die Dauer nicht weitergesteigert, solange bis mein Pferd mir wieder durch ein klares Gangbild und eine gewisse Ungeduld gezeigt hat, dass sie wieder mehr laufen will.
TIPP: Ich habe mir nach den ersten Tagen auch mal Gassen und Pylonen in die Schrittrunden eingebaut, sobald meine Stute 20 Minuten Schritt entspannt laufen konnte und uns so immer wieder einen Übungsparcour aufgebaut, damit das Schritttraining nicht zu langweilig wird und mein Pferd sich trotz der verstärkten Aufgrund und Energie durch die Boxenruhe konzentrieren musste.
- Wird sind dann in großen Schlangenlinien um die Pylonen gelaufen oder haben die Gassen genutzt, damit mein Pferd die Beine auch schön heben musste und so gleichzeitig seinen Rücken lockern konnte. Oder haben an bestimmten Punkten „Halt“ geübt und ein bis zwei Schritte Rückwärts.
- Sobald wir 40 Minuten Schritt am Stück laufen konnten, habe ich erste Trabschritte dazugenommen. Anfangs erst nach den 40 Minuten. Mit Trabschritte meine ich auch wirklich einzelne Schritte. Starte mit 3 oder 4 Schritten Trab und steigere dann ganz langsam auf mehrere Meter. Anschließend kannst du dann auch auf ganze Trabrunden oder Minutenweises Traben steigern.
Klappt das und dein Pferd kann wieder länger am Stück traben, kannst du dich nach ein paar Monaten auch an den ersten Galopp wagen. Auch da gilt wieder, dass ihr nur wenige Schritte Galopp geht anfangs und du dein Pferd immer wieder beobachtest, damit du seine verletze Körperstelle nicht überforderst.
- Wenn das alles klappt, kannst du an die Seitengänge gehen und mit einem kleinen Schulterherein und Kruppeherein starten – auch das wieder nur langsam und Schrittweise steigern bitte!
- Klappt das alles kannst du dich wieder in den Sattel wagen und genau das gleiche Aufbau-Training (Schritt 1 bis 4) vom Sattel aus nochmal aufbauen und wiederholen.
Damit dein Pferd sich nicht zu sehr langweilt kannst du in der Zeit der Boxenruhe auch verschiedene Übungen für den Kopf und Körper angehen. Da kann ich dir Clickertraining, Balance Pads und Tricks sehr empfehlen. Das sind fast alles Übungen, die du im Stehen mit deinem Pferd angehen kannst, um ihm Abwechslung zu bieten:
- Richtig Clickern mit der Clickerformel – HIER kannst du mehr dazu erfahren
- Balance Pads fürs Pferdetraining – meine liebsten findest du HIER
- Leckerli für Tricks – ich nutze DIESE natürlichen und kalorienarme Leckerli täglich
Oder du nutzt die Balance Pads und kleine Tricks um deinem Pferd die Boxenruhe zu versüßen.
Mehr zu den Balance Pads und wie sie wirken kannst du im Video erfahren:
Hey Petra,
vielen Dank für Deinen tollen Plan! Meine 6-jährige Isi-Stute hat sich Anfang August die Beugesehne hinten am Fesselgelenk beim „Spielen“ in der Herde verletzt (nicht gerissen!). Sie stand seit dem weiter auf der Wiese, hatte also keinen totalen Stillstand. Ich habe vor zwei Wochen(Anfang September) angefangen mit ihr Schritt auf hartem Grund zu gehen, wir sind jetzt bei 15 Minuten ; )). Nun schreibst Du ab Woche drei Balance Pad mit in deinen Plan, da wollte ich fragen wie genau ich da am besten vorgehe, meine Stute kennt das noch nicht und ich bin mir etwas unsicher über den Einsatz. Sie geht im Schritt schon wieder sehr entspannt, entlastet das betroffene Bein aber noch ab und zu beim Fressen(aus ihrem Napf, auf der Wiese gar nicht mehr) oder wenn ich ihr sage, dass sie stehen bleiben soll.
Über einen Tip zu den Pads würde ich mich sehr freuen!
Viele Grüße, Eva
Hey liebe Eva,
schau mal – was für euch funktioniert. Das ist nur mein Plan gewesen und meine Stute kannte die Balance Pads. Manche Pferde erschrecken sich erstmal und finden das Gefühl ungewohnt. Dann würde ich persönlich das nicht in der Rekonvaleszenten-Phase einbauen. Da kennst du den Charakter deiner Stute besser. Du findest eine Video-Anleitung dazu auf Youtube bei uns im Kanal. Da kannst du einfach nach Balance Pads suchen :-) Alles Liebe, Petra
Hallo Petra, ich hab gerade mit großen Interesse deinen Beitrag gelesen. Ich eiere gerade schon seit 7 Wochen bei meiner Stute mit einer Sehnenzerrung rum. Außer kleinen Spaziergängen auf festen Boden sollten wir lt. Tierärztin bisher keine Bewegung haben. Nun wird es allerdings endlich allmählich sichtbar besser. Die Schwellung geht zurück und im Schritt ist sie schon wieder komplett lahmfrei, im Trab ist nur noch ein leichtes hinken zu sehen. Nun ist die Hoffnung da, dass wir so nach und nach unsere Spaziergänge wieder mehr ausdehnen können.
Wie hast du das bei deiner Stute nach dem Sehnenschaden gemacht? Hattest du anfangs noch irgendwelche Unterstützer fürs Bein? Wie z. B. eine Stützgamasche o.ä. ?
Über eine kleine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen. Ganz liebe Grüße
Corinna
Hey liebe Corinna,
tatsächlich hatten wir ja einen Schaden an der Sehnenscheide. Das ist ein anderer Punkt am Körper. Ich habe sie von Anfang an moderat bewegt und gesteigert. Hatte keine Gamaschen oder anderes. Tierärzte raten gerne zu Stillstand, weil sie dann Versicherungstechnisch auf der guten Seite sind, falls es doch schief gehen sollte mit der Bewegung. Ich kann dir deswegen nichts raten, aber ich kann nur sagen: Hör auf deinen Bauch, frage mehrere um die Meinung und gehe dann nach deiner Intuition und deinem Pferd. Alles Liebe, Petra
Ich finde es sehr schön das du dir und deiner Stute Zeit lässt und anscheinend auch total auf sie eingehst. Aber nun kommt das berühmte “ Aber“: Wie darf ich mir denn das anfängliche NUR 1 Minute gehen vorstellen? Das klingt für mich unmachbar . Wenn ich da bei mir schaue ist es schon über 1 Minute von der Weide zum Putzplatz, beim Stall selbiges. Wenn ich dann den Hof verlassen wollte um etwas Spazieren zu gehen würden es nochmal mehr als bloß 1 Minute sein.
Das mit der „bloß 1 Minute“ stelle ich mir daher nur machbar vor wenn das Pferd direkt von der Box aus 1 Minute über den Hof geführt wird zurück in die Box.
Kann ich mir das so vorstellen? Wenn ja würde mich interessieren wie deine Stute dann so drauf war, denn wenn ich ehrlich bin kann ich mir nicht vorstellen das ein Pferd da noch sonderlich ausgeglichen ist.
Ich weiß das zumindest mein Pferd ( eine Trakhi Stute) mich vermutlich am 3.Tag bei 3 Minuten quer über den Hof schleifen täte, im Glaube ich wär komisch im Kopf geworden ?.
( Das soll übrigens keine Kritik an dir, deinem Pferd oder deinem Training sein sondern ist wirklich nur als ehrliche Frage aus Interesse gemeint.)
Hallo liebe Miriam, die 1 Minute betrifft ja den Aufbau nach einer schweren Verletzung – wie dem Sehnenschaden. In aller Regel steht dein Pferd in solchen Situationen in einer Box und nicht auf der Weide, weil nach einer OP Boxenruhe angesagt ist. Tatsächlich sind wir am Anfang nur eine Runde um den Hof gegangen. Also wirklich 1 Minute. Meine Stute war nicht unbedingt happy und wir hatten auch ein paar wildere Momente. Aber sie hat sich unglaublich für mich zusammengerissen und ich habe mich jeden Tag die restliche Zeit zu ihr gestellt und Training für den Kopf gemacht. Also kleine Tricks, bei denen sie sich nicht bewegen muss. Dazu gabs CHillax-Kekse und Beruhigungskräuter, um die Aggropower zu lindern. Aber natürlich wurde es mit mehr Bewegung wieder entspannter. Und ich habe sie sofort 5 Tage nach der OP – sobald die Wunde so zu war, dass es ging – bewegt und gestartet. Also nicht erst 3 Wochen in der Box stillstehen lassen. Beantwortet das deine Frage ein bisschen? :-) Ganz liebe Grüße, Petra
Liebe Petra!
Ein guter Artikel,der hoffendlich auch einige Reiter zum Nachdenken bringt!
Deine Art ein Pferd wieder aufzubauen finde ich sehr gut. Ich möchte nur auf noch eine zusätzliche Möglichkeit,die mir sehr geholfen hat Muskeln aufzubauen, aufmerksam machen.
Nach Verletzungen nach den anfänglichen Gehübungen und dann, wenn der Tierarzt damit einverstanden ist.
Vor 4 Jahren hat mein 24 jähriges Pferd durch Herdenprobleme begonnen abzunehmen.
ich mußte ihn extra stellen und auffüttern. Ich wollte aber nicht nur, daß er zunimmt sondern, daß er auch Muskeln aufbaut.
Meine Omnipathin hat mich auf die Equikinetik von Michael Geitner aus Bayern aufmerksam gemacht. Mit der Methode hatte er bald wieder so viele Muskeln aufgebaut,daß ich ihn reiten konnte.Und reiten und laufen war für ihn wichtig,weil er ein Lungenproblem hatte.Ich habe jeden 2.Tag 12-15 Minuten trainiert.War kein großer Aufwand.Ich denke, Equikinetik ist die schonendste und gleichzeitig effektivste Methode um Muskeln aufzubauen.
Leider habe ich ihn auf Grund seines Lungenproblems vor 2 Jahren trotzdem über den Regenbogen gehen lassen müssen! Es war eine schreckliche Zeit!
Das Pferd von meinem Lebensgefährten hat damals zeitgleich Hufkrebs bekommen,an Reiten war nicht zu denken.Darmprobleme und Augenprobleme folgten. Sein Immunsystem war komplett durcheinander.Ich habe mit ihm in diesen schlimmen 2 Jahren immer wieder Equikinetik gemacht und seine Muskeln damit erhalten. Heute ist er stolzer Herdenchef und wird wieder ganz normal geritten. Wir haben es geschafft!!!Und sein Rücken ist in Ordnung.
Meiner neuen jungen Stute habe ich auch zuerst Muskeln aufgebaut und mich dann erst raufgesetzt.
Und ich bin mir sicher, sie dankt es mir jetzt schon!!
Deine Seite finde ich wirklich toll und Deine Gedanken ,die Du weitergibst durchdacht und Pferdegerecht!
Liebe Grüße, Traude
Hallo liebe Traude, danke für deinen Kommentar und deine Ergänzung. Die Equikinetic ist eine grandiose Trainingssache – wir haben das Buch dazu auch bei uns im Shop :-) Ich würde nur immer ganz genau schauen, welche Verletzung das Pferd hatte, da sie ja durch die kleine Volte durchaus anstrengend für Sehnen und Bänder sein kann. Aber wenn nichts dagegen spricht sie zu nutzen, aknn sie auch toll für den Muskelaufbau sein. Da hast du Recht. Ganz liebe Grüße, Petra
Hallo Petra,
wie immer ein schöner Artikel. Ich habe vor zwei Wochen auch wieder mit „Training“ angefangen, d.h. nicht dass wir im Winter faul waren, aber eben auf Grund der äußerlichen Gegebenheiten nicht so konnten wie wir wollten. Nun geht mit Plan, Timer, Kappzaum wieder ans Longieren (nicht nur im Kreis), um den Trageapparat zu kräftigen und die Kondition zu steigern, traben, traben. Erst schön Erwärmen im Schritt, dann Trab mit allmählicher Steigerung der Zeit. Wir sind jetzt bei 9 min je Seite. Danach noch einen kleinen Entspannungsspaziergang und dann ein Tag Trainingspause. Außerdem Seitengänge und Kraxeln am Hang. So sind wir hoffentlich beide bald wieder in Form.
Ja, Hanfsamen gibt es auch.
Leider denken viele Pferdebesitzer nicht daran, dass ein Pferd nach Ruhepausen wieder auftrainiert werden sollte. Und auch sonst nicht nur Reiten das einzig Wahre ist um fit zu bleiben, zumindest nicht für`s Pferd.
Allen einen guten Start in den Frühling.
Viele Grüße Claudia
Hallo liebe Claudia, das klingt nach einem sehr durchdachten und grandiosen Trainingsplan. Das kraxeln kommt bei uns auch noch :-) Ansonsten gehen wir ähnlich vor. Ich denke auch, dass die Pferde es verdient haben, dass wir sie antrainieren, bevor wir uns einfach so nach einer Pause auf ihren Rücken setzen. In diesem Sinne – dir auch einen schönen Start in den Frühling und liebe Grüße, Petra
Hallo Petra
Ja auch bei uns war der Platz gefroren und dir Wege glatt. Da mein süßer Tinker auch erst 4 Jahre wird hat er noch nicht alles drauf. Was mich persönlich aber nicht stört, denn alles kann aber nix muss. Ich gucke immer wie’s ihm geht und verwöhne ihn gerne mit ausgiebigen putzen und massieren wenn wir nicht raus können. Ich hab jetzt selbst ne Verletzung und darum konnten wir 3 Monate nicht spazieren gehen, erst jetzt fangen wir langsam wieder an. So hab ich ihn zb erstmal nur kurz im Roundpen longiert im Schritt, er hat sich schnell erinnert was ich möchte und habe so nur je eine komplette Runde gemacht… danach durfte er schnuppern und ich hab ihn gelobt, gekrauelt und massiert. Er hat jetzt das neue Barefoot Physio Nature bekommen, da ich allgemein keinen Sattel mag und keine Steigbügel möchte, auch da haben wir mit geübt und er macht irgendwie immer alles so als wenn wir das alles schon kennen… dabei ist das alles neu. Wenn ich merke er hat schlechte Laune, is müde (Frühjahrsmüdigkeit), schlapp wegen Fellwechsel oder anderes… Ich suche dann danach, machen wir einfach Sachen die uns beiden gefallen und wenn’s Quatsch machen ist. Druck bekommt er überhaupt nicht und ich lobe ihn ständig für alles, wenn was nicht so läuft… dann arbeite ich dran, wahrscheinlich bin nämlich dann ich das Problem. Dafür hat er mich aber schon auf seine Rücken gelassen und auch kurz Probesitzen mit Pad hat er erlaubt. Also bauen wir jetzt unsere Muskeln auf, schütteln die Wintersteifheit ab und gehen ins nächste Abenteuer, sobald Muskeln und Basics sitzen, Reiten wir mal bisschen aus… das wird noch dauern aber ich hab’s nicht eilig. Wenn ich überlege dass er, als wir zusammen gekommen sind, er nix wusste, nur aus Angst und keinem Funken Selbstwertgefühl bestand… sich so gemacht hat… schwärm. Alles durch Geduld, Emphatie und Respekt. Er ist mein Freund, mein Seelenpferd, mein Lebensretter und nicht mein REITTIER dass funktionieren muss!!!
Für dich und deine Stute alles Liebe und weiterhin gute Genesung und allen anderen… achtet eure Pferde… jedes Lebewesen!
Hallo Schirin,
genauso geht es mir mit meinen Pferdchen auch. Ich reite jetzt schon fast vier Jahre nicht. Der arme Kerl war so verspannt, das ihm offensichtlich alles weh getan hat. Außerdem hat er noch einiges an Melanomen, besonders hinter den Ohren, die natürlich den gesamten Rücken beeinflussen.
Ich finde es toll wie du dich kümmerst, er liebt dich dafür.
Ich bin auch immer wieder erschrocken, wie wenig manche Pferdebesitzer sich „weiterbilden“ in Puncto Pferd. Hauptsache reiten.
Macht weiter so.
Liebe Grüße Claudia
Liebe Schirin, ganz lieben Dank für deine Gedanken und deine Geschichte. Genauso sollte es immer laufen und ich freue mich sehr, dass du das alles mit uns hier geteilt hast. Mach weiter so und bis ganz bald, Petra