Pferde reiten! Warum das keine Selbstverständlichkeit ist

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Der ganze große Artikel für dich auf einen Blick

„Auf dem Rücken der Pferde, liegt das Glück dieser Erde.“ Ist das nicht ein wahrer Satz? Liebst du es auch zu Reiten und auf deinem Pferd durch den Wald zu galoppieren? Kannst du dir nicht Schöneres vorstellen, als dich auf dem Rücken deines Pferdes durch die Natur tragen zu lassen? Hast du ein Pferd und reitest es mehrmals pro Woche, weil Reiten einfach für dich dazugehört und du das Reiten liebst? Jetzt stelle ich dir eine Frage: Liebt dein Pferd das auch?

Wenn du tief in dich reinhörst: Welche Antwort kannst du dann auf diese Frage geben? Egal, wie sie ausfällt – das muss nicht schlecht sein. Aber du kannst daraus etwas ableiten und vielleicht neue Wege gehen oder das Training anders gestalten.  

Du kannst dir außerdem folgende Frage stellen: Was genau liebt dein Pferd?

Denn dann kannst du ihm als Gegenleistung für all die Dinge, die es für dich macht, mehr davon schenken in eurer gemeinsamen Zeit.

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Meine Stute liebt Kratzen, den Kopf auf meine Schulter zu legen, Heu, Hanfsamen

Pferde Reiten

Versteh mich nicht falsch. Das soll kein Anti-Reit-Artikel werden. Ich liebe es zu Reiten und bin gerne im Sattel unterwegs. Mein Pferd ist ein Reitpferd oder zumindest auf dem Weg dorthin. Es geht mir um unsere grundlegende Haltung dem Pferd gegenüber. Darüber habe ich neulich bei einem Spaziergang mit meinem Pferd nachgedacht. Aber meine Gedanken heute, betreffen nicht nur das Reiten, sondern letztlich unser ganzes Bewusstsein dem Pferd gegenüber.

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Ich LIEBE übrigens meine Baumwollzügel – du kannst sie dir HIER genauer anschauen

Aber kommen wir wieder zurück zu dem, was das Pferd liebt und wie du mit einem Nein deines Pferdes umgehen kannst.

Bist du “zu lieb” zu deinem Pferd? 

Wie gehst du mit deinem Pferd um? Darf es “Nein” sagen? Wo sind deine Grenzen und wieviel darf dein Pferd mitreden? Schreibe mir gerne in die Kommentare!

Soviel vorab: Wenn du – wie ich – deinem Pferd zukünftig Mitspracherecht zugestehen und das auch ins Training einbeziehen willst, wirst du mit dem einen oder anderen Kommentar oder Kopfschütteln rechnen müssen.

Ich will dir ein Beispiel geben: Wir waren mit zwei Mitreitern im Gelände unterwegs. Der neue Sattel lag auf dem Rücken meiner Stute, aber ich bin nicht geritten, sondern mitgelaufen. Da ich ein junges Pferd habe, das erst jetzt richtig angeritten wird, sattle ich sie gerne, gehe spazieren und laufe sehr viel mit. Ab und an setze ich mich dann während des Spaziergangs auch mal einige Zeit auf den Sattel und steige aber ab, sobald ich meinem Pferd anmerke, dass es mich gerade nicht mehr so gerne tragen möchte. 

Ich bin also bei diesem Spaziergang auch zweimal nach einiger Zeit wieder abgestiegen, weil meine Stute gezeigt hat, dass sie gerade eine Tragepause braucht….und bekam dann sofort zu hören, dass ich „viel zu lieb“ mit meinem Pferd sei – es könne „mich doch ruhig tragen“. 

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Genau an diesem Punkt möchte ich ansetzen. Stimmst du mir zu, wenn ich dir sage, dass dein Körper dir gehört? Sollten wir deswegen nicht auch erst einmal davon ausgehen, dass der Körper unserer Pferde ihnen gehört? Wie unschön ist es also, wenn wir über ihre Meinung hinweggehen und glauben ein Recht darauf zu haben uns immer und nach unseren Vorstellungen auf ihren Rücken zu setzen. 

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Natürlich möchte ich auch, dass mein Pferd respektvoll und höflich mit mir umgeht. Dieser Artikel ist keine Aufforderung zur Anarchie und Grenzenlosigkeit. Denn Grenzen geben Sicherheit und regeln das Miteinander. Aber Grenzen gelten doch letztlich für alle Mitglieder in einer Gesellschaft, nur dann kann Beziehung und Miteinander funktionieren.

Dazu habe ich HIER einen Artikel geschrieben: Warum Regeln für beide Seiten gelten sollten

Außerdem fasse ich dir HIER den Unterschied zwischen Dominanz und Führungskompetenz zusammen

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Ganz undominant und superfein: Das Knotenlose Knoti! Wir haben es oft oft oft im Einsatz – hier in der Farbe “Trinature” – du kannst es dir HIER genauer anschauen

Reiten ist ein Privileg

Kurz gesagt: Es ist für mich mittlerweile ein Privileg, wenn sie uns tragen und keine Selbstverständlichkeit. 

Denn mit welchem Recht legen wir einen Sattel auf ihren Rücken, ziehen einen Gurt um ihren Bauch so fest, wie wir das wollen und machen ihnen ein Gebiss ins Maul oder ein Zaumzeug um den Kopf? Mit welchem Recht bürsten wir sie an ihren verletzlichsten Stellen, duschen ihnen den Körper oder stellen sie für das Hufe kratzen auf drei Beine und damit aus ihrer natürlichen Balance? 

Wir können das alles und so viel mehr mit unseren Pferden machen, wenn wir sie gut darauf vorbereiten und auf diesen gemeinsamen Trainingsweg mitnehmen. Das müssen wir sogar, weil wir sie zu uns geholt haben: Sie brauchen die Pflege, das Training und die Bewegung. 

Aber wir sollten das alles nicht als Selbstverständlichkeit sehen, sondern uns immer wieder bewusst machen, dass die Pferde vieles für uns machen, das ihrer Natur eigentlich nicht entspricht. 

  • Pferde lassen sich neugierig und gerne auf vieles einlassen, wenn wir es ihnen gut und fair erklären
  • Sie haben Freude an der Bodenarbeit, am Training und am Reiten, wenn wir sie nicht über- oder unterfordern
  • Ich denke, dass sie sich sehr gut und gerne daran gewöhnen können uns zu tragen, wenn wir ihnen durch das richtige Training und die richtige Ausrüstung die Fähigkeit geben uns gesund und schmerzfrei zu tragen
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Einparken ist Übungssache! Dank Leckerli funktioniert es einwandfrei ;-) Dazu das Sidepullknoti und die heißgeliebten Baumwollzügel – du findest beides HIER bei uns

Hast du ein Pferd oder ein Reitpferd?

Aber wir sollten das nicht als Selbstverständlichkeit sehen. Natürlich haben wir unsere Ideen und Vorstellungen davon, was wir mit dem Pferd machen wollen. Wir zahlen ja auch seine Unterkunft, das Futter und den Tierarzt und wir haben uns das Pferd vielleicht auch als Reitpferd gekauft und sind mit dieser Idee des Reitens in die ganze Beziehung zum Tier reingeschlittert. 

Ich wollte beispielsweise anfangs mit aller Selbstverständlichkeit mit dem Kauf meines Pferdes ein Reitpferd aus ihr machen. Meine Zukunftspläne sahen von Anfang natürlich auch Beziehungspflege und eine schöne Bindung vor, aber vor allem habe ich mir überlegt, wie ich sie Schritt für Schritt trainieren und aufs Anreiten vorbereiten kann, wohin wir dann zusammen Reiten und was wir trainieren werden. 

Dann kam meine Stute: Stolz, selbstbewusst, komplex, ranghoch und selten auf den ersten Schritt bereit alles zu tun, was ich von ihr wollte. Sie hat mich gelehrt, dass nichts mit Pferden eine Selbstverständlichkeit ist, weil sie immer nach Kompromissen verlangt hat und mir klar gemacht hat, dass Pferde auch ein Recht auf ihre Gefühlslage und ihren Körper haben. Hättest du mich vorher gefragt, hätte ich dir das natürlich auch bestätigt. Aber wenn man es praktisch betrachtet, bedeutet es in aller Konsequenz, dass du deine Pläne nicht immer so umsetzen kannst, wie du sie dir vorgestellt hast, weil dein Pferd vielleicht andere Pläne hat oder deinen Pläne nicht zu 100% zustimmen möchte. Oder zumindest nicht gleich. 

Denn auch das ist Fakt: Mit Liebe, Kleinschrittigkeit, Geduld, Kreativität und Leckerli, kannst du dein Pferd zu nahezu allem motivieren und auf deinen Weg mitnehmen. 

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Zwei elementare Erkenntnisse mit dem Pferd

Anfangs habe ich mich oft dabei ertappt, dass ich verärgert war, weil sich mein Pferd beispielsweise auch nach Wochen des Übens nicht entspannt satteln lassen wollte oder dass sie Tage hatte an denen sie nicht gebürstet werden wollte. Ich war genervt, weil ich immer Geduld hatte, Rücksicht genommen hatte und trotzdem nicht immer ein JA bekommen habe. Ich hatte vorher noch nie mit einem Pferd zu tun, dass einen dermaßen starken Willen und ein so unglaubliche autarkes Selbstbewusst sein hatte. Natürlich war das auch mal mit Frust verbunden, denn ich hatte ganz andere Zeitpläne als meine Stute.

Trotzdem war absolut klar, dass ich weder mit Druck oder gar Zwang trainieren wollte. Denn das ist weder meine Art mit anderen Lebewesen noch meine Trainingsidee mit Pferden. Gleichzeitig wollte ich natürlich vorankommen mit diesem Pferd und war auch mal frustriert, wenn etwas vermeintlich normales oder alltägliches nicht geklappt hat. 

Bis ich irgendwann zwei Sachen erkannt habe: 

  1. Wenn du ein Recht auf deinen Körper und deine Gefühlslage haben willst, dann musst du auch deinem Pferd seine Gefühlslage und körperliche Tagesform zugestehen
  2. Wenn du eine Beziehung zu deinem Pferd willst und Kommunikation mit deinem Pferd haben möchtest, dann musst du auch damit leben, dass es dir manchmal Antworten gibt, die du eigentlich gerade nicht hören möchtest und dass es mitreden möchte

So einfach und so schwer ist das.

Ich habe (nahezu die meiste Zeit – ich bin auch nur ein Mensch ;-) ) aufgehört verärgert zu sein, weil sie sich beispielsweise mal wieder nicht satteln lassen wollte oder zickig reagiert hat, wenn ich sie an bestimmten Körperstellen putzen wollte oder mir phasenweise immer mal wieder den Huf entzogen hat beim Hufekratzen oder getrippelt ist beim Reiten und habe angefangen lieber Ursachenforschung in diesen speziellen Situationen zu betreiben, statt mein Pferd zu maßregeln, weil das doch alles Sachen waren, die schon besser geklappt haben. 

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4 praktische Beispiele mit dem Pferd

Ich greife einfach diese vier Beispiele auf, damit du weißt, was ich meine: 

  1. Thema Hufe: Ich habe mit Balance Pads trainiert und den Huf erst einmal nicht besonders hoch gehoben beim Kratzen. Parallel habe ich immer die gleiche Reihenfolge gewählt, um Erwartbarkeit und Routine zu schaffen, habe genau darauf geachtet bei welchen Beinen es ihr besonders schwer fiel und mich da erstens besonders beeilt und zweitens ein Leckerli gegeben, wenn sie sich bemüht hat. Wenn es geklappt hat, habe ich mich bedankt – wenn es nicht geklappt hat, habe ich einfach neu angesetzt und nicht verärgert reagiert
  2. Thema Bürsten: Ich habe eine spezielle Bürstentechnik entwickelt, nachdem ich verschiedenstes ausprobiert habe. Wie mein „Bürsten-Zen“ genau geht, habe ich dir HIER im Artikel beschrieben. Letztlich war das „Trial and Error“, solange bis ich eine Variante gefunden hatte, die ihr das Bürsten wieder angenehm gemacht hat. 
  3. Thema Sattel: Da mein Pferd leider einen Sattelzwang hatte, war das eine längere Geschichte, aber auch das habe ich mit viel Geduld, Liebe und Leckerli hinbekommen. Heute darf ich sie in aller Regel ohne Probleme satteln und gurten – wie ich das Schritt für Schritt gemacht habe, kannst du HIER nachlesen
  4. Trippeln beim Reiten: Wenn mein Pferd trippelt beim Reiten, sagt sie mir damit Unwohlgefühle an.Da reichen wenige Schritte und ich weiß Bescheid. Entgegen aller Ratschläge steige ich dann ab. Denn der Körper meines Pferde gehört ihr und ich will nicht über ihre Kräfte oder Unwohlsein hinwegtrainieren. Meine Stute hat einfach Tage an denen sie offenbar empfindlicher ist beim Reiten. Das konnten wir zum einen mit einem wirklich gut passenden und dicke gepolsterten Maßsattel enorm verbessern und minimieren. Dazu habe ich verschiedene Gurte ausprobiert, bis ich einen Gurt gefunden habe, mit dem sie sich gerne gurten lässt und auch gerne Reiten lässt. Wenn sie nach einer längeren Reitrunde anfängt zu trippeln, dann steige ich ab. Manchmal ist sie einfach noch nicht „warm“ genug. Als Quarter hat sie sehr feste Muskeln, also gehe ich an solchen Tagen locker eine Stunde spazieren, bevor ich reite. Fast immer ist das dann okay für sie und sie trägt mich mit gespitzten Ohren und freudigem Gesichtsausdruck weiter. 

Du siehst also, dass ich nie über ein „Nein“ einfach hinweggehe oder hinwegtrainiere, sondern immer überlege woran es liegen könnte und wie das Pferd und ich einen weg oder einen Kompromiss finden können, zu dem wir beide „Ja“ sagen können. Das ist manchmal anstrengend und es gibt auch Tage an denen ich mir für ein paar Minuten oder Stunden einfach ein totbraves Pferd an meiner Seite wünsche, dass auf Ansage einfach immer macht, was ich möchte. Aber wenn ich dann die leeren Augen dieser „immer totbraven“ Pferde sehe und danach meiner Stute wieder in ihre wachen aufmerksamen Augen schaue, weiß ich ganz genau, dass ich das in letzter Konsequenz niemals haben wollen würde. 

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Das alles bringt mich wieder auf den Anfangsgedanken zurück: Pferde zu reiten ist keine Selbstverständlichkeit. Punkt. Gleichzeitig kann das Reiten eine schöne gemeinsame Aufgabe in dem bunten Trainingspotpourrie sein, wenn wir unserem Pferd zuhören, ihm Freude am Reiten vermitteln, es nicht überfordern und ihm passende und gute Ausrüstung gönnen – damit nichts zwickt, drückt oder kneift oder gar schmerzt beim Reiten. 

Hat dir dieser Artikel weitergeholfen? Oder findest du, dass ihn deine Pferdefreunde unbedingt lesen müssen?  

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6 Gedanken zu „Pferde reiten! Warum das keine Selbstverständlichkeit ist“

  1. Vielen Dank für den tollen Artikel! Als mein Haflinger vor über 10 Jahren zu uns kam, sollte natürlich ein Reitpferd aus ihm werden. Aber er ist nicht einfach im Wesen. Und so haben wir manche Trainerin verabschiedet, weil sie mit meiner Idee des Reitens und des Pferde behandelns nicht konform ging. Vor knapp zwei Jahren fand dann noch eine schwer traumatisiertes Welsh-Cob Stute den Weg zu uns. Durch Schläge, Ketten und was weiß ich noch was total verängstigt, könnte man sie am Anfang sogar "reiten"! Dabei riss sie die Augen aber so weit auf, dass mir Angst und Bange wurde. Und sie war so verkrampft, dass sie einfach nur nach vorn stürmte. Bis zum Ende von 2019 ließen wir die Stute in Ruhe. Sie bekam den ruhigsten Stall, gutes Heu, viel Weidegang und ganz viel Liebe. Dann brauchen wir vor ein paar Wochen zum ersten Spaziergang zusammen mit meinem Mann und meinem Haflinger auf. Und die Stute lief voller Vertrauen neben mir her und ging zwischendurch sogar mutig voran, wenn der Haflinger unsicher wurde. Für meinen Mann und mich war das ein traumhafter Moment. Seitdem machen wir regelmäßig Spaziergänge. Und wenn ich irgendwann nochmal auf den beiden reiten darf – sehr gerne! Denn dieses Privileg ist dann das Dankeschön unserer Ponys an meinen Mann und mich.

    1. Hallo liebe Tanja, wie wunderschön! Ich möchte dir aus der Ferne für deinen liebevollen Umgang und deine Geduld für deine Pferde danken. Das berührt mich unglaublich und ich wünschte, dass alle Pferdemenschen da draussen so denken wie dein Mann und du. Schön, dass es euch gibt

  2. Liebe Petra,

    meiner Meinung nach ist nichts was wir von unseren Pferden wollen selbstverständlich und ich hab auf nichts davon einen Anspruch. Dass ich Stall und so weiter bezahle, ist für mich keine Grundlage. Ich habe mich dazu entschieden meine Tiere in mein Leben zu holen. Damit habe ich die Verantwortung für sie übernommen und natürlich die Pflicht all die Dinge, die sie brauchen zu bezahlen. Daraus lassen sich keine Ansprüche ableiten, denn meine Tiere haben nicht entschieden, dass sie bei mir leben wollen.
    So krass sehe ich das.
    Und mit Dankbarkeit kann ich alles annehmen was mir meine Ponybande schenkt. Denn jede Kooperation von ihnen ist für mich ein Geschenk.
    Übrigens finde ich persönlich es total normal, dass man bei einem Pferd was gerade erst lernt den Reiter zu tragen, ab und an absteigt. Die Muskulatur ist einfach noch nicht richtig aufgebaut und ist schnell erschöpft. Wenn ich hier weiter reite, gewöhnt sich das Pferd unter Umständen eine schädliche Schonhaltung an. Das kann nicht das Ziel sein.
    Aber du machst das mit Carey ja sowieso immer ganz toll. Lass die anderen reden.
    Liebe Grüße
    Miriam

    1. Hallo liebe Miriam, wie nahezu fast immer :-) sind wir uns absolut einig. Ich sehe es auch so, denn wenn wir eine Partnerschaft und eine Beziehung wollen – und das sollten wir – dann haben wir keine Besitzansprüche, sondern ein Miteinander. So sehe ich das auch. Ganz liebe Grüße und so lieben Dank für die netten Zeilen. Drück euch, Petra

  3. Liebe Petra
    Vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel, der mich zum Nachdenken anregt (wie alle deine Artikel das tun :-)).
    Du fragst, ob mein Pferd auch “Nein” sagen darf, schreibst aber gleichzeitig auch, dass der Artikel keine Aufforderung zu Anarchie und Grenzenlosigkeit ist.
    Ja, ich strebe eine Beziehung an, in der mein Pferd “Nein” sagen darf!
    Leider ist das in der Praxis manchmal gar nicht so einfach umzusetzen – zumindest für mich und in der momentanen Situation…
    Meine Stute ist 2.5 Jahre alt und der Ansicht, dass ihr die Welt gehört. Also mindestens! ;-)
    Ihr zu erklären, dass sie zwar „Nein“ sagen darf, dies aber mittels feinerer Zeichen (und nicht unbedingt durch Steigen oder ähnliches) kommunizieren kann, ist (m)eine Herausforderung.
    Sie ist ein vor-pubertärer Pferde-Teenie und ich habe den Eindruck, dass sie ein paar Grenzen braucht/sucht. Gleichzeitig möchte ich ihr ein Mitspracherecht einräumen. Da die richtige Balance zu finden, ist für mich gar nicht so einfach…
    Wie hast Du diesen Spagat gemeistert und Carey gleichzeitig ein paar Höflichkeitsregeln, aber auch Mitspracherecht vermittelt?
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz,
    Anna
    P.S. Natürlich begleitet uns eine sanfte, fachkundige und erfahrene Trainerin.

    1. Hallo liebe Anna, tatsächlich widerspricht sich das Mitspracherecht nicht mit der Grenzenlosigkeit. Es ist vielleicht ein bisschen wie mit der Kindererziehung. Weder autoritär, noch antiautoritär sind für mich der richtige Weg. Das Mittelmaß und die richtige – individuelle – Balance, dazu ein paar Kompromisse, Deals und immerwährende Kommunikation sind der Weg. Ich habe ein paar Grundregeln, die mir wichtig sind: Beißen, Schubsen, Treten oder schwer dominantes grob unhöfliches Verhalten wie das Steigen sind auf meiner NOGO-Liste. Macht ein Pferd das – natürlich prüfe ich auch immer die Motivation – gehe ich einen Schritt zurück und betrachte das ganze, um mir klarer darüber zu werden, warum es so grob und deutlich gesprochen hat. Gleichzeitig schicke ich es dann tatsächlich auch körperlich einen Schritt weg von mir, weil ich so ein Verhalten nicht in meiner persönlichen Blase dulde. Ich versuche auch die kleinsten Zeichen zu beachten, dass gar nicht erst so deutliche Sprache gesprochen werden muss. Wenn das Pferd im Kleinen Nein sagt, höre ich darauf und versuche andere Wege, kleinere Schritte oder eine andere Übung an diesem Tag zu machen. Ich betreibe sozusagen immer Ursachenforschung und höre auf die Kommunikation des Pferdes, sage aber auch: Du darfst mit mir sprechen, ich höre dir zu und wir werfen auch mal Pläne über den Haufen, weil du eine Meinung haben darfst – aber das, was du mir sagst, sagst du mir bitte höflich. Im Gegenzug benehme ich mich auch möglichst klar und nicht grenzenlos oder grob unfair. Hilft dir das ein bisschen weiter? Ganz liebe Grüße, Petra

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