Artikel aktualisiert am 11.09.2019

..wenn du eine gute Beziehung zu deinem Pferd haben willst

Wenn du einen Partner willst, wenn du ein verlässliches Pferd willst und wenn du ein sicheres Pferd willst, dann brauchst du ein Pferd das dir vertraut und nicht aus Angst gehorcht. Macht das Sinn für dich? Ja? Sehr gut! Nein? Auch gut! So oder so habe ich jetzt gleich das eine Zitat für dich, dass du dir unbedingt durchlesen musst, wenn du eine gute Beziehung zu deinem Pferd haben möchtest und vor allem, wenn du ein sicheres Pferd haben willst. Es wird dir auf deinem Weg weiterhelfen, wenn du an althergebrachten Theorien zweifelst und es kann dir die Augen öffnen, wenn du immer noch glaubst, dass wir Pferde dominieren sollten, damit sie sicher werden.

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DAS Zitat für mehr Vertrauen mit dem Pferd

„Auf ein Pferd, das aus Angst gehorcht, ist kein Verlass. Es wird immer etwas geben, vor dem es sich mehr fürchtet als vor dem Reiter. Wenn es aber seinem Reiter vertraut, wird es ihn fragen, was es tun soll, wenn es sich fürchtet.“ Antoine de Pluvinel (1555-1620)

Antoine! Er hat SO RECHT! Wenn du das auch so siehst – dann teile dieses Zitat doch mit all deinen Freunden auf Pinterest oder den Artikeln auf Facebook

Was brauchen Pferde, um sicher zu sein?

Sind wir Menschen nicht unglaublich stur, dumm und vergesslich? Statt gutes Wissen weiterzuverbreiten, auszubauen und über die Jahrhunderte immer besser zu werden, wenden wir uns immer wieder dem vermeintlich einfachen Weg zu statt den richtigen Weg zu gehen. Egal ob es um das Weltgeschehen, unseren gesellschaftlichen Umgang oder eben auch die Pferde geht.

Das musste ich vor kurzem wieder denken, als ich dieses eine Zitat von Antoine de Pluvinel aus dem 16. Jahrhundert entdeckte. Schon vor hunderten Jahren wussten die Reiter und Pferdemenschen, dass es sinnlos und falsch ist Pferde zum Gehorsam zu zwingen. Sie wussten, dass wir die Pferde durch gerechtes Training, einen fairen Umgang und eine liebevolle Ausbildung auf unsere Seite ziehen müssen – wenn wir sichere und verlässliche Pferde haben wollen. 

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Was Pferde NICHT wollen

Ist das nicht eigentlich zutiefst logisch und absolut sinnvoll? Und trotzdem predigen Reitlehrer überall, dass du dir von dem Pferd „nichts gefallen lassen darfst“ oder dass „der Gaul dich verarscht und du die Gerte fetzen lassen sollst“ oder dass „dein Pferd unkontrollierbar wird, wenn du dich nicht immer durchsetzt“. Was machen also viele Reiter und Pferdemenschen? Sie kämpfen lieber mit ihrem Pferd, um sich SOFORT durchzusetzen, als es durch Wissen um ihr Verhalten, Geduld und Empathie nach und nach auf ihre Seite zu ziehen. 

Und damit wären wir wieder bei Antoine de Pluvinel: „Auf ein Pferd, das aus Angst gehorcht, ist kein Verlass. Es wird immer etwas geben, vor dem es sich mehr fürchtet als vor dem Reiter.“

Das Pferd wird vielleicht gehorchen – aber irgendwann wird der Punkt kommen, an dem die Angst vor dem vermeintlichen Gespenst größer ist, als die Angst vor der Gerte und den Sporen des Reiters und spätestens dann wird das Pferd den Reiter verlassen. Denn warum sollte es seine Sicherheit und sein Leben für jemanden riskieren, der nicht auf das Tier aufpasst, der sich nicht verantwortlich zeigt, der nicht kommuniziert sondern als Despot auftritt, der nicht zuhört, sondern befiehlt? Warum? 

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Dominanz zerstört Vertrauen

Das Zitat von de Pluvinel bringt wunderbar auf den Punkt, wie sinnlos sämtliche Dominanztheorien am Pferd sind.

Immer wieder erzählen Pferdemenschen und Pferdetrainer: 

  • dass du dir von deinem Pferd nichts gefallen lassen sollst
  • dass du dich immer durchsetzen musst
  • dass dein Pferd jede Gelegenheit nutzt um dich zu dominieren
  • dass Pferde dominante Ansagen brauchen 
  • dass Pferde zu unkontrollierbaren Monstern werden, wenn du auch mal nachgibst
  • dass du deinem Pferd kein Stück nachgeben sollst

Kennst du diese Glaubenssätze, Gedanken oder Sätze auch von deinen Reitlehrern, Pferdetrainern, Miteinstellern? Zweifelst du auch schon lange insgeheim daran und hättest gerne einen anderen Weg? 

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Ein “Bild” für dich

Jetzt habe ich ein Bild für dich: Stell dir vor, dass du unsicher bist. Du stehst an einer Weggabelung und musst eine für dich wichtige Entscheidung treffen, die dein zukünftiges Leben beeinflussen wird. Du weißt nicht, was du tun sollst und bist ratlos, unsicher oder gar verängstigt – je nach schwere deiner aktuellen Lebenslage und Größe der anstehenden Entscheidung. 

Eine Frage für eine bessere Beziehung zu deinem Pferd

Zu wem gehst du, um dir einen Rat zu holen? 

  1. Gehst du zu deinem despotischen Onkel oder Lehrer oder Kumpel, der immer alles besser weiß, immer glaubt das Recht gepachtet zu haben und der dir nicht zuhört, dich abkanzelt und dir bei jedem Treffen sagt und zeigt, dass du nichts zu sagen hast, nichts mitzureden hast, bei dem du dich gar nicht so Recht traust deine Fragen zu stellen oder deine Meinung zu sagen, weil er dir ohnehin immer über den Mund fährt? Und der einen ziemlich harschen Befehlston anschlägt? 
  2. Gehst du zu deiner liebevollen Mutter oder deinem Freund, der dir immer zuhört, der dir ehrlich, deutlich, aber freundlich sagt, was er denkt, der Fragen stellt, verantwortungsbewusst handelt, abwägt bevor er Entscheidungen trifft und deine Antworten in seinen Rat und sein Handeln dir gegenüber einbezieht? 

Wem vertraust du mehr und wessen Rat wirst du eher folgen? Ich ahne deine Antwort ;-) Ich persönlich würde natürlich zu Person Nummer 2 gehen. Und genauso wird es auch deinem Pferd gehen. Warum soll es sein Leben, seine Sicherheit und sein Vertrauen jemandem geben, der mit der Gerte Schmerzen zufügt, die Sporen in den Bauch bohrt oder immer laut brüllt, prügelt oder am Strick ruckt? 

Wieso in aller Welt sollte das alles dafür sorgen, dass das Pferd dem Menschen gerne folgt? Wie bitte soll das alles dabei helfen, dass du ein braves und zufriedenes Pferd bekommst?

Ahnst du die Absurdität in diesem Vorgehen? Und trotzdem wird es im Kleinen oder Großen immer und überall geraten. Ist das nicht eigentlich total absurd? 

Schon vor über 400 Jahren war klar…

Antoine de Pluvinel wusste das schon vor über 400 Jahren: Wenn du einen Partner willst, wenn du ein verlässliches Pferd in jeder Situation willst und wenn du ein sicheres Pferd willst, dann brauchst du ein Pferd das dir vertraut und nicht aus Angst gehorcht. Macht das Sinn für dich? 

Und damit sind wir beim zweiten Teil des Zitates: „ Wenn das Pferd aber seinem Reiter vertraut, wird es ihn fragen, was es tun soll, wenn es sich fürchtet.“

Auch das macht Sinn, oder? Wenn du einem Menschen vertraust, wirst du in ihn zweifelhaften oder unsicheren Situationen um Rat fragen, richtig? Denn diese Person hat dir durch sein Verhalten, seine weisen Entscheidungen, sein verantwortungsbewusstes Handeln und seine Freundlichkeit und Ehrlichkeit dir gegenüber immer wieder gezeigt, dass sie vertrauenswürdig ist und ein Rat von diesem Menschen in aller Regel ein guter Rat sein wird.  

Aber wie bekommst du nun Vertrauen? Letztlich kannst du dich selbst fragen, was du selbst brauchst, damit du Vertrauen zu jemandem bekommen kannst. 

Antoine! Er hat SO RECHT! Wenn du das auch so siehst – dann teile dieses Zitat doch mit all deinen Freunden auf Pinterest oder den Artikeln auf Facebook

12 Ideen für mehr Vertrauen mit deinem Pferd

  1. Sei ehrlich
  2. Sei authentisch in deinen Taten und Gefühlen
  3. Worte und Taten sollten zusammenpassen
  4. Sei nicht verwirrend – du solltest wissen, was du willst
  5. Sei klar in deinen Handlungen, Gefühlen und Taten
  6. Sei fair
  7. Sei verantwortungsbewusst
  8. Sei liebevoll und verständnisvoll
  9. Aber lass dir dabei natürlich auch nicht auf der Nase herumtanzen
  10. Sei fokussiert in deinen Zielen, aber verlier dabei dein Gegenüber und seine Bedürfnisse nicht aus den Augen
  11. Habe Freude am Zusammensein und zeige das auch

Das ist nur eine kleine Auswahl auf dem Weg zum richtigen Mindset für einen guten Pferdemenschen. Sicher hast du auch Ideen, was noch auf diese Liste gehören sollte. Schreib sie mir in die Kommentare! Ich freue mich auf deine Anregungen und nehme einzelne Punkte dann gerne auf. 

Hast du auch ein Zitat?

Und wenn du schöne Zitate hast, die Pferdemenschen auf diesem Weg weiterhelfen, dann schreibe sie mir auch gerne. Ich LIEBE Zitate, denn sie bringen oft in einem guten Satz auf den Punkt, was wir in tausend Gedanken kompliziert im Kopf haben. Und können deswegen hilfreich sein, um unser Mindset zu verändern und positiver, zufriedener und verständiger mit unseren Pferden durchs Leben zu gehen. 

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Ein Kommentar zu “Dieses Zitat musst du lesen

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    so wahr. Der Ponymann war letztens schlimm am Auge verletzt und konnte auf dem rechten Auge nichts sehen. Das hat ihm natürlich Angst gemacht, würde es mir ja auch. Trotzdem ist er als ich ihn darum gebeten hab anstandslos in den Hänger gestiegen. Er hat mir vertraut, dass das was ich von ihm nun verlange schon seinen Sinn hat und ich um nichts bitte, was ihn in Gefahr bringt. Der kleine tapfere Mann war so lieb und das mit Schmerzen. Soviel zum Thema, Pferde die ihre Meinung sagen dürfen, hören im Notfall nicht.
    Was mir im Artikel allerdings fehlt ist der Umkehrschluss. Ich höre immer nur, dass mein Pferd mir vertrauen soll, aber was ist mit mir? Meiner Ansicht nach ist der erste und wichtigste Schritt, dass ich auch meinem Pferd vertraue. Solange ich meinem Pferd kein Vertrauen entgegenbringe, wird auch mein Pferd mir nie wirklich vertrauen können. Ich habe Vertrauen zu meinen Ponys. Ich vertraue darauf, dass sie immer ihr bestmögliches Tu wozu sie gerade in der Lage sind, ich vertraue darauf, dass sie mich nie absichtlich verletzen oder in Gefahr bringen wollen, ich vertraue darauf, dass sie mit mir zusammenarbeiten wollen und nicht gegen mich. Das bringt Freiheit, die Freiheit, dass mein Pferd auch "Nein" sagen darf, die Freiheit, dass wir Kompromisse finden, die Freiheit, dass ich keine Kontrolle über meine Pferde brauche. Und das bringt mir das Vertrauen meiner Pferde.
    Gerade sehe ich es an unserem kleinen Wildpferd. Sie kam zu uns und hatte Angst vor Menschen. Sie lief panisch weg, wenn sie ein Halfter sah, anfassen war nicht möglich. Nun kommt sie her gedrängelt und streckt ihren Kopf freudig ins Halfter, sie stellt sich an um mit Fliegenspray eingesprüht werden und gibt mir ihre Hufe in die Hand. Und das obwohl ich sie zu keiner Zeit gezwungen habe. Wenn sie ihren Huf wegzieht, dann lass ich los. Ich vertraue darauf, dass sie ihn mir länger überlässt, wenn sie dazu in der Lage ist. Ich bestehe auf gar keine Übung bei meinen Ponys und trotzdem oder meiner Meinung nach deswegen kann ich darauf vertrauen, dass sie in Notsituation kooperieren. Hängertraining haben wir noch nie gemacht, trotzdem gehen meine Ponys in den Hänger, wenn ich sie darum bitte, weil sie mir vertrauen so wie ich ihnen vertraue.
    Ich bin der erste Baustein. Mein Vertrauen ist die Basis für ihr Vertrauen, denn nur wenn ich ihnen vertraue komm ich wirklich ohne Druck und Zwang aus.
    Liebe Grüße
    Miriam

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