Artikel aktualisiert am 14.01.2019

Vier Mal im Jahr, zwei Mal im Jahr oder nur nach Bedarf? Die Frage nach der richtigen Entwurmung stellt sich vielen Pferdebesitzern. Vernachlässigt man sie, können die Parasiten das Pferd schwer schädigen, entwurmt man zu viel, setzt man es unnötigen Chemiebomben aus. Ein weiteres Problem: Würmer werden resistenter.

Resistenzen von Spulwürmern gegen den Wirkstoff Pyrantel nachgewiesen

In einer Studie haben schwedische Forscher nun zum ersten Mal Resistenzen von Spulwürmern gegen den Wirkstoff Pyrantel bei Fohlen nachgewiesen und gezeigt, dass künftig Alternativen der Entwurmung immer wichtiger werden. Im Zeitraum von September 2016 bis Mai 2017 führten die Wissenschafter an insgesamt 142 Fohlen von neun schwedischen Gestüten so genannte Eizahlreduktionstests durch. Die Fohlen waren gesund und wiesen mindestens 150 Parasiteneier pro Gramm Kot auf. Entwurmt wurden sie mit den gängigen Wirkstoffen Pyrantel oder Fenbendazol. Ivermectin wurde nicht eingesetzt, da bereits in früheren Studien nachgewiesen wurde, dass es Resistenzen bei Spulwürmern gegen diesen Wirkstoff gibt.

Mit der Studie „Resistance to pyrantel embonate and efficacy of fenbendazole in Parascaris univalens on Swedish stud farms“ wollten die Forscher zum einen herausfinden, welche Spulwürmer bei Fohlen in Schweden vorkommen und ob sich bereits Resistenzen gegen Pyrantel und Fenbendazol ermitteln lassen.

17 Fohlengruppen wurden untersucht

Mithilfe der Bayes-Statistik bewerteten die Forscher die Wirksamkeit der Wurmkuren. Die Fohlen wurden in insgesamt 17 Gruppen eingeteilt, abhängig unter anderem von Alter, Gestüt und Wirkstoff. Von den insgesamt 11 Gruppen, die mit Pyrantel behandelt worden waren, beobachteten die Forscher bei vier Gruppen eine Wirksamkeit von weniger als 85 Prozent. Nur vier der 11 Gruppen erreichte die erwartete Wirksamkeit von 94 Prozent. 43 Prozent der Fohlen schieden über zwei Wochen nach der Behandlung noch Parasiteneiner aus. Für die Forscher Beweise für die nachlassende Wirksamkeit des Wurmmittels. Zum Vergleich: Nur sechs Prozent der Fohlen, die mit Fenbendazol entwurmt wurden, schieden nach 10 bis 16 Tagen noch Eier aus. Vier von sechs Gruppen erreichten hier eine Wirksamkeit von bis zu 100 Prozent. Damit ist Fenbendazol der Wirkstoff mit der größeren Wirksamkeit. Dennoch gibt es bereits Berichte und Studien, die Resistenzen gegen beide Wirkstoffe vermuten lassen.

Alternative Methoden entwickeln und Resistenzen früh erkennen

Die Forscher empfehlen, Fenbendazol als erste Wahl für die Behandlung, da dessen Wirksamkeit nach wie vor im erwarteten Bereich liege. Dennoch müsse die Wirkung der Wurmkur überwacht werden, um mögliche durch Würmer verursachte Erkrankungen zu vermeiden. Weiter schlagen die Forscher ein dreigeteiltes Vorgehen vor: Zum einen die Suche nach alternativen Methoden, um Parasiteninfektionen bei Fohlen zu verhindern, zum anderen die Suche nach neuen Wirkstoffen sowie die Entwicklung von Methoden, um die Früherkennung von Resistenzen voranzutreiben.

Quelle:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0304401718303704?via%3Dihub#fig0005

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2 Kommentare zu “Erste Resistenzen gegen Wurmkuren bei Spulwürmern nachgewiesen

  1. Chrisa sagt:

    Da sieht man wieder, wie wichtig ein vernünftiges Entwurmungsmanagement(Stichwort: zeitgemäße selektive Entwurmung) ist; wenn bei Fohlen und Jungpferden hier Fehler passieren, haben diese oft ihr Pferdeleben lang daran zu knabbern. In der Überschrift hat sich aber leider ein Fehler eingeschlichen, sie suggeriert, die Wurmkuren seien resistent gegen Spulwürmer…

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