Artikel aktualisiert am 24.01.2018

Stell dir vor du kannst mit deinem Pferd immer zusammen Lächeln und Lachen. Das geht mit dem Trick „Smile“, und oft folgt auf das bewusste Lächeln dann ein echtes und inneres Gefühl das du mit deinem Pferd teilen kannst. Mich zum Beispiel bringt das Lächeln meiner Stute immer wieder zum Lachen. Für das Pferd ist es wiederum ein sehr schöner und einfacher Trick, der sich super easy lernen lässt. Ich erkläre dir jetzt Schritt für Schritt, wie du dein Pferd zum Lächeln bringen kannst.

Smile - wie du deinem Pferd das LÄcheln beibringst Tricktraining Pferd

Warum Tricks mit Pferden üben

Tricks sind super. Sie machen Mensch und Pferd in aller Regel Freude, sie sind einfach zu lernen und können auch bei schlechtem Wetter geübt werden. Wenn zum Beispiel der Platz im Matsch versinkt und die Halle überfüllt ist oder das Pferd gerade eine Krankenpause hat. Sie sind auch gut für den Kopf, sie bedeuten Spaß und Spiel und können eine super Abwechslung sein. Mal ganz abgesehen davon, dass sich damit super angeben lässt vor den Freunden.

Was bedeutet Lob bei Pferden

Pferde lieben Lob. Warum ich dir das jetzt erzähle? Es soll doch eigentlich im Tricks gehen. Stimmt – aber auch der Trick kann ein Lob sein. Und weil du mit den meisten Tricks sehr schnell an den Punkt kommst, an dem du dein Pferd loben kannst. Lob kann für Pferde viel sein.

Lobformen gibt es viele verschiedene – zum Beispiel auch eine Lieblingsübung. Und hier kommt der Trick ins Spiel. Der Lieblingstrick meiner Stute ist beispielsweise das Lächeln. Je nach Trainingsrunde kann es für sie auch unglaublich nett sein, einfach zwischendurch diesen Trick zeigen zu dürfen.

INFO: Pferde lieben den “Lächel”-Trick in aller Regel, denn das Flehmen entspricht ja einer natürlichen Handlung. Sie haben da ein besonderes Riechorgan – mit dem sie Gerüche auch aus weiter Ferne gut wahrnehmen können. Wenn sie also Flehmen klappen sie die Oberlippe hoch und nehmen so Gerüche auf, die sie dann in ihrem Kopf analysieren können. Das Flehmen ist also eine beliebte und natürliche Handlung, die du für diesen Trick nutzt. Mehr über die Pferdenase und wie sie funktioniert kannst du übrigens hier im Artikel zur Anatomie von Pferdemaul und Pferdenase erfahren.

Aber kommen wir jetzt nach der kleinen Theorie-Runde zum Praxispart.

Smile - wie du deinem Pferd das LÄcheln beibringst Tricktraining Pferd

How To Smile! Wie du deinem Pferd ganz einfach das Lächeln beibringst 

Die einzige Voraussetzung, die ihr für diesen Trick braucht ist, dass dein Pferd die Leckerlihöflichkeit einigermaßen verstanden hat. Wenn ihr das noch nicht geübt habt, würde ich erst einmal damit anfangen.

Mehr Infos dazu findest du in dem Artikel HIER zum Thema Leckerli

Wenn du Partout gar nicht mit Leckerli arbeiten willst, kannst du die Übung auch trainieren, indem du dein Pferd einfach an der Nase kitzelst, statt ein Leckerli zu nutzen. Ansonsten kannst du die Schritte gleich vollziehen. Wie zum Beispiel hier – da kitzle ich unser Modelpferd Keanu für ein Shooting für unseren Shop mit unserem sanften Bodenarbeitsseil mit dem Puschel, der an dem Seil ist statt der Lederklatsche.

Aber ich sage dir gleich voraus, dass es vermutlich deutlich länger dauern wird bis es klappt, und bis dein Pferd versteht was du von ihm willst. Ich erkläre dir jetzt also meine Variante mit Leckerli, weil ich persönlich Leckerli grandios finde in der Zusammenarbeit mit Pferden.

Ausrüstung – Was du alles für den Trick brauchst?

  • eine kleine Runde Leckerli
  • dein Pferd
  • deine Stimme und
  • deine Hand

Ich nehme als Leckerli gerne die Karotinchen. Das sind Leckerli aus gepresster Karotte. Mehr ist da nicht drin. Knapp 100% Karotte und ein Minitröpfchen Maiskeimöl, weil die Vitamine in der Karotte ein bisschen Fett brauchen um aufgespalten zu werden.

Sie sind aber nicht nur natürlich ohne Zucker und Getreide, sie haben auch eine gute Größe für dieses Training, weil du sie super im Finger halten kannst und sie dir nicht so schnell rausswitchen aus den Fingern. Das brauchst du nämlich am Anfang, bis dann der Fingerzeig ausreicht.

Smile - wie du deinem Pferd das LÄcheln beibringst Tricktraining Pferd

Tricktraining für Pferde – das Lächeln Schritt für Schritt

Hier habe ich noch ein kleines Video für dich:

Jetzt gehen wir das ganze Thema mal praktisch an.

Ein Pferdelächeln in nur 10 Schritten:

  1. Du stellst dich vor dein Pferd und nimmst das Leckerli in die eine Hand
  2. Dann führst du das Leckerli an die obere Maulseite deines Pferdes – die „Nasenspitze“, ziehst es leicht nach oben hoch und sagst „Smile“ oder „Lächeln“ oder ein anderes Signalwort, das du ab jetzt immer für diese Übung verwenden willst – ich sage Smile
  3. Sobald dein Pferd die Oberlippe leicht hebt, lobst du es ausgiebig und gibst ihm das Leckerli
  4. Das wiederholst du solange bis es sofort die Oberlippe hebt sobald du das Leckerli an die Nasenspitze hältst
  5. Dann kannst du das Leckerli von der Nase nach oben ziehen ein bisschen weg von der Nase – der Rest bleibt gleich. Du sagst weiter Smile und gibst das Leckerli erst, wenn dein Pferd Flehmt und den Kopf dabei leicht hebt
  6. Wenn das klappt kannst du zu dem Smile ein Fingerwackeln hinzufügen – so mache ich das – du kannst es aber auch weglassen. Es hilft deinem Pferd nur ein bisschen besser zu verstehen, wenn du das Leckerli nicht mehr als Einstieg an der Nase entlangziehst
  7. Dann sagst du erst Smile und wackelst mit dem Finger, bis dein Pferd auch nur den richtigen Ansatz zeigt und gibst das Leckerli als Lob
  8. Das übst du jetzt solange immer mal wieder zwischendurch, bis dein Pferd auf das Kommando Smile und den wackelnden Finger „lächelt“
  9. Dann kannst du dich immer weiter entfernen
  10. Fertig!

Wenn dein Pferd jetzt anfangen sollte immer sofort loszulächeln, weil es den Trick so mag, dann reagierst du einfach nicht darauf.

Es soll ja nur Lächeln, wenn du ihm das Signal gegeben hast. Wenn du das jetzt mit einem Leckerli belohnen würdest, würdest du dein Pferd vollkommen durcheinander bringen in Sachen Signalkontrolle. Du willst ja nicht, dass es ständig loslächelt und gestresst ist, weil es manchmal ein Leckerli bekommt und manchmal nicht.

Viel Spaß beim Üben!

Hat dein Pferd vielleicht auch einen einfachen Lieblingstrick? Dann schreib’ mir gerne einen Kommentar!

Helfen dir diese Artikel weiter?

Pferde machen glücklich. Sie sind unsere Lehrmeister, auf dem Weg zu dem besten “Ich”, das wir werden können. Daran glaube ich fest. Es ist wichtig, dass wir ihnen zuhören und lernen sie zu verstehen. Dann schenken sie uns besondere Momente. Diese Momente machen süchtig. Im echten Leben bin ich professionelle Journalistin. Das versuche ich hier in die Welt der Pferde zu übertragen. Ich schreibe die Artikel, führe die Interviews und besuche die Kurse für mehr Pferdewissen. Mein Mantra: Sei ein sicherer Ort für das Pferd.

6 Kommentare zu “How to Tricktraining! Wie du deinem Pferd ganz einfach das Lächeln beibringst

  1. Svenja sagt:

    Ich finde diesen Trick so niedlich ❤
    Leider ist Bella ein Pferd, das quasi nie flehmt 😕
    Ich habe sie jetzt über 4 Jahre und es erst ein einziges Mal gesehen, dass sie das macht… und ich habe schon alles mögliche ausprobiert 😃
    Zum Glück gibt es aber noch genug andere tolle Übungen ☺

    • Petra sagt:

      Das stimmt – ich finde es auch zuckersüß. Carey flehmt gerne mal, wenn sie was gutes riecht. Zum Beispiel bei der Wurmkur oder wenn es Knoblauch am Vortag gab bei uns ;-) Deswegen ging es auch recht leicht mit dem Trick. Ganz liebe Grüße, Petra

  2. Lena sagt:

    Ein feiner Trick, das stimmt. Aber eben weil es ein natürliches Verhalten ist, kann es passieren, dass man z. B. das Flehmen als Schmerzzeichen nicht sofort erkennt oder das Pferd durch das Ignorieren (des Flehmens ohne Signal) lernt, dies nicht mehr zu machen – auch wenn es Schmerzen hat. Daher sollte – wie bei Allem – der gesunde Menschenverstand immer eingeschaltet werden und nie nur ein Anzeichen alleine gesehen (oder ignoriert) werden!

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Lena, wobei das Flehmen als Schmerzzeichen meist ja auch mit anderen körperlichen Zeichen wie angelegten Ohren zusammenkommt. Aber klar – natürlich muss man immer das ganze Pferd betrachten und sich überlegen, was man trainiert und was nicht. Es ist letztlich bei allem so. Da hast du natürlich Recht. Ganz liebe Grüße, Petra

  3. Anschi sagt:

    Hallo Petra,
    ich finde den Artikel sehr hilfreich und toll beschrieben wie man zu dem Ergebnis "Smile" kommt.
    Leider ist mein Hengst (3 Jahre alt) durch eine sehr akute Fesselträgerurspungsentzündung nun gezwungen nur Schritt zu gehen, das natürlich kontrolliert. Wir alle können uns ausrechnen wie das aussieht, vor allem nun im Frühjahr. Jetzt versuche ich ihn per Kopfarbeit etwas zu entlasten, was er auch ganz fein macht. Schon nach 3 Malen wusste der Herr wie die Sache läuft, nur bei der Leckerliefreundlichkeit hapert es bei ihm, da ich kein Freund bin vom Leckerlis geben, gab es die bisher noch nie. Also Neuland für ihn und für mich die Konsequenz auch wirklich Nein zusagen, also nochmal zusätzliche Kopfarbeit für ihn :)
    Wir hoffen dass das Jahr schnell rum geht und er dann hoffentlich Anfang nächsten Jahres wieder gesund wird und dementsprechend auch als Reitpferd agieren darf.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Anschi, das freut mich vielen Dank. Ich kann mir gut vorstellen, dass du da gerade einen schwierigen Job hast. Ein junger Hengst, der sich kaum bewegen darf ist sicher schwierig. Wenn du nicht mit Leckerli basteln willst, kannst du auch am Maul kitzeln – das funktioniert auch oft ganz gut. Ganz liebe Grüße, Petra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.