Sind Pferde nicht einfach wunderschön? Sie zu betrachten und ihrer ganz eigenen Ruhe und Eleganz lauschen zu dürfen, ist ein echtes Privileg. Egal ob live auf der Koppel oder auf schönen Pferdefotos. Ich liebe die Fotos von meinem Pferd und könnte mir den ganzen Tag Bildbände mit Pferden ansehen. Du auch? Willst du vielleicht sogar auch endlich schöne Fotos von deinem Pferd haben und weißt nicht, an welchen Fotografen du dich wenden sollst? Oder du willst selbst im Alltag viel mehr schöne Bilder von deinem Pferd machen?

Schöne Pferdefotos – so gehts!

Wie das geht, erfährst du jetzt im Artikel. Ich habe ein Interview mit einer der bekanntesten Pferdefotografinnen Deutschlands für dich: Alexandra Evang.

Alexandra Evang ist nicht nur Pferdemädchen, sondern auch Hundemädchen <3

Pferdefotos sind ein Aufatmen für die Seele

Schöne Pferdebilder sind ein Aufatmen für die Seele. Speziell, wenn es Fotografen gelingt die Seele eines Tieres einzufangen. Meine zwei Lieblingspferdefotografinnen sind die bezaubernde Alisa Konrad – HIER findest du einen Gastartikel von Alisa mit Tipps für schöne Pferdefotos – und die wunderbare Alexandra Evang, die dir in diesem Artikel in einem Interview mehr über sich und ihre Fotografie erzählen und ganz viele praktische Tipps für deine Pferdefotos geben wird: Von der richtigen Perspektive, über das richtige Setting bis zur richtigen Ausrüstung. 

Nicht umsonst hat Alex unglaublich viele Fans auf Instagram. Ihre Bilder sind wunderschön. Eine Art Aufatmen für die Seele und schöne Erholung für die Augen. Deswegen freue ich mich sehr, dass Alex sich die Zeit genommen hat mit mir über schöne Pferdefotos und ihre ganz persönliche Magie zu sprechen. Alle Fotos in diesem Artikel sind von Alex aus ihrem großen traumhaft schönen Fotoordner.

Wenn du mehr über Alex erfahren willst, kannst du dir ihre Website HIER anschauen

Alles über deinen Einstieg in die Pferdefotografie

Alex erzählt dir gleich mehr über die Ästhetik schöner Pferdefotos und gibt dir Tipps wie du ganz einfach selbst schönere Pferdebilder machen kannst. Du erfährst von ihr alles, was du für deinen Einstieg in die Pferdefotografie wissen musst: 

  1. Wo du am Besten schöne Bilder machst
  2. Wann du am Besten fotografierst
  3. Welche Ausrüstung du nehmen kannst
  4. Wie du die richtige Perspektive findest
  5. Was du vermeiden solltest 
  6. Wie du mit deinem Handy schönere Schnappschüsse von deinem Pferd machst

….und noch viel mehr. 

Wenn du noch ein paar Tipps auf die schnelle willst, dann schnapp dir das Youtube-Video, das Alex mit uns aufgenommen hat: 5 simple Hacks für schöne Pferdefotos:

Die besten Tipps und Tricks für schöne Pferdefotos von Alexandra Evang

Im Interview reden wir jetzt über Pferde, die Liebe zu diesen wunderbaren Tieren und natürlich, wie du lernen kannst, magischere Fotos von dir und deinem Pferd zu machen. 

Alex Evang ist nicht nur supertalentiert und superhübsch, sondern auch supernett <3

Interview mit der Pferdefotografin Alexandra Evang über Pferdefotografie, Tipps und Tricks für schönere Pferdebilder und die richtige Technik

Pferdeflüsterei:Ich freue mich sehr, dass du Zeit für uns hast. Ich LIEBE deine Bilder. Sie sind für mich natürlich, harmonisch und edel. So würde ich sie beschreiben, aber wahrscheinlich hast du ganz eigene Worte für deinen Stil?

Alex:Vielen Dank, ich freue mich sehr, dass du meine Bilder so magst. Ich würde sie vor allem als gefühlvoll beschreiben. Es sind Bilder, in die du eintauchen kannst. 

Ich versuche meine Bilder immer in verschiedenen Ebenen aufzubauen – erst beim fotografieren und dann im zweiten Schritt bei der Bildbearbeitung mit meinem Grafik-Tablet. Das fühlt sich dann fast ein bisschen wie Malen an und kann sehr meditativ sei. Im Idealfall entstehen so Bilder, in die der Betrachter sich einfühlen kann, die aber trotzdem natürlich und emotional sind. Wichtig ist mir vor allem, dass meine Bilder die Bindung zwischen den fotografierten Pferden und Menschen zeigen. 

Faszination Pferd

Pferdeflüsterei: Was fasziniert dich so an den Pferden, dass du ihnen deinen Beruf widmest und Pferdefotografin geworden bist?

Alex: Es ist tatsächlich so, dass ich Pferde unendlich schön finde. Sie können wild sein und gleichzeitig wahnsinnig sanft. 

Es fasziniert mich, wenn sich ein so großes kraftvolles Tier so extrem auf den Menschen einlassen kann. Manchmal stehe ich da, während ich fotografiere, und die Tränen laufen, weil  es Momente gibt, die einfach sehr berühren. Das sind die Momente, die ich schon immer mit meiner Kamera festhalten wollte.

Zwischendurch reite ich auch noch selbst und weiß daher, wie es ist auf einem Pferd zu sitzen, über die Wiese zu galoppieren und diese Freiheit zu spüren. Weiß wie es ist viel Zeit mit den Pferden zu verbringen. 

Pferdeflüsterei:Würdest du sagen, dass Pferdefotografie dich glücklich macht? Vielleicht sogar glücklicher, als andere Dinge zu fotografieren?

Alex: Ja, schon. Es geht dabei aber nicht nur ums fotografieren an sich, sondern auch um die Zeit, die ich mit dem Team verbringen.

Wir durften beispielsweise auch schon super viele Hochzeiten fotografieren. Auch, dass macht mir dann riesig Spaß, weil es eine tolle Abwechslung ist, weil es um Liebe geht und einfach fotografisch etwas ganz anderes ist. Hier fotografieren wir im Reportage Stil mit ganz anderem Equipment. Trotzdem ist es bei den Hochzeiten so, dass wir bewusst nicht jede Trauung fotografieren, sondern pro Jahr nur ein paar ausgewählte Hochzeiten begleiten. Und dass… wie könnte es anders sein dann ebenfalls aus vollem Herzen.

Heißt im Umkehrschluss, dass wir mehr Pferde fotografieren als alles andere und ich davon vermutlich auch nie genug bekommen könnte. 

Ich finde, dass man in den Bildern fühlen muss, dass sie mit Leidenschaft gemacht sind. Egal was man fotografiert, egal wen man fotografiert. 

Pferdefotografie ist Kunst

Pferdeflüsterei: Gute Fotografen sind für mich nicht nur Fotografen, sondern auch Künstler und legen ein Stück weit ihre Seele in die Fotos. Wie siehst du dich?

Alex: Ein gutes Foto macht für mich neben der Technik aus, dass Emotionen da sind. Emotionen hast du aber nur im Bild, wenn du deine Seele reinlegst und nicht unüberlegt auf den Auslöser drückst. Emotionen hast du, wenn du über ein Bild nachdenkst und genau fühlst, was du in dem Moment tust. Du bekommst wahnsinnig viel Vertrauen und sehr intensive Geschichten von den Menschen vor der Kamera erzählt. Ich bin dadurch emotional eingebunden – kann ganz anderes hinter der Kamera agieren.

Pferdeflüsterei: Wenn du Nähe in Fotos erzeugen möchtest, musst du auch Nähe zulassen…

Alex: Genau, ja.

Was macht das perfekte Pferdefoto aus

Pferdeflüsterei: Wahrscheinlich ist das zwischen der Kameralinse, dir, dem Pferd und den Menschen auch wie ein Gespräch?

Alex: Es ist wirklich so. Ich finde es total schön, wenn die Betrachter sich und ihre Gefühle in den Bildern wiedererkennen. Es geht mir bei meinen Fotos nicht um Attribute wie „besonders hübsch“ oder „besonders schlank“ .. „oder besonderes was auch immer“ 

Es geht mir vor allem um die Bindung zwischen Pferd und Mensch. Und wenn die da ist, ist es immer besonders. Für mich ist es das größte Kompliment, wenn Menschen sich ihre Bilder anschauen und glücklich sind, vielleicht sogar sprachlos. Wenn sie dann zum Beispiel sagen: „Wow, das sind wir und genau so habe ich mich in dem Moment gefühlt“ oder: „Ich hätte nie gedacht, dass wir beide so aussehen können“ und dann vielleicht sogar die eine oder andere Träne fließt, bin auch ich glücklich. 

Die richtige “Fotografier”-Technik – Tipps für das richtige Setting und den Look

Pferdeflüsterei: Jetzt haben wie viel über Gefühl, Style und Look gesprochen, aber kommen wir noch zur richtigen Technik. Hast du ein paar einfache Tipps für die Hobbyfotografen: Wie kann man die Persönlichkeit des eigenen Pferdes am besten auf Fotos einfangen?

Alex: Das Einfachste ist, mit nur einer Brennweite zu fotografieren. Vor allem am Anfang. Das bedeutet: Zoomen verboten. Das macht wahnsinnig viel aus. Das ist auch der Tipp, den ich immer gerne in meinen Workshops gebe. 

Zur Optik generell: Bei Pferden bietet sich durch die Körperproportionen etwas im Tele-Bereich an. Der Klassiker wäre hier bspw. ein 70-200mm. 

Pferdeflüsterei: Okay, Zoomverbot ;-) Und was noch?

Alex: Genau, Zoomen verboten und sich dann einfach mehr bewegen. Du wirst sehen, wie anders die Welt aussieht. Objektive mit Festbrennweiten im Telebereich sind allerdings sehr teuer sind und man hätte vor Ort dann tatsächlich nur die eine Möglichkeit. Wenn das Budget nur für eine Optik reicht würde ich daher trotzdem zu einem 70-200mm raten statt zu einem 200mm fest. 

Pferdeflüsterei: Gut, verstanden! Kein Zoomen, mehr Bewegen. Die nächste Frage ist dann aber, was genau ich am Besten beim Pferd fotografiere. Gibt es denn eine Schokoladenseite bei Pferden? Einen Winkel, eine Pose, eine bestimmte Körperhaltung?

Alex: Da habe ich tatsächlich einen Tipp, den Gabriele Boiselle mir früher mal während eines Praktikums gegeben hat. Ich habe damals immer fleißig fotografiert und ihr das dann auch gezeigt. Einmal meinte sie dann zu mir: „Alex, achte mal darauf, dass das Pferd einen Hals hat.“ Das hat sich so in meinen Kopf eingebrannt und meinen Stil sehr verändert. Deswegen ist das der Tipp, den ich gerne von Gabriele Boiselle weitergebe: Achtet darauf, dass das Pferd einen Hals hat! 

Pferdeflüsterei: Das heißt? Dass ich so fotografiere, dass der Kopf nicht in den Körper staucht?

Alex: Genau! Pferd haben einen sehr großen Kopf und Körper. Der Hals ist die Verbindung zwischen Kopf und Körper, die man sehen sollte. Es geht mir also darum, dass wir das Pferd nicht frontal fotografieren. Denn dann sieht man nur Kopf im Bild und keinen Hals. Das sieht bei allen Pferden unvorteilhaft aus. Deswegen sollten wir uns lieber leicht seitlich stellen und schauen, dass wir auf den Fotos immer die Verbindung „Hals-Kopf-Körper“ sehen. 

Pferdeflüsterei: Vielleicht hast du noch mehr Punkte, die jeder easy-peasy umsetzen kann, wenn er sein Pferd hübsch fotografieren will? Dinge, wie Licht, Tageszeit, Location, Perspektive, Bildaufbau… 

Alex: Dann nenne ich euch folgenden Tipp: Bleibt entspannt und gebt den Fotografierten ein gutes Gefühl. Viele Fotografen wollen das perfekte Bild haben und machen sich und den Fotografierten deswegen zu viel Druck. Davon sollte man wenigstens versuchen sich  frei zu machen, mehr in sich zu ruhen und die Bilder, aber vor allem die Momente auf sich zukommen lassen. 

Dann würde ich empfehlen, mit der Sonne aufzustehen und mit der Sonne ins Bett zu gehen. Arbeitet mit dem Licht, welches uns geboten wird. Das macht schon viel aus. 

Ebenso die richtige Planung. Überlegt vorher, wo ihr die Fotos machen wollt, wo die Sonne aufgeht und wo sie untergeht. Dafür könnt ihr zb. auch einfach eine App nutzen.

Die richtige Technik – von Objektiv bis zur Kamera

Pferdeflüsterei: Stichwort Technik: Hast du eine Kamera- oder Objektivempfehlung, wenn  jemand einsteigen möchte?

Alex: Was ich aus vollstem Herzen empfehlen kann, sind natürlich die Sachen, mit denen ich täglich arbeite. Das ist die Firma Nikon. Gelernt habe ich übrigens auf Canon und kenne viele Fotografen, die Sony lieben. Letztlich ist das so wie die Antwort auf die Frage: Fahre ich lieber Audi, Opel oder Mercedes oder was auch immer! Es ist eine Geschmacksache. 

Ich persönlich kann deswegen zum Einstieg nur empfehlen, was ich auch kenne und das ist u.a. die D750 von Nikon, preislich liegt sie bei um die 1200,00€ (aktueller Stand), eine Vollformatkamera – neben der Kamera wichtig und ich finde sogar noch viel wichtiger ist eine gute Optik und da kommt es drauf an was man fotografieren möchte. Empfehlen kann ich hier auch die Art Reihe der Firma Sigma.  

Was ich immer empfehle ist sich Zeit zulassen und in Ruhe auszusuchen und sich folgende Fragen zu stellen: A, was ist dein Budget? B, was möchtest du fotografieren? 

… ich empfehle da einen Gang in den Fachhandel und dort zu probieren was einem gut in der Hand liegt. Auch wichtig, und regionale Händler zu unterstützen eben auch. 

Ich fotografiere aktuell mit der D850 von Nikon und liebe diese Kamera über alles. Aber es kann sich auch nicht jeder mal eben eine Kamera für 1000 Euro oder mehr leisten oder möchte das vielleicht auch gar nicht. Deswegen ist das Allerwichtigste, dass wir lernen unsere Kamera zu beherrschen um beim Shooting nicht lange überlegen zu müssen. Dann kommen die besten Bilder dabei heraus. Egal welches Modell wir benutzen. 

Pferdeflüsterei: Das waren die Tipps zur Kamera – was ist mit dem Objektiv. Hast du da auch einen Tipp?

Alex: Da gibt es eine große Bandbreite und auch da stellt sich die Frage, was derjenige fotografieren möchte. Lieber Bewegungsbilder oder lieber Portraits. Aber wenn jemand etwas Geld investieren will, dann lieber auf ein gutes Objektiv statt auf die teure Kamera setzen. 

Perfekte Pferdefotos mit dem Smartphone – Tipps und Tricks

Pferdeflüsterei: Für alle, die keine Kamera und Objektiv shoppen wollen… Hast du auch Tipps, was man bei Fotos mit dem Smartphone beachten kann, um hübsche Fotos vom Pferd zu bekommen?

Alex: Im Grunde kann ich auch da ein Objektiv für empfehlen. Es gibt nämlich auch für Smartphones Objektive. Zum Beispiel ein 85er. Die sind gar nicht so teuer und sehr gut. Das ist praktisch, weil das Smartphone ein Weitwinkel-Objektiv hat, was für Pferde einfach nicht ganz so optimal ist. Das kannst du einfach ranschrauben und dann loslegen. 

Achtet außerdem auf den Hintergrund! Ich sehe so oft Bilder auf denen das Pferd echt süß aussieht, und dann steht da die Mistkarre im Hintergrund oder es „wächst“ dem Pferd irgendein Baumstamm aus dem Kopf. Das alles sind störende Elemente, die man ja auch auf einem Smartphone-Bild hübsch arrangieren könnte.

Pferdeflüsterei: Wenn ich jetzt aber einfach richtig schöne Profibilder möchte und dich dafür buchen will, wie leicht oder wie schwer ist das und wie viel Jahre im Voraus muss ich mich bei dir melden? ;-)

Alex: Wie viele Jahre? Denkst Du, echt? (lacht) Okay, also, bei uns funktioniert das Ganze so, dass man einfach eine E-Mail schreibt, woher man kommt und was man sich vorstellt, wenn man überhaupt schon eine Vorstellung hat. Ansonsten freuen wir uns auch etwas über das Team zu lesen. So bekommen wir einen ganz guten Eindruck. Unsere Mitarbeiterin schickt dann unsere Preisinfos rüber und checkt ob wir irgendwo in der Nähe auf Tour sind. 

Wenn nicht, haben wir Listen, auf denen man sich vormerken kann. Das heißt, wenn wir dann in deine Nähe kommen, schreiben wir dich gezielt an, wenn du wirklich festes Interesse hast. 

Wir – ist im Falle von Alex: ihr supernettes Team! Dazugehört neben den Hunden auch ihre zwei Mitarbeiterinnen und Marko

Pferdeflüsterei: Muss denn das Pferd irgendetwas dafür können? 

Alex: Ich finde es schön, wenn Mensch und Pferd einfach nett zueinander sind und eine respektvolle Verbindung haben. Das ist für mich wichtig, um gut miteinander arbeiten zu können. Tricks oder besondere Reitleistungen sind überhaupt nicht nötig. 

Pferdeflüsterei: Das heißt, ich brauche nichts, wenn du zum Shooting kommst? Ich brauche keine Blumenkränze, keine langen Kleider, den Friseur vor Ort oder den Schminkprofi? Ich kann auch in Jeans und T-Shirt kommen und nur mit meinem Pferd?

Alex: Alles geht, nichts muss. Ich liebe auch Blumenkränze und Kleider, aber es muss zu demjenigen passen. 

Pferdeflüsterei: Das klingt toll! Ich werde mich zeitnah bei dir melden :-))) Ich sage danke für die Infos und Danke für das Interview. 

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