Spielerische Bodenarbeit mit dem Pferd: 3 Übungen mit Funfaktor

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Darum geht's in diesem Artikel

Pferde machen Spaß. Stimmst du mir da grundsätzlich zu? Den Pferden soll das Zusammensein mit und auch Spaß machen. Stimmst du mir da auch zu? Perfekt! Dann habe ich heute 3 schnelle und supereinfache spielerische Bodenarbeit-Übungen für dich, die deinem Pferd bestimmt Spaß machen. Für eine schöne spielerische Bodenarbeit mit dem Pferd.

Ich erkläre dir die Übungen gleich Schritt für Schritt. Aber vorher bekommst du ein kleines Plädoyer für die Bodenarbeit. Denn Bodenarbeit ist mein tägliches Trainingsding mit dem Pferd. Selbst wenn ich reite, mache ich vorher oft ein paar Minütchen Bodenarbeit oder gehe zum Aufwärmen lieber Spazieren, als monoton im Schritt durch die Halle zu reiten. 

Tipp! Spielerische Bodenarbeit Pferd

Wenn du dieses Blog öfter liest, weißt du schon, dass ich der allergrößte Bodenarbeitsfan bin. Das muss aber nicht immer der “Ernst des Lebens” sein mit Dressurlektionen und Longenarbeit. Bodenarbeit hat so viele verschiedene Facetten, dass für jeden Tag und jede Stimmung etwas Cooles dabei ist. Du kannst Freiarbeit machen, Tricks, Zirkuslektionen, Führtrainings und noch viel mehr – alles fällt unter die Rubrik: Spielerische Bodenarbeit Pferd. Im Grunde kannst du sowieso alles darunter packen, wenn du spielerisch und mit Freude an das ganze Thema rangehst.

Für dein Mindset und die spielerische Bodenarbeit mit dem Pferd: Arbeite kleinschrittig und lobe viel. Lass dir und deinem Pferd Zeit und mach dir immer wieder bewusst, dass das Ganze Spaß machen soll. Sei nicht gestresst, wenn es nicht gleich funktioniert und achte auch auf dein Pferd: Was macht deinem Pferd besonders Spaß? Wo ist es aufmerksamer dabei? Genau das kannst du intensivieren, wenn du spielerische Trainingssessions einlegen willst.

Bodenarbeit mit Pferden rockt: 

  1. weil das Training auf Augenhöhe ist
  2. weil die Pferde sich auf uns und unsere Körpersprache konzentrieren können
  3. Weil Bodenarbeit 100% Spaß und feine Kommunikation bringt
  4. Weil die Bodenarbeit eine grandiose Abwechslung zum Reiten ist
  5. Weil Bodenarbeit das Vertrauen fördert
Spielerische Bodenarbeit mit dem Pferd: 3 Übungen mit Funfaktor 1
Schönstes Knotenloses Knoti von Equimonta – für die feine Bodenarbeit mit ganz viel Style und Sanftmut: Kannst du HIER genauer anschauen

Was du für die Bodenarbeits-Übungen brauchst?

Ich brauche nicht viel, auch wenn mein Sattelschrank aus allen Nähten platzt…wie das eben so ist bei Pferdemädchen. 

  1. Du brauchst dein Pferd und dich
  2. Du brauchst ein Lächeln, Freude und Geduld
  3. Du brauchst eine Gerte als verlängerten Arm
  4. Du brauchst im Idealfall einen Kappzaum – ich nehme mein Balancio. Das ist alles auf einmal: Halfter, Kappzaum, Cavesson, Sidepull und Trense. Ich nutze die Kappzaum- und die Halfterfunktion bei der Bodenarbeit: Du kannst es dir HIER genauer anschauen
  5. Du brauchst ein leichtes Rope oder Seilchen mit einem feinen Karabiner, damit nichts auf der Pferdenase stört – HIER findest du mein Lieblingsrope
  6. Du brauchst Lob oder Leckerli – falls du mit Leckerli trainierst. Ich nehme am liebsten die Biostickies, weil sie klein, kalorienarm und aus Pferdesicht saulecker sind – HIER kannst du sie dir anschauen
  7. Du brauchst 3 Stangen

Bist du Bodenarbeits-Einsteiger? Dann lies hier weiter

Wenn du noch kein Bodenarbeiter bist, aber Interesse an dem Thema hast, kann ich es dir so so so unbedingt ans Herz legen. Wer keine Bodenarbeit mit seinem Pferd macht, verpasst unglaublich viel. Die Bodenarbeit sollte genauso in den wöchentlichen Trainingsplan gehören, wie das Reiten. Denn sie macht nicht nur Spaß, ist eine grandiose Abwechslung, sondern verfeinert auch den ganzen Alltag und die Reitsessions mit dem Pferd. Versprochen. 

Du findest viele Artikel und Bücher dazu auf der Pferdeflüsterei, weil das Thema so umfänglich und grandios ist. Aber falls du ein Einsteiger bist, kann ich dir erst einmal zwei Sachen ans Herz legen: 

  1. Du kannst dir meinen Basis-Artikel dazu durchlesen, dann bekommst du einen klareren Eindruck davon, was Bodenarbeit alles sein kann und dass es so viel mehr ist als Chi Chi oder das Pferd müde zu longieren. HIER kannst du den Artikel lesen
  2. Du kannst den Online-Videokurs mit meiner wunderbaren Trainerin Hero Merkel zum Einstieg machen – da wird dir die ganze große Basis erklärt – vom Führtraining bis zur Hilfengebung – inklusive gymnastikzierenden Übungen, Stangentraining und ersten Zirkuslektionen. Du kannst dir den Kurs HIER genauer anschauen
Spielerische Bodenarbeit mit dem Pferd: 3 Übungen mit Funfaktor 6

Bist du schon Bodenarbeiter? Dann lies hier weiter

Du machst schon Bodenarbeit mit deinem Pferd? MEGA! Ich feiere dich! Was macht ihr denn schon alles?

Schreib mir gerne einen Kommentar! Dann lerne ich dich und dein Pferd besser kennen und kann mir vielleicht auch noch Inspiration von dir holen ;-) 

Denn: Bodenarbeit ist alles, was wir am Boden mit den Pferden trainieren. Da gibt es keine Grenzen und 10000ende Möglichkeiten. Ich freue mich immer über neue Inspiration und kreative Ideen anderer Pferdebesitzer. 

Bodenarbeitsübungen die deinem Pferd garantiert Spaß machen werden

Aber jetzt kommen wir zu den versprochenen drei Übungen, die du spielerisch einbauen kannst. Zum Beispiel als Abwechslung für eure Bodenarbeitssession oder vor oder nach dem Reitttraining. 

Wichtig ist bei diesem Artikel das Wort „spielerisch“ – es soll dir und deinem Pferd Spaß machen und verspielt sein. Das sind keine gymnastikzierenden Superübungen und am Besten trainierst und erarbeitest du sie dir zusammen mit deinem Pferd – mit einem Lächeln und in schönen kleinen Schritten. 

Ich nutze dazu gerne Leckerli. Du musst aber nicht mit Leckerli basteln – du kannst dein Pferd auch einfach nur Loben und eine schöne kurze Pause machen. 

Spielerische Bodenarbeit mit dem Pferd: 3 Übungen mit Funfaktor 7
Lieblingsleckerlie “Biostickies” – kannst du dir HIER genauer anschauen

Wichtig bei allen Übungen: Ich kenne dich und dein Pferd nicht und weiß nicht, wie ihr miteinander trainiert oder kommuniziert. Ich bin auch keine Trainerin, sondern schreibe dir nur meine Erfahrungen. Also: Mache die Übungen nur, wenn du dich gut dabei fühlst und falls du unsicher bist, hol dir einfach deinen Trainer dazu und bitte ihn dir Anfangs zu helfen. Die Übungen sind gar nicht schwer oder kompliziert, aber natürlich ist jedes Pferd anders und deswegen schreibe ich diesen Zusatz vorweg. Ich bin nicht dabei und deswegen kannst nur du selbst entscheiden, was davon mit deinem Pferd machbar ist oder ob du die Vorgehensweise variieren musst, damit es bei euch klappt. 

Drei spielerische Bodenarbeits-Übungen – Schritt für Schritt

Jede Übung trainierst du natürlich auf beiden Seiten. Ich beschreibe dir nur jeweils immer nur die eine Seite, damit du weißt, wie du es Schritt für Schritt angehen kannst. Mache den nächsten Schritt in den Übungen immer erst, wenn der vorhergehende gut sitzt und dein Pferd ihn wirklich verstanden hat. Das merkst du daran, dass du ihn immer wieder und auch nach ein paar Tagen Pause abrufen kannst. 

Übung Nummer 1: Beinkreuzen

Ein schöner kleiner Einstieg ist das Beinkreuzen der Vorderbeine. Du stellst dich vor dein Pferd – ihr steht euch gegenüber. 

Bodenarbeit pferd
  1. Du verlagerst das Gewicht von deinem rechten auf dein linkes Bein und tippst deinem Pferd gleichzeitig mit der Gerte sanft auf seine linke Schulterseite 
  2. Sobald dein Pferd auch sein Gewicht verlagert, lobst du es und gibst ihm ein Leckerli
  3. Das wiederholst du ein paarmal – bis dein Pferd verstanden hat, dass es auch sein Gewicht verlagern soll oder sogar, dass es dich „spiegeln soll“
  4. In der nächsten Runde kreuzt du dein rechtes Bein über dein linkes Bein und bittest dein Pferd auch mit der sanft tippenden Gerte seine Beine zu kreuzen
  5. Du lobst den kleinsten Versuch deines Pferdes und machst eine Pause
  6. Das kannst du immer weiter verfeinern bis du die Gerte weglassen und mit dem Finger in der Luft auf Schulterhöhe wackeln kannst 
  7. Nach und nach kommt ihr so an den Punkt, dass dein Pferd spiegelgleich seine Vorderbeine kreuzt – wenn du es auch machst. 

Wenn du willst, kannst du den wackelnden Finger irgendwann weglassen. Ich finde ihn aber ganz praktisch, damit mein Pferd ein klares Signal hat und nicht immer die Beine kreuzt, nur weil ich mich mal bequemer hinstellen will und deswegen einfach so meine Beine kreuze. 

Übung Nummer 2: Das „L“

Du baust dafür Stangen „L“-förmig auf. Du brauchst dafür 4 Stangen und legst sie mit etwa 60 – 100 cm Abstand so nebeneinander, dass sie in „L“ ergeben. 

Der Abstand ergibt sich im Grunde aus der Größe deines Pferdes. Für ein Shetty legst du anders als für ein Kaltblut und je besser dein Pferd die Wendungen und das Durchgehen beherrscht, desto enger kannst du sie natürlich aneinanderlegen.

Spielerische Bodenarbeit Pferd
  1. Du führst das Pferd einfach in das „L“ rein und auf der anderen Seite wieder raus
  2. Dann wendest du dein Pferd und führst es auch auf der anderen Seite wieder in die Gasse rein und einfach durch das „L“ durch wieder raus
  3. Wenn das klappt kannst du dein Pferd vorwärts in das „L“ reinführen und dann rückwärts wieder rausführen
  4. Wenn das klappt, kannst du den Pferd seitlich auf der einen Seite einmal die ganze „L“-Linie entlang weichen lassen – es steht dabei quasi mit den Hinterbeinen außerhalb des „L“ und mit den Vorderbeinen im „L“
  5. Bleibe dabei immer geduldig und lobe jeden einzelnen Schritt. Wenn den Pferd auch mal über die Gasse tritt oder anfangs nur ein oder zwei Schritte schafft ist das auch schon cool – ihr habt alle Zeit der Welt für das ganze „L“

Übung Nummer 3: Rückwärts & Trab

Das ist im Grunde eine Führübung, die du später auch für die Freiarbeit verwenden kannst. Du stellst dich vor dein Pferd und schaust es an. 

  1. Du bittest dein Pferd einen Schritt rückwärts zu gehen und lobst es dafür
  2. Dann gibst du dein Trabsignal und lädst dein Pferd dazu ein auf dich zuzutraben
  3. Wenn dein Pferd anfangs auch nur einen Schritt auf dich zugeht, lobst du es. Es ist schon toll, wenn es die richtige Idee hat
  4. Je nachdem, welchen Part es weniger gut hinbekommt – das Rückwärts oder das Auf-dich-zutraben – kannst du erst das eine und dann das andere üben und es später verknüpfen
  5. Wenn das gut klappt, kannst du auch frei versuchen, dein Pferd erst einen Schritt rückwärts zu bitten und es dann auf dich zutraben zu lassen

Diese Übung hat zwei Vorteile: Es ist ein nettes Spiel und gleichzeitig ist das Antraben aus dem Rückwärts eine schöne Übung für die aktive Hinterhand des Pferdes. 

Noch mehr schöne Gedanken für eine feine Bodenarbeit findest du hier in einem Artikel von Hero Merkel – darin dreht sich alles um das richtige Mindset. Aber diesmal das Mindset des Pferdes und wie du es stärken kannst mit den passenden Übungen – HIER kannst du mehr dazu lesen

Zwei Ad-ons – weil man nie genug Tricks kennen kann

So – jetzt hast du hoffentlich ein bisschen Stoff für dich und dein Pferd. Zum Schluss bekommst du noch ein paar Basis-Gedanken von mir mit und zwei coole Ad-Ons für deine Bodenarbeit, die mir beim Schreiben noch eingefallen sind.

Jetzt wünsche ich dir viel Spaß! Und bitte nie vergessen: 

  • Lass dir und deinem Pferd alle Zeit der Welt 
  • habe Geduld mit euch
  • hab eine Freude an allem
  • wenn dein Pferd etwas noch nicht kann oder ihr etwas nicht hinbekommt, atme einmal tief durch und zerlege die Übung in noch kleinere Schritte

Es geht um den Spaß dabei und nicht um die Perfektion. Die Perfektion kommt meist von alleine mit der Routine und Übung. 

Smile - wie du deinem Pferd das LÄcheln beibringst Tricktraining Pferd

Jetzt will ich dir noch zwei spielerische schnelle Trainingsideen mitgeben. Was ich noch gerne als Abschluss machen – mit Seilchen und Kappzaum oder auch Frei. Je nachdem, wie unsere Stimmungslage ist, mache ich dann zum Schluss auch Halfter und Seil ab. 

Ad on Nummer 1: „Run“

  1. Ich bitte meine Stute frei neben mir zu laufen und dann neben mir anzuhalten. Dazu werde ich langsamer, atme aus und nehme eine entspanntere Körperhaltung ein. 
  2. Dazu mache ich ein „ssssss“. Das ist unser Signal fürs „langsamer“ werden. Das mache ich solange, bis wir beide stehen. 
  3. Dann laufe ich langsam mit der Hand an ihrem Rücken entlangfahrend rückwärts und renne plötzlich los. Dazu mache ich mein Galopp-Signalgeräusch. Bei mir ist das ein „Hopp“. 
  4. In aller Regel dreht sie sich um und rennt mir hinterher – dann laufen wir um die Wette 
  5. Du darfst raten, wer das Wettrennen gewinnt ;-) 
  6. Wenn ich das Wettrennen beenden will, laufe ich wieder langsamer, dann einige Schritte rückwärts, mache mich kleiner und ein paar schnelle Küsschengeräusche (unser Signal für „komm zu mir“) und bitte sie so zu mir zu kommen

Meistens klappt das, manchmal auch nicht. Aber das ist nicht schlimm. Dann stelle dich einfach hin und mache ein einladende Körperbewegung, halte deinem Pferd die Hand hin und warte einfach ohne Erwartungen und inneren Druck, bis dein Pferd zu dir kommt. 

Wenn ihr noch keine Freiarbeit macht, kannst du das Ganze auch mit dem Strick machen. 

Ad on Nummer 2: „Smile“

Das ist ein kleiner Trick, den fast alle Pferde superschnell lernen und der einfach nur Spaß macht. Ich beschreibe ihn dir hier nicht Schritt für Schritt, weil es dazu einen ausführlichen Artikel gibt, den ich dir gleich verlinke. 

Du nutzt dabei einfach nur das „Flehmen“. Das ist eine natürliche Körperbewegung deines Pferdes. Ihr habt beide dabei Spaß und könnt euch diesen kleinen Trick mit viel Freude und Zeit erarbeiten. 

HIER kannst du dir das HOW TO anschauen – “Smile: Wie du deinem Pferd das Lächeln beibringen kannst

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