Reiten lernen mit Sattel und Zügel

Die besten Tipps für einen perfekten Reitersitz

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Der ganze Artikel für dich auf einen Blick

Kennst du vielleicht folgende Situation? Du sitzt auf dem Pferd und fragst dich wann Arme, Hüfte, Füße, Schultern und Beine endlich so kooperieren, dass das Pferd und du eine fluffige wolkige Einheit werdet? Frust macht sich breit, während das Pferd nicht besonders weich vorwärts läuft und euer Zirkel mehr wie ein Ei anmutet? Oder dein Pferd macht irgendwie nie ganz das, was du eigentlich möchtest beim Reiten? Oder dein Pferd läuft nicht so motiviert vorwärts? Oder zu schnell und unlocker?

Du sitzt auf dem Pferderücken und willst eigentlich nur endlich alles richtig machen? Dann habe ich gute Nachrichten für dich: Bei all diesen und noch vielen anderen Reitproblemen ist der gute Reitersitz ein ganz großer Schlüssel!

Dabei können unter anderem innere Bilder wie die folgenden zwei supergut helfen. Ich erkläre sie dir gleich ausführlich – und auch die anderen Stellschrauben für einen guten Reitersitz. 

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Du ahnst gar nicht wie krass wir unsere Pferde mit einem falschen Sitz blockieren, irritieren oder ihnen sogar schaden können.

Versteh mich nicht falsch: Niemand ist perfekt. Wir alle haben Sitzfehler und ich kann zum Beispiel eine lange Liste der Dinge schreiben, die ich an meinem Sitz sofort verbessern würde, wenn ich einen Zauberstab hätte. 

Aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen und nur, wenn wir die Stellschrauben kennen, können wir auch daran drehen. 

Deswegen bekommst du in dem Artikel:

  • Basicfacts über den guten Reitersitz 
  • Welche falschen Mythen über den Reitersitz du aus deinem Kopf streichen kannst
  • Außerdem bekommst du 3 innere Bilder von mir, die sofort weiterhelfen können und deinen Sitz enorm verbessern können
  • Tricks und Hacks von einer Sitzschulungsexpertin, die ich mir zum Interview für dich geschnappt habe

Innere Bilder sind ja die perfekten Sitzbooster! Im Artikel beschreibe ich dir 3 meiner hilfreichsten inneren Bilder für einen balancierten Reitersitz.

Ich habe noch viel mehr Reiterbilder, die ich mir immer wieder mit in den Sattel nehme, aber würde ich sie dir alle ausführlich beschreiben und müsste der Artikel 30 Seiten lang werden.

Weil das nicht geht, habe ich dir meine 10 liebsten Reiterbilder für einen perfekten Sitz in ein eBook gepackt und erklärt.

HIER findest du meine 10 besten inneren Bilder für einen perfekten Reitersitz als eBook – PLUS Zusatzinfos zum Thema “Feines Reiten” und ein Plakat als Download-link für deine Stallwand

Reitersitz verbessern - so gehts!

Die wichtigsten Basisfacts

Ein Pferd spürt jede Fliege auf seinem Fell, richtig? Was muss also das Ziel sein: Wir sollten daran arbeiten  so fein wie diese Fliege zu werden.

Es ist viel wertvoller, nicht zwanghaft einen perfekten „schönen“ Sitz anzustreben, der jegliches Gefühl zerstört. Sondern lieber einen Sitz, der vielleicht nicht so „schön“ aussieht, aber von dem Pferd verstanden werden kann. Ein Sitz, der Gefühle und Bewegungen zulässt, individuell zu dir und deinem Körper passt und dein Pferd nicht blockiert oder belastet.

  • Unser Körper hat Automatismen, die in uns ablaufen.
  • Wir haben körperliche Schiefen und Probleme, weil wir viel am Schreibtisch sitzen oder die immergleichen Tätigkeiten am Arbeitsplatz ausführen.
  • Sobald wir uns aber auf das Pferd setzen, müssen wir unseren Körper anders koordinieren, unsere Schiefen sollten eigentlich nicht vorhanden sein und wir müssen lernen unseren Körper so einzusetzen, dass wir das Pferd nicht stören und feine Signale geben können.

Klingt schwierig? Ist es auch! Aber wir können lernen dem Ideal so nah wie möglich zu kommen.

TIPP: Mir hilft es unglaublich ab und an mit dem Reitpad zu reiten. Da spüre ich die Bewegungen des Pferdes besser, kann die Hilfengebung verfeinern und ohne Steigbügel freier und lockerer Reiten lernen.

Damit dein Pferd auch Spaß daran hat, solltest du dir unbedingt ein hochwertiges und gut gepolstertes Reitpad schnappen, weil deine Sitzbeinhöcker sich ansonsten ganz schön krass in den Pfederücken bohren können.

Meine Top 3 Empfehlungen:

  1. Lammfellsättel von Christ: Sie sind ergonomisch geformt und haben eine integrierte Stütze für den Pferderücken. Du kannst HIER stöbern und SHOPPEN
  2. Reitpad Freedom von Signum – weil es dich in einen perfekten Dressursitz setzt und dir und deinem Pferd trotzdem alle Freiheiten schenkt – HIER entdecken

Jedes Tier fühlt sich für den Reiter anders an. Jedes hat „seinen“ Rückenschwung, jedes hat „sein“ Lieblingstempo und Temperament, jedes hat „seine“ Gangveranlagung. Das variiert je nach Körperbau, Rasse und Größe des Pferdes. Aber auch der Reiter ist ein Individuum. Keiner ist wie der Andere, jeder hat Stärken und Schwächen oder auch Besonderheiten.

Deswegen beantwortet sich die Frage, ob der “korrekte Sitz” nach Lehrbuch für jeden Mensch gleich gut ist, vermutlich von ganz alleine. Nur wenn wir locker und entspannt sitzen können, kann das Becken mitschwingen und wir können die schwungvollen Bewegungen des Pferdes gut sitzen.

Lesetipp: Für den Umgang im Strassenverkehr – wenn du dann mal draussen reitend unterwegs bist, findest du in dem Artikel hier erste schnelle Tipps

Nahaufnahme Signum Sattelpad und Filzpad Unterlage

So optimierst du deinen Reitersitz kinderleicht

Um seinen eigenen Sitz besser kennenzulernen, sollte auch das Pferd schon gelernt haben, ruhig und locker mit dem Reiter auf dem Rücken stehen zu können.

Denn im Stehen kann man sehr gut herumprobieren, welche Veränderungen im Sitz zu welchen Veränderungen beim Pferd führen. Zügelunabhängig!

Je nach Pferd und Ausbildungsstand wirst du starke Reaktionen bis null Reaktion erhalten. 

Sitzen im Stehen – praktische Übungen für den guten Reitersitz

  1. Wie viel Körperspannung musst du aufwenden um dein Pferd einen Schritt zu bewegen und wie schnell konntest du diese Spannung wieder lockern um das Pferd wieder nach diesem Schritt anzuhalten?
  2. Könntest du den Oberkörper unabhängig vom Unterkörper bewegen?
  3. Reicht ein Drehen der Hüfte um auch die Hüfte des Pferdes zu bewegen?
  4. Reicht eine Drehung der Schultern, um das Pferd über die Schultern in eine gewünschte Richtung zu dirigieren?
  5. Wie viel Zügel benötigst du noch dazu?
  6. Wie viel Schenkel hast du gebraucht um deine Sitzhilfe zu unterstreichen?
Buch Sally Swift Reiten aus der Körpermitte

Sitzschulung im Stehen – ein Beispiel:

Probiere doch mit Folgendem herum:

  • Wie soll der Fuß genau ausgerichtet sein?
  • Ganze Schulter drehen oder nicht?
  • Ganzer Körper und wie gerade muss ich sein?

Praktisch gesprochen:

  • Was macht das Bein, während die Hand etwas anderes macht?
  • Wie muss ich mich bewegen, damit ich mit dem Pferd mitgehe statt gegen das Pferd?
  • Was macht das Pferd wenn ich die Schulter etwas mehr oder weniger eindrehe?

Je harmonischer die Übungen im Stehen funktionieren, desto leichter kann man sie dann auch in der Bewegung abrufen.

Die größten Fehler beim Reitersitz

Ich starte kurz und knapp und erkläre dir dann im Verlauf des Artikels noch ein bisschen mehr.

KURZ GESAGT: Wenn wir uns versteifen, verkrampfen, versuchen völlig bewegungslos zu sein oder zu bewusst und stark in der Bewegung mitzugehen, wird verhindert, dass das Pferd fühlen kann, was wir eigentlich wollen. Im Zweifelsfall wird das Pferd immer „Selbst-Schutz“-gerecht handeln und das ist meistens nicht gerade das, was der Reiter gerade wollte.

Warum Individuell sitzen so wichtig ist

Jeder von uns sitzt anders. Deswegen ist ein Sitz nach Lehrbuch nicht für alle Pferdemenschen exakt das richtige. Genau deswegen kann ich dir Reiten nach Sally Swift so sehr empfehlen. 

Wenn wir selbst entspannt sind, locker sitzen und innerlich loslassen können, gibt es oft diese Momente, in denen das Pferd schnaubt, der Reitlehrer zufrieden lächelt und dich harmonisch mit dem Pferd bewegst. Das sind wunderschöne Momente.

Mir helfen innere Bilder sehr, um immer mehr von diesen schönen Momenten zu bekommen. Da kann der Reitlehrer noch so verzweifelt ausdauernd die Theorie vom perfekten Sitz erklären. Am Besten hat mir das Bild von der Giraffe und der Boje geholfen.

Deswegen stelle ich dir gleich im Artikel meine 3 liebsten inneren Bilder vor. Dann kannst du sie dir schnappen und mit den den Sattel nehmen.

Lesetipp: Gut Aussitzen im Trab! Christina von Herzenspferd erklärt dir hier, warum der Trab such manchmal so hoppelig anfühlt und was du dagegen tun kannst

Reiten Carey

Reitersitz verbessern mit 3 inneren Bildern

Bild Nummer 1: Du bist eine Boje! 

Du sollst nicht wild und waghalsig auf dem Pferderücken schwanken und Gewichtshilfen heißen auch nicht, dass man mit dem eigenen Körpergewicht nach Rechts und Links ausschlägt, als ob es kein Morgen gäbe. Der Reiter sollen ruhig auf dem Pferd sitzen und einen ausbalancierten Sitz haben.

Jetzt kommt die Boje ins Spiel. Der Oberkörper soll immer so gerade wie möglich auf dem Pferderücken sitzen, und die Hüfte ist dabei wie eine Boje. Egal wie sehr das Wasser (also das Pferd) schwankt, die Boje sitzt immer gerade und gelassen auf dem Pferd und geht minimal pendelnd mit den Bewegungen mit.

Die besten Tipps für einen perfekten Reitersitz 1

Bild Nummer 2: Backpacker-Alarm!

Stell dir vor, du trägst einen großen Rucksack.. Okay, das ist jetzt nicht besonders nett, dass ich dich mit einem Rucksack vergleiche. Aber hey, sehen wir das Ganze mal aus Pferdesicht: Du bist auf einem schmalen Gebirgspfad unterwegs, rechts und links ist ein steiler Abhang in die Tiefe und du hast einen Rucksack senkrecht auf den Rücken geschnallt.

Was würdest du dir dann von diesem Rucksack wünschen? Dass er so wenig schwankt wie möglich, natürlich! Damit du nichts ausgleichen musst und damit der dicke schicke, stylische Rucksack da oben so wenig wie möglich stört.

Die besten Tipps für einen perfekten Reitersitz 2

Bild Nummer 3: Jetzt wird’s schick: Du hast einen Giraffenhals!

Du bist eine wahre Schönheit, der Hals ist so lang und gerade wie bei einer Giraffe und du kannst die ganze Welt von oben entspannt beobachten. Das Bild finde ich deutlich schmeichelhafter als die Boje oder den Rucksack…

Die besten Tipps für einen perfekten Reitersitz 3

Es hilft wirklich sehr, eine entspannt gerade Haltung zu bewahren. Du kannst das sogar im Büro oder zwischendurch im Supermarkt probieren. Die Vorstellung hilft nämlich dabei, die Wirbelsäule aufzurichten. Damit lockerst du das Verbindungsgelenk zwischen Kopf und Wirbelsäule mit. Das wiederum sorgt für eine aufrechte Kopfhaltung.

Reitersitz verbessern mit inneren Bildern - Die Zusammenfassung:

Sei eine froschartige Boje in Rucksackform, die einen Giraffenhals hat und mit einem Lächeln (weil: Reiten macht Spaß) ein gefülltes Tablett und dornige Rosen in den Händen hält. Mit einer Kette um den Hals und einem Wasserkrug auf dem Kopf reitest du durch die Gegend, während deine Beine als Baumwurzeln sanft Richtung Boden wachsen.

Oder, um es in Reitersprache zu sagen: Wir müssen mit Ohr, Schulter, Hüfte und Absatz in möglichst einer senkrechten Linie reiten, mit leichter Hand und einem ausbalancierten Sitz. Würde das Pferd plötzlich unter uns weggezaubert, müssten wir eigentlich auf den Füssen landen, nicht auf dem Kopf und nicht auf dem Hintern. UND: Gefühl nicht vergessen! Das ist ohnehin das Wichtigste.

Wenn du mehr davon willst, kannst du dir unser eBook “10 Reiterbilder für den perfekten Reitersitz” schnappen – da findest du alle hilfreichen Bilder ausführlich beschrieben:

HIER findest du sie als eBook – PLUS Zusatzinfos zum Thema “Feines Reiten”

„Denn es ist ein Grundsatz, dass das Pferd Gefallen finden muss an der
Arbeit, andernfalls der Reiter und es selbst keinerlei Anmut
hervorzubringen wissen.“

Antoine de Pluvinel

Was einen guten Reitersitz ausmacht - Konkrete Tipps

Silja Schießwohl ist Reitlehrerin. Du findest sie unter anderem auf Instagram. Dort gibt sie Tipps zum Thema fein Reiten und einem guten Reitersitz. Ihr Fokus liegt auf korrekten Sitzhilfen, einem balancierten Sitz und feinem Reiten.

Es geht nicht nur darum, schön auf dem Pferd zu sitzen, sondern das Pferd gesunderhaltend zu reiten und zu gymnastizieren. Eine klitzekleine Veränderung im Sitz, in der Hilfengebung oder in der Haltung kann einen enormen Einfluss auf die Bewegungsqualität des Pferdes haben.“ Silja Schießwohl

Dieses Zitat stammt aus einem Podcast, den ich mit Silja aufgenommen habe. Wenn du das ganze Interview haben willst, dann schnapp dir den Podcast (HIER klicken und reinhören in die Folge) und höre es dir an. Hier im Artikel bekommst du jetzt die komprimierte Version davon.

Pferdeflüsterei: Nahezu alle Reiter fangen in der Reitschule mit dem Reiten an und hören da sehr oft „Hacken tief, Rücken gerade, Schultern zurück“. Darauf wird man dann getrimmt. Aber das ist eigentlich nicht natürlich, weil dann eine steife Haltung entsteht…

Silja: Ganz genau, ja. Das ist oftmals der Fall in klassischen Reitschulen. Wo der Reiter dank dieser Vorstellung des korrekten Sitzes in eine Schablone oder Form gepresst wird und man versucht mit solchen Anweisungen die optimale Haltung herzustellen.

Aber die Gefahr ist, dass diese Anweisungen nicht unbedingt beim Reiter so ankommen, wie der Reitlehrer sie meint. Ich glaube, ganz oft haben die Reitlehrer eine gute Absicht und wollen den Reiter in Balance bringen, aber sie produzieren damit Anspannung und Verspannung beim Reitschüler, weil der unter Aufwendung aller Kraft versucht diese Haltung einzunehmen und überhaupt nicht mehr losgelassen sitzen kann.

Was macht einen guten Reitersitz aus

Pferdeflüsterei: Was macht denn für dich einen guten Reitersitz aus? Wenn wir weggehen von: Hacken tief, Rücken gerade, Schultern zurück…

Silja: Ich glaube schon, dass man eine Vorstellung davon im Hinterkopf haben sollte, wie ein ausbalancierter, funktionaler Sitz, mit dem das Pferd etwas anfangen kann, aussieht. Denn wenn ich komplett schief auf dem Pferd hänge und trotzdem einigermaßen Hilfen geben kann, ist es für das Pferd schwieriger, als wenn der Reiter einfach ausbalanciert im Sattel sitzt.

Aber ich propagiere auch immer, dass man seine individuelle Form finden muss. Für mich ist wichtiger, dass man eine ausbalancierte Form findet, also sich selbst ausbalanciert und zu einer Losgelassenheit kommt, ohne wie ein Kartoffelsack auf dem Pferd zu sitzen.

Typische Sitzfehler und wie du sie vermeiden kannst

Pferdeflüsterei: Klingt gut und machbar. Gibt es denn auch Sitzfehler, die Dir immer wieder begegnen? Also nicht alle, denn das werden wohl viele sein, aber ein oder zwei, von denen Du sagst, dass man die leicht abstellen könnte, die Du aber ständig siehst?

Silja: Es ist tatsächlich allem voran das, was aus der Reitschule im Kopf hängengeblieben ist: Absätze tief, Zehenspitzen zum Pferd, Rücken gerade, Schultern zurück. Diese Reitlehreranweisungen…

Wie gesagt, vielleicht mit einer guten Absicht, aber die erzeugen nur Verspannungen und im schlechtesten Fall sogar Schmerzen. Ich sehe sehr häufig ganz extrem schiebende Becken, also dass die Leute versuchen mit der Mittelpositur das Pferd zum Laufen zu bekommen und der Reiter sich oben auf dem Pferd völlig verspannt abmüht, während das Pferd nur noch langsamer wird und vielleicht sogar stehenbleibt, weil es nicht weiß, was das soll, und die Bewegung unangenehm findet.

Auch hier hat der Reiter eine gut gemeinte Absicht, und ich möchte das auch nicht so darstellen, als würden alle das falsch und schlecht machen. Die meisten denken, dass sie es richtig machen und wissen es einfach nicht anders, aber es kann schon einen großen Unterschied machen, wenn man einfach zur Ruhe kommt. Es sind wirklich oft solche Kleinigkeiten.

Oder es werden die Zehenspitzen so extrem zum Pferdebauch gedreht, dass die Knie und Fußgelenke wehtun, einfach weil man das von seinem Reitlehrer früher so eingetrichtert bekommen hat. Da bin ich immer wieder sehr erstaunt, wie viel die Leute aushalten können.

Pferdeflüsterei: Jetzt kommt ein kurzer Tipp von mir. Wenn man Vertrauen in sein Pferd hat, kann man ab und an die Zügel einfach mal ablegen, die Augen zu schließen und Passagierreiten. Dann spüren, wo und wie welcher Fuß sich bewegt oder in den eigenen Sitz reinspüren und in die Bewegungen des Pferdes.

Silja: Ich mache das auch total gern und sage auch immer wieder, wenn sich jemand das nicht zutraut oder die Vertrauensbasis noch fehlt, dann kann man sich eine Person dazu nehmen, die das Pferd einfach führt. Das sieht zwar ziemlich nach Ponyreiten aus und ich weiß, dass viele davon erst einmal ein bisschen abgeschreckt sind, aber es macht so viel aus und letztlich kann man nur dann gute Hilfen im richtigen Timing geben, wenn man den Bewegungsablauf des Pferdes unter sich versteht und fühlt.

Deshalb ist es so wichtig ins Fühlen zu kommen. Das kann durchaus eine Weile dauern, weil wir so darauf getrimmt sind immer nur über das Visuelle zu gehen.

Functional Training Reiter Reitersitz Sport

Der Reitersitz - Von Kopf bis Fuß! Die wichtigsten Körperpunkte auf einen Blick

Pferdeflüsterei: Jetzt haben wir so viel über die Fehler gesprochen. Jetzt gehen wir einmal den Reitersitz mit den wichtigsten Punkten durch – von Kopf bis Fuß. Starten wir mit dem Kopf.

Silja: Der Kopf sollte immer in Verlängerung der Wirbelsäule getragen werden. Wir dürfen wirklich nicht unterschätzen, dass der Kopf auch ein paar Kilo wiegt und wenn er in dieser typischen Bürohaltung als Geierkopf nach vorn hängt, haben wir ein Übergewicht nach vorn.

Also der Kopf sollte in Verlängerung der Wirbelsäule sein. Ich arbeite sehr gern mit folgendem inneren Bild: Man stellt sich vor, man sei ein Baum, der ganz weit hoch in den Himmel wächst, aber gleichzeitig, damit man sich nicht nach oben überstreckt und die Erdung nach unten nicht verliert, auch nach unten in den Boden Wurzeln schlägt.

Pferdeflüsterei: Gehen wir weiter zu den Schultern.

Silja: Auch hier haben wir wieder die Bürohaltung. Klar gibt es auch viele Leute, die zu überstreckt sind und die Schultern sehr extrem nach hinten nehmen und dadurch ins Hohlkreuz kommen, aber öfter sehe ich tatsächlich die Schonhaltung, in der die Büroschultern quasi nach vorn klappen.

Da muss man den Brustkorb praktisch öffnen, die Schulterblätter nach hinten unten rotieren lassen und bis tief nach unten in den Bauch atmen. Positive Spannung ja, aber keine Verspannung. Also aufrichten, die Schultern öffnen, sich frei machen. Ich mag gern das innere Bild, dass man sich vorstellt, man knöpft eine Bluse auf und die Knöpfe springen weg und man wird vorn frei.

Pferdeflüsterei (scherzt): Das finden alle Männer gut.

Silja (lacht): Ja genau. Aber tatsächlich funktioniert das ganz gut als Bild. Bestimmt nicht für jeden, aber ich habe einige gesehen, für die das gut funktioniert.

Pferdeflüsterei: Dann haben wir als nächstes die Hände und Arme.

Silja: Bei den Armen würde ich immer darauf achten, dass die Oberarme parallel zum Oberkörper sind. Oft sehe ich, dass die Hände und die Arme schon weit nach vorn ausgerichtet sind, aber wir brauchen eine neutrale Position parallel zum Oberkörper.

Die Unterarme sind so angehoben, dass sie von der Seite betrachtet mit dem Zügel eine Linie bilden, so dass wir da eine möglichst gute Verbindung zum Pferd haben und das Pferd auch gut in der Bewegung begleiten können. Zügelfäuste sind geschlossen. Das bringt für das Pferd Ruhe.

Ganz wichtig: Das Pferd hat vor allem im Schritt eine nickende Bewegung, die man mit den Händen begleiten sollte, weil das Pferd sonst mit jedem Schritt einen Stoß ins Maul bekommt. Die Arme müssen stabil sein, aber nicht statisch.

Pferdeflüsterei: Fäuste geschlossen, aber locker?

Silja: Genau, man stellt sich vor, man hat zwei Vogelbabys in den Händen und die dürfen nicht wegfliegen, aber natürlich auch nicht zerquetscht werden. Dann passt es mit der Handhaltung. Die Zügelverbindung soll eine feine Verbindung aus dem Eigengewicht des Zügels sein, aber kein Zug.

Pferdeflüsterei: Reden wir über die Hüfte.

Silja: Ich spreche gern vom Becken, weil das für mich anatomisch etwas greifbarer ist und dann im Zuge dessen von den Hüftgelenken. Ganz wichtig ist hier, dass es nicht um die Taille, sondern wirklich um das Becken geht.

Das Becken sollte auf jeden Fall neutral im Sattel ausgerichtet sein, so dass es möglichst senkrecht steht. Aber auch hier muss man das immer individuell anpassen.

Wenn man ein Hohlkreuz hat oder mit dem Hüftgelenk Probleme hat, dann sollte man einfach mit dem Physiotherapeuten absprechen, welchen Bewegungsspielraum man da hat. Aber die Optimalform wäre, dass das Becken senkrecht im Sattel steht, die Sitzbeinhöcker senkrecht sind und die Lastverteilung links und rechts gleichmäßig ist.

So dass ich eine Ausgangsposition habe, um über meinen Sitz mit dem Pferd kommunizieren zu können. Wenn ich bereits schief auf dem Pferd sitze, zum Beispiel wenn ich nach rechts hänge und ich nach rechts abwenden möchte, dann habe ich keinen Spielraum mehr, um die Hilfe richtig zu geben. Diese neutrale Form ist immer ganz wichtig.

Pferdeflüsterei: Last, but not least: Beine und Füße.

Silja: Die Oberschenkel sollten möglichst locker aus dem Hüftgelenk hängen, einfach am Sattelblatt entlang. Der Reiter hat ein langes Bein, das nach unten hin geerdet ist. Wenn das Becken schon in einer guten Position ist, wird es auch leichter, dass die Schenkel in die richtige Position kommen. Das kann man nie losgelöst voneinander betrachten.

Die Füße stehen einfach locker im Steigbügel. Da muss man auch wirklich schauen, dass der Fuß gleichmäßig im Bügel steht und die Bügel gleichmäßig belastet werden und sich wirklich vor Augen führen, dass es die Aufgabe des Steigbügels ist zu tragen. Das heißt, es darf sich hier leicht anfühlen. Wenn man im Steigbügel die Absätze stark nach unten drückt, dann kann die Bewegung des Pferdes einfach nicht hindurch schwingen.

Pferdeflüsterei: Hast du noch einen Hack, wie man den Fuß am besten im Steigbügel platziert?

Silja: Die meisten Leuten haben ihren Fuß tatsächlich zu weit vorn im Steigbügel. Man kann da seinen eigenen Fuß abklopfen oder die Fußsohle abklopfen lassen, und dann spüren, wo das Klopfen sozusagen bis in die Nasenspitze des Reiters mitschwingt. Man hat Stellen, an denen man merkt, dass es schon im Fußgelenk steckenbleibt, und an anderen Stellen merkt man, dass es schon ein bisschen weiter geht.

3 Supertipps für einen besseren Reitersitz

Pferdeflüsterei: Hast du zum Schluss noch drei Supertipps, die du den Leuten mitgeben kannst in Sachen Reitersitz?

Silja: Tipps sind natürlich immer sehr individuell abhängig von den Schwachstellen im Sitz. Was ich generell mitgeben möchte, ist ein Drei-Schritt-Prozess. Erst einmal geht es immer darum ins Fühlen zu kommen. Wahrnehmen zu können, ob vielleicht irgendwo eine Verspannung ist, und fühlen zu können, was eigentlich gerade passiert. Das ist für mich immer das Erste. Dann im nächsten Schritt muss man das auch verstehen können.

Also als Beispiel: Im ersten Schritt lasse ich mich vom Pferd bewegen und fühle die Bewegung des Pferdes in meinem Sitz. Der zweite Schritt wäre dann kognitiv zu verstehen, wie sich das Pferd bewegt und wie ich dadurch bewegt werde. Das hat auch immer etwas mit Anatomie und Biomechanik zu tun.

Der dritte Schritt ist dann die Bewegung selbst verändern zu können, sodass man eine Hilfe gibt. Diese Schritte sollte man befolgen und sich bewusst machen, dass es nicht einfach nur darum geht, eine Hilfe zu geben, sondern dass das Ganze bereits viel früher anfängt und dass ich eine Hilfe nur dann geben kann, wenn ich davor diese anderen zwei Schritte richtig durchlaufen habe.

Functional Training Reiter Reitersitz Sport

Die besten Bücher

Lesetipps für den "Reitersitz"

Ich schreibe dir hier eine kleine und schnelle Auflistung der besten Bücher, um sich in das Thema “Reiten” und “Reitersitz” einzulesen. Ich persönlich habe sie alle gelesen und kann sie dir empfehlen. Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Schmökern – Pferdefachbücher sind doch wirklich spannend und fast wie ein gemütlicher Roman:

  1. “Reiten aus der Körpermitte” von Sally Swift – kannst du HIER stöbern
  2. “Reiten im Sinne des Pferdes” von Bernd Hackl – kannst du HIER stöbern
  3. “Reiten aus der Tiefe des Herzens” von Jenny Rolfe – kannst du HIER stöbern 
  4. “Die 10 besten Reiterbilder” von mir ;-))) – kannst du dir HIER besorgen
Petra und Carey hochkant

“Pferdeflüstern bedeutet, dass wir lernen das Flüstern der Pferde zu hören und zu verstehen.”

Die Pferdeflüsterei ist ein Wissensblog und Herzensprojekt – denn wir wünschen uns, dass alle Pferde und ihre Menschen glücklich miteinander sind. Wenn wir lernen die Pferde zu verstehen, fein und fair zu trainieren und der beste Pferdemensch zu werden, der wir sein können – wird es auch deinem Pferd gut gehen und es wird immer sein Bestes für dich geben. Versprochen!

Wir unterstützen dich mit unseren Artikeln, Interviews und Kursen – Du bekommst Facts zu pferdegerechter Haltung und Fütterung, feinem Training und Pferdeverhalten. 

Petra und Carey

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31 Kommentare

  1. Hallo Petra eure Seite ist echt super. In unserer Reitschule arbeiten wir auch viel mit inneren Bildern. Auf eurer Seite habe ich wieder einige neue finden können. :) Hast du zufällig auch ein gutes Bild für den fliegenden Galoppwechsel?

    1. Hallo liebe Claudia, hmmm – da habe ich tatsächlich keines parat. Das ist vermutlich doch einfach zu speziell oder kompliziert für ein Bild. Aber vielleicht liest ja jemand deinen Kommentar und hat das perfekte Bild in Petto :-) Ganz liebe Grüße, Petra

  2. Ich arbeite auch momentan gerne mit Bildern (grade nach Sally Swift) und hab da auch so meine Favoriten… bin ein Kandidat der im Leichttaben schnell zum Hohlkreuz neigt, wenn es unter mir klemmt und rennt… ich stelle mir dann vor, ich hätte ein Kleines Schwarzes oder ein pudelschwanz den ich mir vor dem einsitzen vor- Bzw unter ziehen muss…. damit Sitze ich automatisch auf die Sitzbeine und Klemme nicht viel. Kleiner Abern netter Nebeneffekt: beim kleinen schwarzen gehen bei mir oft die Hände mit vor beim einsitzen.

    Beim schenkelweichen stelle ich mir vor ich fahre mit jedem Schritt Skateboard im hintern in die Richtung in die mein Pferd soll. In dem ich so nicht durch unnötiges, durchgehendes klemmen das Pferd rüber drücke, sondern über impulse aus dem ganzen Sitz.

    Außerdem habe ich meine ,,Kugel im Nest”. Sie lieg optimal im Beckenring und hält mich Balanciert und ruhig im Sattel. Wen sie mal nicht unten im Nest ist, sitze ich unruhig. Dann nehme ich mir einen Moment, atme tief durch und lasse sie wieder sinken. Schwups läuft es gleichmäßiger.

    Zum Kopf habe ich auch noch was nettes. Entweder hast du So ne Art Kakadu Federn aufm Kopf die du aufrichtest, bist wie ne Marionette, deren faden an dem Kopf befestigt ist und du dich dadurch aufrichtest oder der Kopf ist aus Helium und steigt ganz leicht nach oben, bei diesen Sachen hängen die Wirbel wie an einer Perlenkette.

    Oh Gott wenn ich so drüber nachdenke fallen mir da plötzlich noch 1000 Sachen ein, das sind aber so meine meistverwendeten und häufig genutzten.
    Liebe Grüße,
    Helke

    1. Lieber Heike, den Katalog an dich tatsächlich noch nicht. Wie lustig. Oder die Mario nette. Auch spannend. Es ist doch wirklich toll was man mit Bildern alles erreichen kann im Sattel. Liebe Grüße, hallo Petra

  3. Musste so viel lachen, vor allem bei den durchgestrichenen Teilen. Das Beste: “Übliche Situation” :D
    Die Bilder zusammen mit der Beschreibung finde ich sehr gut, beim Lesen auf dem Schreibtischstuhl versucht man automatisch das nachzumachen/nachzufühlen und kann sich direkt in die Situation auf dem Pferd einfühlen.
    Einzig die letzte Beschreibung würde ich noch ergänzen: die Zügel zwar sanft führen, aber trotzdem die Hände geschlossen halten und die Zügel dabei nicht aus der Hand ziehen lassen. Also sanft aber bestimmt oder so.

    Klasse Beitrag, vielen Dank, weiter so!

    Am Ende noch ein großes Dankeschön an alle Schulis, Reitbeteiligungen, eigene Pferde und sonstige Lehrmeister dieser Welt, man lernt sowieso nie aus.

  4. So viele schöne Bilder! Da werde ich sicher was in meinen Unterricht mitnehmen.
    Ich will auch noch was beisteuern:

    Das Brustbein zur Sonne strecken – um sich mehr auf zu richten, meist wandern dabei auch die Schultern runter.

    Auf der Brust sitzt ein Scheinwerfer, man reitet im dunkeln und muss sich den Weg leuchten –
    zum mitdrehen in Wendungen.

    In den Händen hält man Gläser mit dem Lieblingsgetränk – bei unruhigen Händen.

    Das Pferd mit den Waden liebevoll umarmen –
    statt zu klopfen oder klammern.

    Man sitzt auf einer Tonne und muss ihr Platz zwischen den Oberschenkeln geben – bei klammerndem Oberschenkel.

    Der Reiter soll mit den Absätzen keine Probebohrungen vornehmen, da gibts kein Erdöl – bei hochgezogenem Absatz.

    Die Absätze ziehen Bremsspuren neben dem Pferd her – für lange Beine.

    Den Sattel von hinten nach vorne mit dem Po auswischen – um eine Anfangsidee vom mitschwingen im Galopp zu bekommen.

    Mehr fällt mir grade nicht ein.
    LG Jule

    1. Liebe Jule, danke für deine Bilder – besonders gut finde ich die “Probebohrungen” – das ist ein wirklich wichtiger Punkt :-) Danke also für deine schönen Bilder und die extraklasse Ergänzung. Ganz liebe Grüße, Petra

  5. Hallo,
    Meinen Reitermädels auf unseren temperamentvollen Ponys sage ich oft, dass sie an eine vor dem Kamin schlafende Katze denken sollen, um mehr Ruhe und Harmonie in ihre Reiterei zu bringen – funktioniert vorzüglich…bye Ina

    1. Hallo Ina, auch sehr schön :-) Katzen strahlen ja wirklich eine große Harmonie aus. Ganz liebe Grüße, Petra

  6. Ich liebe deine Artikel ?
    Les alles brav mit und Versuch alles umzusetzen, leider sobald Auf dem Pferd kommt eines Immer zu kurz…. Armes Schuli?
    Aber Ich kann es Mir einfach nimmer ohne Vorstellen! Das hohe Ziel Ist so gut reiten zu können,Das Ich n eigenes Pferdl gut gymastizieren kann…

    1. Das ist ein tolles Ziel Ramona und ich glaube auch eine Lebenslange Aufgabe. Mal abgesehen von wenigen Künstlern auf dem Pferd, können wohl wenige wirklich von sich behaupten das hohe Ziel perfekt zu beherrschen – es ist einfach ein Weg. Aber auch das macht ja Spaß und solange man sanft und respektvoll dem Pferd gegenüber bleibt, ist es auch in Ordnung, dass wir alle Lernende sind :-) Ganz liebe Grüße, Petra

  7. Vielen Dank für diese tollen Bilder! Da ich (mit Ende zwanzig) noch Reitanfänger bin und daher alles neu für mich, fällt es mir sehr schwer mich auf so viele Dinge gleichzeitig zu konzentrieren, weshalb ich immer wieder irgendeinen Teil meines Körpers vergesse . . . Also entweder Hände schön aber Beine vergessen oder Beine gut, dafür tanzen die Hände in der Luft ;-) usw. Solche Bilder helfen, wie ich finde, super um eine Körperhaltung einzunehmen die viele Komponenten gleichzeitig beeinflussen, sodass man nicht auf 397 Dinge gleichzeitig achten muss und am Ende höchstens Eines oder nur Verwirrung bleibt ;-) Zudem lenken diese Bilder hin auf ein Gefühl das man beim Reiten haben sollte/kann und gehen so ein wenig weg vom verkopften Reiten.
    Eines meiner Probleme ist, dass ich die Füße beim Treiben oft hochziehe. Meine Reitlehrerin hat mir dafür folgendes Sinnbild gegeben: Sie meinte, das Ziel ist nicht, dass ich das Pferd durch hinhauen oder drücken schneller zwingen will sonder sie durch ein Kitzeln am Bauch zum Rücken aufwölben und somit automatisch mehr Schwung auffordern soll.
    Finde ich ein mega schönes Bild zum Treiben, dass so die Sanftheit und die Methode (also eine unterstützende und keine schmerzhafte) in ein rechtes Bild rücken. Und vor allem bleiben die Füße dann unten und die Wade am Bauch. Vielleicht hat ja jemand dasselbe Problem und es hilft ;-)

  8. Hallo, das sind wirklich tolle Bilder um verschiedene Sachen verständlich zu machen.
    Wenn ich Reitunterricht gebe, arbeite ich auch am liebsten mit Bilder.

    Frauen und Mädchen dürfen schonmal gerne die eingebildete Prinzessin miemen, dann wird die Haltung automatisch aufrechter.
    Männer und Jungs sind Napoleon auf dem Streitross. Hat das gleiche Ergebnis wie die Prinzessin bei den Frauen.

    Auf dem Kopf liegt schonmal ein imaginäres Buch…. Aber da muss man aufpassen, das wird von der Körperhaltung schnell zu statisch.

    Die Frauen bekommen imaginäre Sektgläser in die Hände und die Männer Biertulpen.

    Damit der Po auf dem Sattel bleibt, darf man sicherlich einen Geldschein zwischen Po und Sattel vorstellen.

    Wer dazu neigt den Oberkörper zu weit nach vorne zu nehmen, wird imaginär mit einem Gummiband das zwischen den Schulterblättern an der Wirbelsäule fest gemacht wird an die Schweifrübe des Pferdes gebunden.

    Um mit dem Kreuz zu treiben wird ein imaginärer Stuhl mit dem Po nach vorne gekibbelt. Wenn das imaginär nicht klappt, wird es kurz auf einem Stuhl in echt geübt.

    Damit man geschmeidig sitzt, darf man sich einfach mal auf die Bewegung des Pferdes konzentrieren und sich mitnehmen lassen.

    Um in Kurven etc gut mitzugehen, gibt es bei mir sechs Augen: die zwei echten, an jeder Schulter eins das nach vorne ausgerichtet ist und rechts und links am Becken eins das nach vorne guckt. Diese sechs Augen sollen möglichst dahin gucken wo man hin will.

    LG, Swenja

    1. Hallo Svenja, danke dir – deine Bilder sind aber auch sehr cool. Eine Spitzenergänzung :-) Danke dir dafür und ganz liebe Grüße, Petra

  9. Hallo, ich bin per Zufall über diese Seite gestolpert und bin glücklich, dass es offensichtlich immer mehr Pferdemenschen gibt, die an sich arbeiten :-)

    Zum Rückwärtsrichten stelle ich mir die rollende Schulterbewegung des Pferdes als Welle vor, die sanft unter der Luftmatratze (auf der ich aufs offene Meer hinauspaddele) unter mir hindurchrollt. So lasse ich die Bewegung zu und das Pferd tritt gerne unter mir hindurch. Würde ich mich nicht weich anheben lassen und der Bewegung folgen, klatschte mir die Welle ins Gesicht ;-)

    Insgesamt lade ich mein Pferd immer ein, Lektionen für mich zu laufen, indem ich ihm dort, wo ich es hin haben möchte, die “Tür öffne” (z.B. Zügel etwas vom Hals entferne, Luft geben, Druck wegnehmen) und an anderer Stelle mit Begeisterung anfeuere (Intensitätssteigerung der Hilfe, NIE Dauer des Impulses), um bei Erfolg dann in überschwengliches Lob (Stimme und Kraulen bzw. Pause als Belohnung) auszubrechen!

    Klappt bei meinem Barockpferd sehr gut…

    Lg, Virna

    1. Hallo Virna, wie schön, dass du über uns gestolpert bist. Wir arbeiten ständig an uns, das ist für mich eines der Geschenke, die die Pferde uns machen. Wer das übersieht, verpasst ganz viel. Ich mag deine Bilder sehr – das Bild zum Rückwärtsrichten werde ich morgen gleich ausprobieren und bin gespannt, was es bewirken wird. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr gut funktioniert. Ich mag auch “mit Begeisterung anfeuern” – das ist ein so viel schönerer begriff als “treiben”. Auch das wird in meinen Kopf wandern. Danke für deinen tollen Kommentar und bis bald, Petra

  10. Hallo,
    also das Denken des Wortes “Balance” alleine wirkt schon Wunder.
    Damit Üben in jeder Situation, passt auf der Arbeit, in der Schule, dem Chef gegenüber. Erzeugt bei mir diese weiche Aufrichtung, die meine Kleine wiederum dazu bring mich ganz weich zu tragen, obwohl sie erst seit ein paar Wochen unter dem Sattel geht…
    Worte schaffen Wirklichkeit… :-)
    Liebe Grüße und DANKE für deine Seite!

    1. Hallo Silvia, das stimmt. Wörter haben Macht. Man muss immer aufpassen was man nutzt und kann allein durch Wörter schon neues schaffen. Weiche Aufrichtung finde ich übrigens auch eine wunderschöne Wortkombination. Ich werde sie mir merken :-) Danke dafür und vielen Dank für deinen lieben Kommentar, Petra

  11. Hi, also ich hab noch ein Bild für den Sitz und ein Bild zur Biegung.
    Stell dir vor, du bist ein Schneemann. Die untere Kugel sind deine Beine, die mittlere dein Bauch und die obere Schulterpartie und Kopf, und nur zwischen den einzelnen Kugeln ist Bewwegung möglich. Das hat mit geholfen, weil ich immer so ganz komisch irgendwo im Bauch und nicht in der Hüfte mit geschwungen habe und daher konnte ich mich dann auch nur ganz schlecht aufrichten.
    Dann für die Biegung “verwandelt” sich das Pferd in einen Frischen Ast der relativ gerade ist und sich auch vorsichtig biegen lässt. Legt man diesen dann auf zwei Steine, diese sind dann äußerer Schenkel und äußerer Zügel, und drückt den Ast dann runter (innerer Schenkel) biegt sich der Ast. Der Innere Zügel gibt dann vor in welche Richtung sich mein “Ast” biegen soll. Das kann man Kindern zum besseren Verständnis auch super direkt vormachen.

    1. Hi Anna, wie schön – der Schneemann ist ein tolles Bild. Genau wie der Ast – auch weil er vermittelt, dass man vorsichtig biegen und drücken muss. Denn so ein Ast kann ja auch zerbrechen, wenn man es überreizt. Ich mag das Gefühl, dass dieses Bild vermittelt. Danke dafür. Ganz liebe Grüße,
      Petra

  12. Hallo Petra, danke für deine Seite! Ist immer toll zu lesen :-)
    Du hast auch prima Bilder :-)

    Ich bin eine Amazone mit Madonna-Gedenk-Atombusen (blank geputzte Rüstung) und frisch gemachten Fingernägeln die jeder unbedingt sehen muss (schön wärs ja, egal, Hand nur nicht einrollen).
    Meine Sporen sind 30 Kilo schwer (Absätze runter) meine Pobacken sind mit denen des Pferdes verwachsen und machen die Bewegung mit (Hüfte locker). Wenn ich mich biege und treibe (also das Pferd) oder Volten reite, stoßen meine Ellenbogen in meine Seite und treiben mich mit (keine ausgeklappten Schwenk- Ellebogen).
    Oft tu ich so als wüßt ich nix und verharre nen Moment in der Haltung die Schultern hochgezogen, bin dann um so gerader und schwerer.

    Durch meine zurück gelegtes Bein und Innenstellung am Kopf verwandelt sich mein Pferd in seine Lieblingsspeise, eine Banane (Innen sind Kopf und Popo) und kann so auch frei angaloppieren. Wir sind also auch eine seltsamer Anblick- aber haupstache es hilft ;-)-

    1. Hallo Steffi, Weißt du was? Ich habe deine ersten Zeilen gelesen und gedacht: Wow, eine selbstbewusste Beschreibung. Bis ich geschnallt hatte, dass du ein supercooles Bild fürs Reiten beschreibst. Ich musste dann so über meine eigene Blödheit lachen :-) Also allein schon einmal danke dafür!!! Ich mag auch das Bild mit der Banane sehr gerne, ab jetzt galoppieren wir alle auf einer Banane an :-) Danke für die schönen Bilder und bis bald, Petra

  13. Hallo Petra,
    vielen Dank für diese tolle Seite!!!
    Ich werde an einer anderen Stelle noch ausführlicher von mir und vor allem von meinem wunderbaren Pferd erzählen, das seit über 16 Jahren treu an meiner Seite weilt und jeden Tag dafür sorgt, dass ich ein immer “besserer” Mensch werde… Hier scheint die richtige Plattform dafür zu sein! Wie schön, dass ich beim Schmökern darüber gestolpert bin! Wie schön, dass man immer im Leben über die richtigen Sachen stolpert, wenn man ein offenes Herz hat und seinem roten Faden folgt!!! Ich habe mich noch nie an irgendeinem Blog oder Forum beteiligt- betrachte das als das größte Kompliment, dass ich dir machen kann!
    So. Genug gesülzt;-). Ich möchte noch ein paar Bilder beisteuern, denn ich LIEBE Bilder und meine Reitschüler- klein und groß- ebenfalls!
    Handhaltung:
    Stell dir vor, du hältst zwei kleine Vögelchen in der Hand. Du darfst sie nicht zerdrücken, aber sie sollen dir auch nicht davon fliegen! Dieses Bild sorgt für eine feine Zügelverbindung.
    Für die aufrechte Haltung der Hände: einen Smiley auf den Daumennagel malen. Deine Daumen sollen dich immer anlächeln!
    Und a propos Lächeln: Für den aufrechten, freien Oberkörper: Stell dir vor, du hast einen großen smiley vorne drauf gemalt! Das Lächeln soll jeder sehen, es soll in die Welt hinaus strahlen! Und wenn du zusammensackst, wird das Lächeln ja ganz knautschig! Dann wird aus dem smiley ein Knautschgesicht :-(
    Und weil ja die Körpermitte das absolut Wichtigste ist:
    Stell dir vor, deine Sitzbeinhöcker sind kleine Füsschen, mit denen du auf dem Pferderücken läufst und ihn sanft massierst. So manch einer spürt seine “Sitzfüsschen” dann zum ersten Mal und es schult das Gefühl für die Mitte und einen tiefen Sitz. Für den tiefen Sitz im Galopp kannst du dir vorstellen, deine “Sitzfüsschen” machen Pferdchensprünge (denk an Kinder, die Pferd spielen:-)), das ist vor allem auf dem Zirkel gut, weil dann die innere Hüfte schön frei ist!
    Für den Drehsitz in der Wendung:
    Stell dir vor, du hast Augen vorne auf den Schultern. Die gucken in die Wendung! So nimmst du die äußere Schulter schön mit.
    Für die Hüfte:
    Das Zifferblatt einer Uhr auf dem Sattel vorstellen. Innere Hüfte Richtung 10 oder 2 Uhr schicken.
    Muss ich hier eigentlich Quellenangaben machen??? Diese Bilder sind natürlich nicht von mir, ich benutze sie aber schon so lange, dass ich sehr doll überlegen müsste, von wem nun welches Bild ist… Es ist eine bunte Sammlung aus Sally Swift, ein bisschen Alexandertechnik, Susanne von Dietze…

    Ich hoffe, ich konnte für alle hier ein paar schöne Bilder beisteuern!
    Wie schön, dass es mittlerweile so viele “Verbündete” gibt!!!!
    Bis bald und Herzensgrüße von
    Nicole

    1. Hallo Nicole, ja! Unbedingt! Bitte! Ich würde mich sehr freuen, wenn du bei Gelegenheit von deinem Pferd und eurer Freundschaft erzählst. Ich liebe Geschichten von Pferden, die ihren Menschen “verbessern”. Dafür braucht man aber auch Menschen, die sich gerne verbessern lassen wollen ;-) Mir scheint, dass du so ein Mensch bist und deswegen freue ich mich sehr, dass du hierher gefunden hast und noch mehr, dass dir die Seite so gut gefällt, dass du dich zu einem ersten Kommentar hast hinreißen lassen. Herzlich willkommen und Danke für die Bilder! Gerade der Smiley gefällt mir sehr. Ich knautsche auch manchmal ein bisschen zu schnell zu viel in den Übergängen. Das quittiert mir mein Leihpferd (das sehr fein trainiert ist) immer mit “Stehen bleiben” statt “weichem Übergang” in den Schritt. Ich werde das nächste Mal an das Knautschgesicht denken. Das alleine lässt einen ja schon lächeln auf dem Pferderücken. Und die massierenden Sitzfüsschen werde ich auch in die nächste Reitrunde mitnehmen. Das Bild gefällt mir wahnsinnig gut. Ich finde ürigens alle Bilder von dir toll *jetzt sülze ich mal kurz* sie haben so etwas positives und Freundliches, das man gerne mitnehmen will und sofort nachvollziehen kann. Ganz liebe Grüße zurück und bis bald, ich freue mich auf dich, Petra

  14. Großartig, die hänge ich gleich heute noch im Stall auf :D

    ich denke, dass es wirklich hilfreich ist mit inneren Bildern zu arbeiten. Gerade den kleinen Reitern hilft es sehr weil es viel verständlicher ist.

    1. Oh, das würde ich ja gerne sehen! Also die Stallwand mit den Bildern :-) Ich fand und finde die Bilder auch so hilfreich, dass ich sie mal zusammenfassen wollte. Am Ende haben Pferd und Reiter dann was davon. Wie klein sind denn die kleinen Reiter? Ganz liebe Grüße, Petra

    1. Hallo Chris, das ist auch ein tolles Bild. Das nehme ich in meine innere Liste auf. Genial! Danke Dir und liebe Grüße, Petra

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