Er hat einen massigen Körper, eine doppelte Mähne und ist gar nicht so riesig: Der Bretone ist wohl das bekannteste französische Kaltblut und vereint alle Merkmale der sanften Riesen.

Bretone: das massige Arbeitspferd aus Frankreich

Bretonen stammen – wie der Name schon sagt – aus der französischen Bretagne. Man unterscheidet die drei Typen Trait Breton, Petit Trait Breton und Postier – abhängig von ihrem Stockmaß, ihrem Körperbau und ihrem Gewicht. Bretonen werden als Arbeits- und Wagenpferde in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt.

Größe

Der Bretone ist zwischen 150 und 160 Zentimetern groß.

Farbe

Bretonen kommen in allen Farben, überwiegend aber sind sie Schimmel, Rot- und Mohrenkopfschimmel sowie Füchse (Alezan). Dabei gibt es Dunkelfüchse und helle Füchse. Rappen haben meistens einen Braunstich, Braune sind selten. Weiße Abzeichen an Kopf und Beinen sind erlaubt.

Körperbau: kompakt und massig

Abhängig vom Typ variiert der Körperbau und Rahmen der Bretonen. Sie sind recht klein im Stockmaß, jedoch kompakt, massig und schwer. Ihr Gewicht reicht von 600 bis 950 Kilogramm. Die drei Typen sind:

  • das Trait Breton, ein schweres Zugpferd
  • das etwas kleinere und leichtere Petit Trait Breton
  • und der leichter gebaute Postier.

Das Trait Breton ist das schwere, stämmige Zugpferd mit einem breiten, kräftigen und stark bemuskelten, tonnenförmigen Rumpf. Etwa zwei Drittel der Bretonen gehören zu diesem Typ.

Der Kopf ist mittelgroß, quadratisch mit breiter Stirn und geradem Profil oder Ramsnase. Die Augen sind lebhaft, dreieckig und recht klein, die Ohren schmal.

Er hat einen kurzen Hals mit gewölbter Oberlinie, der Widerrist kann von wenig bist stark ausgeprägt reichen. Die Schultern sind nicht steil, der Rücken breit, kurz und stark. Die Kruppe fällt ab – sie ist rund und gespalten.

Bretonen haben kurze, kräftige Beine mit großen Gelenken und wenig bis keinem Fesselbehang. Sie haben große, harte Hufe.

Das Langhaar ist dicht, füllig und leicht gewellt – vor allem der Schopf ist üppig und die Mähne zweigeteilt. In Frankreich wird der Schweif oft kupiert.

Der Petit Trait Beton ist etwas leichter gebaut, der Postier erinnert an ein schweres Warmblut. Er misst um die 160 Zentimeter und hat schwungvolle, elegante Gänge mit einer ausgeprägten Trabaktion.

Charakter und Einsatz: sanft und stark

Bretonen sind Zug- und Kutschpferde und genauso ist ihr Charakter: Sie gelten als anspruchslos, sanft und gutmütig, zeigen sich im Umgang mit dem Menschen freundlich und willig. Außerdem sind sie fleißig und ausdauernd in der Arbeit.

Bretonen zeigen sich aber auch intelligent und leistungsbereit. Sie können trotz ihrer Masse erstaunlich schnell und wendig sein. Manche sind wach und lebhaft. Sie gelten als frühreif.

Bretonen kommen für die Landarbeit, in der Forstwirtschaft und für leichte Zugarbeit zum Einsatz, werden in Nordfrankfreich vor allem aber als Fleischlieferanten gezüchtet. Der leichtere Bretone, Postier genannt, gilt als sehr ausgeglichen und beweglich – er kann deswegen auch ein sehr gutes Freizeitpferd sein.Der Postier eignet sich besonders gut zum Fahren.

Zucht: eine uralte Rasse mit arabischen Einflüssen

Der Bretone ist sehr alt – die Ursprünge der Rassen reichen rund 4000 Jahre zurück. Die Vorfahren sollen Pferde keltischer Krieger gewesen sein. Mit den Kreuzzügen kamen orientalische Pferde nach Frankreich, die mit den Bretonen verpaart wurden. Im Mittelalter gab es dann zwei verschiedene Rassetypen: den Sommier und den Roussin – beide waren mit einem Stockmaß von 1,40 aus heutiger Sicht recht klein. Der Sommier war recht schwer, der Roussier dagegen ein leichteres Reitpferd mit schönen Gängen. Beliebt waren sie wegen ihres angenehm flachen Trabs und ihrer Ausdauer – diese geht wohl auf die arabischen Vorfahren zurück.

Später, bis ins 19. Jahrhundert, wurden andere schwere Rassen wie Percheron, Ardenner und Boulonnais eingekreuzt, um die Bretonen größer zu machen. Der Postier führt außerdem Blut der Norfolk Roadster und Hackneys. Der vierte Typ, Corlay Pferd oder Conquet genannt, geht auf den Roussin zurück uns ist ein eitriges, schlankes Kutschpferd – er ist allerdings sehr selten.

Bretonen werden in den vier Departements der französischen Bretagne sowie im Loire-Atlantique gezüchtet. Seit 1909 gibt es ein Zuchtbuch. Die Stuten stehen meist privat, die Hengste werden durch die Nationalgestüte zugeteilt. Der Bretone ist die zahlenmäßig größte Kaltblutrasse in Frankreich und hat andere europäische Zugpferderassen beeinflusst.

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