Wie Pferde denken

Wie Pferde denken: Was würde dein Pferd über dich sagen?

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Der ganze große Artikel für dich auf einen Blick

Pferde sind dumm! Diese – entschuldige bitte – ziemlich dumme Aussage findest du immer wieder im Internet und hörst sie in Ställen. Du erfährst im Artikel, warum das der größte Quatsch der Welt ist, wie Pferde denken und wie du deinem schlauen Pferd noch mehr in seinen hübschen Kopf schauen kannst. Denn Pferde sind alles andere als dumm – es gibt einige Bereiche in denen sie uns um einiges voraus sind. 

Genau das sollten wir wissen, damit wir verstehen, warum sie bestimmte Reaktionen zeigen, wie wir mit ihnen besser trainieren und kommunizieren können und eine gemeinsame Sprache mit ihnen finden.

Wenn du dir das bewusst machst, wird dein Pferdetraining besser als je zuvor. Dafür musst du aber wissen wie Pferde ticken, denken und fühlen. Dann beginnt die wahre Magie und die heißgeliebte Leichtigkeit kommt in eure gemeinsamen Trainingssessions.

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Wie kommen manche Pferdemenschen darauf, dass Pferde dumm seien? 

Tatsächlich scheinen Pferde manchmal tollpatschig zu sein oder zeigen Reaktionen oder Verhaltensweisen, die wir Menschen dann gerne als nicht besonders clever einstufen: 

  • Wenn zum Beispiel die blaue Plane immer wieder gruselig ist oder die Hinterbeine irgendwie so gar nicht zu wissen scheinen, was die Vorderbeine gerade machen.
  • Wenn sie festhängen und immer hektischer ziehen, statt ruhig zu bleiben und einmal kurz innezuhalten, um zu checken wie sich sie befreien können, verliert der Mensch gerne mal kurz den Glauben an die Intelligenz der Pferde.

 

Dann entscheiden wir über sie und ihre hübschen Köpfe hinweg, glauben dass wir besser wissen was gut für sie ist, als sie selbst und streiten letztlich ihre Kognitionskompetenz ab. Das alles nur deswegen, weil wir nicht wirklich verstehen wie Pferde denken und was sie von uns brauchen. Das alles werde ich dir in diesem Artikel zusammenfassen, damit du dein Pferd zukünftig noch besser verstehen kannst.

Das ist die Voraussetzung für eine schöne Bindung, echte Sicherheit und harmonisches Miteinander. 

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Pferde sind dumm?

Wie würdest du die provokante Frage beantworten?

Wie würdest du die provokante Eingangsfrage beantworten? Viele Pferdemenschen würden leider „JA!“ sagen. Dabei sind die Pferde uns an vielen Punkten haushoch überlegen. Sie können zum Beispiel unendlich besser Bewegungen einschätzen und Emotionen erkennen als wir Menschen. Sie können besser hören und riechen als wir und “sehen” dadurch manchmal Tiere, riechen Gerüche und hören Geräusche, die wir schlicht nicht wahrnehmen können. Genau dann treten die typischen Pferdebesitzer auf, die Pferde als dumm bezeichnen, weil sich der “Gaul” mal wieder so “aufregt” wegen nichts. Dabei hat das Pferd einfach etwas gesehen, gerochen oder gehört, das wir nicht wahrgenommen haben.

Das sind nur ein paar Beispiele für die unglaubliche Intelligenz und Kompetenz der Pferde.

Fakt: Pferde denken nicht schlechter oder weniger als wir, sondern nur anders. Pferde sind von Natur aus Beutetiere und haben deswegen andere Kompetenzen entwickelt als wir Menschen, Hunde oder Katzen. Letztere sind Raubtiere und mussten deswegen ganz andere Denkstrategien entwickeln, um zu überleben. Es ist deswegen so wichtig zu wissen, wie Pferde denken, damit wir besser mit ihnen interagieren können. 

Der Artikel liefert dir keine Abhandlung darüber wie Pferde denken – dazu gibt es unglaublich viele verschiedene Artikel im Blog. In diesem Artikel bekommst du die wichtigsten Basis-Facts und einen supercoolen Übungstipp, um dir klarer darüber zu werden, wie Pferde denken und vor allem darüber wie DEIN Pferd denkt. 

“Pferde denken nicht weniger oder schlechter als wir, sondern nur anders.”

Pferdeflüsterei

Genauso wie die Natur den Pferden auch möglichst wenig Lautsprache mitgegeben hat, damit sie still und leise und unentdeckt überleben können.

Die gleiche Ursache liegt in der schnellen Panik und dem schnellen Stress, den Pferde entwickeln und sich einfach nur losreissen wollen, wenn sie Angst bekommen: Welches Pferd hätte in der Wildnis überlebt, wenn es erst kurz überlegt hätte, ob der Säbelzahntiger wirklich gefährlich ist, den es hinter der nächsten Ecke vermutet?

Du ahnst vielleicht schon worauf dieser Absatz hinausläuft? Pferde sind nicht dümmer, inkompetenter, lernunwilliger oder denken weniger als wir Menschen – sie ticken einfach nur anders. Genau dieses „Anders“ müssen wir lernen und verstehen, damit wir so mit ihnen kommunizieren können, dass sie gerne und gut mitarbeiten können.

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Wie Pferde denken: Was du über den "Kopf" der Pferde wissen solltest

Pferde haben eine beeindruckende soziale Intelligenz, unfassbar feine Sinne und sind die Meister der nonverbalen Kommunikation über die Körpersprache und Energie.

Du musst das Ganze also eher umgekehrt betrachten: Nur weil die Pferde so intelligent und kooperativ sind, sind sie bereit sich auf uns laute und tölpelhafte, tollpatschige Menschen einzulassen und nicht ihre körperliche Stärke gegen uns einzusetzen.

Sie haben unfassbar feine Sinne für Gefahren und sichere Wege.

Ein Beispiel: Ich hatte einmal die Situation, dass ein Pferd einfach nicht weiter in eine Richtung reiten wollte. Es hat mir immer wieder mitgeteilt, dass es gerne umkehren würde. Es war dabei nicht frech, bockig oder hat sich richtig geweigert, sondern mir feine Signale gesendet.

  • Es ist langsamer geworden
  • Immer wieder zögerlich stehen geblieben
  • Hat immer wieder gefragt, ob wir uns nicht drehen können
  • War mehr unter Spannung und Stress

Nach einigen Versuchen und der Bitte weiterzugehen, habe ich beschlossen auf das Pferd zu hören, umzukehren und nach Hause zu Reiten. Später habe ich von einem krassen Unwetter in genau dem Gebiet gehört, in das ich reiten wollte.

Das Pferd hat also im Vorfeld schon die Spannungen und das heraufziehende Gewitter bemerkt und mir mit seinen schlauen feinen Sinnen mitgeteilt, dass es schlauer wäre umzukehren. Ist das nicht clever?

Mit dem Wissen darüber, wie intelligent und kompetent die Pferde sind, möchte ich dich bitten heute deinen Blickwinkel einmal zu wechseln und den Tag und die Welt aus der Sicht deines Pferdes zu betrachten.

Ein schöner Artikel zu dem Thema ist auch “Lerne wie ein Pferd zu denken” von Tash Horsexperience – du kannst ihn HIER finden.

Kommen wir also zum Thema des Artikels – was würde dein Pferd über dich sagen?

Wie Pferde denken: Was würde dein Pferd über dich sagen? 3

Aus der Sicht des Pferdes - Übungstipp zum Thema "Wie Pferde denken"

Du bekommst in diesem Artikel eine praktische Aufgabe, einverstanden?

Du versucht einfach dich die ganze Zeit beim Training zu beobachten und dein Pferd und seine Körpersprache, Mimik und Gestik zu beobachten – danach stellst du dir die Frage: Was würde dein Pferd heute über dich sagen?

Dein Übungstipp - für eine bessere Kommunikation mit deinem Pferd

Wenn du das nächste Mal bei deinem Pferd bist, dann versuche immer wieder zwischendurch an „Flughöhe“ zu gewinnen und das Training und dich aus den Augen deines Pferdes zu betrachten.

  • Wie agierst du deinem Pferd gegenüber?
  • Wie fein oder laut sind deine Signale?
  • Wie ist deine Körpersprache, während du mit deinem Pferd agierst und trainierst?
  • Wie gehst du mit den Äußerungen deines Pferdes um, wenn es auf dich reagiert? Auch wenn du beispielsweise nicht magst, was es dir sagt?
  • Wie kommuniziert ihr miteinander auf dem Platz / im Gelände / auf der Stallgase / auf der Koppel? usw…

Wenn dir das schwerfällt, kannst du dir auch dein Handy am Rand aufstellen und ein Video beim Training mitlaufen und danach anschauen.

Ich bin dann beispielsweise oft (negativ) überrascht, wenn ich mich auf Fotos sehe und arbeite danach immer wieder an den Sachen. Zum Teil sind es auch Dinge, die sich immer wieder einschleichen. Deswegen lohnt es sich diese Übung immer mal wieder zu machen.

Vieles wird mit der Zeit aber auch immer besser und besser.

Plus: Ich kann Reaktionen meines Pferdes im Nachhinein besser verstehen, wenn ich die dazugehörigen Fotos sehe.

Ein Beispiel - wie Pferde denken

Was Carey sagen würde

Carey: “Also prinzipiell finde ich entzückend, wie sehr du dich anstrengst richtig und fein mit mir zu reden und ich weiß zu schätzen, dass du dich bemühst für mich.

Ich passe dafür auch auf dich auf und reisse mich zusammen, wenn ich mal was blöd finde. Und du weißt ja, dass ich sehr schnell ziemlich viel blöd finde. Aber so bin ich nunmal und ich werde mich da auch nicht ändern. Okay…

Ich verstehe dich nicht immer und manchmal willst du auch ein bisschen zu viel Kuscheln für meinen Geschmack – aber insgesamt finde ich dich ganz süß.

Nur richtig cool finde ich dich, wenn du so richtig schön gelassen, zweifelfrei und voller positiver Gedanken bist. Ohne Grübeleien, ob du alles richtig machst. Ohne die Unsicherheiten, ob ich alles bis ins letzte i-Tüpfelchen mag, was wir anstellen – einfach 100% Du und 100% da.

Mega! Bitte mehr davon, dann bleibe ich auch gerne nach dem, Training stundenlang bei dir stehen und trabe dir hinterher, wenn du mit mir über die Wiese rennen willst. Weil du so schön angenehm Gedankenfrei bist.

Weil – ehrlich gesagt: Je größer die Gedankenwirbel in deinem Kopf sind, desto schlechter verstehe ich dich. Oder wenn du nicht sicher bist, ob ich happy bin. Dann hast du Zweifel um dich herum und dein Mund sagt irgendwie etwas anderes als deine Schultern, deine Arme, deine Hüften und deine Füße.

Also lass bitte diese anstrengenden Gedanken zu Hause, die manchmal mal wie ein kleiner bis dicker bunter Wirbel um deinen Kopf fliegen.

Am liebsten mag ich dich, wenn du schön tief durchgeatmet hast, bevor du zu mir auf die Koppel kommst, wenn du weißt was du willst, aber dabei nicht vergisst mir zuzuhören und wenn du einfach so klar und gelassen sagst, was du haben möchtest.

Dann können wir so Zenmäßig durch die Gegend schweben und eine coole Zeit haben.

Traumpferd finden Carolin Burgert Foto

“Pferdeflüstern bedeutet, dass wir lernen das Flüstern der Pferde zu hören und zu verstehen.”

Die Pferdeflüsterei ist ein Wissensblog und Herzensprojekt – denn wir wünschen uns, dass alle Pferde und ihre Menschen glücklich miteinander sind. Wenn wir lernen die Pferde zu verstehen, fein und fair zu trainieren und der beste Pferdemensch zu werden, der wir sein können – wird es auch deinem Pferd gut gehen und es wird immer sein Bestes für dich geben. Versprochen!

Wir unterstützen dich mit unseren Artikeln, Interviews und Kursen – Du bekommst Facts zu pferdegerechter Haltung und Fütterung, feinem Training und Pferdeverhalten. 

Petra und Carey

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Was denkst du über dieses Thema?

  • Boris sagt:

    Liebe Petra, jetzt hast Du mich ins Grübeln gebracht. Ich schaue, so oft es eben geht, Videos und Fotos an, auf denen ich mit meinem Hakon zusammen trainiere oder "einfach nur so" Zeit verbringe. Ich bin selbst mein ärgster Kritiker und weiß dann genau, was ich besser machen kann (und möchte). Aber was würde Hakon über mich sagen?
    Dass ich immer so ein grimmiges Gesicht mache, wenn ich konzentriert und fokussiert bin, und öfter mal lachen oder lächeln sollte? Ganz bestimmt, ja.
    Dass ich auch mal fünf gerade sein lassen soll, wenn eine Übung mal nicht so gut klappt oder Hakon zwischendurch mal eine Pause haben möchte? Ja, auch das.
    Dass das schon ganz gut ist, was ich mit ihm anstelle, aber dass ich mich über Erfolge auch mal so richtig ausgelassen freuen sollte? Auch da hätte er Recht.
    Und ja, dass ich ihm bitte so wenig wie möglich am Kopf berühren möchte, weil der das eben so gar nicht mag.
    Aber wahrscheinlich würde er mir auch sagen, dass ich in seinen Augen eine coole Socke bin, die für richtig Abwechslung in seinem Leben sorgt, die ihn mit leckeren Sachen füttert und mit dem man gerne auch mal ohne den Rest der Herde eine richtig gute Zeit verbringen kann. Der ihn nicht dafür bestraft, wenn er beim Angaloppieren im Gelände mal einen echten "Buckler" hinlegt, oder beim Laufen am Fahrrad kurz "abtaucht", weil der Löwenzahn dann doch zu verführerisch war. Der ihm zuhört, der sich nach Kräften bemüht, ein fairer und wertschätzender Partner zu sein.
    Vielleicht hat er auch sehalb gelernt, schon mein Auto zu erkennen, um mich dann gleich als erster auf dem Paddock zu begrüßen. Nein, Pferde sind nicht dumm. Das Gegenteil ist der Fall.

    • Petra sagt:

      Lieber Boris, das ist doch das schönste Kompliment an einen Artikel – wenn er zum Nachdenken anregt und dann auch noch für so schöne Ergebnisse sorgt. Ich glaube dein Hakon kann sehr happy mit dir sein :-) Ganz liebe Grüße und bis bald, Petra

  • Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    ich habe erst letztens das wirklich gute Buch von Marlitt Wendt zu dem Thema gelesen. Da habe ich für mich auch nochmal einige neue Erkenntnisse rausgenommen. Wusstest du z.B. dass Pferde sehr viel besser darin sind wie wir Menschen kleine Unterschiede in Symbolen zu erkennen? Macht natürlich auch Sinn, aber ich fand das sehr beeindruckend. Pferde sind perfekte Memoryspieler und würden uns da um Längen schlagen. Übrigens auch unsere Hunde, die wir ja immer für so intelligent halten. Ich denke jeder hat seine Intelligenz auf seine ganz eigene Art. Es gibt nicht die eine Intelligenz, sondern auch hier viele viele Schattierungen.

    Ich weiß nicht, was meine Ponys über mich sagen würden, aber ich hoffe sie sind soweit zufrieden mit mir.

    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Miriam, stimmt – da gab es mal eine superfaszinierende Studie dazu. Oder auch eine andere Studie, in der sie emotional superfein auf Gesichtsausdrücke auf Fotos reagiert haben. Sie sind so schlau! Deine Ponys würden dir sicher zujubeln!!! Ganz liebe Grüße, Petra