Heute kapern die Shettys die Pferdeflüsterei! Du hast richtig gehört: Ich gebe die Webseite für einen Artikel ab. Pferde können nämlich mehr als nur geritten werden. Gerade die ganz Kleinen werden ja gerne mal als Rasenmäher abgestellt. Das ist nicht nur tragisch sondern auch verschwendete Intelligenz. Denn die Ponys wollen auch beschäftigt werden. Wie du das machen kannst und einen Übungstipp, findest du im Artikel.

INFO: Kostenlos! Du findest am Ende des Artikels ein Übungs-PDF zum Download. Das kannst du dir in den Stall mitnehmen und mit deinem Pferd üben. Einfach Schritt für Schritt.

Vor kurzem hat mich eine sehr nette Email vom Team „Shetty Sport“ erreicht:

Zitat: „Seit Längerem verfolge ich Deinen Blog – den ich nicht nur informativ, sondern sehr unterhaltsam finde. Deswegen möchte ich Dir eine Anregung schreiben. Es gibt viele, viele Ponybesitzer, die ihre Ponys gar nicht reiten können. So geht es auch uns. “Wir”, das sind drei Freundinnen, die sich der Ausbildung von Shetlandponys in der Zirzensik und Freiheitsdressur verschrieben haben. Zusammen trainieren wir als “Team Shetty-Sport” an zwei Stützpunkten insgesamt fünf Shetlandponys , die im “Normalleben” Therapieponys sind. Vielleicht hast Du Lust auch mal über die Kleinsten unter den Ponys zu bloggen?“

Da ich Ponylos bin und keinerlei Pony-Erfahrung habe, haben Ruth und ich beschlossen, dass sie einfach mal für Dich aus ihrem Pony-Alltag berichtet. Denn Ruth und ihr Team sind richtige Zirzensik-Profis und stellen tolle Sachen zusammen mit ihren Ponys an.

Pferde können mehr als Reiten

Shettys machen Kunststückchen
(Foto: Team Shetty Sport)

Ganz grundsätzlich ist es ohnehin wichtig, sich nicht immer nur auf den Pferderücken zu schwingen, sondern dem Pferd Abwechslung zu bieten. Egal ob Pony oder Großpferd. Pferde sind klug und passen sich aufgrund ihrer Biografie als Fluchttiere schnell an Gegebenheiten an.

Wenn Du also immer nur mit Halfter zur Koppel kommst, dann striegelst und über den Platz hoppelst, bedeutet der sich nähernde Mensch für Dein Pferd sehr schnell: „Jetzt wird’s wieder anstrengend und langweilig.“

Wenn Du aber immer wieder neue Dinge ausprobierst, miteinander spielst und lernst, dann macht dem Pferd das Zusammensein mit dem Menschen Spaß. Pferde sind nicht nur zum Reiten da. Du kannst entspannte Qualitätszeit mit Deinem Pferd verbringen.

  • Spazieren gehen zum Beispiel
  • Bodenarbeit
  • Freiheitsarbeit
  • Tricktraining und noch viel mehr.

Deswegen habe ich mich sehr über die Email vom Team Shetty gefreut.

Ponyfluff as Ponfluff can

Mit einem Shetty muss der Shetty-Mensch sehr kreativ werden. Mit auf einem so fluffigen kleinen Gesellen kann ein Erwachsener natürlich nicht reiten. Das Team Shetty Sport“ hat sich seinen eigenen Weg gesucht , um die Shetty-Bande neben dem „normalen Job“ als Therapie-Ponys für Kinder mit Handicap zu beschäftigen.

Zirzensik ist das Zauberwort!

Die ganzen Ideen lassen sich übrigens auch auf Großpferde übertragen. Deswegen habe ich Ruth kurzerhand geantwortet, dass ich keine Ponyexpertin bin, aber wenn sie etwas über die Ponywelt schreiben will, dann würde ich ihr und den Shettys gerne einen Platz auf der Pferdeflüsterei einräumen.

Shetty-Sport
(Foto: Team Shetty Sport)

Ich übergebe die Webseite jetzt an Ruth Katzenberger und ihr „Team Shetty Sport“ für ihr Pony-Plädoyer und freue mich auf einen spannenden Gastartikel über Bodenarbeit, Zirzensik, Pony-Action und Shetty-Training:

„Wenn man über Pferde spricht und liest, geht es oft „nur“ um´s Reiten – oder zumindest Vorbereitungsübungen dafür. Wir sehen das ganz anders! Warum? Weil wir unsere Ponys gar nicht reiten können. Bei uns gilt: Fünf quirlige Shetlandponys suchen Beschäftigung jenseits des Reitsports.

Aber von Anfang an: Wir (Helene, Ruth und Yvonne) sind drei Freundinnen, die insgesamt fünf Shetlandponys an zwei Stützpunkten in Bayern trainieren. Im Pferdealltag sind unsere Shettys Therapiepferde, die im Rahmen der tiergestützten Therapie vor allem Kinder mit Handicap begleiten. Das ist für die Kinder toll und wichtig.

Aber Hand auf´s (Pony-)Herz: Die Ponys finden es nicht immer spaßig, wenn Kinder in mäßig optimalem Sitz auf dem Ponyrücken ihre Übungen absolvieren. In der Reittherapie geht es natürlich auch nicht um die Ausbildung des nächsten Olympiakaders. Trotzdem: Abwechslung muss rein in´s Ponyleben! Unsere Shettys sollen ihren verdienten Ausgleich zum „Arbeitsalltag“ bekommen.

Erkenntnis: Ein Shetty ist auch ein Pferd

Wie begegnet man einem Meter purer Lebenslust, den man nicht reiten kann? Ganz einfach: Auf Augenhöhe. Zuerst kommt nämlich die Erkenntnis, dass ein „richtiges“ Pferd vor einem steht. Ein kleines Pferd zwar, aber immer noch ein Pferd. Und dieses Pferd ist weder Rasenmäher noch Hundeersatz. Es will ebenso gefördert und gymnastiziert werden wie seine großen Weidekumpels.

(Foto: Team Shetty Sport)
(Foto: Team Shetty Sport)

Soweit so gut: Die Shettys sollen also genau so gearbeitet werden wie die „richtigen“ Pferde –abgesehen vom Reiten natürlich. Bleibt nur ein Problem: Man selbst soll ja auch Spaß an der Sache haben. Habt Ihr schon mal jemanden erlebt, der mit leuchtenden Augen ähnlich ekstatisch vom letzten Longiertraining mit seinem Pferd geschwärmt hat wie vom letzten Ausritt im herrlichen Herbstwald? Naja, kommt wohl eher selten vor. Bei der Arbeit mit dem Shetty „fehlt“ erstmal der Spaßfaktor Reiten.

Nix mit „in den Sattel schwingen“ – und jetzt?

Wir haben unsere ganz persönliche Antwort darauf gefunden, wie wir gemeinsam mit unseren zottigen Wirbelwinden Spaß haben: Mit der Freiheitsdressur und zirzensischen Lektionen.

Shetty-Gymnastik
(Foto: Team Shetty Sport)

Vor dem Spaß kommt aber – wie meist im Leben – die Arbeit. Vor allem und in erster Linie an sich selbst. Und diese Arbeit beginnt mit einem schonungslos ehrlichen Blick auf sich und die eigene Arbeitsweise: Wie funktioniert die Kommunikation zwischen mir und meinem Pony? Wie konsequent bin ich? Was habe ich meinem Pony bereits beigebracht? Wie sieht sein Ausbildungsstand aus? Will und kann ich mit Futterlob arbeiten? Wie sehen ggf. meine Alternativen aus? Tja, die Liste der Fragen lässt sich fast unendlich fortsetzen.

Und bei all der Arbeit sollte man eines nicht vergessen: Freiheitsdressur und Zirzensik* sollen Freude bereiten – und zwar dem Shetty ebenso wie dem zweibeinigen Shetty-Trainer. Verbissenheit, Zwang und Ungeduld sind beim Training völlig fehl am Platz. Erst wenn man einen gelassenen Blick auf sich, sein Pony, die jeweiligen Stärken und Schwächen werfen kann, sollte man mit der Arbeit beginnen.

Der Zauber der Zirzensik für Pferd Shetty und Mensch

Es gibt unseres Erachtens nicht den einzig wahren Weg für eine bestimmte Lektion. Die Erfahrung hat uns gelehrt: fünf Ponys – fünf Wege ihnen das Hinlegen beizubringen.

Auch wenn der Spaß an der gemeinsamen Arbeit stets an erster Stelle stehen sollte, so darf man eines nicht vergessen: Gerade die zirzensischen Lektionen verlangen den Pferden ordentliche Muskelarbeit ab. Das Aufwärmen gehört deswegen ebenso dazu wie eine anatomisch korrekte Ausführung der Übungen. Nicht selten sieht man Fotos von Shettys, die sich völlig überdehnen oder beim Plié bzw. Kompliment einen „Kopfstand“ machen. Zirkustricks sind „trendy“. Das ist per se nicht schlecht, sollte aber mit dem nötigen, kritischen Blick genau betrachtet werden. Einfach mal eben ohne Vorkenntnisse die Beinlonge anlegen oder das Pony zum Kopfstand füttern macht keinen Sinn. Weder für die Gesundheit des Ponys noch für die Ästhetik.

Warum die Ponys die Zirzensik lieben

Aber wenn man dann endlich soweit ist zu verstehen, was da eigentlich passiert bei den einzelnen Übungen – sowohl auf der anatomischen als auch verhaltensbiologischen Ebene – dann hat man Spaß. Und was für einen!

Weihnachts-Shetty
(Foto: Team Shetty Sport)

Unsere Shettys wachsen bei den Übungen regelrecht über sich hinaus. Sobald sie einen sehen, mit der Gürteltasche um die Hüften (wohlwissend, dass sie mit Leckereien gefüllt ist), stellen sie sich fast schon in Reih und Glied auf, um als erste auf den Reitplatz zu dürfen. Zirkuslektionen sind Kopf- und Muskelarbeit – und die gefällt unseren Shettys! Je mehr sie gelernt haben, desto schneller erlernen sie neue Tricks und Kniffe. Die Kommunikation mit den Ponys wird durch die freie Arbeit deutlicher und dadurch letztlich einfacher.

Und das Erstaunlichste ist: Wenn man uns fragt, was wir den als letztes mit unseren Ponys gemacht haben, ja – dann erzählen wir mit leuchtenden Augen schwärmerisch davon, wie toll das Sitzen geklappt hat oder dass wir noch an der korrekten Streckung im Plié arbeiten.

Mittlerweile hat unser eingespieltes Team sogar ganze Shownummern einstudiert und aufgeführt. Und nein, wir müssen uns nicht hinter den großen Reitpferden verstecken, die beritten den Showring bestreiten.

Was die Übungen für Großpferde können

Auch unsere „Großen“ profitieren von unserer Arbeit mit den Shettys: Nicht selten wird auch hier am Boden trainiert und der Sattel bleibt in der Kammer – und siehe da: Ein Großpferd liebt es ebenso, das Podest zu erklimmen.

Die Arbeit mit Elementen der Freiheitsdressur und Zirzensik ist bereichernd für die Pferd-Mensch-Beziehung. Egal, wie groß oder klein das Pferd ist.

Shetty_Web_1
(Foto: Team Shetty Sport)

Also, liebe Reiter: Probiert es doch einfach mal aus! Das Glück dieser Erde liegt sicherlich auf dem Rücken der Pferde – aber eben auch links, rechts, vor, hinter und neben dem Pferd. Und Pony – selbstredend.

Wintertipp: Wenn´s zu kalt zum Reiten ist, kann man wunderbar Zirkuslektionen einstudieren! *zwinker*

In diesem Sinne schicken wir Euch weihnachtliche Adventsgrüße: Be Shettylicious!

Euer Team Shetty-Sport,

Helene, Ruth und Yvonne“

Habt ihr Lust auf Shetty-Style und wollt Shettylicious sein?

Hier könnt ihr das Shetty-Team direkt besuchen oder sogar für eine Eurer Veranstaltungen oder eine Lehrstunde buchen: Webseite des Teams „Shetty Sport“: http://www.ergoundreittherapiekatzenberger.de/team-shetty-sport/ 

Alle Fotos hat uns das Team Shetty Sport zur Verfügung gestellt, vielen Dank Mädels und ihr Shettys!

Als ganz besonderes Goodie hat das Team Shetty Sport eine Übung für Euch in ein PDF gepackt. Praktisch zum Runterladen, Ausdrucken und an die Stallwand heften. Kann Euer Pferdchen schon den Pony-Walzer? Nein? Dann wird es Zeit. Kennt ihr auch tolle Übungen? Wie findet ihr die Zirkuslektionen? Schreibt uns einen Kommentar, ladet Euch das PDF runter … wir sind schon gespannt auf Eure Erfolgsberichte:

Pony-Walzer-Download

15 Kommentare zu “Warum auch NICHT-Reiten Spaß macht! PLUS Kostenlose Übung zum Download

  1. Diva sagt:

    Hallo
    Ich , bin zwar nur ein Hund , hab aber die Grösse eines Mini Shettys! 🙂
    Ich mag auch nicht so gerne Pferde , aber meine Menschenfrau zwingt mich hier zu lesen.
    Sie sagt Shettys sind klasse und leider viel zu oft unterfordert wenn sie nur als Rasenmäher irgendwo rumstehen und verblöden. Auch ein Shetty möchte gefordert werden .
    Auch Fahren macht mit den kleinen wilden sehr viel Spass!
    Liebe GRüsse Diva

    • Petra sagt:

      Oh, ein Hund! Wie toll, wenn ich sogar tierische Leser habe. Ich ignoriere jetzt einfach mal, dass Deine Menschenfrau dich dazu gewzungen hat mitzulesen 😉 Ich finde übrigens Deinen Namen toll! Ist der auch Programm bei Dir? *neugierig guck* Und wenn du schreibst, dass fahren mit den kleinen Wilden Spaß macht – heißt das, dass Du Dich mit wehenden Ohren fahren lässt? Das würde ich ja zu gerne mal sehen!! Alles Liebe *leckerli reich* aber vorher *sitz sag* (weil bei Euch Hunden ist das doch auch so, dass man nur nach einer gelungenen Aufgabe belohnen darf, oder?), Petra

  2. Miriam sagt:

    Ja, Shettys sind die Coolsten :).

    Die Kleinen sind super schlau und lernen gern und schnell. Aus diesem Grund habe ich ein Mini-Shetty zu mir genommen. Sie wollen gefördert werden und es ist traurig wie oft sie einfach nur als Rasenmäher irgendwo rumstehen. Oft haben diese Ponys dann viele Unarten, was oft einfach auf Langeweile zurück zu führen ist.

    Diese kleinen Ponys mit dem ganz besonderen Charme sind eigentlich ganz große, wenn man sie lässt. Ihr Mut und ihr Selbstbewusstsein macht sie oft nicht ganz einfach, denn meiner Erfahrung nach wollen Shettys immer auch ein Wörtchen mitreden, aber das macht das Training mit ihnen spannend und entschädigt komplett für’s Reiten meiner Ansicht nach.

    Und Zirkuslektionen können das Pferd super gymnastiziern und machen dazu noch jede Menge Spaß, aber es geht auch Dressur mit den Kleinen. Langzügelarbeit, Longenarbeit Arbeit an der Hand, das alles kann man auch mit den ganz Kleinen machen. Wenn man es schafft sie davon zu überzeugen, dass das sinnvoll ist. Denn das ist die Voraussetzung, dass die Zwerge mitmachen.

    Ein Shettyherz bekommt man nicht einfach so geschenkt, aber wenn man da einen Platz hat, hat man die besten Freunde , die man sich vorstellen kann.

    Hach das ist irgendwie mein Lieblingsthema und ich komme regelrecht ins Schwärmen. Aber ich liebe meinen Kleinen einfach 🙂

    • Petra sagt:

      Hi Miriam, sag ist das wirklich so, dass Leute sich ein Shetty kaufen, damit das Gras gemäht ist? Das ist doch traurig, wenn es wirklich so ist. Nur weil man nicht mit Shetty reiten kann, heißt das ja noch lange nicht, dass sie irgendwo herumstehen und gelangweilt versauern müssen. Ich werde den Ponywalzer auf jeden Fall auch mal mit meiner Kleinen ausprobieren, wenn sie dann bei mir ist. Und wenn wir dann etwas eingeübter miteinander sind 😉 Liebe Grüße an Deinen Kleinen und an Dich!!! Petra

  3. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    das ist leider Realität. Die Kleinen werden oft einfach nur irgendwo abgestellt. Bei uns im Stall höre ich auch von vielen, dass sie wenn sie mal nicht mehr reiten können sich gerne auch so einen Kleinen anschaffen würden und der dann im Garten das Gras abmähen kann.
    Mich macht das wütend, denn obwohl mein Pony so klein ist, braucht er trotzdem ausreichend Platz, Pferdegesellschaft und Beschäftigung. Er ist ein Pferd eben nur im Kleinformat aber mit den selben Bedürfnissen wie alle anderen Pferde auch.
    Liebe Grüße
    Miriam

  4. Nina sagt:

    Liebes Team Shetty Sport,

    vielen Dank für eure Anregungen und das PDF!
    Als Besitzerin von einem netten Shettyopa ist
    man immer wieder dankbar für neue Anregungen 🙂
    Liebe GRüße
    und frohe Feiertage
    Nina

    • Petra sagt:

      Liebe Nina, dann antworte ich mal im Namen vom Team Shetty-Sport, die sich sicher sehr freuen, dass das PDF Dir gefallen hat. Vielleicht gibts ja dann hier mal ein Foto von Dir und Deinem Shettyopa mit Ponywalzer – ich würde mich freuen und schick Dir liebe Grüße bis dahin, Petra

    • Petra sagt:

      Freundliche reiterliche Grüße zurück 🙂 und danke für deinen lieben Kommentar, das freut uns sehr, Petra

  5. Josi sagt:

    hallo ich bin 14 und kümmere mich um 3 mini shettys in einem tierpark. 1 Hengst und 2 Stuten. Der hengst ist 7 und wurde früher schlecht behandelt er wird aggressiv wenn man ruckartig von vorne auf ihn zu kommt er legt die ohren an will beißen und steigt. Die eine Stute ist am Strick total artig aber so bald sie frei ist wird sie bissig legt die ohren an und geht weg , die 2 kommen von dem gleichen Besitzer . Achja sie beißen alle beide und legen die ohren an wenn man sie anpustet. Ich weiß nicht was ich tun soll. Freue mich auf Antworten und die Stute ist 11. ??

    • Petra sagt:

      Hallo Josi, das ist wahnsinnig schwierig etwas dazu zu sagen – gerade aus der Ferne. Ich würde dir gerne helfen, aber ich kenne weder dich noch die Pferde. Sicher scheint da etwas in der Vergangenheit zu liegen, wenn beide Pferde vom selben Besitzer stammen und beide die gleichen Probleme haben.

      Das Anpusten ist eine Kommunikationsform unter Pferden. Sie tauschen damit Informationen aus und sagen "Hallo". Das würde ich eher nicht bei einem Hengst machen, erst Recht nicht, wenn das Verhältnis zwischen euch nicht geklärt ist, denn unter Hengsten kann es passieren, dass sie sich nicht "riechen" können und dann anfangen zu schnappen und zu steigen – also die Rangordnung zu klären. Da du kein Pferd bist, kannst du nur verlieren. Ich puste meiner Stute auch mal sanft in die Nüstern, aber erst seitdem wir uns kennen und unsere Positionen geklärt sind.

      Wenn der Hengst Angst hat und Abwehrreaktionen zeigt, wenn man frontal und ruckhaft auf ihn zugeht, würde ich dem was er sagt "zuhören" und erst einmal von der Seite auf ihn zugehen. Das ist ohnehin die "respektvollere" Art der Annäherung aus Pferdesicht. Vielleicht weiß er das zu schätzen.

      Bei der Stute könnte es natürlich sein, dass sie am Strick so oft so stark abgestraft wurde, dass sie einfach "duckt" und macht und dann in Freiheit ihren Missmut zeigt, weil sie sich dann erst traut. Ich will dir keine Ratschläge geben, weil das einfach nicht geht, aus der Ferne.

      Aber egal, was ich jetzt schreibe. Das sind nur wirklich spontane Ideen, die können zutreffen, müssen aber nicht.

      Wenn ich ehrlich bin, finde ich es schwierig dich mit den Pferden so alleine zu lassen, wenn sie wirklich so problematisch sind, wie du schreibst. Das kann gefährlich werden.

      Wenn im Tierpark ein Trainer ist, würde ich den Trainer um Hilfe bitten und die Tierparkbesitzer darauf aufmerksam machen und bitten einen guten sanften Horsemanship-Trainer zu bezahlen, der erst mit den Pferden und dann mit dir und den Pferden arbeitet. Das wäre sicher das Beste. Ich drücke dir die Daumen und bitte dich, auf dich zu achten. Problematische Pferde haben ihr Problem eigentlich immer, weil der Mensch ihnen etwas getan hat – das ändert aber nichts daran, dass sie gefährlich sein können. Also pass bitte gut auf dich auf. Alles Liebe, Petra

  6. Jojo sagt:

    Genau aus dem Grund möchte ich mir bald meinen großen Traum von einem eigenen Shetty erfüllen *-*
    Ich finde es auch so schade wenn mich leute fragen "Was willst du denn mit so einem kleinen Ding, das kannst du ja nichtmal reiten!" oder wenn Leute Shettys wirklich nur als Rasenmäher benutzen :/

    • Petra sagt:

      Wie wahr – shettys können so cool sein. Ich persönlich habe gerne mein großes Pferd, aber kann absolut nachvollziehen, dass man sich in die kleinen Kerlchen sehr verlieben kann. Das Buch wird dir dann auf jeden Fall gefallen, dass das Team Shettysport mittlerweile geschrieben hat – ganz liebe Grüße, Petra

  7. Jana sagt:

    Hallo!
    Ich habe den Beitrag gerade erst gefunden und bin total begeistert!
    Meine Fjord-Stute ist noch sehr jung (gerade 5 geworden) und ihr machen Zirkustricks und -Lektionen total viel Spaß. Vom Teppich ausrollen ist sie total begeistert und ich komme gar nicht mehr mit dem einrollen hinterher, weil sie das so toll findet. Demnächst werde ich mich dann auch mal an Lektionen wie Liegen, Steigen, etc. wagen. Das macht mir und ihr, neugierig und gelehrig wie sie ist, nämlich total viel Spaß und ist auch eine wunderbare Abwechslung zu der Bodenarbeit und den Spaziergängen die wir machen! Ich finde es auch sehr schade, dass manche Shettys einfach als Rasenmäher und/oder als "Spielzeug" für die Kleinen herhalten müssen. Das haben sie nämlich überhaupt nicht verdient und nur weil man nicht reiten kann, heißt das ja noch lange nicht, dass man gar nichts mit ihnen machen kann.
    Liebe Grüße an euch alle
    Jana

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Jana, wie süß! Danke für deinen schönen Kommentar und dafür, dass du deinem Fjördmädchen so viel Zeit lässt – das freut mich immer so sehr zu lesen. Ganz liebe Grüße, Petra

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