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Herbstgrasmilben! Wie du dein Pferd schnell wieder gesund pflegst

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Der ganze Artikel für dich auf einen Blick

Pferdemenschen atmen nach dem Sommer auf, weil die Zeit der Bremsen, Zecken und Kriebelmücken endlich vorbei ist. Dabei kommt dann einfach nur die nächste „Runde“ – Milben kriechen im Herbst aus ihren Löchern. Speziell die Herbstgrasmilben sind, wie der Name im Grunde schon sagt, Herbsttierchen. Sie kommen vor allem im Herbst vor, wenn die Ernte ansteht. Die Herbstgrasmilben gibt es vor allem in Süddeutschland, aber sie kommen natürlich auch in den anderen Teilen Deutschlands vor.

Für viele Pferde stellen sie kein Problem dar, aber es gibt Pferde, die auf die Spucke der Larven der Herbstgrasmilben allergisch reagieren. Sie bekommen dann offene Wundstellen und Pusteln. Die Pusteln zeigen sich an den Beinen der Pferde, manchmal auch rund um das Pferdemaul. Das sieht ein bisschen aus wie die Mauke.

Mehr zur Mauke findest du HIER  – wenn du alles dazu erfahren und besser unterscheiden willst, ob es Herbstgrasmilben oder Mauke sein könnte, die dein Pferd gerade plagt.

Lass uns kurz noch über die Milben reden. Es sind Spinnentiere und sie leben parasitisch. Sie brauchen einen Wirt, um futtern zu können und ernähren sich dann von ihrem Wirt. Sie können alle Säugetiere befallen – Hunde, Katzen, Mäuse und auch Pferde.

Wie alle Milben hat auch die Herbstgrasmilbe einen Zyklus. Sie startet als Ei und schlüpft dann als Larve aus dem Ei. Sie wird dann eine sogenannte Nymphe und schließlich zu einer Milbe. Das alles macht sie in oder an der Haut und schädigt damit die Haut deines Pferdes.

Während sie in die Haut beisst, um sich durchzufuttern, landet auch ein bisschen Spucke in der Wunde. Ihre Spucke sorgt dafür, dass sich das Hautgewebe entlang der Wunde so verändert, dass es für das Spinnentier fressbar wird. 

Wo sitzt die Herbstgrasmilbe?

Die Herbstgrasmilbe sitzt vor allem an Maul und Beinen, weil die Larven der Herbstgrasmilbe aus dem Erdboden schlüpfen und sich sogenannte Wirte suchen. Also Tiere und sogar Menschen, bei denen sie sich einnisten können, bis die Milbe fertig ist. Sie sind winzig, du wirst sie also nicht erkennen können.

  • Sie sitzen auf den Grashalmen und lassen sich dann am vorbeilaufenden Pferd nieder. 
  • Dann beißen sie sich in die Haut und sondern ihre Spucke ab.
  • Die Spucke wiederum sorgt dafür, dass das Gewebe der Pferde, der Menschen oder des ausgesuchten Wirtes für die Milbe zu passendem Futter wird.
  • Wenn sie dann satt sind, lassen sich die kleinen Plagegeister wieder fallen und zurück bleiben die Pusteln und offenen Wunden von ihrem Biss.

Wie erkenne ich, ob mein Pferd von Milben befallen ist?

  1. Dein Pferd hat kleine Pusteln an der Bisswunde
  2. Es hat Krusten und Knötchen auf seiner Haut
  3. Es hat einen Juckreiz an den betroffenen Stellen
  4. Es kratzt sich stärker und hat vielleicht sogar nässende Stellen
  5. Es hat weniger bis kein Fell an den betroffenen Stellen
  6. Vielleicht siehst du auch winzige ca. 3mm große weiße Punkte

Wenn du solche Pusteln rund um die Pferdefesseln oder am Pferdekopf entdeckst, dann ist voraussichtlich die Herbstgrasmilbe daran schuld. Zur Sicherheit solltest du aber nochmal deinen Tierarzt fragen, um auszuschließen, dass etwas anderes der Grund sein könnte und um Klarheit zu haben. Der Tierarzt wird eine Schalung an der betroffenen Stelle machen und sollte er die Spucke der Herbstgrasmilbe nachweisen können, ist der Verdacht bestätigt. Sollte er diese Diagnose bestätigen, musst du zu besonderen Pflegemaßnahmen greifen, um dein Pferd wieder zu heilen.

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So behandelst du die Herbstgrasmilbe

Du sorgst erst einmal dafür, dass du alle Herbstgrasmilben loswirst, indem du dein Pferd jeden Tag supersorgfältig putzt und auf die kleinen weissen Pünktchen untersuchst.

Sobald du eine betroffene Stelle mit den Milben findest, rasierst du das Fell und die Milben sanft und vorsichtig mit dem Rasiermesser weg.

Dann reinigst du die betroffene Stelle mit Obstessig - wie Apfelessig.

Anschließend wäschst du dein Pferd noch gründlich mit Seife und Wasser oder einem medizinischen Shampoo und kannst sie auch mit Octenisept desinfizieren.

Dann hilfst du deinem Pferd den Juckreiz zu lindern. Du kannst die betroffenen Stellen zum Beispiel mit Schwarzkümmelöl einreiben

Schwarzkümmelöl

Erste Hilfe bei Milben

Wenn dein Pferd schon Wunden hat, kannst du sie mit einer Wundheilsalbe oder einem Kühlgel, wie unserem Lavendelgel (du findest es mit einem KLICK HIERbehandeln.

Alternativ kannst auch mit einer Mischung aus Obstessig und Wasser arbeiten. Diese wirkt erstickend für die Larven. Um diese dann wirklich zu entfernen, wäschst du das Pferd an den betroffenen Stellen gründlich mit Seife und Wasser. Bei besonders empfindlichen Pferden oder wenn der Befall schon sehr aggressiv ist, kannst du auch ein desinfizierendes Shampoo nutzen.

Sind die Pusteln der Herbstgrasmilbe gefährlich?

Richtig gefährlich sind sie nicht wirklich, aber unangenehm. Offene Wunden können sich natürlich entzünden. Außerdem können Mauke, Schuppen und Pilzbefall eine Folgeerscheinung von Herbstmilben beim Pferd sein. Deswegen solltest du sorgsam sein bei der Pflege deines Pferdes.

  • Stelle sicher, dass keine Larven mehr an den offenen Stellen und an deinem Pferd hängen. Dazu kannst du deinen Tierarzt befragen. Du kannst aber auch Obstessig oder eine Salzlösung verwenden, um vorhandene Larven endgültig ins Nirvana zu schicken.
  • Dann musst du die betroffenen Stellen liebevoll und kompetent pflegen. Kompetent heißt, dass der Juckreiz als erstes gelindert werden sollte. Dazu kannst du zum Beispiel Spezialcremes nutzen oder du nimmst desinfizierende und kühlende Hausmittel.
  • Dann wäschst du die betroffenen Hautstellen mit desinfizierender Seife oder einem medizinischen Shampoo ab. So werden die ganzen Keime gekillt.
  • Wichtig ist, dass du auch etwas nimmst, das die Entzündungen mindert, die die Larven auslösen. Auch hier kannst du Spezialcremes verwenden. Lass dir etwas von deinem Tierarzt empfehlen.
  • Zuletzt müssen die so behandelten Stellen mit Heilgel oder einer Heilsalbe eingerieben werden.
  • Wichtig ist, dass dein Pferd dabei nicht im Regen steht oder kurz danach durch die Feuchtigkeit trabt. Denn die Wirkstoffe in den verschiedenen Gels brauchen etwas bis sie wirken und dein Pferd sollte sie sich nicht gleich wieder „abwaschen“.
  • Die Anti-Milben-Spezialpflege solltest du weiterführen, bis absolut keine Milben mehr zu erkennen sind 

Wie lange dauert es die betroffenen Stellen zu pflegen?

Es kann ein paar Tage dauern, bis das Pferd wieder ganz gesund ist. Du kannst mit knapp zwei Wochen Pflege rechnen, bis alle Hautstellen wieder verheilt sind.

 

Petra und Carey

„Pferdeflüstern bedeutet, dass wir lernen das Flüstern der Pferde zu hören und zu verstehen.“

Die Pferdeflüsterei ist ein Wissensblog und Herzensprojekt – denn wir wünschen uns, dass alle Pferde und ihre Menschen glücklich miteinander sind. Wenn wir lernen die Pferde zu verstehen, fein und fair zu trainieren und der beste Pferdemensch zu werden, der wir sein können – wird es auch deinem Pferd gut gehen und es wird immer sein Bestes für dich geben. Versprochen!

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Kommentare (2)

Hallo Liebe Petra,

mein Pferd litt letztes Jahr an einer starken allergischen Reaktion auf Herbstgrasmilben. Wir leben in Brandenburg wo diese Art der Milben selten vorkommt. Wir haben zuerst auf anraten des TA einen mehrtägigen Umschlag um beide Hinterbeine gemacht der Rivanol getränkt war. Dieser wurde 2x täglich gewässert. Danach ging es mit 2x täglichen Reinigen mit Jodseife weiter und einschmieren mit Lebertran Zinksalbe. Dort konnten wir nun auch endlich Erfolge der Besserung verbuchen. Trotzdem blieben die Milben und die Reaktion hartnäckig. Glücklicherweise kam zu uns jemand an den Stall aus Bayern der sich mit der Thematik auskennt. Seit dem Tag füttere ich täglich Cavalesse zur Unterstützung. Die Wunderwaffe in unserem Fall. In wenigen Wochen waren alle Wunden so gut wie verheilt, denn diese waren schon eitrig und großflächig auf beiden Beinen. Heute haben wir zum Glück keine Probleme mehr, nur ein paar Naben sind zurück geblieben. Auch ihr leichtes Sommerekzem hat sich stark verbessert und das Schweif jucken hat fast gänzlich aufgehört. Vielleicht auch eine Wunderwaffe für andere Pferdebesitzer da draußen :)

Liebe Sarah, sehr gerne – her mit den guten Tipps! Danke dir dafür!! Ich drücke die Daumen, dass es anderen hilft. Alles Liebe, Petra

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