Stell dir vor du siehst eine Freundin nur alle paar Tage für ein Stündchen. Ihr trefft euch und es ist auch ganz nett, aber dann geht wieder jede seiner Wege und es vergehen Tage bis ihr euch wiedertrefft. Und dann stell dir vor, dass du und deine beste Freundin zusammen in einer WG wohnt oder in einer Hausgemeinschaft. Du siehst sie jeden Tag, vielleicht sogar für mehrere Stunden. Ihr kocht zusammen, trefft euch zwischendurch auf dem Hausflur und quatscht Abends bei einem Gläschen Wein am Küchentisch. 

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Traum vom eigenen Stall

Was glaubst du, wann eure Bindung enger wäre? Natürlich in dem zweiten Szenario!

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Und dann stell dir vor, dass du zur Miete wohnst, deine Wohnung ist sehr schön und du fühlst dich auch wohl. Aber du findest dein Bad noch nicht perfekt und irgendwie könntest du dir auch ein größeres Wohnzimmer mit einer anderen Wohnzimmercouch vorstellen. Deine Küche könnte kleiner sein und der Garten würde auch anders aussehen, wenn es deine Wohnung wäre. Aber weil es eine Mietwohnung ist und du nicht alleine dort wohnst, kannst du natürlich nicht alles umstellen. Das ist auch okay, weil die Wohnung ganz hübsch ist und alle Bewohner darin gut aufgehoben sind. Aber du hast noch ganz andere Ideen, was du gerne damit machen würdest? 

Mit dem Pferd leben oder das Pferd besuchen

Was das alles mit deinem Pferd und eurer Bindung zu tun hat? Stell dir vor, dass du der erste Mensch bist, der deinem Pferd guten Morgen sagt und der letzte, der deinem Pferd abends über die Nase streichelt. Du bringst deinem Pferd zwischendurch das Futter und kannst es einfach zwischendurch mal besuchen und gemeinsam chillen und in die Ferne starren. Du kannst den Stall einrichten wie du willst und deinem Pferd die Familie zusammenstellen, die du willst. 

Du willst die MAXIMALE Freundschaft mit deinem Pferd? 

Ist es nicht logisch, dass die Bindung zum Pferd enger wäre, wenn wir unsere Pferde länger und öfter sehen könnten? Wenn wir mehr MIT ihnen leben könnten, statt sie mehrfach pro Woche zu besuchen? Genau darüber hatte ich kürzlich mit unserem Stallbesitzer gesprochen und er hat diesen Gedanken in meinem Kopf wieder getriggert, dass es doch logisch ist, dass unsere Pferde uns nicht innerhalb kürzester Zeit die MAXIMALE Freundschaft schenken können, wenn wir nur MINIMAL Zeit mit ihnen verbringen. 

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Unsere Pferde verbringen mit ihrer Herde 24 Stunden täglich – 7 Tage die Woche. Das ist ihr natürlicher Zustand und genau deswegen empfinden sie ihre Herde natürlich auch als ihren Familienverband. Je nach Pferd wird es also länger oder kürzer dauern, bis es dich zumindest als Kumpel und irgendwann auch als guten Freund betrachtet. 

Je öfter du dein Pferd sehen kannst und je mehr Zeit du mit ihm verbringen kannst, desto schneller wird es vermutlich gehen. Je nach Pferdetyp können wir da von Wochen, Monaten oder Jahren reden. 

Betriebsstunden – was sie über dich und dein Pferd sagen

Eine Trainerin sprach einmal zu mir von „Betriebsstunden“. Was sie damit meint? Du hast dein Pferd vielleicht schon drei Jahre – aber wie viele Stunden pro Tag verbringst du mit deinem Pferd und wieviele Tage pro Woche? Das sind die reelen Betriebsstunden

Stellen wir mal eine Rechnung auf: Du siehst dein Pferd 5 Tage pro Woche – bist jedesmal ungefähr 3 Stunden am Stall. Davon verbringst du 2 Stunden mit deinem Pferd. Dann hättest du 10 Betriebsstunden pro Woche. Das macht dann 40 Betriebsstunden pro Monat. Das ist nicht viel. Und das war eine ziemlich euphorische Rechnung. Wie oft hetzen wir schnell nach der Arbeit zum Pferd und sind vielleicht nur eine halbe Stunde oder Stunde dort. 

Du kannst dir selbst einmal ausrechnen, wie viele Stunden du effektiv schon mit deinem Pferd verbracht hast. Wir rechnen gerne in den Jahren, die unser Pferd schon zu uns gehört. Aber für dein Pferd zählen nicht die gemeinsamen Jahre, sondern die gemeinsame Zeit. 

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Je mehr Zeit, desto besser

Je mehr gemeinsame Zeit ihr habt, desto sicherer wird dein Pferd sich sein, dass es dir vertrauen kann. Wenn du ein introvertiertes und sehr dominantes Pferd hast, wie ich, dann dauert es Jahre und länger, bis du sein Herz voll gewinnen kannst. Wenn du ein offenes und menschenverliebtes Pferd hast, das sich gerne anschließen möchte, kann das natürlich sehr viel schneller gehen. 

Aber letztlich hat mich dieser Gedanke dazu gebracht nochmal wieder meine Erwartungen an mein Pferd herunterzuschrauben. Wir wollen immer so unglaublich viel von unseren Pferden: Freundschaft, Gefühl, Freude, Motivation…und vergessen dabei gerne, wie wenig Zeit wir in ihrem Leben verbringen. Gemessen an der Herde, mit der dein Pferd 24 Stunden pro Tag und 7 Tage pro Woche verbringt. 

Der perfekte Stall?

Genau deswegen träume ich heimlich und immer wieder vom eigenen Stall. Mein Pferd steht in einem wunderbaren Stall – nach unserer Umzugsodysee – und fühlt sich dort sehr wohl. Wir sind happy dort und haben eine wunderbare Stallgemeinschaft. 

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Aber mich wärmt der Gedanke immer wieder, wie schön es wäre, wenn sie hinter meinem Haus stehen würde und ich mehr MIT meinem Pferd leben könnte. Das verrate ich dir jetzt. Ich bin unglaublich verliebt in den Gedanken, dass ich MIT meinem Pferd LEBEN kann und nicht nur ein kurzer Besucher in seinem täglichen Leben bin. Ich würde mir unglaublich wünschen jeden Morgen aufzustehen und als erstes mit einem Kaffee an die Koppel meines Paddocktrails zu gehen und meiner Stute guten Morgen zu sagen. Ich könnte mir nichts schöneres vorstellen als meine Artikel für dich auf der Koppel zwischen den Pferden zu schreiben und immer dann wenn ich Ruhe tanken möchte oder Ruhe schenken möchte zu den Pferden zu gehen und zwischen ohne zu stehen, zu atmen und einfach zu sein. 

Ohne, dass ich in ein Auto steigen muss. Ohne, dass ich mir Stunden abzweigen muss, um das machen zum können. So könnte ich viel weniger wollen und viel mehr mit den Pferden SEIN. Weil ich jederzeit und zwischendurch vorbeikommen und Teil der Herde sein könnte. 

MIT dem Pferd leben

Ich mache das immer wieder einfach so. An Tagen, an denen ich das Gefühl habe, dass mein Pferd und ich nichts weiter brauchen als einfach nur ein paar Minuten gemeinsame Zeit. Aber natürlich ist der Zweckgedanke größer, wenn ein geplanter Besuch und eine Autofahrt hinter dem Stallbesuch stecken. Wenn nun aber das Pferd hinter dem Haus stehen würde, könnten wir es einfach schnell besuchen, gemeinsam atmen und dann weiterarbeiten oder weitermachen oder weiterlesen oder was auch immer wir gerade getan haben. Weil der Weg zum Stall aus wenigen Metern besteht und nicht aus vielen Straßenkilometern. 

HIER gibt es übrigens ein Interview über Stallgestaltung in Sachen Paddocktrail mit einer Paddocktrail Expertin auf der Pferdeflüsterei

So sähe mein Stall aus

Ich wüsste auch genau, wie mein Stall aussehen würde:

  • Meine Stute hätte 6-8 Herdenmitglieder in einer gemischten Herde.
  • Sie hätte einen großen Laufstall mit riesiger Winterkoppel zum laufen, rennen und toben.
  • Die Winterkoppel wäre als Paddocktrail mit Furten, verschiedenen Bodenbelägen angelegt.
  • Es gäbe Knabberäste, Salzlecksteine an verschiedenen Ecken, eine Kräuterbar, Hecken zum Knabbern und zeitgesteuerte Heuraufen – Bewegungsanreize, Kratzstellen und Liegestellen.
  • Es gäbe kleinere abgegrenzte Grasflächen, auf denen sie im Sommer Stundenweise grasen dürfte.

Für mich – ganz egoistisch – würde ich mir einen kleinen überdachten Reitplatz wünschen. Damit ich bei Wind und Wetter gemütlichtrocken mit dem Pferd basteln kann und nicht tausend Regenjacken brauche. Wenn ich – wie die bezaubernde Jeannie – einmal blinzeln könnte, dann würde dieser Stall am Rand einer kuscheligen Kleinstadt stehen und die anderen Pferde würden netten Miteinstellern gehören. Außerdem hätte ich einen Hofhund. Einen Australian Cattledog.

Hachz!!!!

Es gibt ein richtiges kleines Märchen und tausend Ideen in meinem Kopf. Kennst du das auch? 

Hast du einen eigenen Stall? Träumst du davon? Schreib mir!

Hast du dir den Traum vom eigenen Stall erfüllt? Wenn ja, wie hast du ihn dir ermöglichst und gebaut? Welche Ideen konntest du verwirklichen? Schreib mir gerne einen Kommentar! Oder träumst du noch davon? Dann lass uns gemeinsam träumen und lächeln. 

Lesetipps “Stall Ideen”

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4 Kommentare zu “Der Traum vom eigenen Stall! Mehr Bindung durch mehr Nähe?

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,
    wie du ja weißt, habe ich mir meinen Traum vom Stall hinterm Haus erfüllt. Die Ponys wohnen bei uns im Garten auf ihrem großen Paddock.
    Ich hätte gerne einen Paddocktrail gehabt, aber da bin ich sowohl an finanzielle wie auch räumliche Grenzen gestoßen. Naja, wir versuchen den Paddock nach und nach noch etwas laufanimierender für die Ponys zu gestalten.
    Es ist total schön die Ponys morgens vom Schlafzimmerfenster aus zu sehen und abends den letzten Blick nochmal auf die Ponys zu haben. Es ist schön im Sommer barfuss rauszugehen und einfach zu den Ponys zu gehen, wann mir danach ist.
    Allerdings bei aller Romantik sieht die Realität auch einfach so aus: Ich muss jeden Tag mindestens zweimal zu den Ponys und das ohne Ausnahme. D.h. spontanes Wegfahren? Fehlanzeige. Mal spontan länger bei Freunden bleiben? Geht nicht, denn die Ponys brauchen ihr Heu. Wir sind für alles selber verantwortlich, das ist schön, aber es hat auch Schattenseiten, denn wir sind auch diejenigen, die sich um alles kümmern müssen. Letztes Jahr hatten wir Probleme mit dem Heulieferanten, das hat mir viele schlaflose Nächte beschert, ein Sturm hat unser Dach vom Unterstand so stark beschädigt, dass die Ponys keinen trockenen Unterstand mehr hatten und das während einer Zeit in der es nur geregnet hat. Der Strom ist nachts ausgefallen und die Ponys sind auf die Weide ausgebüchst, also heißt es sich nachts was überlegen wie sie da bleiben wo sie sein sollen. Und lauter solche Sachen.
    Ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass ich mehr mit dem drum rum als mit den Ponys beschäftigt bin. Tägliches Training? Dafür reicht mir die Zeit nicht. Wir kommen in guten Zeiten auf 3mal die Woche.
    Letztes Wochenende habe ich damit zugebracht die Weide von unerwünschten Pflanzen zu befreien. Ich hab die Ponys natürlich immer mal wieder gesehen, aber wirklich was mit ihnen gemacht habe ich da nicht. Das nächste Wochenende werden wir sehr viel Sand schaufeln (insgesamt 34t), auch da sind die Ponys wieder nur Nebenfigur. Meine Frau und ich sind an unserem Hochzeitstag dagesessen und haben das Heu auf Herbstzeitlose abgesucht. Wir bringen regelmäßig den Mist weg, schleppen Heu, im Winter das Wasser, kontrollieren Zäune, mähen Gras, streichen die Hütte, reparieren Dinge am Stall, füttern, misten, kümmern uns um die Weide, machen Schubbelplätze und Futterschüsseln sauber, stopfen Heunetze und Heutoy. All das frisst unheimlich Zeit, die man nicht mehr direkt für das Pony hat, sondern mit seiner Unterbringung verbringt.
    Urlaub ist schwierig, denn ich brauche jemand, der die Tiere versorgt, dem ich soweit vertraue und der die Zeit dann im Prinzip bei uns einzieht. Zum Glück habe ich da meine Schwester, aber mehr als einmal im Jahr will sie das natürlich auch nicht machen.
    Arbeiten auf dem Paddock? Geht nicht, denn die Ponys würden mich nie in Ruhe lassen, außerdem reicht das WLAN nicht bis nach hinten.
    Ja, ich glaube ich habe eine besseres Verhältnis zu meinen Pferden, weil ich sie kenne. Ich weiß wie sie zu welcher Tages- und ja auch Nachtzeit sind, ich kenn all ihre Gewohnheiten, aber es ist auch ein Preis den ich dafür zahle, denn ganz oft reicht mir die Zeit gerade im Winter nicht mehr um noch was mit ihnen zu machen.
    Ich glaube das wird oft unterschätzt, was an Arbeiten neben dem täglichen Misten und Füttern noch so anfällt und was genau man alles zu entscheiden und verantworten hat.
    Ich würde es trotzdem nicht mehr anders haben wollen, aber ich merke manchmal auch, dass der Ponymann unzufrieden ist, wenn ich es wieder nicht geschafft habe mit ihm zu trainieren und ein Streicheln über die Nase ausreichen muss. Zeiten in denen wir einfach nur nebeneinander stehen und die gemeinsame Zeit genießen sind heute seltener als früher, denn jetzt hab ich immernoch so viel zu tun, dass ich mir diese Zeit besonders im Winter seltener nehmen kann.
    Trotzdem würde ich es nicht mehr anders haben wollen, denn ich liebe es, dass mein erster und letzter Blick des Tages den Pferden gilt. Da sind Heu und Sand im Haus vergessen, da sind hohe Stromrechnungen, Wasser schleppen und Misten im strömenden Regen vergessen und ich genieße es, dass sie da sind.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, wenn du das alles so schreibst, weiß ich nicht mehr 100% ob das mit dem eigenen Stall eine gute Idee ist ;-) Nein im Ernst – ich ahne, dass das sehr viel Arbeit ist, aber ich glaube auch, dass es ein wunderschönes Gefühl ist. Noch träume ich – wer weiß. Aber momentan ist Carey ja auch sehr gut aufgehoben. Ganz liebe Grüße, Petra

  2. Andrea sagt:

    Liebe Petra, was für ein netter Artikel !! Wir halten unsere Pferde auch selbst und haben einen eigenen Stall mit kleinem Reitplätzle (nicht überdacht). Alles super alles spitze und ich möchte es nie mehr anders. Für deine Wunschliste fehlt noch ein Rudel Bedienstete ;-) Ansonsten kommst du auf weitaus weniger Betriebsstunden mit Carey als in einem Einstellbetrieb. So ein Stall pflegt sich nicht von selbst und es bleibt auch viel Zeit mit "Hausmeistertätigkeiten" auf der Strecke. Dennoch ist es einfach sehr toll, wenn man selbst tun und lassen kann was man möchte. Da gebe ich dir Recht. So ganz romantisch ist es aber nicht immer UND; es macht auch nicht 365 Tage im Jahr immer uneingeschränkt Spaß ;-) Viele Grüße Andrea

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Andrea, wie alles im Leben hat jede Medaille zwei Seiten – das ist mir bewusst – aber ich träume ja im Artikel :-) Ganz liebe Grüße, Petra

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