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Dehnungshaltung beim Pferd: Vorwärts abwärts richtig reiten statt „Rübe runter“

Die Dehnungshaltung beim Pferd ist die Nummer 1 für die Gesunderhaltung des Rückens und die Entwicklung einer starken Rückenmuskulatur beim Reiten: Die Rübe muss runter!“ hat mir mein Reitlehrer früher quer über den Platz gebrüllt. Ich stand auf dem Reitplatz. Carey unter mir. Mein Reitlehrer brüllte von der Bande: „Die…

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Die Dehnungshaltung beim Pferd ist die Nummer 1 für die Gesunderhaltung des Rückens und die Entwicklung einer starken Rückenmuskulatur beim Reiten:

Die Rübe muss runter!“ hat mir mein Reitlehrer früher quer über den Platz gebrüllt.

Ich stand auf dem Reitplatz. Carey unter mir. Mein Reitlehrer brüllte von der Bande: „Die Rübe muss runter! Halt sie vorne und treib von hinten!“

Ich zog am Zügel. Carey presste ihren Kopf nach unten. Ihr Rücken blieb hart. Durchgedrückt. Sie lief steif wie ein Brett.

Das sollte die Dehnungshaltung sein?

Ich spürte, dass etwas nicht stimmte. Mein Bauchgefühl sagte mir: Das kann nicht richtig sein. Aber ich war noch neu. Ich dachte, der Reitlehrer weiß es besser.

Heute weiß ich: Er hatte Unrecht.

Die Dehnungshaltung beim Pferd hat nichts mit „Rübe runter“ zu tun. Sie hat nichts mit Druck zu tun. Sie hat mit einem aufgewölbten Rücken zu tun, mit aktiven Schritten, mit echter Muskelarbeit.Heute weiß ich: Das ist Bullshit. Die Dehnungshaltung beim Pferd hat nichts mit einem tiefen Kopf zu tun. Sie hat mit einem aufgewölbten Rücken, aktiven Schritten und echter Muskelarbeit zu tun.

Jahre später sitze ich auf Carey. Sie geht schwungvoll vorwärts. Ihr Hals streckt sich entspannt nach vorne unten. Ihr Rücken wölbt sich auf. Ich spüre, wie sie mich locker trägt.

Das ist Dehnungshaltung.

Und genau das zeige ich dir jetzt.

  • Um die Dehnungshaltung korrekt zu erreichen, sollte dein Pferd aktiv und mit schwungvollen Schritten vorwärts gehen, während es den Hals entspannt vorwärts-abwärts streckt.
  • Dabei bleibt die Nase leicht vor der Senkrechten, und dein Pferd wölbt seinen Rücken auf, so dass es den Reiter locker tragen kann.

Das klingt easypeasy, ist in der Realität aber gar nicht so einfach und eher das Ziel als der Start. Wenn wir Reiten sollten wir dieses Bild immer vor Augen haben.

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Das Wichtigste zur Dehnungshaltung beim Pferd auf einen Blick

Bevor wir in die Details gehen, hier die wichtigsten Punkte, die du wissen musst:

  • Dehnungshaltung ist nicht gleich „Kopf runter“ – Es geht um einen aufgewölbten Rücken, nicht um einen tiefen Kopf. Dein Pferd muss von hinten nach vorne durchschwingen.
  • Aktive Schritte sind Pflicht – Dein Pferd soll nicht latschern oder auf der Vorhand laufen, sondern aktiv vorwärts gehen mit aufgewölbtem Rücken.
  • Die Nase bleibt vor der Senkrechten – Der Hals streckt sich entspannt vorwärts abwärts, die Nase zeigt leicht vor die Senkrechte.
  • Muskelaufbau braucht Zeit – Die Dehnungshaltung ist das Ziel, nicht der Start. Dein Pferd braucht Wochen und Monate, um die nötige Muskulatur aufzubauen.
  • Feine Anlehnung statt Druck – Eine elastische, mitgehende Verbindung zum Pferdemaul ist entscheidend. Dein Pferd soll die Dehnung selbst suchen.
  • In allen Gangarten üben – Schritt, Trab und Galopp trainieren verschiedene Muskelgruppen. Die Übergänge sind besonders wertvoll.
  • Regelmäßig in jedes Training einbauen – 10 bis 15 Minuten zum Aufwärmen, kurze Phasen zwischendurch, 5 bis 10 Minuten zum Abkühlen.

Warum die Dehnungshaltung so wichtig für die Gesundheit deines Pferdes ist

Die Dehnungshaltung beim Pferd ist die Nummer 1 für die Gesunderhaltung des Rückens und die Entwicklung einer starken Rückenmuskulatur beim Reiten.

Um die Dehnungshaltung korrekt zu erreichen, sollte dein Pferd aktiv und mit schwungvollen Schritten vorwärts gehen, während es den Hals entspannt vorwärts abwärts streckt.

Dabei bleibt die Nase leicht vor der Senkrechten. Dein Pferd wölbt seinen Rücken auf. So kann es dich locker tragen.

Das klingt einfach, ist in der Realität aber gar nicht so simpel. Es ist eher das Ziel als der Start. Wenn wir reiten, sollten wir dieses Bild immer vor Augen haben.

Lass mich dir erklären, warum die Dehnungshaltung so wichtig ist: Dein Pferd ist von Natur aus nicht fürs Reiten gebaut. Es ist ein Fluchttier. Es trägt sein Gewicht normalerweise auf der Vorhand.

Wenn du dich jetzt auf seinen Rücken setzt, kommt zusätzliches Gewicht dazu. Dein Pferd muss lernen, dieses Gewicht gesund zu tragen. Sonst wird es Schmerzen bekommen. Verspannungen. Rückenprobleme.

Die Dehnungshaltung hilft deinem Pferd dabei, seinen Rücken richtig zu benutzen. Sie dehnt die gesamte Oberlinie. Sie aktiviert die Rückenmuskulatur. Sie löst Verspannungen.

Aber nur, wenn du sie richtig reitest.

Die Aufwärmphase: Beginne mit einem sanften Schritt am langen Zügel, um das Pferd auf das Training vorzubereiten. Dadurch wird die Durchblutung der Muskulatur gefördert, die Gelenke und Bänder werden warm und dein Pferd kann mental ankommen. Ich mache diese Phase auch gerne am Boden mit – das kannst du sehr gerne tun oder sie kreativ gestalten. Dazu findest du HIER einen Artikel auf der Pferdeflüsterei

Dafür müssen alle nötigen Muskeln gut gestärkt werden. Dazu findest du HIER einen spannenden Artikel, in dem ich dir meine 4 liebsten Übungen und ganz viele Informationen zum gesunden Pferderücken zusammengefasst habe.

Schritt für Schritt Anleitung: So reitest du dein Pferd richtig in Dehnungshaltung

Im Grunde braucht es immer ein paar Schritte, um in ein schönes Vorwärts Abwärts zu kommen. Diese Schritte kannst du jedes Mal beim Reiten mit deinem Pferd gehen.

Gleichzeitig kannst du dein Pferd und seinen Rücken aber auch mit guter Bodenarbeit und Muskeltraining speziell für Rücken, Bauch und Hals unterstützen.

Lass uns die Schritte einmal durchgehen.

Die Aufwärmphase: Dein Pferd mental und körperlich vorbereiten

Beginne mit einem sanften Schritt am langen Zügel, um dein Pferd auf das Training vorzubereiten.

Warum ist das so wichtig? Weil dadurch die Durchblutung der Muskulatur gefördert wird. Die Gelenke und Bänder werden warm. Dein Pferd kann mental ankommen.

Ich mache diese Phase auch gerne am Boden mit. Das kannst du sehr gerne tun oder sie kreativ gestalten. Dazu findest du HIER einen Artikel auf der Pferdeflüsterei.

Nimm dir Zeit dafür. Mindestens 10 Minuten. Besser 15. Dein Pferd zeigt dir, wenn es bereit ist: Es kaut ab. Es atmet tief. Es wird weicher in der Bewegung.

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Leichte Anlehnung: Die feine Verbindung zum Pferdemaul

Wenn dein Pferd dann warm ist und ihr ins Reittraining startet, suche immer wieder sanft und liebevoll eine leichte Anlehnung.

Das bedeutet: Halte eine feine Verbindung zum Pferdemaul, aber übe keinen starken Druck aus.

Dein Pferd sollte die Dehnung von sich aus suchen.

Das ist schwer zu verstehen, wenn du es noch nie gespürt hast. Ich beschreibe es mal so: Es fühlt sich an, als würde dein Pferd sanft an die Trense herantreten. Als würde es sagen: Ich bin da. Ich bin bereit. Ich vertraue dir.

Du hältst diese Verbindung dann ganz fein. Elastisch. Mitgehend.

Nicht festhalten. Nicht ziehen. Nicht blockieren.

Das braucht Übung. Viel Übung. Ich habe Jahre gebraucht, bis ich das Gefühl wirklich verstanden habe.

Vorwärts abwärts reiten: Aktivität und Dehnung kombinieren

Achte darauf, dass dein Pferd aktiv vorwärts geht und sich dabei locker aus dem Genick dehnt.

Es sollte also nicht nur den Kopf senken. Es sollte auch den Rücken aufwölben.

Das kostet Kraft. Und Übung.

Mach dir klar, dass das nicht von heute auf morgen geht. Dein Pferd kann das nicht innerhalb weniger Tage lernen. Dafür müssen alle nötigen Muskeln gut gestärkt werden.

Dazu findest du HIER einen spannenden Artikel, in dem ich dir meine 4 liebsten Übungen und ganz viele Informationen zum gesunden Pferderücken zusammengefasst habe.

Was ich bei Carey gemacht habe: Ich habe mit ganz kurzen Phasen angefangen. 30 Sekunden in Dehnungshaltung. Dann Pause. Dann wieder 30 Sekunden.

So haben wir uns langsam gesteigert. Heute kann sie mehrere Minuten am Stück in schöner Dehnungshaltung laufen.

Wechsel der Gangarten: Verschiedene Muskelgruppen ansprechen

Übe die Dehnungshaltung im Schritt, Trab und Galopp.

Durch die Abwechslung werden verschiedene Muskelgruppen angesprochen. Dein Pferd lernt, die Dehnung in jeder Gangart zu halten.

Außerdem sind die Übergänge zwischen den Gangarten super für die Muskeln deines Pferdes. Du kannst die Kommunikation immer wieder verbessern, indem du darauf achtest, dass die Signale immer feiner und feiner werden.

Im Schritt ist die Dehnungshaltung am einfachsten. Dein Pferd hat Zeit, die Bewegung zu finden. Der Rücken kann sich entspannen.

Im Trab wird es anspruchsvoller. Die Bewegung ist schneller. Dein Pferd muss mehr Balance halten.

Im Galopp ist die Dehnungshaltung am schwierigsten. Aber auch am effektivsten für die Muskelarbeit.

Bau die Gangarten langsam auf. Erst wenn die Dehnungshaltung im Schritt sitzt, gehst du in den Trab. Erst wenn sie im Trab sitzt, gehst du in den Galopp.

Häufige Fehler beim Vorwärts Abwärts und wie du sie vermeidest

Nachdem wir über das „DO“ gesprochen haben, wollen wir uns noch kurz den Fehlern widmen. Außerdem verrate ich dir, wie du sie vermeiden kannst. Damit dein Pferd immer schöner und schöner unter dem Sattel laufen kann.

Denk aber immer daran, egal was du mit deinem Pferd machst: Es ist immer ein Prozess.

Der Weg ist das Ziel.

Nichts wird von heute auf Morgen perfekt sein. Du solltest auch nicht versuchen, die Perfektion mit Druck zu erreichen. Lass dir und deinem Pferd Zeit. Habe ein Idealbild vor Augen. Geh dann schrittweise euren Weg, bis du euer Ziel erreichst.

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Erster Fehler: Kopf tief ohne Rücken hoch

Wie oft hast du schon „die Rübe muss runter“ gehört?

Diesen Satz hat mir mein Reitlehrer damals immer quer über den Platz zugebrüllt. Dicht gefolgt von: Halt den mal vorne und treib ihn dann von hinten an.

Gerne auch als „vorne halten, hinten treiben“ bekannt.

Das ist Bullshit.

Sorry, wenn ich es so direkt schreibe, aber leider ist das 100 Prozent Blödsinn. Und wird immer noch an viel zu vielen Reitschulen gelehrt.

Der Kopf alleine hat noch nichts zu sagen. Wenn der Rücken dabei hohl oder durchgedrückt bleibt, weil das Pferd zwar krampfhaft den Kopf herunternimmt, aber den Rücken nicht aufwölbt, dann hast du nichts gewonnen.

Im Gegenteil: Du schadest deinem Pferd dreifach und vierfach damit.

Ein Pferd muss korrekterweise von hinten nach vorne durchschwingen. Es muss den Rücken bewusst anheben. Aufwölben nennt man das auch.

Dafür braucht es freie und lockere Schultern. Eine Kopfhaltung, die nicht zu hoch und nicht zu tief ist. Gute Bauch und Halsmuskeln. Einen lockeren Rücken. Und eine starke geschmeidige Hinterhand.

Das klappt über schönes Training. Nicht mit Druck.

Die Lösung: Achte darauf, dass dein Pferd wirklich über den Rücken geht. Nicht nur den Kopf fallen lässt. Nicht über Druck tief gezogen wird.

Der Rücken deines Pferdes sollte sich aufwölben. Die Schritte müssen aktiv vorwärts gehen. Dann geht irgendwann auch der Kopf in die Dehnungshaltung.

Zweiter Fehler: Zu viel Druck in der Hand

…oder mechanische Mittel wie Hilfszügel oder Ausbinder für die Kopfhaltung.

Eine starke Hand, die vorne festhält, hindert das Pferd daran, den Kopf losgelöst vorwärts abwärts zu strecken. Sie blockiert den Schwung.

Wie eine Welle, die gegen eine Wand knallt.

Ich sehe das so oft auf Reitplätzen. Pferde, die gegen die Hand rennen. Reiter, die ziehen und zerren. Und denken, das sei normal.

Es ist nicht normal. Es ist falsch.

Die Lösung: Versuche eine feine elastische Verbindung am Zügel herzustellen, die mit der Bewegung mitgeht. Nicht unruhig ist. Nicht zieht. Nicht blockiert.

Dein Pferd kann dann selbstständig die Dehnung suchen. Es kann eine gute Kopf Hals Haltung einnehmen.

Das braucht ein gutes Körpergefühl. Und weiche Hände. Und viel Geduld.

Bei mir hat es geholfen, am langen Zügel zu reiten. Ohne jede Verbindung. Um zu spüren, wie sich mein Pferd ohne meine Einwirkung bewegt.

Dann habe ich langsam die Verbindung aufgebaut. Ganz sanft. Ganz fein.

Dritter Fehler: Dein Pferd fällt auf die Vorhand

Wenn dein Pferd keine starken Muskeln hat und noch nicht optimal fürs Reiten trainiert ist, wird es vermutlich immer wieder auf die Vorhand fallen.

Mach dir erst einmal keinen Stress. Das passiert bei nahezu allen Pferden. Manche mehr, manche weniger.

Warum ist das so? Weil sie von Natur aus vorhandlastig sind. Sie sind ja nicht fürs Reiten gebaut worden.

Wenn die Pferde aber immer und ständig auf die Vorhand fallen, können sie erstens keinen schönen Schwung entwickeln. Zweitens werden sie ihrem Körper langfristig schaden, wenn wir sie reiten.

Die Lösung: Vermeide, dass dein Pferd durch zu starkes Nach vorne Schieben auf die Vorhand kippt.

Es sollte im Gleichgewicht bleiben. Mit einer leichten Aktivierung der Hinterhand. Um den Rücken gut arbeiten zu lassen.

Dafür musst du die Hinterhand stärken. Geraderichtende Lektionen machen. Mit guter Dressur und Gymnastizierung kannst du sehr viel für dein Pferd erreichen.

Achte auch auf deinen Sitz. Wenn du immer nach vorne fällst, machst du es auch deinem Pferd „leichter“, nach vorne zu fallen. Außerdem bringst du es aus dem Gleichgewicht.

Ich habe bei Carey gemerkt: Wenn ich meinen Oberkörper auch nur minimal nach vorne lehne, fällt sie sofort auf die Vorhand. Wenn ich aufrecht sitze, mit Gewicht in der Ferse, kann sie viel besser balancieren.

Dein Sitz macht mehr aus, als du denkst.

Petra und Carey beim Satteln - Dehnungshaltung. BLOG
Vorteile der Dehnungshaltung für dein Pferd

Eine korrekte Dehnungshaltung verbessert die Beweglichkeit. Sie sorgt für eine gleichmäßige Belastung des gesamten Körpers.

Dadurch kann dein Pferd nicht nur dich besser tragen. Es kann auch die Elastizität des Rückens und der Muskulatur langfristig erhalten.

Um dein Pferd richtig zu dehnen, ist es entscheidend, dass der Hals nicht nur abgesenkt wird. Er muss auch locker vorwärts gestreckt werden.

So wird eine natürliche und gesunde Haltung gefördert. Die deinem Pferd hilft, sich über den Rücken zu bewegen.

Idealerweise hast du eine feine Verbindung zum Maul deines Pferdes. Die Anlehnung. Die aber leider oft falsch verstanden wird.

Denn viele Reiter haben viel zu viel Gewicht in den Händen.

Was ist Anlehnung wirklich? Dein Pferd tritt freiwillig und in einer feinen Verbindung an die Trense im Maul heran. Es nimmt sozusagen die Verbindung auf. Die du dann genauso fein und sanft hältst.

Das ist unendlich schwer. Und hat nichts mit dem zu tun, was wir von vielen Reitlehrern hören oder auf Reitplätzen sehen.

Konkrete Vorteile der Dehnungshaltung beim Pferd

Die Dehnungshaltung baut die Muskulatur deines Pferdes auf. Sie hilft dabei, dein Pferd auch beim Reiten gesunderhaltend zu trainieren.

Weil dein Pferd über den gesamten Rücken gedehnt wird dabei. Wodurch Verspannungen gelöst werden können. Und die Rückenmuskeln aktiviert werden können.

Förderung der Rückenmuskulatur: Die Dehnungshaltung trainiert den langen Rückenmuskel, indem das Pferd lernt, den Rücken aufzuwölben und sich aktiv vorwärts abwärts zu strecken.

Vorbeugung von Verspannungen: Regelmäßiges Training in der Dehnungshaltung beugt Muskelverspannungen vor, die durch Fehlbelastungen entstehen können.

Verbesserte Beweglichkeit: Durch das Vorwärts Abwärts Dehnen wird die Elastizität des Pferderückens gefördert.

Grundlage für die Versammlung: Die Dehnungshaltung schafft die nötige Losgelassenheit und Balance, die das Pferd später für die Versammlung benötigt.

Ein schön gerittenes Pferd in Dehnungshaltung bewegt sich geschmeidiger. Was zu einer besseren Balance führt.

Sie sorgt dafür, dass dein Pferd auch als Reitpferd langfristig gesund bleibt. Das ist ein wünschenswertes Ziel.

Deswegen solltest du die Dehnungshaltung unbedingt auf deinen Reitplan schreiben. Auch wenn du als Freizeitreiter viel ins Gelände tingelst.

Denn auch da lässt sich die Dehnungshaltung gut zwischendurch einbauen.

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Wie oft sollte die Dehnungshaltung geritten werden?

Die Dehnungshaltung solltest du regelmäßig in jede Trainingseinheit integrieren. Sowohl in der Aufwärm als auch in der Abkühlphase. Und gerne auch zwischendurch.

Beispiel:

Zu Beginn des Trainings: 10 bis 15 Minuten in der Dehnungshaltung, um die Muskulatur aufzuwärmen und die Flexibilität des Rückens zu fördern.

Zwischendurch als Entspannung: Während anspruchsvollerer Arbeit kann das Pferd in der Dehnungshaltung immer wieder für kurze Zeit entspannt werden, um die Muskulatur zu lockern.

Am Ende des Trainings: 5 bis 10 Minuten in Dehnungshaltung, um das Pferd nach dem Training zu dehnen und das Training entspannt zu beenden.

Bei Carey mache ich das so: Wir starten immer mit 10 Minuten lockeres Vorwärts Abwärts im Schritt. Dann arbeiten wir. Zwischendurch lasse ich sie immer wieder für 2 bis 3 Minuten in Dehnungshaltung laufen. Als Pause. Als Belohnung. Zum Lockern.

Am Ende reiten wir nochmal 10 Minuten entspanntes Vorwärts Abwärts. Damit sie das Training mit einem guten Gefühl beendet.

Das funktioniert wunderbar.

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Ist das Vorwärts Abwärts schlecht?

Ich weiß, dass es immer wieder Diskussionen über die Dehnungshaltung gibt. Teilweise auch sehr mit Mythen überladen.

Aber es ist weder ein Allheilmittel noch Tierquälerei.

Es ist mit dem Vorwärts Abwärts Reiten wie mit vielem anderen in der Reiterwelt: Wenn du es sinnvoll nutzt und gut reitest, kann es dein Pferd unterstützen.

Wenn du dein Pferd natürlich ohne Muskeltraining und Muskelaufbau mit einem latscherten Sitz auf der Vorhand laufen lässt, dann ist es nicht hilfreich.

Aber, sind wir mal ehrlich, dann ist es auch kein Vorwärts Abwärts.

Schlechtes Reiten ist immer schlecht. Hilfsmittel sind meist keine Hilfe. Dominanz ist nicht die Lösung.

Es ist auch nicht zum Dauerzustand im Training zu nutzen. Es ist ein Teil des Ganzen. Es kann deinem Pferd helfen, sich zu lösen und die Oberlinie zu dehnen.

So wie ein flotter Trab die Kondition deines Pferdes fördern kann. Und ein Übergang in den gut gesetzten Galopp die Bauchmuskeln fördert.

Deswegen sollst du aber auch nicht die ganze Zeit flott traben. Und ständig Übergänge in den Galopp machen.

Idealerweise reitest du immer einen Mix aus Bewegungslektionen, lösenden Lektionen, Mentallektionen, muskelaufbauenden Lektionen, lockernden Lektionen, Dressurlektionen und und und.

So dass das Training sinnvoll ist. Abwechslungsreich. Passend zu Kopf und Körper des Pferdes. Und maximal Spaß bringend für dich und das Pferd.

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Unterschied zwischen Dehnungshaltung und Versammlung

Falls du dich jetzt fragst, was eigentlich der Unterschied zwischen Dehnungshaltung und Versammlung ist, fasse ich dir das zum Schluss noch flott zusammen.

Das eine ist im Grunde die Lockerung und Lösung sowie Unterstützung. Das andere ist die Muskelkraft und Bewegungen, damit dein Pferd sich selbst und damit auch dich tragen kann.

Der Hauptunterschied zwischen Dehnungshaltung und Versammlung liegt also in der Körperhaltung und der Aktivierung der Muskulatur.

Die Dehnungshaltung beim Pferd

In der Dehnungshaltung streckt dein Pferd den Hals nach vorne und unten. Dadurch wird der Rücken aufgewölbt. Es trägt die Nase leicht vor der Senkrechten. Damit dehnt es seine ganze Oberlinie.

Der lange Rückenmuskel wird dabei gedehnt und aktiviert. Seine Muskulatur ist in einem entspannten, aber trotzdem tragfähigen Zustand.

Die Hinterhand bleibt aktiv, aber ohne starke Lastaufnahme.

Das Ziel ist die Förderung von Losgelassenheit, Durchlässigkeit, Lockerung und Stärkung der Muskulatur.

Die Dehnungshaltung ist die Vorbereitung für versammelndes Training.

Die Versammlung beim Pferd

In der Versammlung soll sich dein Pferd mehr auf die Hinterhand setzen. Was eine stärkere Lastaufnahme seitens der Hinterhand erfordert.

Deswegen muss es den Hals mehr aufrichten. Der Kopf ist auf der Senkrechten. Das Pferd trägt sich sozusagen selbst im Gleichgewicht.

In der Versammlung sind die Muskeln deines Pferdes deutlich stärker aktiviert. Die Hinterhand wird tiefer unter den Schwerpunkt gebracht. Der Rücken bleibt idealerweise die ganze Zeit aufgewölbt.

Dafür braucht es mehr Kraft. Um die höhere Anforderung an Balance und Tragkraft zu erfüllen.

Das Ziel ist die Verbesserung der Tragfähigkeit deines Pferdes und seiner Balance. Dafür braucht es mehr Kraft und Körperbeherrschung.

Du ahnst schon, dass die Versammlung das große Ziel am Schluss der Ausbildung ist. Und nichts, was du von Anfang an jederzeit abrufen kannst.

Häufig gestellte Fragen zur Dehnungshaltung beim Pferd

FAQ

Wie lange dauert es, bis mein Pferd die Dehnungshaltung lernt?

Das ist sehr individuell und hängt vom Trainingszustand deines Pferdes ab. Bei einem untrainierten Pferd kannst du mit mehreren Wochen bis Monaten rechnen. Wichtig ist: Dein Pferd braucht Zeit, die nötige Muskulatur aufzubauen. Fang mit kurzen Phasen an (30 Sekunden bis 1 Minute) und steigere dich langsam. Zwing nichts. Der Muskelaufbau braucht seine Zeit.

Kann ich die Dehnungshaltung auch im Gelände reiten?

Ja, absolut! Die Dehnungshaltung lässt sich wunderbar ins Geländereiten einbauen. Auf geraden Strecken kannst du dein Pferd immer wieder für einige Minuten in Dehnungshaltung laufen lassen. Das lockert die Muskulatur und gibt deinem Pferd die Möglichkeit, sich zu entspannen. Besonders bergauf ist die Dehnungshaltung super für die Rückenmuskulatur.

Mein Pferd hebt den Kopf sofort wieder hoch. Was mache ich falsch?

Wahrscheinlich nichts. Oft liegt es daran, dass die Muskulatur noch nicht stark genug ist. Oder dein Pferd ist unsicher und sucht Sicherheit in einer höheren Kopfhaltung. Zwing den Kopf nicht runter. Arbeite stattdessen an der Losgelassenheit, am Vertrauen und am Muskelaufbau. Mit der Zeit wird dein Pferd von selbst lernen, den Hals zu dehnen.

Ist Vorwärts Abwärts das gleiche wie auf der Vorhand laufen?

Nein, absolut nicht! Das ist ein wichtiger Unterschied. Bei der Dehnungshaltung bleibt dein Pferd im Gleichgewicht und geht aktiv vorwärts mit aufgewölbtem Rücken. Auf der Vorhand laufen bedeutet, dass dein Pferd sein Gewicht nach vorne kippt, latschert und der Rücken durchhängt. Das ist das Gegenteil von dem, was wir wollen.

Wie erkenne ich, ob mein Pferd wirklich über den Rücken geht?

Du spürst es. Der Rücken deines Pferdes fühlt sich weich und schwingend an. Nicht hart oder fest. Dein Pferd bewegt sich geschmeidig. Die Schritte sind aktiv und elastisch. Du siehst eine Aufwölbung im Rücken. Und dein Pferd kaut ab, atmet tief und wirkt entspannt. Wenn du unsicher bist, lass jemanden ein Video machen. Von der Seite siehst du am besten, ob der Rücken wirklich aufgewölbt ist.

Brauche ich Hilfszügel für die Dehnungshaltung?

Nein. Auf keinen Fall. Hilfszügel wie Ausbinder oder Schlaufzügel zwingen den Kopf in eine Position. Aber sie hindern dein Pferd daran, die Dehnung selbst zu suchen. Und genau das ist das Ziel. Dein Pferd soll lernen, sich selbst zu tragen. Nicht mechanisch in eine Form gepresst werden. Arbeite lieber an deiner Hand, deinem Sitz und der Muskulatur deines Pferdes.

Wie oft pro Woche sollte ich die Dehnungshaltung üben?

Idealerweise in jeder Trainingseinheit. Die Dehnungshaltung ist kein Extra Training, sondern ein fester Bestandteil jeder Einheit. 10 bis 15 Minuten zum Aufwärmen, kurze Phasen zwischendurch als Entspannung, 5 bis 10 Minuten zum Abkühlen. So wird sie zur Routine für dein Pferd.

Kann die Dehnungshaltung auch schaden?

Nur wenn du sie falsch reitest. Wenn du den Kopf mit Kraft runterziehst, wenn du dein Pferd auf der Vorhand latschern lässt oder wenn du zu viel Druck in der Hand hast. Dann ja, dann kann es schaden. Aber eine korrekt gerittene Dehnungshaltung mit aktivem Vorwärts, aufgewölbtem Rücken und feiner Anlehnung ist gesund für dein Pferd.

Mein Pferd rollt sich ein und kommt hinter die Senkrechte. Was tun?

Das ist ein Zeichen für zu viel Druck in der Hand. Dein Pferd weicht dem Druck aus, indem es sich einrollt. Die Lösung: Gib mehr nach. Reite mit weniger Zügelkontakt. Lass deinem Pferd mehr Freiheit. Und arbeite daran, dass es die Dehnung selbst sucht, statt vor deiner Hand zu fliehen. Das braucht Geduld und ein sehr feines Gefühl in der Hand.

Fazit: Die Dehnungshaltung beim Pferd als Teil eines gesunden Trainings

Die Dehnungshaltung beim Pferd ist kein Allheilmittel. Aber sie ist ein wichtiger Baustein für ein gesundes Reitpferdeleben.

Wenn du sie richtig reitest, stärkst du die Rückenmuskulatur deines Pferdes. Du verbesserst seine Balance. Du förderst seine Losgelassenheit.

Und du legst den Grundstein für später. Für Versammlung. Für schönere Lektionen. Für ein Pferd, das sich selbst tragen kann.

Das Wichtigste ist: Hab Geduld. Nimm dir Zeit. Zwing dein Pferd nicht in eine Position.

Lass es die Dehnung selbst suchen. Unterstütze es dabei. Und feiere jeden kleinen Fortschritt.

Bei Carey hat es Monate gedauert, bis sie eine wirklich schöne Dehnungshaltung gefunden hat. Heute ist es für sie selbstverständlich.

Und das kann es für dein Pferd auch werden.

Gib ihm die Zeit, die es braucht. Und reite mit Gefühl, nicht mit Druck.

Dann wird die Dehnungshaltung beim Pferd für euch beide zu etwas Schönem. Zu etwas, das euch verbindet. Und zu etwas, das dein Pferd gesund hält.

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