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Morgan Horse

Das Morgan Horse ist eine amerikanische Pferderasse. In Europa ist sie noch nicht stark vertreten, findet aber immer mehr Anhänger. Kein Wunder: Ihre Vielseitigkeit gepaart mit ihrer Menschenbezogenheit und Umgänglichkeit machen Morgan Horses zu einzigartigen Pferden.

Ausdauernd, intelligent und lebhaft: das Morgan Horse

Ein ausdrucksstarkes, kleines Reitpferd, das sich elegant bewegt, das vielseitig einsetzbar ist und einen sanften Charakter besitzt. So in etwa lassen sich die Eigenschaften des Morgan Horse zusammenfassen. Die Rasse ist bekannt für ihre Ausdauer und ihre Kraft, genauso wie ihren Eifer und Lernwillen.

Größe
Ein Morgan ist ein Kleinpferd und hat ein Stockmaß zwischen 140 und 155 Zentimetern.

Farbe
Viele Morgan Horses sind Rappen oder Braune – da helle Farben lange seitens des amerikanischen Rasseverbands nicht erwünscht waren. Es gibt sie aber auch als Füchse und in diversen Spezialfarben wie Buckskins, Palominos, Duns oder Grullos. Schimmel sind sehr selten, Schecken gibt es keine. Weiße Abzeichen – gern ein Stern – sind möglich. An den Beinen dürfen sie aber nicht höher reichen als das Karpal- oder Sprunggelenk.

Morgan Horses haben seidiges und glänzendes Fell, eine üppige Mähne und einen langen, dichten Schweif.

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Kompakt und fein: Der Körperbau

Ausgewogene Proportionen und ein harmonischer, kompakter und feiner Körperbau zeichnen das Morgan Horse aus. Es hat einen kleinen, edlen Kopf mit großen, klaren und wach blickenden Augen mit einem lebhaften und klugen Ausdruck. Das Profil ist gerade und die Stirn breit mit recht kurzen Ohren, die weit auseinander stehen. Das mittelgroße Maul hat hat feste Lippen und weite Nüstern.

Typisch für Morgans ist ihr kräftiger, geschwungener Hals, der hoch ansetzt, was ihnen eine hohe natürliche Aufrichtung und eine schöne Oberlinie verleiht. Der Rücken ist kurz, stark bemuskelt und besitzt eine gute Sattellage mit entsprechender Rippenwölbung und viel Gurttiefe. Der Widerrist ist definiert und passt zu Proportion und Winkel der Schulter. Diese ist breit, lang und schräg.

Die Kruppe fällt leicht ab und ist ebenfalls gut bemuskelt und rund. Eine zu hohe Kruppe und ein langer Rücken sind in der Zucht dagegen nicht erwünscht. Der Schweif ist hoch angesetzt.
Das Morgan Horse hat mittellange, gut gewinkelte und trockene Beine mit ebenfalls mittellangen Fesseln. Bekannt ist die Rasse auch für ihre stabilen, gesunden Gelenke. Ihre Hufe sind hart, rund und kräftig – viele Morgan Horses brauchen keinen Beschlag, weil die Hornqualität sehr gut ist.

Die Gänge sind energetisch und elastisch. Morgans besitzen eine natürliche Versammlungsfähigkeit. Es gibt auch Morgan-Linien, die tölten.

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Lebhaft und sanft: Der Charakter

Morgan Horses sind durchaus temperamentvoll und sensibel, aber nicht grell. Weil sie lebhaft und neugierig sind, lieben sie die Abwechslung und verschiedene Aufgaben. Aufmerksam und intelligent, lernen sie gern und haben eine schnelle Auffassungsgabe. Morgans gelten als sehr leistungsbereit.

Gepaart mit ihrer Freundlichkeit und Gutmütigkeit macht sie das zu angenehmen Gefährten. Sie sind zuverlässig und ausdauernd, gleichzeitig menschenbezogen und sanft. Morgen Horses wollen gefallen und mitarbeiten, was den Umgang mit ihnen unkompliziert macht. In der Haltung gelten sie als robust und anpassungsfähig. Sie sind leicht zu halten. Wer einmal ein Morgan Horse besitzt, der verkauft es meist nicht wieder.

Vielseitiger Allrounder: Was das Morgan Horse alles kann

Wegen ihres Körperbaus sind Morgan Horses ideale und begabte Reitpferde. Entsprechend vielseitig werden sie in Dressur, Springen und Freizeitreiten eingesetzt. Auch Distanzreiten, Westernreiten und Reittherapie sind mit der Rasse möglich.
Wegen ihrer auffälligen Optik und Ausstrahlung werden Morgans auch gern als Showpferde eingesetzt. Auch vor der Kutsche zeigen die Pferde aus den USA, was sie können. Diese enorme Vielseitigkeit hat die Rasse in den USA so bekannt und beliebt gemacht.

Morgens haben nur einen geringen Futterbedarf. Sie sind belastbar und regenerieren sich schnell. Außerdem wird ihnen eine hohe Lebenserwartung zugesprochen.

Typische Krankheiten

Die Erbkrankheit PSSM1 (Polysaccharid-Speicher-Myopathie) wurde auch bei Morgans gefunden, auch wenn sie im Vergleich zu anderen Rassen weniger häufig auftritt. Ebenfalls wurden zwei Fellfarb-Gene mit genetischen Krankheiten in Verbindung gebracht: die kongenitale okuläre Anomalie (MCOA), auch ASD genannt, steht in Verbindung mit dem Silver-Dapple-Gen. Dabei wuchert Augengewebe, was die Sicht behindern kann. In der Regel verläuft die Krankheit nicht schwer. Die andere Erbkrankheit, die nachgewiesen wurde, ist das Overo-Lethal-White-Syndrom. Fohlen, die das Gen von beiden Elterntieren vererbt bekommen, werden komplett weiß geboren und sterben innerhalb weniger Tage.

Das Morgan Horse hat einen Urvater – die Zuchtgeschichte

Über Morgan Horses wird gesagt, dass sie als weltweit einzige Rasse auf einen Gründungsvater, den Hengst Figure, zurück gehen. Er wurde 1789 in Massachusetts geboren und war mit einem Stockmaß von 1,42 Metern recht klein. Figures Abstammung ist unsicher, vermutlich war er ein gelungener Mix aus Arabern, Vollblütern und Welsh Ponys sowie Berbern. Figure selbst war ein schönes Pferd – korrekt und harmonisch gebaut mit guten Proportionen und der hohen Aufrichtung und Lebhaftigkeit, die seine Nachkommen heute noch charakterisiert. Er vereinte Eleganz und Leichtigkeit mit einer erstaunlichen Kraft. Temperamentvoll wie sanft soll er gewesen sein. Der Hengst gelangte in den Besitz des Lehrers Justin Morgan aus Vermont. Er nutzte ihn für die Feldarbeit genauso wie für Pferderennen und Zugwettbewerbe. Figures Schnelligkeit und Ausdauer waren legendär. Es wird erzählt, dass der kleine Hengst beim Ziehen von schweren Lasten sogar Kaltblüter übertrumpfte.

Er erregte aber nicht nur Aufmerksamkeit aufgrund seiner bemerkenswerten Leistungen, sondern auch, weil er seine außergewöhnlichen Eigenschaften zuverlässig weitervererbte. Figure deckte Stuten verschiedenster Rassen und seine Nachkommen erwiesen sich als schnell und ausdauernd, arbeitswillig und extrem vielseitig. Sherman, Bulrush und Woodbury, drei Söhne Figures, begründeten schließlich die Rasse Morgan Horse – der Name stammt vom Besitzer des Hengstes.

Das Morgan Horse wurde später im Bürgerkrieg als Kavalleriepferd ausgewählt und gefördert. Man schätzte die Zähigkeit, Belastbarkeit und das hohe Regenerationsvermögen der Rasse. Mit den Siedlertrecks gelangte sie nach Westen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Morgans hocherfolgreich in Trab- und Galopprennen eingesetzt. Gerade im Trabrennen punkteten sie mit Geschwindigkeit und Ausdauer.
Rennpferd, Reitpferd und Ranchpferd, Kavallerie- und Arbeitspferd, das Wägen und den Pflug ziehen konnte: Das Morgan Pferd galt als ein absoluter Allrounder. Die Erzählung sagt: Samstags zieht das Morgan Horse den Pflug, sonntags die Familienkutsche zur Kirche und montags reitet der Familienvater auf ihm zur Arbeit.

Morgans wurden in viele andere Rassen wie Quarter Horses, Tennessee Walker, Saddlebred oder amerikansiche Traber eingekreuzt. 1909 gründete sich der Morgan Horse Club und die Zucht wurde systematisiert. Seit 1948 dürfen keine anderen Rassen mehr in Morgans eingekreuzt werden, um den ursprünglichen Pferdetyp zu bewahren.

Morgan Horses sind in den USA beliebt und weit verbreitet. Auch in Europa wird die Rasse immer bekannter – in Deutschland gibt es schätzungsweise über 300 registrierte Morgan Horses. Die Zucht wird von der Deutschen Morgan Horse Association gesteuert.

Innerhalb der Zucht werden übrigens verschiedene Typen unterschieden. In den USA ist der sogenannte Showmorgan sehr beliebt, der einen feineren und leichteren Körperbau besitzt. Es gibt den Gangpferdetyp, der tölten kann und den Sportpferdetyp, der größer ist als das Standard. Die Lambertlinie wird gern von Freizeitreitern eingesetzt.

Ein Morgan Horse kaufen

Hohe Nachfrage, kleines Angebot: Ein Morgan Horse in Deutschland zu kaufen, ist gar nicht so einfach. Oft sind die Pferde schon verkauft, bevor sie überhaupt auf die Welt kommen. Es ist also sehr schwierig bis unmöglich, ein zwei- oder dreijähriges Morgan Horse zu kaufen oder eines, das bereits solide geritten wird. Denn die meisten Besitzer trennen sich nicht von ihren Tieren. Deswegen ist es sinnvoll, Kontakt zu einem Züchter aufzunehmen und dort ein Fohlen zu kaufen.