Mecklenburger Warmblut

Das Mecklenburger Warmblut ist ein mittelgroßes Sportpferd mit einem besonderen Talent für das Springen. Es ist in Deutschland aber nicht wirklich weit verbreitet.

Mecklenburger Warmblut: Der Springer aus der ehemaligen DDR

Das Blut viele verschiedenen Rassen fließt in den Adern der Mecklenburger. Die Geschichte der Rasse ist auch eng mit jeder der ehemaligen DDR verbunden. Der Staat wollte ein Springpferd züchten, das es mit den Rassen anderer Nationen aufnehmen konnte.

Größe

Mecklenburger haben ein Stockmaß zwischen 1,50 und 1,70 Metern.

Farbe

Es gibt sie in allen Grundfarben, vorrangig sind Braune und Füchse.

Aussehen und Charakter: Mittelgroß und gutmütig

Das Mecklenburger Warmblut ist ein mittelgroßes Pferd mit kompaktem Körperbau. Es ähnelt dem Hannoveraner, ist aber etwas kleiner.

  • Mecklenburger haben harmonische Proportionen, eine gute Bemuskelung und einen stabilen Knochenbau.
  • Sie haben einen aufmerksamen, intelligenten Blick und gelten als leistungsbereit, mutig und sogar energisch. Dem Menschen gegenüber zeigen sie sich freundlich und gutmütig.
  • Mecklenburger sind nervenstarke Pferde, die aber durchaus temperamentvoll sein können. Früher wurden sie im Militär eingesetzt, heute sind sie vor allem Reit- und Kutschpferde. Der Mecklenburger hat sein Talent dabei im Springen.

Zucht: Eng verbunden mit der Geschichte der DDR

Gezüchtet wird die Rasse Mecklenburger Warmblut seit über 200 Jahren. Ihren Ursprung hat sie im Jahr 1812 in Norddeutschland im Gestüt Redefin. Stuten von örtlichen Bauern wurden erst mit Vollbluthengsten gepaart – später kamen Kaltbluthengste zum Einsatz, um die zu leicht gewordene Rasse wieder schwerer zu machen. Ein Hannoveraner konsolidierte die Rasse schließlich und vereinheitlichte ihr Bild, später wurde auch mit Trakehnern gezüchtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging eine Großzahl der Zuchthengste als Reparationsleistung an die Sowjetunion. Durch die Ausweitung des Zuchtgebiets kamen nun auch auch Hannoveranische Pferde hinzu.

Bodenreform, die Umwandlung des Gestüts in ein Volkseigenes Gut und die Auflösung des neugegründeten Landesverbandes Mecklenburger Pferdezüchter beeinflussten die Zucht der Mecklenburger in den Folgejahren. Schließlich schwand der Bedarf an Arbeitspferden durch die zunehmende Technologisierung. Anfang der 1960er Jahre orientiere sich die Zucht in Richtung Reitpferd um. Das Landwirtschaftsministerium der DDR organisierte die Pferdezucht um und erschuf die Rasse „Edles Warmblut der DDR“, die nach 1990 aber wieder aufgelöst wurde. So sollte ein eigenes, international konkurrenzfähiges Springpferd entstehen. Das Mecklenburger Warmblut wurde danach stark mit anderen Warmblütern gekreuzt.

Heute gibt nicht mehr viele Tiere dieser Rasse – rund 1500 deutschlandweit.