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Leichttraben: Mit diesen Tipps wird es wirklich einfach 

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Der ganze Artikel für dich auf einen Blick

Wenn der Reitlehrer „Leichttraben“ruft, müssen viele Reiter innerlich kurz aufseufzen, weil es irgendwie leichter aussieht als es sich anfühlt. Aber unsere Reitlehrer wollen aus gutem Grund, dass wir das Leichttraben lernen. Denn es macht aus ein paar Gründen richtig Sinn und ist eigentlich eine wunderbare Reit“sache“ – wenn du nur weißt, wie du das Leichttraben richtig angehen kannst.

Im Artikel verraten wir dir spannende und oft unbekannte Hintergrund-Facts zum Leichttraben und natürlich bekommst du 3 geniale Tipps, damit du dich in Zukunft leicht wie eine Feder aus dem Sattel erheben und zusammen mit deinem Pferd in den Trab „grooven“ kannst: 

„Als ich zu Beginn als Kind die ersten Reitstunden genommen habe, war das Leichttraben für mich definitiv eher eine anstrengende Pflicht. Der Pferderücken mit all seinen Vor- und Nachteilen war mir ohnehin nicht so präsent im Kopf und das Indianer-Reiten ohne Steigbügel und ohne Sattel deutlich näher.“ (Hero Merkel)

„Als ich zu Beginn als Kind die ersten Reitstunden genommen habe, war das Leichttraben für mich definitiv eher eine anstrengende Pflicht. Der Pferderücken mit all seinen Vor- und Nachteilen war mir ohnehin nicht so präsent im Kopf und das Indianer-Reiten ohne Steigbügel und ohne Sattel deutlich näher.

Hero Merkel

Warum Leichttraben wirklich genial für dein Pferd ist

Leichttraben ist aus ein paar Gründen wirklich genial für dein Pferd. Wenn wir das WARUM verstehen, fällt uns das WIE oft leichter. Deswegen wollen wir dir jetzt ein bisschen WARUM liefern. Wenn du das alles schon weißt, kannst du auch direkt weiter zu den Tipps switchen, die wir dir ein bisschen später im Artikel aufschlüsseln.

  1. Das Leichttraben ist toll, um Pferde entspannt aufzuwärmen.
  2. Leichttraben schont den Pferderücken, wenn du es richtig machst. 
  3. Pferde mit Taktproblemen tun sich viel leichter, wenn ihr Reiter leichttrabt. Wenn du fein und korrekt leichttrabst, kann dein Pferd dadurch seinen Takt besser finden und beibehalten.
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3 gute Gründe warum Leichttraben genial für dein Pferd ist

Viele Pferde sind auch nach einer längeren Schrittphase beim Antraben steif(er) als nach einigen Runden und Biegungswechseln im Trab. Diese Phase kannst du einfach mit dem Leichttraben überbrücken und danach wird es so viel leichter auszusitzen, weil dein Pferd dann geschmeidiger laufen kann.

In der meist etwas holprigeren Aufwärmphase oder bei Jungpferden mit einem noch „schwächeren“ Rücken, empfiehlt es sich besonders leichtzutraben, um die Last vom Rücken des Pferdes zu nehmen, die durch die Erschütterungen beim Aussitzen entstehen können. Gleiches gilt natürlich für Pferde, die rückenempfindlich sind – beispielsweise Pferde mit einem gerade erst zurückliegenden Rückenproblem (Verspannungen, muskuläre Probleme ect.).

Du wirst es kaum glauben, aber viele Pferde haben Taktprobleme - gerade mit einem Reiter auf ihrem Rücken, den sie ausbalancieren müssen. So kannst du ihm mit dem Leichttraben helfen einen gleichmäßigen Takt zu finden.

Mit Pferden, die sich schwer tun, den Takt zu finden, kann man auch schwierigere Lektionen (zum Beispiel Seitengänge, Tempi-Unterschiede oder Wendungen) im Leichttraben reiten, um sie besser bei der Taktfindung zu unterstützen. Das ist übrigens oft der Grund, warum einige Pferde im Leichttraben eher entspannt den Kopf fallen lassen und besser vorwärts gehen – denn ein Blockieren durch die Reiterhüfte ist dabei nämlich fast unmöglich. Gerade bei jungen oder rückenempfindlichen Pferden kann man gar nicht genug leichttraben. Du kannst beispielsweise innerhalb der verschiedensten Wendungen oder Hufschlagfiguren leichttraben und dich so auf deine eigene aber auch die Entspannung deines Pferde konzentrieren. Paraden, Bügeltritte und Gewichtsverlagerungen können mit ein bisschen Übung auch beim Leichttraben simpel gegeben werden und so steht einer feinen Kommunikation auch beim Leichttraben nichts im Weg. Lass uns jetzt über das WIE sprechen, damit du loslegen kannst und weißt wie du Leichttraben lernen kannst.

Leichttraben - So geht es richtig

Vorab musst du dir folgendes klarmachen: Trab ist eine diagonale Bewegung. Dein Pferd ist idealerweise immer mit zwei Beinen am Boden und mit zweien in der Luft beim Trab. Dabei sind es aber nicht die beiden Beine der gleichen Seite, sondern die diagonalen Beine. Beispielsweise hat dein Pferd hinten links und vorne rechts gleichzeitig in der Luft.

Fürs Leichttraben erheben wir uns immer zeitgleich mit dem Vorsetzen des äußeren Vorderbeins und inneren Hinterbeins aus dem Sattel und setzten uns im Anschluss wieder sanft zurück.

Dabei müssen wir im Takt des Pferdes perfekt mitgehen und das Aufstehen und Hinsetzen so sanft und harmonisch wie möglich hinbekommen.

Am Anfang wird es dir schwer fallen beim Leichttraben den Takt zu halten.

Im Endeffekt spürst du aber, dass dein Pferd und sein Schwung dir bei der Bewegung helfen und du die Bewegung nach und nach federleicht, harmonisch und unterbewusst mit deinem Pferd ablaufen lassen kannst.

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Wie weit musst du aufstehen beim Leichttraben

Diese Frage wird oft gestellt und oft hört man in der Reiterwelt, man solle einfach aufstehen und die Hüfte ganz nach oben schieben beim Leichttraben.

Deswegen wollen wir dir als Antwort auf die Frage, wie weit du aufstehen musst beim Leichttraben vor allem wichtige Infos zur Hüftbewegung geben.

  • Stelle dir eher vor, dass du die Hüfte weich nach vorne schiebst in die Richtung der Pferdeohren.
  • Versuche ganz gleichmäßige Bewegungen zu machen. Denn wir Reiter tendieren dazu unregelmäßige Bewegungen beim Leichttraben zu machen.
  • Das Aufstehen und Absetzen sollte im Idealfall irgendwann immer gleichmäßig und im selben Tempo klappen. So kannst du sanfter in den Sattel zurückkommen und hast es leichter den Oberkörper und deine Gliedmaßen ruhig zu halten.

Das macht dein ganzer Körper beim Leichttraben

Wie immer beim Reiten solltest du auch beim Leichttraben möglichst gerade sitzen und die Hände und Beine ruhig halten.

Für die ruhigen Hände müssen wir beim Reiten eine deutliche Bewegung im Ellenbogen zulassen. Denn dein Oberkörper bewegt sich und um diese Bewegung schön auszugleichen musst du im Ellenbogen mit der Bewegung mitgehen.

Dein Oberkörper muss außerdem durch die weiche und gleichmäßige Hüftbewegung ausgeglichen werden. Deswegen haben wir dir das Bild der nach vorne schwingenden Hüfte mitgegeben. Dafür kannst du deinen Bauch mit einem positiven Bild anspannen, um die Bewegung auszugleichen.

Deine Beine sollten an Ort und Stelle bleiben und nicht wild herumwickeln. Das erreichst du dadurch, dass deine Füße parallel zum Boden und zum Pferd sind. Dadurch kommen deine Beine in eine positive und effektive Spannung, die sie an Ort und Stelle hält.

Leichttraben auf dem richtigen Fuss: Wann du aufstehen musst und wie du richtig wechselst

Ganz oft stellen Reiter sich die Frage, wie sie erkennen, ob sie auf dem richtigen Fuß leichttraben, welcher Fuß überhaupt der richtige ist und wann sie aufstehen müssen.

Du hast zwei Möglichkeiten dafür: Du kannst spüren oder schauen

Pferd im TrabPferd im Trab mit Grafikelement
Richtig Aufstehen im Leichttraben
  1. Grundsätzlich sollen wir Reiter mit dem Vorgehen des äußeren Vorderbeins aufstehen. Stehen wir mit dem Vorgehen des inneren Vorderbeins auf, traben wir auf dem falschen Fuß leicht.
  2. Wenn du tendenziell immer auf dem falschen Fuß leichttrabst und sich das gut anfühlt, kann das auch ein Zeichen für Schiefen oder Blockaden im Pferdekörper sein.
  3. Die Bewegung des äußeren Vorderbeins kannst du von oben gut erkennen und stehst immer auf, wenn das äußere Vorderbein nach Vorne geht.

Wenn du geübter bist, spürst aber auch durch eine kleine Disharmonie in der Bewegung, wann du auf dem richtigen und wann auf dem falschen Fuß leichttrabst.

Richtig Umsitzen beim Seitenwechsel im Leichttraben

Umsitzen kannst du, indem du etwa eine Sekunde oder einen halben Schritt zu lange sitzen oder stehen bleibst. Das ist ein Gefühl, als ob du eine Sekunde aus dem Takt bist. Stress dich nicht: Denn Übung macht dabei den Meister.

Am Anfang machst du dabei bestimmt Fehler – das ist ganz normal. Aber je häufiger du die Bewegung richtig ausführst, desto einfacher und automatischer funktioniert das.

Du kannst das Umsitzen im Gelände oder einfach ganze Bahn (also auf einer geraden Linie) häufiger üben, um in die Bewegung reinzukommen. Routinierte Pferde stört das kaum und es hilft dir, weil du dann nicht auch noch zeitgleich wenden musst.

Wann ist der richtige Zeitpunkt umzusitzen?

TIPP: Grundsätzlich ist ein kurzes Leichttraben auf dem falschen Fuß nicht dramatisch. Wenn du also beim Wenden Koordinations- oder Kommunikationsproblemen hast, kannst du auch erst beim Erreichen des neuen Hufschlages umsitzen. So dass dein Pferd durch die Begrenzung der Bande oder des Zauns eingerahmt wird, während du den Fuß wechselts.

  • Wenn du einen Biegungswechsel reitest, kannst du beim Anpassen des Reiterkörpers an die neue Richtung das Umsitzen ausführen (zum Beispiel bei Schlangenlinien durch die Bahn beim Überreiten der Mittelline).
  • Wenn du viel im Gelände reitest, darfst du unbedingt immer mal wieder umsitzen, denn ansonsten kannst du Schiefen im Pferd verstärken oder sogar auslösen.

Solltest du ganz am Anfang des Leichttrabens stehen oder vielleicht immer mal wieder Probleme damit haben, haben wir 3 geniale und supersimple Tipps für dich, damit du bald federleicht leichttraben kannst

3 einfache und schnelle Tipps fürs bessere leichttraben

Im Schritt oder im Stand das Aufstehen und Hinsetzten üben: So kommst du erstmal in die Bewegung rein und bekommst ein Gefühl dafür. Der Schwung vom Trab fällt dabei erstmal weg - so dass du weniger Stress beim Üben hast und leicht reinkommen kannst. Es funktioniert auch die Bewegung in einem anderen Takt auszuführen - denn der Schritt ist ein Viertakt, kein Zweitakt wie der Trab. Aber das macht gar nichts. Wenn dein Körper die Bewegung erst einmal in aller Ruhe im Schritt verinnerlicht hat, hast du es im Trab fast schon leichter, weil der Schwung deines Pferdes dir dann zusätzlich hilft.

Nutze die „Haltegriffe“: Halte dich bei einem braven Pferd am Anfang gerne erstmal am Sattel, der Mähne oder dem Maria-Hilfsriemen fest, um es leichter zu haben beim hochgehen.

Wenn dein Pferd in einem schönen Trab ist: Versuch dich als "Fühl- und Gleichgewichtsschulung“ zwischendurch auch mal ein paar Schritte in die Steigbügel zu stellen und eventuell sogar kurz stehenzubleiben. So lernst du innerhalb der Bewegung in Balance zu kommen, wodurch du dann später ein ruckhaftes „in den Sattel zurückfallen“ vermeiden kannst.

Leichttraben: Mit diesen Tipps wird es wirklich einfach  1

Warum trotzdem auch mal Aussitzen im Trab, wenn Leichttraben so toll ist?

Lass uns zum Schluss noch kurz darüber sprechen, dass es noch eine weitere Art des Tragens gibt: Das Aussitzen im Trab. Wir wollen dir das jetzt nicht ausführlich erklären.

Mehr dazu kannst du HIER bei Herzenspferd nachlesen 

Wenn das Leichttraben so eine vielseitig einsetzbare Hilfe ist, warum ist das Aussitzen dann überhaupt erstrebenswert?

  • Übergänge in eine andere Gangart sollten wir nicht aus dem Leichttraben reiten, sondern mindestens kurz vorher aussitzen (sowohl zum Schritt als auch in den Galopp). Leichttraben geht eben nur im Trab und ohne zumindest kurz vor dem Übergang sitzen zu bleiben, können wir unserem Pferd nicht korrekt sagen was es im Anschluss tun soll.
  • Außerdem ist es schwer bis unmöglich, Versammlung beim Leichttraben zu erarbeiten. Durch das Aufstehen entlastest du immer wieder, wohin gegen es bei der Versammlung eher um Lastaufnahme geht. Du siehst schon: Das ist ein gewisser Widerspruch.
  • Wenn du ein Jungpferd hast, musst du es erst einmal ans Leichttraben gewöhnen, denn ungewöhnliche oder neue Bewegungen sind im ersten Moment für sie oft gruselig – so häufig auch das Leichttraben. Wir müssen sie deswegen geduldig und sanft an die Bewegung heranführen.
  • Je langsamer wir traben, desto schwieriger wird es in der Balance und gleichmäßig aufzustehen. Deswegen ist es nicht so empfehlenswert kleine Wendungen im Leichttraben zu reiten. Denn wenn du dein Pferd dabei zu schnell traben lässt, kann es Gleichgewichtsprobleme bekommen. Lässt du es aber zu langsam traben (damit es die Wendung in Balance nehmen kann), bekommst du als Reiter Gleichgewichtsprobleme.

Ich bin Hero Merkel und reite mein ganzes Leben. Mit zwei Wochen saß ich das erste Mal auf dem Pferd meiner Mutter, seitdem sind Pferde meine besten Lehrmeister, liebevollsten Begleiter und coolsten Kommunikationspartner.

Beruflich bin ich deshalb Pferdetrainerin und Stuntfrau geworden. Dabei nutze ich mein ganz individuell zusammen gestelltes System und bilde mich ständig fort.

Hero Merkel

Die Autorin des Artikels

Hero reiten Trab

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