Petra lehnt mit Kopf an Careys Hals

3 Säulen für eine gute Beziehung zum Pferd – inklusive Übungstipp

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Der ganze große Artikel für dich auf einen Blick

Was macht eine gute Beziehung zum Pferd aus? Wie gerne würde ich dir jetzt "1+1=2" antworten. Aber so einfach ist das nicht. Es ist individuell, persönlich und natürlich ist eine gute Beziehung zum Pferd sowieso vielschichtig und besteht aus vielen verschiedenen kleinen und großen Punkten.

Aber ich will dir trotzdem mit den 3 Säulen eine Basis geben, an der du basteln und arbeiten kannst, um das Beziehungsband mit deinem Pferd zu verstärken.

Du bekommst jetzt das ganz große Basis-Gerüst für dein inneres Mindset. Damit du verstehst, was es braucht, um Pferde wie magisch anzuziehen. Denn unsere Persönlichkeit und wie wir den Pferden begegnen spielt eine ganz große Rolle für den Aufbau einer guten Beziehung.

Natürlich ist auch wichtig, dass dein Pferd eine pferdegerechte und zu seiner Persönlichkeit passende Haltung hat, dass es gutes Futter bekommt und gut sitzende Ausrüstung hat. Ein Pferd das Stress in der Herde hat, Magenprobleme oder Schmerzen wegen falscher Ausrüstung, wird nicht sein Bestes geben können. Das sind Äußerlichkeiten, die aber auch Teil einer guten Beziehung sind.

Wohfühl Faktoren für dein Pferd

Es ist also wichtig, dass wir auch immer schauen, ob unser Pferd zufrieden mit der Haltung ist, sich in seiner Herde wohlfühlen, körperlich gesund ist und anatomisch biomechanisch korrekt trainiert wird. Dann kann es sein Bestes geben und wir können über die persönliche Ebene reden, über die es heute eigentlich gehen soll.

Wie würdest du dich fühlen, wenn die Zeit mit deinem Pferd harmonischer und voller Freude sein könnte?

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3 Säulen für eine gute Beziehung zum Pferd - inklusive Übungstipp 1

Säule 1: Zen-Meister Pferd

So kann dein Pferd sein bestes geben

Pferde lieben klare und fokussierte Persönlichkeiten. Deswegen sollte unser größtes Ziel sein eine fokussierte, klare und gelassene Persönlichkeit zu werden. Pferde können uns dabei helfen, weil sie die Meister darin sind im Hier und Jetzt zu sein und in einem entspannten Ruhemodus zu leben. Wenn wir ihnen zuhören, werden sie uns Gutes und Schlechtes spiegeln und wir können so nach und nach an uns arbeiten und durch ihre Reaktionen sehen, wo wir noch mehr üben müssen und was wir schon ganz gut beherrschen.

Ein Pferd wird immer dann sein bestes ICH zeigen, wenn der Mensch an seiner Seite positiv, klar und entspannt ist.

Die wahre Stärke und Klarheit liegt in uns selbst und in unseren Gedanken und Gefühlen. Das ist tatsächlich eigentlich eine sehr leise Kraft. Wenn du es nach und nach schaffst diese Kraft in dir durch die richtigen Techniken und das richtige Bewusstsein und deine Persönlichkeitsentwicklung zu mobilisieren, ist so ziemlich alles mit deinen Pferden möglich.

Pferde geben gerne Verantwortung ab – aber nur dann, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Gegenüber die Lage immer einigermaßen im Griff hat.

Damit ist nicht gemeint, dass wir uns immer durchsetzen oder gar dominant sein müssen.

Denn Dominanz bedeutet „zu beherrschen“ und in einem Monolog ohne Widerspruchsrecht mit seinem Gegenüber zu agieren. hrungskompetenz dagegen bedeutet sein Gegenüber auf eine gemeinsame Reise oder einen gemeinsamen Weg mitzunehmen, empathisch zu handeln, zu kommunizieren und sowohl fair als auch verantwortungsvoll zu handeln.

Neben der fehlenden Dominanz gehört dazu aber auch im HIER und JETZT zu sein. Viel zu oft driften wir mit unseren Gedanken ab und sind bei dem schwierigen Jobproblem von Morgen oder dem Stress mit der besten Freundin von Gestern oder nehmen die Hektik des Tages mit zum Pferd.

 

"Führungskompetenz bedeutet, sein Gegenüber auf eine gemeinsame Reise oder einen gemeinsamen Weg mitzunehmen, empathisch zu handeln, zu kommunizieren und sowohl fair als auch verantwortungsvoll zu handeln."

Pferdeflüsterei

Verlangsame deinen Rhythmus

Wir kommen und bringen einen dicken fetten Schwall negativer Energie mit an den Stall. Für unser Pferd fühlt sich unser Verhalten zumindest so an. Dann halftern und putzen wir schnellschnell, weil es schon so spät ist, und wollen schnellschnell auf Knopfdruck loslegen.

Wir platzen quasi in eine Blase des absoluten Zen und der wunderschönen Gelassenheit wie eine Bombe und merken es nicht einmal, weil unser menschlicher Grundrhythmus einfach so viel schneller tickt als der des Pferdes und unsere ganze rasante Smartphone geprägte Welt sowieso nochmal deutlich rasanter.

Die Zen Meister Aufgabe

supereffektive Aufgabe für deinen nächsten Stallbesuch

  • Wenn du das nächste Mal zu deinem Pferd fährst, nimmst du dir Zeit. Dann atmest du 10 mal ein und 10 mal aus, bevor du aus dem Auto steigst. Du atmest bewusst bei jedem Schritt ein und aus, während du zu deinem Pferd läufst. Dabei erinnerst du dich selbst daran, wie schön es ist, dass du jetzt Stallzeit hast und wie grandios es ist, dass du bei deinem Pferd sein darfst.
  • War das auch dein Kleinmädchentraum? Meiner auf jeden Fall! Ist das nicht ein großartiges Geschenk, dass sich jetzt erfüllt hat. Versuche all die Last des Tages von deinen Schultern abfallen zu lassen.
  • Dann stellst du dich an die Koppel oder Box und rufst dein Pferd. Du atmest weiter schön ruhig und lässt deinem Pferd Zeit auf dich zu reagieren.

 

  • Du kannst deinem Pferd langsam entgegenlaufen und streckst im erst einmal deine Hand hin. Dann stellst du dich neben den Pferd oder in seine Nähe und atmest einfach nur.
  • Du willst nichts. Du erwartest nichts. Du hast keine Ziele. Du bist einfach nur zusammen mit deinem Pferd in diesem Moment und freust dich, dass es euch beide gibt.
  • Dann könnt ihr langsam – mindestens 5x langsamer als sonst – all eure typischen Sachen machen, wie aufhalftern oder putzen oder was auch immer ihr macht.
  • Erinnere doch bei allem einfach immer wieder an den Zen-Modus, den du dir bewahren und für dich und dein Pferd heute aufrechterhalten willst.
Petra krault Carey das Fell - gute Beziehung zum Pferd

Säule 2: Authentisch sein

Gutes und erfolgreiches Pferdetraining ist vor allem Arbeit an uns selbst und unserer Persönlichkeit. Das bedeutet nicht, dass wir uns verbiegen oder Gefühle unterdrücken sollten. Denn das spüren die Pferde und reagieren beispielsweise mit Frust, Zweifel oder Motivationslosigkeit darauf.

Pferde sind Herdentiere und damit geeicht darauf die Gefühle ihres Gegenübers zu lesen. Sie sind gleichzeitig Energiesparer und wollen sich als Beutetiere sicher fühlen. Das bedeutet auch, dass sie sich keine Sorgen machen wollen. Denn das ist anstrengend und unsicher für sie.

Wenn dein Körper aber andere Gefühle ausstrahlt – unbewusst – als deine Hilfengebung oder deine Signale beim Training ist das verwirrend für dein Pferd. Wenn es keine Klarheit hat, beginnt es sich Sorgen zu machen.

Je nach Pferdetyp wird es dann unterschiedlich reagieren. Es wehrt sich oder entzieht sich. Es ist unmotiviert und versucht so wenig wie möglich zu machen um nichts falsch zu machen. Es zieht sich in sich zurück und spult irgendwie ab. Es ist hektisch oder gestresst, weil es sich unsicher zwischen all den Botschaften fühlt, die um seinen Kopf herumwirbeln und und und.

Säule 3: Positiver Blickwinkel

Pferde sind Harmoniewesen, die mit positiven Gefühlen in der Kommunikation viel mehr anfangen können, als mit negativen Emotionen.

Weder die Wut, noch der Zweifel oder die Unsicherheit sind Gefühle, die Pferde gerne um sich spüren.

Egal ob es die Hektik ist, die wir von unserem Arbeitstag mitbringen oder der Zweifel an der Sicherheit unseres Pferdes. Wir tragen all diese Gefühle und negativen Gedanken wie Energie vor uns her.

Erwartungen, Perfektionszwang, zu höhe Ziele und zu viele Wünsche sind auch Ballast und negative Energie, die wir mit an den Stall bringen können. Unsere Pferde nehmen alles wahr und werden darauf mehr oder weniger stark reagieren – je nach Pferdetyp. Sie werden dann nicht so gerne mit uns arbeiten wollen.

Eine simple, aber mächtige Wahrheit ist: Pferde wollen sich sicher und sorgenfrei fühlen. Sie wünschen sich Klarheit und innere Stärke. Dann sind sie bereit zu folgen. So einfach ist das.

Wenn wir das wirklich begreifen, können wir unglaubliches mit unseren Pferden erreichen.

3 Säulen für eine gute Beziehung zum Pferd - inklusive Übungstipp 2

"Pferdeflüstern bedeutet, dass wir lernen das Flüstern der Pferde zu hören und zu verstehen."

Die Pferdeflüsterei ist ein Wissensblog und Herzensprojekt – denn wir wünschen uns, dass alle Pferde und ihre Menschen glücklich miteinander sind. Wenn wir lernen die Pferde zu verstehen, fein und fair zu trainieren und der beste Pferdemensch zu werden, der wir sein können – wird es auch deinem Pferd gut gehen und es wird immer sein Bestes für dich geben. Versprochen!

Wir unterstützen dich mit unseren Artikeln, Interviews und Kursen – Du bekommst Facts zu pferdegerechter Haltung und Fütterung, feinem Training und Pferdeverhalten. 

Petra und Carey

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Kommentare (2)

Hallo Petra,
Hallo Carry

Ich liebe euren Blog, den Podcast und den Shop. Ihr macht die Pferdewelt besser und ich wüsche mir, dass es viel Pferdemenschen erreicht und das sie in erster Linie an sich arbeiten um ein harmonisches miteinander mit dem Pferd zu finden. Ich befinde mich auch auf einer Reise :) man muss ich nur darauf einlassen.

Liebe Grüße Kathy und Lady

Hallo ihr zwei, sooo lieb – danke für deine Zeilen. Sie motivieren mich sehr. Wir sehen und lesen uns auf der Reise :-) Alles Liebe und bis bald, Petra

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