Pferde lieben starke Persönlichkeiten, deswegen sollte unser größtes Ziel sein eine starke und gelassene Persönlichkeit zu werden. Deswegen freue ich mich sehr, dass die Expertin in Sachen Persönlichkeitsentwicklung für Pferde, Dana Santana, jetzt zwei einfache und geniale Übungen für dich hat, wie du mehr Ruhe und Gelassenheit bekommen kannst, bevor du zum Training an den Stall gehst und so effektiver trainieren kannst.

Mehr Gelassenheit mit dem Pferd

Du bekommst im Interview zwei Übungen, die du ganz einfach zuhause oder auf dem Weg in den Stall machen kannst, um dich zu erden und mehr Ruhe und Gelassenheit zu bekommen. Genau das wird dein Pferd an dir lieben und besonders gerne zu dir kommen. Damit du eine noch entspanntere Zeit mit deinem Pferd haben und auch du selbst entspannter, zufriedener und glücklicher werden kannst.

Warum es vor allem auf unsere innere Stimmungslage ankommt im Pferdetraining

Dana Santana verbindet erfolgreich die Themen Persönlichkeitsentwicklung und Pferdetraining. Weil Pferde starke und gelassene Persönlichkeiten lieben. Der schnellste und einfachste Weg zum Herzen deines Pferdes ist es also genau so eine Persönlichkeit zu werden. Wie das geht erzählt sie dir im Interview.

Pferdeflüsterei: Einen guten Pferdemenschen macht das richtige Mindset aus. Also der richtige Fokus, die richtige innere Stimmungslage. Ganz praktisch gefragt: Wie kann ich mir das denn mit einer Übung erarbeiten?

Dana: Das gängige ist ja, dass wir aus der Schule oder aus dem Job nach Hause kommen, relativ kurz zuhause sind oder vielleicht sogar gleich vom Job aus in den Stall fahren. Das heißt, wir sind noch relativ gestresst von unserem Alltag und haben ihn auch noch wie einen Rucksack dabei. Wir sind dann schon auf einem gewissen Erregungslevel und kommen zu unserem Pferd, das den ganzen Tag mit seinen Kumpels gestanden hat. Sich ein bisschen bewegt hat, Spaß und etwas zu Essen hatte und ziemlich entspannt ist.

Man muss dazu wissen, dass Pferde wenn sie im Ruhezustand sind in anderen Gehirnwellen unterwegs sind als wir. Das ist ein bisschen vergleichbar wie bei uns, wenn wir abends kurz vor dem Einschlafen sind. Oder morgens, wenn wir noch ein bisschen, im Dämmerzustand sind. Manche kennen es auch aus der Meditation. Wenn man schon noch ein bisschen was wahrnimmt, aber dieser ganze Alltagsstress noch nicht so da ist.

Pferdeflüsterei: Die Pferde haben quasi eine andere Form von Ruhe-Chillout-Modus?

Dana: Genau. Im Grunde gibt es einen Alpha- und einen Betawellenfrequenzbereich. Es ist eben so, dass Pferde im Grunde wenn sie im normalen Zustand sind, in einem sehr viel ruhigeren Modus sind als wir Menschen. Dann musst du dir vorstellen, dass du dahin kommst mit dem ganzen Stress, den du heute hattest. Und du kommst in Stall und sagst, so, jetzt habe ich auch echt nicht so viel Zeit und dann willst du dein Pferd schnell einfangen, aufzäumen oder putzen. Dieser ganze Stress, mit dem wir hinkommen färbt natürlich auch ab aufs Pferd. Die Pferde verstehen das auch gar nicht. Sie können überhaupt nicht nachvollziehen, warum wir so gestresst sind.

Zwei Übungstipps für mehr Sicherheit und Ruhe mit deinem Pferd

Pferdeflüsterei: Die sind quasi dann im Zen und chillen. Wir reissen sie da raus und bringen Hektik rein – ein Zustand den Pferde gar nicht so gerne mögen. 

Dana: Genau. In meinen Seminaren mache ich immer eine Übung, die kann auch jeder für sich zuhause machen. Oder kurz bevor man zu seinem Pferd geht, dass man sich einfach fünf Minuten nimmt und ganz tief atmet. Wirklich tief in den Bauch hineinatmet. Das ist gerade für uns Frauen eine ganz wichtige Übung, weil wir heute häufig nicht so tief in den Bauch atmen  wollen, weil wir dann denken, unser Bauch sei zu dick und so weiter….

Übung 1 für mehr Zen mit dem Pferd

Pferdeflüsterei: Naja, bei den engen Reithosen… ;-) 

Dana: (lacht), Ohja! Trotzdem ist die Bauchatmung wichtig. Eine Bauchatmung bedeutet, dass dein Bauch sich – wenn du die Hand vorne drauflegst – nach vorne wirklich auswölbt. Also wenn du einatmest, sollte tatsächlich die Luft so tief in den Körper reingehen, dass dein Bauch spürbar sich nach vorne ausdehnt. Jetzt kommt die Übung: 

  1. Das machst du ein paar Mal 
  2. Dann lässt du diesen Atem gedanklich tiefer fließen in deine Beine. In deinen rechten und linken Oberschenkel. 
  3. Und mit dem nächsten, tiefen Atemzug atmest du dann noch tiefer. Aus deinem Bauch heraus in deine Oberschenkel bis in deine Knie. Und lässt deinen Atem dann fließen bis in deine Unterschenkel, bis hin zu deinen Füßen. 
  4. Dann kannst du noch ein paar Atemzüge bis in deine Füße nehmen. 
  5. Und wenn du da gut angekommen bist, dann stellst du dir vor, wie dieser tiefe Atem in deine Füße weiterfließt, und aus deinen Füßen gleichzeitig Wurzeln wachsen in den Boden. Und das kann eine große, feste, starke Wurzel sein, die dich so richtig erdet. Und fest an die Erde bindet. Oder das können auch viele kleine Wurzeln sein, die sich verzweigen, und die dir ganz viel Stabilität und Sicherheit in der Erde geben. 
  6. Diese Wurzeln werden genährt über deinen Atem. Über deine Füße in die Erde.
  7. Und dann kannst du dir vorstellen, wie diese Wurzeln immer weiterwachsen, bis zur Mitte der Erde. Oder sogar darüber hinaus. Und sie kommen irgendwo anders wieder hervor. Vielleicht als kleine Blume, die erblüht. Ganz wie du möchtest. 

Wenn die Menschen diese Übung machen, dann erden sie sich. Wenn sie geerdet sind, dann sind sie schon einmal deutlich ruhiger und damit näher an der Stimmung dran, die dein Pferd üblicherweise hat. 

Übung 2 für mehr Zen mit dem Pferd

Pferdeflüsterei: Ich bin es jetzt auch. Ich bin so mit reingerutscht gerade. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das sehr gut funktioniert.

Dana: Ja, also es funktioniert sehr gut. Am besten ist es, wenn man steht und beide Beine tatsächlich auf der Erde stehen. Und dann kannst du das auch für dich selbst machen. Lass dir ein bisschen Zeit mit der Übung und dann ist das eine ganz tolle erste Übung, um sich zu erden. Eine zweite Geschichte, was man auch machen kann, ist eine Intervention aus der Aufstellungsarbeit. 

  1. Du kannst deine Hände vor dich nehmen, als wenn sie zwei Schalen wären – etwa auf Beckenhöhe. 
  2. Dann kannst du dir vorstellen, wie über deine Arme, aus deinen Schultern der ganze Stress, den du heute oder vielleicht sogar die ganze Woche hattest, in deine Hände fließt. 
  3. Es kann sein, dass deine Hände immer schwerer werden, und denk wirklich an jede Situation, die dich gestresst hat in dieser Woche. Lass sie einfach in deine Hände fließen. 
  4. Vielleicht werden deine Schultern auch schwer. Von all den Dingen, die dich diese Woche mitgenommen, gestresst, bewegt haben. 
  5. Lass all das einfach abfließen in deine Hände. Die vielleicht immer schwerer werden. 
  6. Und wenn du das Gefühl hast, dass es gut ist, dass du all das jetzt in deinen Händen spüren kannst, dann kannst du dich einmal hinknien und einfach deine Hände so öffnen, als wenn du etwas ausgießen willst. Als wenn du es ablegen willst, wie so ein Paket, dass du abstellst. 
  7. Dann drehst du dich einfach um und hast sozusagen den ganzen Stress rausfließen lassen aus deinem Körper. Der steht jetzt einfach neben dir. Der belastet dich nicht mehr. 
  8. Danach kannst du deine Hände ein bisschen „waschen“, dir das Gesicht ein bisschen „waschen“ – also ohne Wasser. Einfach in dem du deine Hände aneinander reibst. 

Dann fühlt man sich in der Regel auch leichter. Das ist eine ganz schöne Übung, um den Alltagsstress einmal loszulassen, bevor man zum Pferd geht.

Pferdeflüsterei: Ich liebe solche Bilder. Ich hatte auch immer das Bild von giftiger, roter Farbe, die ich durch meinen Körper in die Hände gleiten lasse und dann wie Pulver in die Luft weit wegwerfe. Bilder helfen sehr um Negatives loszuwerden und Positives anzuziehen. Dann wird man wiederum spannender für das Pferd. Wenn man eine in sich ruhende, gesetztere Persönlichkeit ist, als der Gestresste, der an den Stall gerannt kommt. 

Dana: Es ist im Grunde wie ein Schlüssel-Schloss-Prinzip. Wenn du in so einem ruhigeren Zustand bist und nicht mehr in diesem Bürostressmodus oder Alltagsstressmodus, dann kann dein Pferd dich ganz anders wahrnehmen. Das ist sonst nicht möglich. Und wenn du dich in diesen Zustand begibst, dann hast du einfach einen ganz anderen Zugang zu deinem Pferd und kannst viel besser reinspüren und viel besser sehen und wahrnehmen. Und kannst eben dadurch einfach auch schon ganz tolle Momente mit deinem Pferd haben.

Pferdeflüsterei: Vielen Dank für die Übungstipps und Fakten zum Zenmode und den Gehirnwellen.

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