Willst du dir ein Pferd kaufen? Bist du auf der Suche und überlegst noch, welches Pferd das Richtige für dich sein könnte? Oder schwankst du, ob ein eigenes Pferd genau das richtige ist?

Wir haben da so eine Vorstellung im Kopf davon, wie das Leben mit einem eigenen Pferd sein könnte – einem Pferd, das nur für uns und mit uns durch diese Welt galoppiert. In unserer Vorstellung stellen wir unser Pferd in einen hübschen Stall, es wiehert uns fröhlich entgegen, wir haben einen schönen Sattel und eine hübsche Trense im Stallschrank hängen, füttern ein bisschen Hafer und neben der jährlichen Tierarztrechnung für die Impfung kommen da auch keine weiteren Kostenangriffe auf unser Konto. Im Artikel erzähle ich dir jetzt, wie es wirklich ist und ich sage dir die 6 Dinge, die dir keiner vorher sagt, wenn du darüber nachdenkst dir ein eigenes Pferd zu kaufen. 

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Dein eigenes Pferd: Was du wissen musst

Ich will dir aber keine Angst machen – auch wenn Punkte in dieser Liste auftauchen werden, die dich frustrieren können, möchte ich dir nicht den Mut für die richtige Entscheidung nehmen. Denn ein Pferd im Leben zu haben, ist 1000 Prozentig das ALLERBESTE, was mir passiert ist. Aus 1000 Gründen, die du hier und da in allen Artikeln der Pferdeflüsterei findest. Das will ich vorweg schicken. Pferde sind echte Lifechanger und ganz wunderbare glücklichmachende Zauberwesen.

HIER findest du beispielsweise einen Artikel dazu – der das in aller Kürze zusammenfasst

Aber im Internet und überall sonst reden immer alle über all die oberflächlichen und offensichtlichen Dinge, die passieren, wenn ein Pferd in unser Leben galoppiert – deswegen will ich jetzt all das thematisieren und in einen Artikel packen, was ich gerne vorher mal gehört hätte und was dir eigentlich keiner vorher sagt. Und sei es nur, damit du dich entspannter darauf vorbereiten kannst. 

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Dein eigenes Pferd: 6 Dinge, die dir vorher keiner sagt

Punkt 1: Pferde sind nicht wie Schulpferde

Wenn du noch nie ein eigenes Pferd hast, bist du wahrscheinlich Reitschüler. Vermutlich reitest du schon ein paar Jahre im Verein oder in deiner Reitschule und du kannst von Pferden einfach nicht genug bekommen. Der Wunsch nach einem eigenen Pferd wird in dir immer größer. Das ist wunderbar! Hör auf dein Herz – ich kann es dir von ganzem Herzen raten. 

Aber: Du musst wissen, dass dein Pferd ziemlich sicher nicht wie deine Schulpferde sein wird. Schulpferde sind in aller Regel „totbrav“ und im Idealfall routiniert, nicht ausgepowert und auch regelmäßig Korrektur geritten. Im schlimmsten Fall ertragen sie die Reitstunden still und leise, um dann wieder eine schöne Zeit mit ihren Pferdekumpels zu haben. So oder so: Sie sind brav und lassen ziemlich viel mit sich machen, ohne es zu hinterfragen. 

Das wird dein Pferd vermutlich nicht so handhaben, wenn es nach und nach merkt, dass es nur noch einen Menschen vor sich hat und die inneren Baustellen dieses Mensch nach und nach kennenlernt. Dann wird es vermutlich trauen auch seine Baustellen nach und nach wieder mehr zu zeigen.

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Egal also ob du dir ein junges Pferd holst, einen Ex-Turnierprofi oder ein früheres Schulpferd…Verkaufspferde haben meist einen eigenen Kopf, eine eigene Meinung und selten eine wirklich solide Grundausbildung. 

  • Ehemalige Schulpferde haben oft keine große Lust mehr auf den Menschen
  • Pferdehändler erzählen dir auch nicht immer die absolute Wahrheit
  • Ex-Turnierpferde kennen sehr viel Druck und zumindest exakt sitzende sehr selbstbewusste Reiter
  • Jungpferde haben noch nicht gelernt, dass sie immer brav zu sein haben und stellen viele Fragen

Es kann dir also passieren, dass du dein Pferd ganz fröhlich und optimistisch in Empfang nimmst, es auf die Koppel führst und dann am nächsten Tag starten willst wie gewohnt. Das geht dann all immer gut, weil du gleich den richtigen Tonfall für dein Pferd triffst oder weißt, was du tust. Super – dann überspringe diesen Punkt einfach. 

Meistens geht es aber nur paar Tage oder Wochen ganz gut und dann irgendwann sagt dein Pferd „Nein“. Und dann sagt es immer öfter „Nein“ und du verstehst die Welt nicht mehr. Weil du es ja gewohnt bist, dass die Pferde brav die Hufe geben, brav von der Koppel mitkommen und mit mehr oder weniger zartem Gerteneinsatz auch brav angaloppieren oder geländesicher durch die Natur zockeln oder durch die Bahn traben. Die Realität ist aber, dass die meisten Pferde nicht immer gute Erfahrungen mit Menschen in ihrem Leben machen und all diese schlechten Erfahrungen werden mit den entsprechenden Trainingsmethoden von Profis in Schach gehalten, bis das Pferd dann zu einem Privatbesitzer kommt. 

Wenn dann der Mensch nicht mehr entsprechend rigoros oder selbstbewusst fordert, vielleicht sogar eine ehrliche Beziehung möchte oder eigene Unsicherheiten hat, dann traut sich das Pferd immer mehr auch seine Unsicherheiten zu zeigen. Wenn du ein Mensch bist, der sich nicht mit Dominanz oder Kraft durchsetzen will, musst du neue Wege finden und dich unter Umständen in deinen Trainingsideen umorientieren. 

Spätestens dann kannst einmal tief durchatmen und anfangen deinem Pferd „Danke“ zu sagen, weil es dich nach und nach auf den weg zu einem echten Pferdemenschen führen wird. 

Du siehst also, dass das gar nichts schlechtes ist. Es ist – aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet – sogar etwas ganz grandioses. Aber genau das wird oft genug vorher nicht gesagt. Du musst dir also dessen bewusst sein, dass dein Pferd andere Ideen haben könnte als du. 

Was mich direkt zum zweiten Punkt bringt. 

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Punkt 2: Pläne sind Pläne…und dann kommt dein Pferd

Du hast bestimmt Ideen, was du alles mit deinem Pferd machen willst, wenn es dann in deinem Leben ist. Vermutlich hast du auch Ziele und Trainingsideen. Du stellst dir vielleicht vor zu Springen oder Dressur zu reiten oder überhaupt zu reiten. Und dann kommt dein Pferd… 

Es sagt vielleicht, dass es kein Springpferd ist, sondern viel lieber stundenlang durchs Gelände streifen würde oder dass es von Gymnastizierung gar nichts hält, aber einen fetzigen Galopp ziemlich MEGA findet. Vielleicht findet es Reiten gar nicht so toll, weil es zuviel geritten wurde oder mit zuviel Zügeleinsatz und lieber Gebisslos geritten werden will, weil es der Trense nicht mehr über den Weg traut. Oder du hast ein Jungpferd in deinem Leben und denkst, dass ihr nach wenigen Monaten durchs Gelände galoppieren werdet, aber dann ist dein Pferd immer wieder unwillig wenn du aufsteigen willst und zeigt dir damit, dass es diesem „Reitding“ eher pessimistisch gegenüber steht. 

Du könntest natürlich einfach machen und dich durchsetzen und damit trotzdem all deine Trainingsziele und Pläne erreichen, aber die Frage ist, ob du das möchtest, obwohl dein Pferd nicht so gerne will. 

Ein Beispiel: Ich beispielsweise dachte, dass ich meine Jungstute mit 5 anreiten und mit 6 durchs Gelände galoppieren würde. Mit 7 sind wir mit dem Reiten wirklich erst gestartet. Uns ist zum Beispiel eine Koppelverletzung dazwischen gekommen und auch leider schlechte Erfahrungen aus dem ersten Handling, bevor ich sie bei mir hatte. Deswegen musste ich erst einmal das Thema „Satteln und Gurten ohne Stress“ mit viel Geduld, Leckerli und Liebe klären, bevor ich mit den ersten Reitschritten starten konnte. 

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Was mich wieder zum nächsten Punkt führt. 

Punkt 3: Ein passender Sattel ist Glückssache

Du denkst, dass du einfach einen Sattel kaufst oder den Sattel nimmst, der mit deinem Pferd zusammen verkauft wird? Ha! Lass mich kurz und laut hysterisch auflachen bitte… Die meisten Sättel passen nicht richtig oder müssten anders angepasst werden. Pferde ertragen sie einfach nur. Die Suche nach dem richtigen Sattel ist ein echtes Thema, das jeder Pferdebesitzer sehr gut kennt. Zumindest jeder Pferdebesitzer, der möchte, dass sein Pferd schmerzfrei und gut laufen kann. 

Du denkst – es läuft so: Du suchst dir einen Sattel aus. Dann lässt du den Sattler kommen und testest den Sattel. Der Sattler weiß, was er tut und berät dich richtig. Dann stellst du fest, dass dein Pferd das auch so sieht und wenn das alles gleich glatt läuft, dann stoße bitte JETZT einen dicken Jubelschrei aus! 

Denn meist läuft es so: Du suchst dir ein oder zwei Sattelmodelle aus. Dann lässt du den Sattler kommen, der tut auch so als ob er weiß, was er tut. Aber es könnte sein, dass er einfach nur verkaufen will und eine kurze Wochenendausbildung gemacht hat. Dann stellst du fest, dass dein Pferd das ganze Sattelthema nach und nach gar nicht so wie der Sattler sieht oder dein Pferd entwickelt sich körperlich so stark weiter, dass der Sattel nicht mehr passt und das Modell ist nicht so komplett anpassbar und dann musst du dir einen neuen Sattel suchen.

Dann gibt es verschiedenste Modelle vom Sattelbaum aus Holz über den Sattelbaum aus Plastik, über flexible Plastikbäume bis zu Lederbäumen oder baumlosen Sätteln – und dazwischen stehst du…

Die Sattelsuche ist eher anstrengend. Ich weiß genau, wovon ich spreche. Ich habe einiges durch: Den baumlosen Sattel, den flexiblen Lederbaumsattel und bin jetzt beim Sattel mit festem Baum aber flexiblen Kopfeisen und leichter Anpassbarkeit von Signum gelandet. Aber das war ein Weg aus „Trial and Error“ und viel Recherche. 

Das Gleiche gilt für andere Ausrüstungsdinge. Manches geht einfacher, wie das Knoti, das ich nutze – manches braucht länger, wie die richtige Trense oder der passende Kappzaum. Ich habe beispielsweise drei Kappzäume durchprobiert, bis einer wirklich gepasst hat. 

Warum ist das so? Weil Pferde individuell sind, weil wir sie nicht direkt fragen können und weil nicht alle Verkäufer, Profis und Händler nicht alles wissen können oder im schlimmsten Fall nicht ehrlich beraten. 

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By the way – Ehrlichkeit ist manchmal auch so ein Thema unter Stallbesitzern…. was mich zum nächsten Punkt führt:

Punkt 4: Gute Ställe gibt es wie Sand am Meer…NOOOT!

Denn wenn du denkst, dass du einfach nur losbrausen musst und schon zwei Minuten später den richtigen Stall gefunden hast, muss ich dir leider sagen, dass das vermutlich nicht so einfach laufen wird. Der Fehler liegt im System und weniger bei all den Stallbesitzern, aber: es ist nicht leicht den perfekten Stall zu finden. 

Wenn du bestimmte Vorstellungen von guter Haltung hast – also Bewegung, Platz und ausreichend Heufütterung dazugehören, fallen schon einmal ganz viele Ställe weg. Nämlich die Ställe in denen Bodenhaftung die Norm ist und Heu ähnlich oft wie Kraftfutter gefüttert wird. 

  • Pferde brauchen mindestens alle 3-4 Stunden Zugang zu Heu: Fresspausen über 3-4 Stunden können Magenprobleme verursachen
  • Kraftfutter sollte eine Minimalrolle in der Fütterung spielen
  • sie brauchen viel Bewegung und eine gut zusammengestellte Herde

Im Idealfall findest du also einen Stall, der als Paddocktrail angelegt ist, genug Platz pro Pferd eingeplant hat, eine gut zusammengestellte Herde hat und viele Bewegungsanreize bietet. In dem es gutes karges Heu aus dem ersten Schnitt gibt und der dazu noch eine gemütliche Reithalle für richtige Schlechtwettertage hat. Wenn du so einen Stall findest und er keine Warteliste über 5 Jahre hat, kannst du wieder jubeln und sofort zusagen. 

Vermutlich musst du Kompromisse machen und dir einiges anschauen. Außerdem musst du viele Fragen stellen und im Idealfall nach dem Gespräch mit dem Stallbesitzer noch ein paar Einsteller abpassen und ihnen Fragen stellen. Denn nicht alles, was Stallbesitzer im Gespräch versprechen ist dann auch in der Realität genauso. Die Stallsuche ist also auch ein leidiges Thema, das gut vorbereitet werden will. 

Punkt 5: Die versteckten Kosten und die „Profis“

Natürlich hast du dich hingesetzt und vor dem Kauf einmal kurz durchgerechnet, was dein Pferd dich ungefähr kosten wird. Du musst die Hufe regelmäßig machen lassen, du brauchst einen Platz für dein Pferd und ab und an auch neue Ausrüstungssachen – vielleicht auch ein bisschen Futter außer dem Heu, das dein Pferd am Stall ohnehin bekommt. Fertig! Fertig? Nein!

Du willst dein Pferd reiten und eine schöne Partnerschaft, richtig? 

  • Dann solltest du auch mindestens einmal im Jahr den Osteopathen drüberschauen lassen, damit dein Pferd auch fit genug ist, dich zu tragen
  • Du musst den Sattel mindestens einmal im Jahr prüfen und gegebenenfalls anpassen lassen
  • Dein Pferd wird den Tierarzt in aller Regel öfter brauchen als für die regelmäßigen Impfungen – es sei denn du hast richtig Glück. Denn es gibt Husten, Ekzemerthematiken, Lahmheiten, Koppelverletzungen und andere kleinere oder größere Blessuren, die die Pferde davontragen können im Verlauf des Jahres
  • Du brauchst einen Trainer, der euch immer mal wieder begleitet und von außen auf euch schaut und dir eine gute Rückmeldung gibt, was sich vielleicht eingeschliffen hat oder was du anders oder besser machen könntest und natürlich um euch immer mal wieder neue Aufgaben und Trainingsziele zu schenken
  • Du willst vielleicht Kurse besuchen – weil du einfach nach ein paar Monaten oder Jahren das Gefühl hast neuen Input zu brauchen
  • Du brauchst in aller Regel einmal im Jahr den Pferdezahnarzt, um die Zähne checken zu lassen
  • Du brauchst die Zutaten für deine Stallapotheke
  • Wenn du dein Pferd gesund und gut füttern willst, wirst du dich mit dem Thema „Fütterung“ auseinandersetzen müssen und wirst über kurz oder lang bei hochwertigen und natürlichen Kräuterdingen landen – die kosten ein bisschen Geld…

Dazu kommt, dass du zwar vermeintlich von Profis umgeben ist und alle alle Tierärzte, Osteos, Hufschmiede, Barthufpfleger und Sattler gelernt haben, was sie täglich machen. Aber irgendwie läuft trotzdem so viel schief. 

Es kann dir passieren, dass sie Fehler machen oder dir nicht weiterhelfen können oder Dinge  übersehen und du dann etwas länger suchen musst, bis du ein gutes und für dich und dein Pferd passendes Team aus Profis findest. Wenn Fehler passiert sind, dann musst du wieder andere Profis bezahlen, um diese Fehler wieder auszubügeln. Genau das können übrigens auch Dinge sein, die dich in deinen Plänen und Trainingsideen zurückwerfen. 

Das ist ätzend und nervig, denn du lässt Menschen an dein Pferd ran, die zwar eine Expertise haben, aber trotzdem nicht gut oder richtig oder einfach nur passend für euch am Pferd agieren. Du musst auch ein Stückweit Vertrauen haben in die Profis, denn du kannst ja nicht Profi in allem werden – dann würdest du deine Zeit mit unglaublich vielen Ausbildungsgängen verbringen und nicht mit deinem Pferd. 

Aber du wirst dich ein Stückweit fortbilden müssen in den verschiedenen wichtigen Bereichen, die dein Pferd betreffen, damit du ein Auge auf die Profis haben kannst und erkennen kannst, welcher Profi dir die passenden Ratschläge für dich und dein Pferd gibt und gut für euch beide ist.

Letztlich musst übrigens auch du selbst zum Profi werden – zum Profi für dein Pferd. Auch das ist etwas, was dir vorher keiner wirklich sagt. Da wird über Stallmiete und Tieraztkosten gesprochen, aber nicht davon, dass du dich selbst immer wieder fortbilden musst und dass es dir passieren kann, dass dein Pferd auch mal „Nein“ zu dir sagt. 

Sei es, weil du nicht den richtigen Tonfall triffst oder weil es schlechte Erfahrungen in seiner Vergangenheit gemacht hast, die du jetzt ausbaden musst. Das bringt mich zum letzten Punkt. 

Punkt 6: Mein Pferd LIEBT mich immer…wirklich? 

Irgendwie ist ein eigenes Pferd der Traum jeder Reiterin und jedes Reiters. Wenn wir auf – leider oft – unmotivierten Schulpferden durch die Halle zockeln oder mit den Entscheidungen der Besitzerin unserer Reitbeteiligung unzufrieden sind und vieles anders machen würden. Wenn die Sehnsucht nach einem Pferd immer größer wird, weil wir das eine Tier in unserem Leben haben wollen, mit dem wir eine schöne Verbindung aufbauen können. Weißt du was? Das ist auch so! Das ist der schöne Part an der ganzen Geschichte – wenn dein Pferd wird dich irgendwann wirklich erkennt und dir genau das zeigt. Dann kommst du und rufst dein Pferd. Es registriert dich und reagiert positiv. Es zeigt dir, dass es dich kennt und gerne Zeit mit dir verbringt. Es kommt aber leider manchmal auch anders. 

Denn jetzt kommen wir zum Knackpunkt an der ganzen Sache: Mit deinem Pferd verbringst vor allem nur du deine Zeit. Das ist anders als bei Schulpferden, die gelernt haben, dass sie mitmachen und (er)tragen, was auch immer da zu ihnen auf die Koppel kommt. 

Bei deinem Pferd, bist du sein Partner und sein Erziehungspart, du bist sein Mensch und sein Reiter. Du kannst es schaffen, dass ihr eine wunderbare Beziehung bekommt und dein Pferd wirklich Freude an der Arbeit mit Dir hat und genau diese Freude mit dir verbindet. Du kannst es aber auch schaffen, dass dein Pferd keine Lust auf die Zusammenarbeit hat und genau diese Unlust mit dir verbindet. Weil du so trainierst oder kommunizierst, dass dein Pferd nicht mag, was es von dir zu hören bekommt. Vielleicht geht der Trainingsweg oder Trainingsgedanke mit deinem Pferd nicht mehr und du musst umdenken und dich neuorientieren, wenn du eine funktionierende Beziehung willst. 

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Fazit – Trotzdem ein eigenes Pferd?

Wenn du jetzt frustriert bist und am liebsten einmal in deine Kissen weinen willst, dann tut mir das wirklich leid. Denn natürlich ist das nicht alles. Es lohnt sich all diese kleinen und größeren Dramen durchzumachen. Denn du bekommst im Gegenzug ein ganz wunderbares Geschenk. Ich will nur, dass du nicht von negativen Überraschungen gebeutelt wirst und frustriert bist, wenn dein Pferd dann bei dir ist. 

Pferde sind wundervoll und ohne sie wäre mein Leben nur halb so schön. Das ist auch Fakt und deswegen will ich dir als Bonus“track“ noch zwei Punkte mitgeben, die dir vielleicht auch vorher keiner sagt, die dir aber ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden: 

Punkt 1: Pferde machen unglaublich glücklich 

Der Duft von Fell und Heu, das zarte Schnauben im Stall und das tiefe Brummeln, wenn dein Pferd dich begrüßt gehören zu den wunderschönen Momenten im Leben eines jeden Pferdemenschen. Sie sind wunderschön anzusehen und das Zusammensein mit Pferden macht einfach nur Freude. Selbst wenn dein Pferd Anfangs andere Ideen haben sollte als du, werdet ihr euch annähern und dein Pferd wird mit dir zusammenwachsen, wenn du bereit dazu bist zuzuhören und einen neuen gemeinsamen Weg mit deinem Pferd zu gehen. Wenn du dann nach Monaten oder Jahren zurückblickst und siehst, was ihr alles miteinander erreicht habt, kannst du unglaublich stolz auf dich und dein Pferd sein. 

Sie schenken dem Leben Sinn und Zufriedenheit und Gelassenheit. Sie sind ein Privileg und ein Schatz, den du in dir hüten kannst. Pferde sind einfach wundervoll und sie machen glücklich. Egal ob bei der Bodenarbeit oder beim Reiten. 

Du wirst sehen, dass dein Pferd dich noch glücklicher machen wird, als du dir jetzt vorstellen kannst. 

Punkt 2: Pferde helfen uns zu einem glücklicheren ICH zu werden

Pferde sind ehrlich, sie sagen uns wer wir sind und wer wir sein könnten und sie helfen uns dabei, das zufriedenste „ICH“ zu werden, das wir sein können, wenn wir bereit dazu sind ihnen zuzuhören. Das ist ein ganz ganz ganz großes Geschenk, von dem dir vorher auch meist keiner erzählt. Meist geht es ums Reiten oder um irgendwelche Trainingsziele, wenn Menschen von ihrem eigenen Pferd sprechen. Das allerschönste und wichtigste ist aber, dass Pferde uns dabei helfen wir selbst zu werden. Sie schenken uns Zufriedenheit, Gelassenheit, Selbstsicherheit und sie spiegel uns all unsere inneren Baustellen, wenn wir das zulassen.  

KURZ GESAGT: 

Das Leben mit einem eigenen Pferd ist wie ein Fluss, der manchmal ruhig und sanft dahinfließt und du kannst dich an dieses glitzernde Ufer setzen und mit einem Lächeln genießen, es wird aber immer wieder auch Stromschnellen geben oder kleine und größere Wirbel oder Steine, die im Flussbett liegen. Es verläuft wie in Wellen und das ist aber auch in Ordnung, weil wir nur so lernen und besser werden können – Pferd und Mensch. 

Was ich dir mit all diesen Punkten vor allem sagen will? 

Wenn du ein Pferd in dein Leben holst und keine Maschine, sondern einen Partner an deiner Seite haben willst: 

  • dann wirst du vielleicht Kompromisse machen müssen
  • du wirst dich fortbilden und dazulernen müssen
  • du wirst lernen müssen, dass Kommunikation keine Einbahnstrasse ist und was das wirklich und ehrlich bedeutet
  • du wirst oft mehr Geld ausgeben, als du vorher dachtest
  • du wirst viele Überraschungen erleben

Aber – und das ist die schöne Seite daran: 

  • du wirst dich aber auch auf eine magischewunderbarezauberhafte Art und Weise immer mehr dem besten Pferdemenschen annähern, der du sein kannst und das alles in dein ganzes restliches Leben mitnehmen können und allein das ist die ganze Entscheidung wert
  • dein Pferd wird dir so so oft ein Lächeln in dein Gesicht zaubern
  • du darfst deine Freizeit in der Natur und zwischen Heu und Fell verbringen
  • im Idealfall hast du eine nette Stallgemeinschaft – lauter Pferdeverrückte Gleichgesinnte
  • es ist einfach ein wunderbares und großartiges Privileg Zeit mit einem Pferd zu verbringen und mit diesem Tier leben und reiten zu dürfen

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3 Kommentare zu “Dein eigenes Pferd – 6 Dinge, die Dir vorher keiner sagt

  1. Silke sagt:

    Liebe Petra, was Du in deinen "Betrachtungen zum eigenen Pferd" vergessen hast, ist der Zeitfaktor. Man weiß theoretisch schon vorher, dass dieses Hobby sehr viel Zeit "kostet", wieviel Zeit das aber tatsächlich ist, kann man sich nicht so richtig vorstellen. Auch wenn die meisten Pferde 1-2 Tage gerne ohne Menschen verbringen (wenn sie mit ausreichend Freilauf stehen), sind das ich 5-6 Tage, die man zu seinem Pferd geht. Sich vor dem Pferdekauf schon zu überlegen, ob man das leisten kann und will, macht sicher Sinn. Sollte das Pferd krank werden, kann es je nach Stallversorgung auch dazu kommen, dass man zweimal am Tag kommen muss und das über Wochen. Befindet man sich zudem in einer Partnerschaft, in der der Andere wenig mit Pferden anfangen kann und hat auch noch Kinder … sollte man sich ganz genau überlegen, ob gerade der Richtige Zeitpunkt für ein eigenen Pferd da ist. Sonst kann das "zum Pferd gehen" auch ein Stressfaktor werden und dann ist es leider weder fürs Pferd, noch für die Reiterin nur schön … das als Ergänzung :)

  2. Maria sagt:

    Ein wunderschöner Artikel, der mit sehr aus dem Herzen spricht! Ich bin nun seit 3,5 Jahren Pferdebesitzerin und kann alles nur bestätigen. Am Anfang habe ich die Worte " MEIN Pferd" gar nicht über die Lippen bekommen, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass mir meine Stute "gehört." Sie gehörte eigentlich nur sich selbst und war mit sich und ihrer depessiven Stimmung beschäftigt. Sie hat lange gebraucht, mich als ihre individuelle Partnerin anzuerkennen. Mittlerweile ist sie "mein Pferd" im Sinne von "meine Freundin".
    Es ist sogar noch etwas hinzuzufügen, was einem vorher niemand verrät: Wie SEHR man Verantwortung übernehmen muss und wie SEHR man sich in ein Pferd verlieben kann :-). Wenn es meiner Stute schlecht geht (und sie hat leider ein lange Krankengeschichte hinter sich bzw. ist diese immer noch aktuell), dann leide ich mit, weil ich ihr aktuell nicht helfen kann oder das Gefühl habe, ich habe trotz des Profiteams, was auch ich mittlerweile um mich geschart habe, noch nicht alles mögliche unternommen, was ihr evtl. noch gut tun würde. Die Tiefe der Bindung zu ihr hat mich in letzter Zeit doch immer wieder überrascht. Ich verlange aber nicht, dass ich "zurückgeliebt" werde. Sie mag mich und freut sich, mit mir spazieren zu gehen, das ist gerade alles, was wir machen können. Ich bin schon gefragt worden, warum ich dieses Pferd noch habe, wo sie doch so oft krank ist. Meine Antwort.: "Würdet Ihr Eure Freunde verkaufen, nur weil es ihnen grad nicht gut geht?"
    Viele Grüße

  3. Lena sagt:

    Liebe Petra,
    auch hier hast Du wieder mal einen tollen, treffenden Artikel gezaubert :-)
    Was einem vor dem Pferdekauf auch keiner sagt, ist, dass es Phasen gibt, in denen einem alles zu viel wird und man alles hinschmeißen möchte. Es ist nicht immer alles nur die heile Wendy-Welt, die vorgegaukelt wird, sondern die Realität, und die kann echt ätzend sein. Wie oft stand ich schon nur ein Minimü davon entfernt, die Pferde aufzugeben! Ja, es hat sich wieder alles eingerenkt und den Ponymann gebe ich nicht her, keine Frage.
    Aber für mich ist es ganz klar, dass ich danach, wenn der unvermeidliche letzte Gang gegangen ist, kein eigenes Pferd mehr haben möchte. Eine Reitbeteiligung, ein Pflegepferd vielleicht. Aber kein eigenes Pferd mehr.
    Was einem übrigens auch keiner sagt: Wie schwer es ist, über Leben und Tod zu entscheiden, wenn man es muss. Wie schwer es ist, seinen geliebten treuen Freund einen letzten Atemzug machen zu sehen. Diese Entscheidung nimmt einem niemand ab, als Tierbesitzer ist man völlig alleine in dieser Verantwortung.
    Auch wenn das jetzt sehr düster klingt, erhellt der Ponymann täglich mein Leben und ich bin unendlich dankbar, dass er mich hat finden dürfen <3

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