Artikel aktualisiert am 27.07.2017

Jeder Reiter und Neuling macht etwas falsch, das ist leider Fakt. Schulpferde müssen einiges erdulden. Auch das ist ein Fakt. Deswegen ist es deine und meine Pflicht möglichst schnell zu lernen und uns immer fortzubilden.

Wissen ist Macht – deswegen gibt es jetzt einen Lesetipp

Bernd Hackl: Er ist nicht nur Pferdeprofi bei Vox, sondern vor allem ein Praktiker, der genau weiß, was er tut*

 

Er trainiert regelmäßig Problempferde, deren Problem oft der Mensch ist. In seinem Buch beschreibt er Schritt für Schritt wie ideale Pferdeausbildung aussehen sollte. Auch wenn du nicht vor hast ein Pferd selbst auszubilden, ist es nützlich zu wissen, wie Pferde im Idealfall Schritt für Schritt trainiert werden. Einzelne Übungen kannst du dir rauspicken und mit deinem Pferd trainieren.

Im Buch findest du alle Basics, die du Schritt für Schritt mit deinem Trainingspartner “Pferd” durchgehen solltest, wenn ihr neu aufeinandertrefft.

Bernd Hackl zählt gleich zu Beginn 10 Fragen auf, die man an sich abfragen sollte, bevor man sich an die Ausbildung eines Jungpferdes macht.

  • Ganz pragmatische Fragen wie: „Haben Sie auf ihrer Reitanlage einen Round-Pen, einen eingezäunten Reitplatz oder eine Reithalle zur Verfügung, wo Sie ungestört und ohne Gefahr für Mensch und Pferd ein Training durchführen können?“
  • Oder Fragen zur emotionalen Charakterstärke, wie: „Sind Sie ein Mensch, der in jeder Situation Ruhe und Selbstsicherheit ausstrahlt, selten die Beherrschung verliert, gleichzeitig aber auch die nötige Konsequenz besitzt, um das jeweilige Trainingsziel zu erreichen?“
  • Aber auch Fragen, die die Kenntnisse abchecken, wie: „Haben Sie eine feine und leichte Zügelhand, um das empfindliche Maul des jungen Pferdes nicht zu irritieren, es aber dennoch mit der Zeit an ein Gebiss zu gewöhnen?“

Wichtig: Es kommt so unglaublich auf Timing und Genauigkeit an. Du musst die einzelnen Schritte langsam und mit viel Akribie nach und nach durcharbeiten.

Das Gute daran: Jeder Schritt ist detailliert erklärt. Du kannst sie dank der vielen Bilder und Texte gut durcharbeuten und nachvollziehen.

HIER hat er der Pferdeflüsterei schon ausführliche Interviews gegeben zu Gebisslosem Reiten und Horsemanship, zu der Frage wie Pferde ticken und was sie von uns brauchen.

Fazit: Was ist Horsemanship?

Als Neuling bekommst du den perfekten Eindruck davon, wie Horsemanship funktionieren kann, was zu den Basics gehört und worauf du achten solltest.

Als Profi kannst du einige Gedanken mitnehmen und in den Alltag integrieren, bekommst sicherlich neue Denkanstösse und Blickwinkel.

Manchmal würde ich mir noch das eine oder andere Praxisbeispiel mehr wünschen oder auch Hinweise, wie genau man reagieren soll, wenn es nicht klappt, ob es noch kleinere Stufen gibt und wie das Pferd reagieren könnte. Denn jedes Pferd ist anders und vermutlich kennt Bernd Hackl 1000ende Reaktionen auf die einzelnen Übungen. Aber vor allem glänzt das Buch!

  • Es glänzt mit Wissen
  • Mit einer unaufgeregten Art der Informationsvermittlung
  • Es glänzt mit Ermutigung und Wahrheit, da wo man sie lesen muss
  • Es liefert einen Überblick über die ersten Schritte, die man mit einem Jungpferd gehen kann.

Wenn du noch wenig Erfahrung hast, würde ich die Schritte mit einem jungen Pferd nicht ohne einen Ausbilder an der Seite machen, der dir genau zeigt, wie du auf das Pferd richtig reagieren musst. Denn, da wären wir wieder am Anfang dieser Rezension, gerade bei jungen Pferden kann man sehr viel an falschen Reaktionen in ihren mit Menschen noch unerfahrenen Köpfen verankern.

Anschließend geht es um die richtige Ausrüstung, Bernd Hackl beschreibt die Halfterformen, die Longe, die verschiedenen Varianten, die ein Buckaroo, ein Cowboy der guten alten Schule, immer bei sich hatte. Er sortiert aber auch ein, was warum und auf welche Art und Weise Sinn macht, hier bei uns.

Er geht an die Arbeit mit dem Rope (dem Seil) ran, er beschreibt, wie man dem Pferd das Rückwärts richten oder das Verladen beibringen kann und beschreibt verschiedene Problemfälle aus seiner Praxis als Reiter und Trainer und wie diese Probleme gelöst werden könnten.

Es ist ein tolles Buch für Anfänger und Fortgeschrittene. Es liefert Informationen en Masse und es macht Spaß es durchzuarbeiten. Manchmal wären mir noch detailliertere Beschreibungen lieber, noch mehr Schritt für Schritt und noch mehr welche wahrscheinlichen Reaktionen des Pferdes es geben kann und wie man darauf reagieren sollte. Aber das ist natürlich schwer, weil Pferde und ihre Reaktionen so unterschiedlich und verschieden sind, wie es Sand am Meer gibt (oder so).

 

Falls ihr das Buch auch lest oder schon gelesen habt, falls ihr praktische Erfahrungen mit Bernds Tipps habt, freue ich mich über Eure Kommentare und Erlebnisse.

 

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