Barock im Typ und voller Punkte: Der Knabstrupper ist definitiv ein Hingucker! Die gefleckten Pferde sind eine Farbvariante der dänischen Kulturrasse Frederiksborger. Sie sind wegen ihrer flashy Optik nicht nur auf Shows und Paraden gern gesehen, sondern eignen sich hervorragend als Reit- und Freizeitpferde. Der Knabstrupper bringt nämlich eine hohe Versammlungsbereitschaft und eine große Gelehrigkeit und Intelligenz mit.

Knabstrupper – die gefleckten Fürstenpferde

Das bunte Barockpferd aus Dänemark punktet im wahrsten Sinne des Wortes mit verschiedensten Eigenschaften. Zum einen ist seine Fellfarbe und -musterung etwas Besonders. Zum anderen ist der Knabstrupper aufgrund seines kompakten Körperbaus und seiner hohen Intelligenz ein tolles Reitpferd. Allerdings muss man ihn zu nehmen wissen – die Punktepferde wissen nämlich durchaus, was sie wollen und was nicht.

Größe

Knabstrupper sind zwischen 149 und 157 Zentimeter groß.

Farbe

Knabstrupper sind, wie die Appaloosas, sogenannte Tigerschecken. Das bedeutet, dass es sie in fünf Farbtypen gibt. Oft ist die Haut im Nüstern- und Maulbereich und um die Augen gefleckt.

Die Fellvarianten:

  1. Volltiger: Der Knabstrupper ist weiß und hat dunkle Flecken (schwarz oder rotbraun) über dem gesamten Körper.
  1. WeißgeboreneDer Knabstrupper ist weiß.
  1. SchabracktigerDer Knabstrupper hat eine Schabracke, einen weißen Bereich auf der Kruppe und dem Rücken, der gepunktet sein kann.
  1. SchneeflockentigerDer Knabstrupper hat kleine, weiße Flecken über dem gesamten Körper.
  1. EinfarbigeDer Knabstrupper ist einfarbig und zeigt keine Flecken oder Punkte.

Der Körperbau

Es gibt zwei Knabstrupper-Typen: den barocken und den modernen Typ.

Der barocke, und damit ursprüngliche Knabstrupper hat einen quadratischen und kompakten Körperbau. Sein Kopf ist recht groß und kann ein konvexes Profil, eine Ramsnase besitzen. Die Ohren sind beweglich und recht klein, die Nüstern dagegen groß. Der Hals ist kräftig, hoch angesetzt und damit entsprechend aufgerichtet, auch die Ganaschen sind ausgeprägt. Sein Fundament ist trocken und stabil mit einem kurzen Rücken und einer runden, nicht zu stark abfallenden Kruppe. Der Schweif ist recht hoch angesetzt. Der Knabstrupper hat kräftige Beine mit einer mittellangen Fesselung und großen Gelenken.

Die Hufe sind eher weich und manchmal gestreift.

Der modernere Typ erinnert an ein deutsches Reitpferd. Er ist etwas größer und durch die Einkreuzung von Warm- und Vollblütern eleganter und leichter.

Charakter und Eignung

Wie ticken Knabstrupper? Und was können sie?

Knabstrupper sind:

  • Umgänglich, verlässlich und freundlich.
  • Gutmütig und aufmerksam.
  • Gelassen und nervenstark mit einem gemäßigten Temperament.
  • Ausdauernd und loyal.
  • Intelligent, gelehrig und leistungsbereit. Das macht sie vielfältig einsetzbar und leicht auszubilden. Weil sie so schnell lernen und ungewöhnlich aussehen, ist der Knabstrupper zum Beispiel ein beliebtes Zirkuspferd. Wegen ihres vorteilhaften Körperbaus eignen sie sich aber auch für die hohe Dressur mit Lektionen der hohen Schule. Doch auch als Freizeitpferd und sogar als Voltigier- und Therapiepferde kommen sie zum Einsatz. Knabstrupper eigenen sich auch zum Fahren und sind wegen ihrer Optik auch beliebte Showpferde.
  • Da Knabstrupper durchaus sensibel sind, brauchen sie einen Menschen, der das zu schätzen und damit umzugehen weiß. Man sagt ihnen auch durchaus eine gewisse Sturheit und Eigenwilligkeit zu. Wer sie konsequent und kompetent ausbildet, hat einen willigen Partner, der auch schwierige Aufgaben loyal bewältigt.
  • Knabstrupper haben meistens schön weiche, gut zu sitzende Gänge.

Häufige Erkrankungen

Knabstrupper haben als sekundäres Rassemerkmal ein sogenanntes Menschenauge, eine weiß umrandete Iris. Das macht sie anfällig für die equine rezidivierende Uveitits, die periodische Augenentzündung, eine chronische Erkrankung, die in Schüben auftritt. Sie gilt als häufigste Augenerkrankung bei Pferden, kann beide Augen betreffen und zur Erblindung führen. Forschungen zufolge leiden Knabstrupper in der Regel unter einer schleichenden Form der Erkrankung, die ebenfalls nicht von Baktieren ausgelöst wird. Man vermutet einen Gendefekt.

Die Zuchtgeschichte

Die Knabstrupper gehen auf die dänischen Frederiksborger zurück. Das königliche Gestüt Frederiksborg in Dänemark, 1536 gegründet, züchtete Tigerschecken mit Pferden aus spanischen Blutlinien. Auf den rittigen und auffälligen Pferden lernten die Fürsten und Adeligen Europas in Reitakademien die hohe Kunst der Dressur. Die Pferde gehörten zu den beliebtesten in Europa, die Farbvariante war jedoch sehr selten und durch die europäischen Kriege fast ausgelöscht worden.

Gründer der Knabstrupper-Zucht wurde der Major Villars Lunn am Anfang des 19. Jahrhunderts. Er züchtete auf dem Gut Knabstrup mit Frederikgsborgern. Als Urmutter der Rasse gilt die sogenannte Flaebestute, die kaufte, weil sie ihm wegen ihrer Leistungsfähigkeit aufgefallen war. Sie hatte das Farbgen der Tigerschecken und so begründeten ihre Söhne und Töchter die neue Rasse.

Ein Blitzeinschlag und der folgende Brand löschte die Zuchttiere des Gut Knabstrups 1891 aus und brachte die Rasse an den Rand des Aussterben. 1952 wurde mit wenigen Zuchttieren der Versuch unternommen, die Rasse wieder aufleben zulassen. Der Verband für die Knabstrupperzucht wurde 1972 gegründet. Auch heute gibt es nur wenige Zuchttiere – Knabstrupper im barocken Type werden in Dänemark und Deutschland gezüchtet. Als Original Knabstrupper gilt ein Pferd nur, wenn er in der dritten Generation ohne Einkreuzung von Fremdblut steht.

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