Zecke auf grünem Blatt

Zecke beim Pferd! Warum du sie nicht verharmlosen darfst

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Der ganze Artikel für dich auf einen Blick

Zecke Pferd! Zwei Wörter, die man nicht gerne in einem Satz sagt. Bei Zecken gibt es regelmäßig Kreischalarm bei mir, wenn ich mein Pferd auf Zecken untersuche. W-i-d-e-r-l-i-c-h! Ich tue es, weil ich es tun muss, könnte aber gut auf das Entfernen der Zecken verzichten. Aber noch besser ist, wenn sie sich gar nicht erst am Pferd festbeissen. Ganz verhindern lässt sich das leider nicht, aber wir können einiges dafür tun, unserem Pferd den Sommer so schön und zeckenfrei wie möglich zu machen. Zeckenbisse sind unangenehm für dein Pferd. Pferde sind gestresst, wenn die Zecken zuschlagen. Es schmerzt und es kann jucken oder Entzündungen verursachen.

Denn die Pferdebiester sind nicht nur eklig, sie können auch eine Vielzahl von Krankheiten auslösen. Dazu schreibe ich dir auch etwas in diesem Artikel. Und natürlich wie du auf eine natürliche Weise vorbeugen kannst.

Achtung Zecke Pferd! Ist sie tödlich?

Du und dein Pferd seid viel in der Natur unterwegs. Dort tummeln sich die Zecken. Vor allem im Sommer. Die Anzahl wächst, weil sie das Klima verändert. Zecken gibt es mittlerweile fast überall. Auch dort, wo sie früher vielleicht noch unbekannt waren. Besonders in Süddeutschland sind sie stark verbreitet.

Zecken warten in den Büschen und niedrigen Bäumen, bis du mit deinem Pferd vorbeireitest, dann spürt sie die Körperwärme. Wenn dein Pferd dann das Gras oder den Busch streift, lässt sie sich mitnehmen. Dein Pferd ist damit eine Art Zeckentaxi.

 

Die 10 wichtigsten Facts über die Zecken

Jetzt bekommst du noch die 10 wichtigsten Facts über die Zecken. Denn Zecken sind klein, fies und sie beissen sich leider gerne an deinem Pferd fest. Manchmal auch an dir. Die kleinen Biester sind wahre Plagegeister. Es ist gut, über die Viecher Bescheid zu wissen, damit du sie noch effektiver bekämpfen kannst:

  1. Zecken sind Familientiere. Sie werden in Großfamilien geboren und aufgezogen. Ein Zeckenweibchen legt bis zu 3000 Eier. Die Babyzecken sind dann erstmal klein und winzig wenn sie geschlüpft sind. Damit sie wachsen können wollen sie Blut futtern. Sie suchen sich erstmal kleine Tiere, wie Mäuse. Um dann nach und nach zu größeren Wirten überzugehen.
  2. Zecken sind ganz schön alt. Es gibt sie eben schon sehr lange – Millionen von Jahre um genau zu sein. Sie sind sozusagen Urviecher und entsprechend resistent.
  3. Zecken sind absolute Überlebenskünstler. Leider! Sie überstehen sogar einen Waschgang bis zu 40 Grad. Vielleicht solltest Du also Deine Reitklamotten und die Pferdedecke in Zukunft bei mindestens 60 Grad waschen. Zecken überleben auch mehrere Tage unter Wasser und sogar in der Tiefkühltruhe.
  4. Zecken sind clever. Sie lauern in Büschen oder Gräsern. Ihren Wirt erkennen sie am Geruch. Das ist ein bisschen wie bei uns. Wenn der Gasthof von weitem schon gut nach Pizza duftet, werden wir direkt darauf zusteuern. Außerdem hilft ihnen die Körperwärme.
  5. Zecken sind die Ferraris unter den Insekten. Zecken sind wahnsinnig schnell. Sie brauchen nur Sekundenbruchteile, um sich an der Kleidung oder am Fell festzukrallen.
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6. Zecken sind sehr anhänglich. Das ist wirklich blöd! So eine Zecke bleibt dann schon mal bis zu zwei Wochen an ihrem Wirt hängen. Sie haben sogar Widerhaken an ihrem Rüssel und manche sogar noch einen Klebstoff.
7. Zecken sind zäh und verfressen. Eine Zecke kann nach dem Blutsaugen das 200 Fache ihres vorherigen Körpergewichts auf die Waage bringen. Ganz schön fett! Und sie kann damit bis zu 10 weitere Jahre ohne eine Mahlzeit überleben.
8. Zecken sind kleine Frostbeulen. Wenn es zu kalt ist, verlassen sie das Laub nicht. Ab -7 Grad verkriecht sich die Zecke und wartet auf den nächsten Frühling.
9. Zecken sind sehr variantenreich. Es gibt über 800 verschiedene Zeckenarten weltweit. Wahnsinn, oder?
10. Zecken sind sehr ansteckend. Sie sind sozusagen laufende Krankheiten. Es gibt knapp 50 verschiedene Krankheiten, die die kleinen Biester übertragen können. In Deutschland sind es vor allem FSME und Borreliose und mittlerweile auch die Ehrlichiose.

Übrigens, es ist am besten sie in Wasser zu ertränken, wenn du sie von deinem Pferd gepflückt hast. Aber du musst sie ein paar Tage im Wasser liegen lassen, damit sie wirklich tot sind. Also zum Beispiel eine größere Schüssel Wasser am Putzplatz aufstellen und dann die Zecken ertrinken lassen.

Oder du fackelst sie mit einem Feuerzeug ab. Aber da musst du natürlich schauen, wie dein Pferd darauf reagiert. Wenn du versuchst sie zu zertreten, kann es dir passieren, dass sie überleben und weg krabbeln. Wie du spätestens jetzt weißt, sind die Zecken sehr widerstandsfähig. Also stell dir einfach einen Pott Wasser an den Putzplatz in den jede Zecke fällt. Schön mittig, damit sie nicht am Rand rauskrabbeln kann.

 

Zecke Pferd? Die ultimativen Tipps gegen die Zeckenplage

  1. Kauf Dir eine Zeckenzange! Dann kannst du die Zecke rausdrehen, bevor sie dein Pferd beißt und Blut saugt. Denn die Zecke beginnt erst nach einigen Stunden mit der Nahrungsaufnahme, weil sie erstmal nach der perfekten Stelle sucht. Du hast also nach dem Biss Zeit sie zu entfernen, bevor sie Borreliose übertragen kann
  2. Kauf Dir eine Zeckenzange! Wirklich! Du musst dir eine Zeckenzange kaufen und dein Pferd regelmäßig untersuchen
  3. Zeckenzange
  4. Du brauchst eine Zeckenzange!

Die besten Zeckenzangen findest du HIER

Du siehst schon, man kann VOR ALLEM eines tun, um Krankheiten vorzubeugen. Eine Zeckenzange kaufen und das Pferd täglich untersuchen. Du kannst außerdem die Beine und den Körper deines Pferdes mit einem Zeckenmittel einsprühen.

Besonders gerne beißt die Zecke an Stellen, an die dein Pferd nicht so gut rankommt. Also die Schenkelinnenseiten, an den Ellbogen und am Kopf und Pferdehals.

DIY – Zeckenspray! So kannst du ein natürliches Zeckenmittel machen

Nimm als Basis eine natürliche Fellpflege, wie diese HIER von Emiko oder Bio-Apfelessig, wenn du keine Fellpflege extra nehmen willst.

Das Mischverhältnis ist etwa: 2/3 Fellpflege – 1/3 Schwarzkümmelöl + ätherische Öle.

Das mischst du dann wie folgt:

  • 500 ml Fellpflege oder Bio-Apfelessig mit 500 ml schwarzem Tee (oder Wasser, falls du kein dunkleres Pferd haben willst ;-) ) verdünnen
  • ca. 300 ml Schwarzkümmelöl dazu
  • Bei Bedarf noch ätherische naturreine Öle wie Rosmarin, Zimtblätter, Citronella, Lavendelöl, Neemöl und Teebaumöl dazutropfen. Was du davon nimmst und welche Mischung hängt zum einen davon ab, was die Zecken bei dir am Stall mögen und was nicht und ob es ätherische Öle gibt auf die dein Pferd allergisch reagiert

Hier kommt meine Öl-Mischung für die Anti-Zecken-Basis-Mischung:

10 ml Neemöl

5 ml Öl aus Zimtblättern

5 ml Lavendelöl

5 ml Citronella

Die Öle bekommst du in der Apotheke oder im Reformhaus. Das schüttelst du dann einmal kräftig durch und sprühst dein Pferd ein. Weichteile und Kopf bitte aussparen. Da kannst du dir lieber etwas auf die Hände sprühen und dann vorsichtig damit über die Ohren und den Pferdekopf fahren. Damit kannst du dein Pferd dann einmal am Tag oder auch zweimal einsprühen – je nachdem wie hartnäckig die Zecken sind. Das pflegt die juckenden Stellen und hält gleichzeitig Zecken davon ab, es sich auf deinem Pferd bequem zu machen.

Warum Schwarzkümmelöl? Weil Zecken das Öl gar nicht lieben und weil es parallel die Haut pflegt. Du brauchst aber das richtige echte NIGELLA Sativa aus den Samen des arabischen Raums.

Du findest ein hochwertiges ägyptisches Schwarzkümmel zum Beispiel HIER

Schwarzkümmelöl

Du kannst auch einfach statt einer Fellpflege ein natürliches Fliegenspray kaufen und in dem entsprechenden Mischverhältnis Schwarzkümmelöl hinzufügen.

  1. Wir haben zum Beispiel das 100% natürliche Fliegenspray von Wildwash – HIER kannst du dich darüber informieren.
  2. Oder das Citromax von Carr & Day & Martin mit Citridiol – du kannst HIER mehr dazu erfahren.

Zeckenbiss beim Pferd – was tun?

Wenn dein Pferd von einer Zecke gebissen wurde, ist erst einmal Vorsicht geboten. Ist die Zecke schon ganz vollgesogen und hat sich an deinem Pferd satt gefressen, nimm sie vorsichtig am Kopf und drehe sie raus. Sie würde ohnehin bald abfallen und du müsstest sie dann leicht herausdrehen können. Du kannst dir dafür auch eine handelsübliche Zeckenzange* in die Putzbox legen. Ganz wichtig ist, dass der Kopf der Zecke nicht im Pferdekörper bleibt. Er könnte anfangen zu wandern und Entzündungen im Körper hervorrufen. Umso weniger die Zecke schon an Blut gesaugt hat, desto schwerer wird sie aber raus zu drehen sein. Dann ist es besonders wichtig, dass du vorsichtig bist. Du weißt ja jetzt: Der Kopf DARF NICHT im Pferdekörper bleiben. Denn die Zecken können Entzündungen auslösen und Bakterien übertragen. FSME zum Beispiel oder Borreliose.
Zecke am Pferdehals

Borreliose beim Pferd - was ist das?

Zecken übertragen die Borreliose und die Ehrlichiose. Letzteres ist eine Fieberkrankheit, die aber nur selten vorkommt. Viel häufiger ist die Borreliose. Sie ist hochgefährlich. Die kleinen Bakterien werden beim Blutsaugen in den Pferdeorganismus übertragen.

Wie erkenne ich die Borreliose?

Das ist schwierig, weil die Symptome leise vor sich hin wabern. Hier sind aber Fragen, die du dir stellen kannst, um zu erkennen, ob dein Pferd Borreliose hat:

  1. Hat dein Pferd leichtes Fieber?
  2. Ist es oft müde?
    Ist es steifer als sonst?
  3. Hat es Verdauungsprobleme?
  4. Hat es Lähmungen und hält es den Kopf immer schief?
  5. Ertappst du dein Pferd öfter beim Headshaking?
  6. Zeigt es Verhaltensstörungen – wie Aggressivität oder andere Veränderungen?

Ganz typisch ist auch, dass dein Pferd immer wieder auftretende Lahmheit hat. Mal in dem einen, mal in dem anderen Bein. Die Gelenke sind dann jeweils geschwollen. Das sind alles mögliche typische Symptome der Borreliose. Sie können auftreten, müssen aber nicht.

Was kann ich gegen Borreliose tun?

Borreliose kann tödlich enden. Leider! Man muss diese Krankheit wirklich ernst nehmen. Am besten ist es, wenn du die Borreliose früh erkennst und dann auch früh etwas dagegen tun kannst. Da aber die Symptome so wabern, ist das gar nicht leicht. Wenn der Tierarzt nicht rechtzeitig gerufen wird, dann kann die Borreliose leider chronisch werden. Deswegen musst du immer gut auf dein Pferd achten. Es ist besser den Tierarzt zu früh, als zu spät zu rufen.

Wie behandle ich die Borreliose?

Da kann erstmal nur der Tierarzt ran. Borreliose muss mit starken Antibiotika behandelt werden. Aber auch das muss nicht zum Erfolg führen. Es gibt leider auch keinen Impfstoff gegen Borreliose für Pferde. Deswegen hilft es am meisten, wenn du viele vorbeugende Maßnahmen gegen die Zecken ergreifst.

Petra und Carey

„Pferdeflüstern bedeutet, dass wir lernen das Flüstern der Pferde zu hören und zu verstehen.“

Die Pferdeflüsterei ist ein Wissensblog und Herzensprojekt – denn wir wünschen uns, dass alle Pferde und ihre Menschen glücklich miteinander sind. Wenn wir lernen die Pferde zu verstehen, fein und fair zu trainieren und der beste Pferdemensch zu werden, der wir sein können – wird es auch deinem Pferd gut gehen und es wird immer sein Bestes für dich geben. Versprochen!

Wir unterstützen dich mit unseren Artikeln, Interviews und Kursen – Du bekommst Facts zu pferdegerechter Haltung und Fütterung, feinem Training und Pferdeverhalten. 

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