Sommerekzem

Was ist ein Sommerekzem?

Ganz genau weiß man das immer noch nicht. Die Symptome sind klar – die Pferde kratzen sich ihre Haut blutig, weil sie an einem unerträglichen Juckreiz leiden. Dadurch entstehen offene und zum Teil eitrige Stellen und da lassen sich dann die Insekten wiederum besonders gerne darauf nieder und das löst einen regelrechten Kreislauf aus.

Besonders gefährdete Ecken

Besonders gefährdet sind Pferde Morgens und Abends – weil die Insekten da besonders viel unterwegs sind. Gerade in der Nähe von stehenden Gewässern, Misthaufen oder windstillen Ecken sind die Insekten besonders intenstiv unterwegs.

Kriebelmücke Pferd

Sobald es windiger wird, haben sie weniger Überlebenschancen, weil sie nicht groß und stark genug sind weite Strecke zurückzulegen oder sich gegen den Wind durchzusetzen. Deswegen gibt es zum Beispiel in windigeren Gegenden oder Küstengebieten weniger Sommerekzem, weil weniger der stechenden Insekten dort unterwegs sind.

Relativ sicher ist, dass es eine allergische Reaktion der Haut ist, sehr wahrscheinlich auf die Spucke der Kriebelmücke, bestimmter Stechmückenarten und Gnitzen – vielleicht auch auf Bestandteile im Futter. Deswegen erwischt das Sommerekzem besonders oft Importpferde. Sie sind anderes Futter und andere Mücken gewohnt. Ihr Körper und Immunsystem kämpft dann durch den Import mit den neuen Begebenheiten. Wenn zum Beispiel dein Pferd karges Gras und wenig Kraftfutter gewohnt war und dann plötzlich in den deutschen fetten Weiden steht und vielleicht noch Müslis und Mineralfutter bekommt – kann auch das das Immunsystem so stören, dass es verrückt spielt. Es gibt auch Stimmen, die vermuten, dass die ganzen Umweltgifte, Unkrautvernichter und Dünger, die auf den Weiden und Wiesen verwendet werden die Ekzeme auslösen könnten. Deswegen, weil scheinbar immer mehr Pferde daran erkranken.

Wenn das Immunsystem und die Magen-Darm-Flora nicht in Ordnung sind, kann das Pferd das Futter nicht richtig verwerten und dann fehlen ihm die nötigen Mineralstoffe und Vitamine für einen gesunden Hautstoffwechsel. Da kann man also auch unterstützen durch Kräuterkuren für die Entgiftung und die Magen-Darm-Flora.

Es gibt auch Vermutungen, dass das Sommerekzem und die Empfindlichkeit erblich weitergegeben werden könnte.

So oder so – wenn dein Pferd ein solches Ekzem hat, ist das nicht schön. Besonders oft tritt es an der Schweifrübe, am Mähnenkamm und an der Bauchnaht auf. Es gibt verschiedene Schweregrade. Von einem leichten bis zu einem schweren Ekzem. Meine Stute hat – wenn überhaupt – ein leichtes Sommerekzem. Wir hatten aufgrund des Imports und eines Milbenbefalls mit verschiedenen Hautkrankheiten zu kämpfen – deshalb ist die Diagnose noch nicht sicher. Aber natürlich habe ich mich trotzdem schon mit dem Thema beschäftigt.

Was tun gegen das Sommerekzem?

Je nach Schweregrad braucht dein Pferd natürlich eine Ekzemerdecke. Das sind Spezialdecken, die zum Teil sogar mit Insektenabwehrmitteln „imprägniert“ sind. Zum Beispiel der Stoff „Permethrin“. Das ist eine Abwägungssache. Permethrin ist ein ganz schöner Brecher und sollte eigentlich nicht dauerhaft mit der Haut in Kontakt kommen. Er hilft gegen die Insekten, hat aber auch eine giftige Wirkung. Um es kurz zu machen: Es ist ein Nervengift. Das tötet natürlich die Insekten, aber du kannst dir denken, dass es auf Dauer sicher besser ist, wenn du darauf verzichten kannst. Wenn sich dein Pferd allerdings in seiner Verzweiflung blutig scheuert, dann ist das Nervengift sicher besser als die Qual des Juckens.

Heilmittel Sommerekzem

Es gibt noch tausende Lotionen und Shampoos. Von chemischen Keulen, bis zu natürlichen Varianten. Sie alle sollen einerseits den Juckreiz lindern und andererseits die stechenden Biester fernhalten. EM zum Beispiel (die effektiven Mikroorganisem) sollen auch immer wieder sehr gut helfen.

Das dritte, was du tun kannst ist Darmflora und Immunsystem zu stärken, so dass dein Pferd so fit ist von innen heraus, dass so ein Ekzem vielleicht keine Chance mehr hat.

Sehr gut helfen soll auch das Schwrazkümmelöl – HIER findest du einen Artikel nur zu diesem Superwunderding – gegen Sommerekzemer.

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2 Kommentare zu “Sommerekzem

  1. Lena sagt:

    Hallo liebe Petra,
    danke für den Beitrag!
    Gerne würde ich etwas ergänzen (habe selbst einen mittelschweren-schweren Ekzemer und musste mich zwangsweise intensivst mit diesem Thema beschäftigen): Das A und O bei Ekzemern ist die Fütterung. Du hast in einem tollen Beitrag sehr treffend und nachvollziehbar beschrieben, wie die Ernährungsphysiologie bei Pferden beschaffen ist. (Vielleicht magst Du ihn hier verlinken?) Daraus erklärt sich eigentlich von selbst, dass eine falsche Fütterung die Entgiftungsorgane wie Leber und Niere völlig überlastet und somit das Immunsystem nicht gescheit arbeiten kann, weil es anderweitig beschäftigt ist. Somit haben allergiedisponierte Organismen (z. B. Importpferde) kaum eine Chance, dem Ekzem zu entgehen. Aber: Die Futterumstellung ermöglicht es Leber und Niere, wieder zu ihrer alten Funktion zurückzukehren. Natürlich darf hier gerne unterstützt werden mit Kräutern und/oder Homöopathie (immer nach Absprache mit einem Fachmann!).

    Bei Lucca war die Ausgangssituation 24 Stunden Wiese, 2x täglich Heu aus dem Heunetz und 1x täglich eine Mischung aus Gerste, Hafer und Mais (vom Tierarzt empfohlen… *kopfschüttel*), dazu Möhren und etwas Apfelessig. Jeden Tag wurde er von Kopf bis Huf eingeschmiert, nichts half, der Ponymann sah aus wie gerupft und hatte blutende, offene Wunden, keine Decke hat länger als zwei Wochen gehalten, bevor sie zerfetzt war. Teilweise musste der TA als letzte Möglichkeit Cortison spritzen.
    Als ich ihn gekauft habe, war für mich klar, dass sich das ändern muss. Der Ponymann war so dünn und tat mir so leid… Zum Auffüttern hat er dann bei mir das HestaMix bekommen, dazu Heu satt und homöopathische Tropfen. Wiese im Sommer war ganztägig, aber mit Unterstand. Damit war es nicht mehr so schlimm, aber trotzdem nicht gut. Immerhin musste kein TA mehr Cortison spritzen.
    Auf der Suche nach der ultimativen Heilung bin ich dann schließlich bei der Krauterie gelandet und habe mich zeitgleich sehr intensiv mit der Pferdefütterung beschäftigt. So kam ich dann dazu, Lucca komplett getreidefrei zu ernähren. er bekommt jetzt seit gut einem dreiviertel Jahr das AlpenGrün-Müsli von Agrobs (wenn er was getan hat), ansonsten die Saisonkräuter der Krauterie mit Schwarzkümmel oder Hagebutten zusätzlich. Dazu wechselnde Funktionskräuter, z. B. die Hautkräuter Nr. 5 extra für Ekzemer. Auch die Leckerlis sind getreidefrei, kein Brot, keine synthetischen Inhaltsstoffe, keine Kleie (Karotinchen und BioSticks sowie Hagebutten). Im Fellwechsel bekommt er den Leber-Nierensaft von Ewalia kurweise – und siehe da: es wird! Selbstverständlich kann ich nicht erwarten, dass das Ekzem von heute auf morgen verschwindet, auch wenn ich das liebend gerne so hätte. Dennoch sieht man den Fortschritt, der Ponymann ist leistungswilliger, munterer und wirkt sichtlich zufriedener. Ja, die Beine sind noch angefressen. Ja, die Ohren sind teilweise nackt. Und trotzdem ist es kein Vergleich mehr zu vorher! Wir sind glaube ich auf einem sehr guten Weg, und das alles nur mit einer Futterumstellung!

    Vielleicht noch ein Satz zu Blutbildern: Diese sind eine Momentaufnahme und ein diagnostischer Baustein. Keinesfalls kann alleine anhand eines Blutbildes eine Krankheit sicher diagnostiziert werden, auch wenn das gerne so verkauft wird! Bestes Beispiel ist da die Leber; dieses Superding steckt so viel ein und meldet sich im Blutbild erst, wenn "die Katze schon den Baum rauf" ist. Soll heißen: nur, weil die Leberwerte im Blutbild unauffällig sind, heißt das nicht, dass die Leber vollkommen gesund ist. Anzeichen wie Müdigkeit, vermeintliche Faulheit, Unwillen und überschießende Reaktionen sollten immer ernst genommen werden und an die Leber denken lassen. Meistens hilft eine Unterstützungskur schon so gut, dass Schlimmeres verhindert werden kann.

    Vielleicht konnte ich Deinen Beitrag mit meinen Erfahrungen etwas bereichern und anderen Ekzemerbesitzern helfen.

    Herzliche Grüße,
    Lena mit Ponymann Lucca

    • Petra Haubner sagt:

      Hallo liebe Lena, danke für deine Erfahrungen mit dem Thema. Ein super Kommentar, der die perfekte Ergänzung ist. Danke dafür und viele liebe Grüße an deinen Ponymann und dich, Peetra

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