Das letzte Mal habe ich euch erzählt wie ich die Ausbildung von Herrn Freyr in den verschiedenen Gangarten angegangen bin. Diesmal soll es vor allem um den Tölt gehen. Ich werde euch aber auch verraten, womit Herr Freyr mich letzte Woche besonders beeindruckt hat und warum er vor allem ein „Ein-Frau-Pferd“ zu sein scheint.

Trab oder Toelt - No More Gangsalat 8

Heute geht es um: Tölt! Mit Herrn Freyr tölte ich gerne auf Wegen, die er vorher schon gerne ohne Reiter getöltet ist.

Trab oder Toelt - No More Gangsalat 6

Für die rotierende Bewegung im Tölt ist es wichtig mit dem Körper mitzugehen und nicht zu fest zu werden. Werde ich zu fest im Sitz oder in der Hand, kann ich eine laterale Verspannung riskieren, die den Tölt eher Richtung Pass verschieben wird. Dabei denke ich dann also „Wippe hinten runter“ und habe etwas mehr Körperspannung als im Trab.

Dagegen kann sich der Tölt Richtung Trab verschieben, wenn ich mit meiner Körperhaltung zu lasch bin.

Das variiert von Pferd zu Pferd. Und lässt sich in ein paar Sätzen auch nicht beschreiben. Da ist das Buch von Bruno Podlech: „Reiten in Balance“ ein hervorragendes Werk und absolut zu empfehlen.*

Zügel fest oder locker?

Weder im Trab noch im Tölt, versuche ich Herrn Freyr mit den Zügeln zu manipulieren. Ich habe eine feine Anlehnung am Hals und habe zu meinem Halfter eine leichte Verbindung.

Im Schritt reite ich ja sehr gerne auch am ganz langen Zügel. Aber in den anderen Gangarten, in denen einfach auch mehr Bewegung drin ist, ist so ein „Schlabberzügel“ für das Pferd eventuell irritierend. Da ich das Pferd zum Beispiel auch über die Anlehnung am Hals abwende.

 Es ist tatsächlich so, dass durch die Aufrichtung der Zügel kürzer ist. Das Pferd wird aber natürlich nicht durch einen kurzen Zügel in die „Aufrichtung“ gezogen.

Ich kann also während meiner Töltphasen immer prüfen, ob die Aufrichtung echt ist, indem ich den Zügel lockere (überstreiche). Dabei muss ich meine Tölt-Körper-Position aber beibehalten, da Herr Freyr sonst anhalten würde. Zum Anhalten lasse ich die Körperspannung heraus und lasse die Zügel deutlich lang. Höre quasi auf zu reiten. Auch der Tölt in dieser Selbsthaltung ist für das Pferd anstrengend und ich übertreibe die Länge der Strecke nicht.

Weiter geht’s mit den Übergängen

Im Verlauf meiner Ausbildung werde ich dann auch damit beginnen auf passender Strecke vom Tölt in den Trab zu wechseln. Oder anders herum. Im Sattel und am Boden.

Trab oder Toelt - No More Gangsalat 4

Und ich übe Übergänge: Schritt-Tölt -Schritt oder Schritt-Trab-Schritt……

Dabei kann ich überprüfen, ob mein Pferd meine Körperpositionen und die Körperspannung schon mit den entsprechenden Gangarten in Verbindung bringt.

TIPP: TIPP: Zuerst darf das Pferd die Gangart wählen und nimmt mich als Reiter mit. Wenn wir dann etwas fortgeschrittener sind, gebe ich die Gangart vor und nehme mein Pferd unter mir mit.

Ja, ich weiß. Das ist leichter gesagt als manchmal getan. Pferden, die noch mit Gangartengewurschtel unterwegs sind, fehlt oft noch Gymnastizierung und klare Vorgaben des Reiters. Mit dem entsprechenden Taktgefühl. Wichtig ist dann vor allem zur richtigen Zeit aufzuhören und zu loben.

Alles muss ein gutes Ende nehmen

Wenn es richtig gut läuft, höre ich immer in einem sehr guten Moment auf zu reiten und lobe überschwänglich. Manchmal sitze ich nur 10 Minuten auf dem Pferd und springe wieder ab, weil er sich so toll unter mir anstrengt und alles richtig macht. Warum dann warten bis der schöne Moment vorbei ist? Bis das Pferd vielleicht müde wird und es immer schwieriger wird, einen schönen Moment zu finden? Mit Pferden ist immer auch ein bisschen Pädagogik gefragt.

Trab oder Toelt - No More Gangsalat 10

Und unser erste Galopp?

War sehr cool. Ich war mit einer Freundin ausreiten. Ihr Haflinger hatte einen flotten Trab drauf, so dass Herr Freyr von alleine beschloss, dieses Tempo mal im Galopp zu probieren. Das war toll! Er ist ganz locker neben dem Hafi galoppiert. Dann habe ich überlegt ob ich es schaffe, durch ein bisschen weniger Körperspannung Freyr wieder in den Trab zu bekommen.

Und was hat Freyr gemacht? Eine Vollbremsung! Ich hatte für ihn wohl eindeutig zu viel Spannung herausgelassen und das war für ihn das eindeutige Signal zum Anhalten. Ich war sehr beeindruckt ! Er hat einfach so angehalten, obwohl der Hafi fröhlich weitergetrabt ist. Ich fand das total klasse!

Die Hausaufgaben? Da es auch meine Aufgabe ist einen passenden Besitzer für Herrn Freyr zu finden, habe ich nach und nach immer auch andere Menschen mit in die Ausbildung mit eingebunden. Eine gute Freundin und meine Töchter haben mir dabei geholfen.

Bianca und Freyr

Sie haben nun auch Zeit mit Herrn Freyr verbracht, ihn von der Koppel geholt, geputzt und als Handpferd mitgenommen. Auch Bodenarbeit und Reiten war nach einer „Beschnupperphase“ kein Problem. Herr Freyr ist ein typisches Ein-Frau-Pferd. Er stellt sich sehr auf „seine Frau“ ein, wobei ich es immer schön finde, wenn auch andere Menschen für dieses Pferd kein Problem sind. Und das hat wunderbar geklappt.

Freyr

Das nächste mal? Der liebe Herr Freyr hat Urlaub! Hier hüpft er mit mir in die Urlaubszeit 😉

Freyr Urlaub

Er hat sich so toll entwickelt und auch für ein Pferd ist Urlaub wichtig. Was mir persönlich auch noch wichtig ist bei der Jungpferdeausbildung und was eigentlich selbstverständlich sein sollte, erzähle ich euch das nächste mal.

3 Kommentare zu “TEIL 2: Trab oder Tölt? It’s all about Körperspannung

  1. Gioia sagt:

    Hallo 🙂
    Erstmals ganz grosses Lob, ich verfolge eure Blogeinträge und lies sie immer wieder mit Freuden durch. Dieses Vertrauen, euer Band und diese Entwicklung fasziniert mich total – und es ist zudem sehr spannend, wie so eine Ausbildung abläuft (jedenfalls bei euch). Echt grosses Lob (und Herr Freyr ist einfach oberschnucklig ♡ )

    Ich wusste jedoch nicht, dass er verkauft werden sollte. Hach, es wär einfach ein Traum, jedoch fehlt es mir eindeutig an Erfahrung und Zeit – wie gesagt ein Traum 😀 Ich wünsche euch einfach ganz viel Erfolg bei der Suche und für Freyr den Weltbesten Platz

    Ganz liebe Grüsse

    • Sabine sagt:

      Hallo Gioia,

      herzlichen Dank für deinen lieben Kommentar. Freyr ist wirklich ein wunderbarer Bursche und ich bin mir sicher, das ich einen tollen Platz für ihn finden werde. Er ist so charmant und fein …. 🙂

      Liebe Grüße

      Sabine

  2. Tina Kylau sagt:

    Hallo Sabine,
    danke für diesen tollen Artikel!!! Man spürt die Liebe für die Pferde in allem was du schreibst und tust. Ich finde die Entwicklung in der Isi- Welt einfach erschreckend und freue mich immer, wenn es Menschen gibt, die für das Pferd denken… Schade, dass BaWü von mir so weit entfernt ist…

    Lg aus dem Rheinland
    Tina

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