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Räude beim Pferd! Schnell erkennen und loswerden

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Der ganze Artikel für dich auf einen Blick

Juckreiz, dauerndes Scheuern oder Stampfen, entzündende Stellen und nässende Wunden. Die Räude beim Pferd ist kein Spaß. Ursache dieser Plagen ist ein kleines Pferdebiest. Die Milbe. Sie hat sich eingenistet im Fell deines Pferdes.

Hinter der Räude stecken Milben. Sie sind Parasiten, die auf Kosten deines Pferdes leben. Die sichtbaren größeren Milben kannst du besonders gut an Mähne und Schweifansatz sehen. Sie haben verschiedene Wachstumsphasen: Erst das Ei, dann die Larve, dann die sogenannten Nymphen, dann kommt am Ende eine Milbe dabei heraus. Das alles passiert auf und in der Haut deines Pferdes. Manche Milbenarten bohren sich auch in die Pferdehaut und legen dort ihre Eier ab. Das ist natürlich nicht gesund für dein Pferd.

Deswegen reden wir in diesem Artikel über die Räude, wie du sie erkennst und was du dagegen tun kannst.

Was steckt hinter der Räude?

Wenn die Milben sich auf deinem Pferd durchfuttern, kann Räude entstehen. Sie ist nicht mehr so weit verbreitet wie früher, aber es gibt sie immer noch ab und an.

Heute tritt die Räude vor allem im Winter auf, bei besonders felligen Pferden. Vielleicht auch, weil die Ernährung gerade nicht perfekt passt und das Pferd ein schlechtes Immunsystem hat oder von anderen Krankheiten geplagt wird. Sprich: Wenn dein Pferd ohnehin gerade nicht ganz gesund ist. Deswegen ist es superwichtig, dass du das Immunsystem des Pferdes unterstützt.

Du kannst es beispielsweise mit stärkenden Kräutern unterstützen – HIER kannst du mehr dazu erfahren.

Milben mögen Rücken, Fesseln und Sattellage besonders gerne. Leider sind die Pferdebiester ziemlich klein, mikroskopisch klein. Aber es gibt trotzdem Punkte an denen man sie erkennen kann.

Schuppenalarm? So erkennst du ob dein Pferd die Räude hat

  1. Symptom: Hat Dein Pferd einen Juckreiz? Stampft es öfter und versucht sich zu scheuern?
  2. Symptom: Bilden sich kleine Knötchen oder Krusten auf der Haut?
  3. Symptom: Hat dein Pferd vielleicht sogar nässende Stellen und Borken?
  4. Symptom: Hat dein Pferd Haarausfall an besagten Stellen?
  5. Symptom: Gibt es Entzündungen und eitrige Stellen? Durch die Verletzungen seitens der Milben kann es zu Infektionen kommen.

Sollte das alles oder mehrere Punkte zutreffen, kannst du die Diagnose noch absichern, indem Du einen Milbentest durchführen lässt.

Räude Milbe Nahaufnahme

Der Milbentest

Ein bisschen Haut wird abgeschabt, dann in Kalilauge eingeweicht und anschließend vom Tierarzt unter das Mikroskop gelegt. Das ist nicht ganz leicht, weil die Milben sich gut verstecken können. Je nach Milbenart und Befall kann es sogar sein, dass der Tierarzt mehrere Stellen oder auch öfter untersuchen muss, um den Milbenbefall feststellen zu können.

Produktbild Abwehrkräuter

Ist die Räude tödlich?

Ja und nein. Es gibt eine Milbenart, bei der die Räude tödlich enden kann. Aber sie tritt selten auf. Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Milbenarten, die in unseren Breitengraden unterwegs sind:

  1. Die schuppenfressende Milbe löst Fußräude aus. Die Milben machen es sich in den Fesseln deines Pferdes bequem. Sie nagen an den Hautschuppen. Die Fußräude kann im schlimmsten Fall sogar zu einer Mauke führen.
  2. Die Grabmilbe. Der Name sagt schon alles. Sie gräbt sich durch den Körper deines Pferdes und legt sich Bohrgänge an. Sie ernährt sich von der Haut, dem Blut und der Lymphflüssigkeit deines Pferdes. Im schlimmsten Fall kann dein Pferd sogar daran sterben. Sie sind aber nicht sehr verbreitet, eher Einzelfälle. Du findest  sie anfangs an Kopf und Widerrist, dann im ganzen Pferdekörper.
  3. Die Saugmilbe. Sie saugt sich gerne im Mähnen und Schweifbereich fest. Und an den Innenschenkeln. Sie frisst Blut.

Wie ansteckend ist die Räude?

Leider ist die Räude ansteckend. Sie wird von Pferd zu Pferd übertragen. Die Milben sind Parasiten und sie brauchen einen Wirt. Sie werden sich also von Pferd zu Pferd schwingen, um zu überleben. Wenn dein Pferd in der Herde steht, besteht die Gefahr, dass es sich anstecken kann, wenn ein anderes Pferd bereits die Räude hat.

Deswegen ist es besonders wichtig, dass jedes Pferd ein eigenes Putzzeug und Sattelzeug hat. Denn darin können sich die kleinen Biester leider gut einnisten und sie können außerhalb des Wirtes einige Wochen gut überleben. Du bist im Grunde der kostenlose Taxifahrer, in dem du die Milben mit dem Bürsten“taxi“ von Pferd zu Pferd transportierst.

Können Milben auch den Menschen befallen?

Ja, Milben können auch den Menschen befallen. Aber in der Regel bleibt die Milbe auf dem Pferd und kann sich auch nicht dauerhaft am Menschen einnisten, da sie auf Pferde und andere haarige Tiere spezialisiert ist.

Räude beim Pferd

Räude behandeln – wie geht das?

Du brauchst Medikamente, wenn der Milbenbefall schon stark ist. Es gibt Präparate, die als Paste ins Pferdemaul müssen. So kommen sie über den Darm ins Blut und dann in die Haut. Wo sie wiederum die Milben bekämpfen. Diese Präparate hat dein Tierarzt. Denn die Medikamente belasten auch den Organismus deines Pferdes, so dass du sie nur nutzen solltest, wenn den Tierarzt sie dir empfiehlt.

Wichtig: Bitte immer wieder über einen Milbentest überprüfen, ob der Milbenbefall schon weg ist.

Es ist hilfreich, wenn Du die betroffenen Stellen scherst, da sich die Milben dann nicht so gut in den Pferdehaaren verstecken können.

Wichtig: Es müssen immer alle Pferde behandelt werden. Sonst bekommst du ein fröhliches Ping Pong der Milbengesellschaft. Es reicht also nicht, wenn du nur dein Pferd behandelst. Binde die ganze Stallgemeinschaft mit ein. Auch wenn es vielleicht blöd ist und du ungerne alle fragen oder überreden willst. Aber sonst wirst du die Milben nie ganz los. Dazu gehört auch, dass alle Decken und alles Putzzeug gereingt werden. Macht also zusammen einmal intensiven Frühjahrsputz bitte.

Vier Tipps! So kannst du Milben und damit der Räude vorbeugen

Neue Pferde in der Stallgemeinschaft sollten immer erst auf Hauterkrankungen untersucht werden, damit sie nichts einschleppen. Besonders Pferde mit viel Fesselhaar sollten einmal im Jahr gecheckt werden auf Milbenbefall, denn da nisten sich die Milben besonders gerne ein. Je gesünder dein Pferd ist, desto weniger Chance hat die Milbe.

  1. Gute artgerechte Ernährung viel Raufutter. Vermeide Kraftfutter und Getreide
  2. Du kannst außerdem das Immunsystem deines Pferdes und seiner Haut mit einer Kur stärken
  3. Sauberer Stall und saubere Weide, so wie schöne trockene Streu in der Paddockbox und im Offenstall
  4. Viel Bewegung


Wenn Du das alles beachtest, wirst du die Milben garantiert wieder los.

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"Pferdeflüstern bedeutet, dass wir lernen das Flüstern der Pferde zu hören und zu verstehen."

Die Pferdeflüsterei ist ein Wissensblog und Herzensprojekt – denn wir wünschen uns, dass alle Pferde und ihre Menschen glücklich miteinander sind. Wenn wir lernen die Pferde zu verstehen, fein und fair zu trainieren und der beste Pferdemensch zu werden, der wir sein können – wird es auch deinem Pferd gut gehen und es wird immer sein Bestes für dich geben. Versprochen!

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Petra und Carey

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Kommentare (1)

Wie könnte so eine Kur aussehen?

Liebe Grüße
Sandra (:

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