Willst du wirklich wissen wie Pferde denken und fühlen? Willst du mehr erfahren über Pferdeverhalten und wie du lernen kannst ein bisschen mehr in ihre Köpfe zu schauen? Dann ist diese Serie hier genau das Richtige für dich.

Pferdepsychologin und KräuterLogo Herdis Hillerexpertin Herdis Hiller schreibt über das „Eins werden mit dem Pferd“. Schritt für Schritt – inklusive praktischer Übungen. Sie ist studierte Pferdepsychologin und Pferdeverhaltenstherapeutin und hat sich dem sanften Weg der Pferd-Mensch-Kommunikation verschrieben.

TEIL 1 der Serie findest du HIEREins werden mit dem Pferd: Was ist der Schlüssel zum Erfolg?

TEIL 2 der Serie kannst du HIER nachlesen – Die Natur der Pferde: Was die Pferdeseele bewegt und wie Pferde wirklich ticken

Teil 3 der Serie kannst du HIER nachlesen – Was Pferde brauchen und wie wir ein guter Partner werden können

Teil 4 der Serie kannst du HIER nachlesen – Führung ist wie ein Tanz: Was Pferde wirklich von uns brauchen

Teil 5 der Serie “Eins werden mit dem Pferd” – Die Welt mit den Sinnen der Pferde “sehen”

 

Herdis Hiller - Eins werden mit dem PFerd

Teil 6 der Serie “Eins werden mit dem Pferd” von Herdis Hiller – Pferdesprache lernen

Der Weg zur Einheit mit dem Pferd führt über Verständnis.

  • Verstehen, wer das Pferd ist
  • Verstehen, was das Pferd braucht
  • Verstehen, wie das Pferd wahrnimmt
  • Pferdesprache lernen

All das haben wir uns in den letzten Folgen bereits angesehen. Das führt dazu, dass wir ein besserer Pferdepartner werden, dass wir Reaktionen des Pferdes nicht persönlich nehmen und dass immer weniger Missverständnisse zwischen uns treten.

Doch das Thema Verständnis geht noch weiter. Denn dazu gehört auch, zu verstehen, was unser Pferd uns sagen will, und uns selbst gut verständlich zu machen. Kurz: Wir müssen die Pferdessprache lernen. PFERDISCH und MENSCHICH in Einklang bringen miteinander.

Pferdesprache lernen (Copyright: Susanne Hauk)

Pferd : Deutsch – Pferdesprache lernen

Pferde kommunizieren auf verschiedene Arten und über verschiedene Kommunikationswege:

  1. Laute (vergleichsweise selten): Wiehern, Blubbern, Scharren, Prusten, Quieken usw.
  2. Körpersprache (ständig): Mimik, Gestik, Körperspannung, Haltung, Bewegung etc.
  3. Berührungen (häufig): Stupsen, Kraulen, Anschmiegen, Treten, Beißen, Schupsen usw.
  4. Gerüche (ständig): Aussenden von Pheromonen, Geruchsmarkierungen etc.
  5. Bioenergetisch (ständig): Schwarmintelligenz
  6. Übertragung von Emotionen (ständig)

Körpersprache

Um Körpersprache verstehen und richtig deuten zu können, ist es hilfreich, wenn wir uns der eigenen Körpersprache bewusst werden.

„Man kann nicht nicht kommunizieren“, hat der Psychotherapeut Paul Watzlawick gesagt. Selbst wenn wir schweigen, erzählen wir eine Menge. Denn unser Körper und unsere Energie spricht durchgehend Bände darüber, wie es uns geht, wer wir sind, was wir denken und wollen.

Auch der Körper des Pferdes kommuniziert laufend mit uns. Wenn wir diese Sprache richtig deuten wollen, ist es allerdings wichtig, dass wir nicht einzelne Körperregionen isoliert betrachten.

Pferd Führung (Copyright: Susanne Hauk)

So gibt es zum Beispiel neun verschiedene Ohrpositionen und jede einzelne wird wiederum erst durch den Rest des Körpers weiter definiert:

Zurückgelegte Ohren können Aggressivität bedeuten – genauso aber auch Angst & Unsicherheit. Den Ausschlag geben erst Schweifhaltung und restlicher Körper. Wer nur die Ohren betrachtet und gelernt hat, dass zurückgelegte Ohren grundsätzlich Aggressionen visualisieren, der wird vielleicht unangemessen reagieren. Schließlich muss unsere Antwort auf Angst eine ganz andere sein als unsere Antwort auf Aggression.

Alle körpersprachlichen und mimischen Ausdrucksformen hier detailliert aufzuzählen, würde leider den Rahmen sprengen. Ich werde aber versuchen, die Wichtigsten kurz anzureißen. Aber bitte bedenkt dabei, dass ich stark vereinfachen muss, und dass deutlich mehr Faktoren dazu gehören, als ich hier beschreiben kann.

Körpersprache der Pferde – ein kurzer Überblick

Begrüßung: Augen und Ohren auf das Gegenüber gerichtet, Nüstern geweitet, hochgezogene Maulspalte, gewölbter Hals, lockerer oder leicht aufgestellter Schweif, positive Körperspannung. Anschließend meist Naso-Nasal-Kontakt (Nase-Nase), wobei der Atem ausgetauscht wird (und mit ihm Informationen über einander), manchmal gefolgt von Quietschen und vielleicht Vorhandschlag.

Putz mich daaaa! Putzgesicht: Oberlippe wird zusammen gezogen und vorgestreckt (evtl. auch von rechts nach links und wieder zurück bewegt), Ohren zur Seite oder nach vorne, Augen zum Teil halb oder ganz geschlossen. Pferd lehnt sich manchmal auch gegen die Berührung, Muskeln angespannt, Schweifhaltung locker. Pferde, die gelernt haben, dass ihr Mensch sie versteht und ihnen zuhört, zeigen mit dem Maul oder Ihrer Körperposition an, wo sie gerne gekrault werden möchten.

Unterlegenheit: Fohlen und junge Pferde zeigen in unterschiedlichen Situationen Unterlegenheitskauen: Leerkauen mit offenem Maul und nach vorne gestrecktem Kopf, geduckter Körper. Erwachsene Pferde zeigen Unterlegenheit durch Meiden ranghöherer Pferde und weichen vor diesen Pferden. Das ist Platzbewusstsein und Platzrespekt.

Dülmener Wildpferde

Respekt einfordern / Drohen / Angehen: Wenn Pferde Respekt einfordern, geschieht das in sehr feinen Abstufungen. Sie sind so fein, dass ungeübte Zuschauer sie gar nicht wahrnehmen. So entsteht oftmals der falsche Eindruck, dass es in einer harmonischen Herde keine Erziehung und keine Hierarchien gäbe. Tatsächlich sind die „ermahnenden Gesten“ der Pferde aber einfach nur so klein, dass sie nicht gesehen werden. Und eine gut funktionierende Herde zeichnet sich gerade dadurch aus, dass großartige Auseinandersetzungen nicht nötig werden, weil alle bereits auf kleinste Gesten reagieren.

Ein Beispiel für die Abstufungen:

  • kurzes Ansehen mit leicht gerunzelten „Augenbrauen“
  • keine Reaktion? Dann eine winzige Andeutung eines Kopfschwingens
  • keine Reaktion? Dann für einen Sekundenbruchteil den Hauch eines angelegten Ohres oder die Verlagerung des Gewichtes der Hinterbeine (spätestens hier sind ursprüngliche, gut sozialisierte Pferde bereits weg)
  • keine Reaktion? Dann wird ein Hinterbein eine Winzigkeit vom Boden gehoben oder der Kopf geschwungen
  • keine Reaktion? Deutliche Drohgebärde: Nach hinten, eng an den Hals gelegt Ohren, zurückgezogene Maulwinkel (manchmal mit Zeigen der Frontzähne), schmale, hochgezogene Nüstern, nach vorne gestreckter Kopf und Hals, große Augen
  • keine Reaktion? Dann folgt nun das Angehen. Das geht blitzschnell und ohne weitere Vorwarnung. Es gab ja auch schon genug davon 😉 Entweder prescht das Pferd nun mit geöffnetem Maul direkt auf das andere Pferd zu und beißt, wenn es es erwischt. Oder es dreht sich blitzschnell um und keilt aus.

Ich beschreibe das so ausführlich, weil wir ebenso fein abgestuft kommunizieren sollten, wenn wir die Sprache des Pferdes anwenden und wenn wir unserem Pferd etwas beibringen wollen.

Nur wer Feinheit säht, wird auch Feinheit ernten. (Herdis Hiller)

Nur dann kommunizieren wir klar, fair und verständlich. Und nur dann können wir Leichtigkeit entwickeln. Denn unsere Pferde spiegeln unser Verhalten: Wenn wir ohne Vorwarnung zum Beispiel unser Pferd zur Seite schieben, haben wir uns im Sinne der Pferdekultur grob unhöflich, respektlos und unfair verhalten. Unser Pferd wird also vielleicht nicht zögern, uns ebenso zu behandeln… Und uns zur Seite zu schieben. Nur wer Feinheit säht, wird auch Feinheit ernten.

Pferde tasten sich durch

Kommunikation durch Berührungen. Pferde kommunizieren viel über Berührungen miteinander.
Da wird zum Beispiel ganz leicht angestupst, wenn ein Pferd unsicher ist und sich Schutz von einem Stärkeren wünscht. Oder auch, wenn es Aufmerksamkeit haben möchte. Oder wenn es aufmerksam machen will, zum Beispiel auf einen gleich bevorstehenden Richtungswechsel oder ein seltsames Objekt. Oder wenn es zum Spielen auffordern will.

Da wird dem Fohlen in den Hintern gekniffen, wenn es beim Saugen die Zähne benutzt, und behutsam in Richtung Euter geschoben, wenn es die Zitzen nicht finden kann.

Ein Tritt oder Biss ahndet eine grobe Verletzung des Platzrespekts. Und die ganz Findigen, drücken sich an den Anderen vorbei Richtung Futterplatz. Jede dieser Berührungen erzählt, was das Pferd will, wer es ist und wo es sich in der Rangordnung befindet.

Carey - Quarterhorse

Kommunikation durch Bewegung

Pferde erzählen sehr viel über Bewegung. Ein gutes Beispiel ist auch hier der Platzrespekt. Ein Pferd bewegt sich fort, wenn ein anderes kommt und sagt damit, dass es den Platz des anderen respektiert und räumt. Schnelle Bewegung auf ein anderes Pferd zu, kann Angriff bedeuten. Bewegung mit aufgestelltem Schweif und schwenkendem Hals ist eine Aufforderung zum Spiel. Den Weg versperren, den Weg freigeben, den Weg abschneiden… Bewegung ist eine große Plaudertasche 😉

Kommunikation durch Gerüche

Mit Gerüchen erzählen Stuten davon, wo sie im Zyklus stehen, und Hengste, wer die Stute begatten darf. Gerüche geben Auskunft über den Gesundheitszustand und über unterschiedliche Krankheiten. Auch Emotionen wie Angst werden unter anderem mit Gerüchen kommuniziert. Weit mehr über Gerüche könnt ihr HIER in der letzten Folge nachlesen.

Bioenergetische Kommunikation  – also die Übertragung von Emotionen

Pferde übertragen Informationen und Emotionen energetisch. Mehr dazu findet ihr auch HIER in der letzten Folge der Serie “Eins werden mit dem Pferd”.

Mensch : Pferd – Die Pferdesprache sprechen

Da unsere Pferde keine andere Sprache haben, werden sie auch mit uns die Kommunikationswege nutzen, die sie immer nutzen. Irgendwann allerdings stellen Pferde ihre Bemühungen ein, mit uns zu kommunizieren, wenn sie das Gefühl haben, nicht verstanden zu werden. Diese Pferde zeigen ihrem Menschen beim Putzen nicht mehr, wo es heute besonders juckt oder stupsen ihn nicht mehr an, wenn sie beschützt werden möchten. Haben Pferde den Versuch, mit uns sprechen zu wollen, aufgegeben, ist Einheit erstmal nicht mehr möglich. Haben Pferde dagegen das Gefühl, verstanden zu werden, und ist der Mensch für sie ebenso klar verstehbar, dann entsteht viel Nähe und ein schönes Wir-Gefühl.

Nun gibt es zwei Wege der Kommunikation:

  • Wir können unser Pferd auf menschliche Kommandos konditionieren.
  • Wir können die Sprache des Körpers, der Berührungen, der Gerüche und der Energieübertragung nutzen.

Es handelt sich also um einen menschlichen und einen pferdischen Weg. Kommandos sind sinnvoll und können das Miteinander erleichtern. Zu einer echten, tiefen Einheit kommen wir mit dem menschlichen Weg meiner Erfahrung nach aber selten. Denn was verbindet zwei Herzen mehr als das Gefühl, echt und tief verstanden zu werden?

Zum Verdeutlichen einmal die zwei Kommunikationsformen einander gegenübergestellt: 
  • Menschliche Kommunikation – Pferdische Kommunikation
  • Reden oder Kommandos – Körpersprache
  • Stehen bleiben oder Zu Machen – In Bewegung setzen oder Auf machen
  • Ziehen oder Drücken – Kürze Berührungen

Es steht uns frei, die Art der Kommunikation zu verwenden, die uns vertraut ist, oder die Art, die dem Pferd vertraut ist. Der Unterschied besteht im Ergebnis.

  • Während wir die Ohren unseres Pferdes mit einem Wortschwall füllen, steigt unsere Gehirnfrequenz und wir erzeugen Unruhe und Überforderung beim Pferd.
  • Wenn wir die Bewegung eines Pferdes, das uns überholen will, durch stehenbleiben oder langsamer werden blockieren, wird es eher noch stärker drängeln.
  • Und wenn wir es am Strick in den Hänger ziehen wollen, wird es sich dagegen lehnen aber sicherlich nicht in den Hänger gehen.

Warum ist das so? Weil unser Pferd unsere Sprache nicht versteht und von dem Gegenteil dessen ausgeht, was wir eigentlich wollen

Stattdessen können wir die Kommunikationsmittel des Pferdes nutzen und uns so klar verständlich machen:

Neun wichtige Regeln für erfolgreiche Kommunikation:

  1. Der Strick hängt immer durch & die Zügel sind federleicht
  2. Ihr setzt Worte sehr sparsam ein. Stattdessen schickt ihr Bilder
  3. Eure Körperhaltung ist stolz, mit einer positiven Grundspannung aber immer locker (Schultern runter, Brust raus, Bauch rein, Kopf gerade)
  4. Ihr nutzt die Bewegungsenergie eures Pferdes und lenkt diese um, anstatt sie zu blockieren – wie beim Tanzen.
  5. Ihr bleibt immer beweglich und flexibel
  6. Eure Berührungen sind nicht länger als einen Sekundenbruchteil
  7. Eure Berührungen sind in der Regel nicht schwerer als eine Murmel
  8. Eure innere Haltung ist ruhig, bestimmt und gelassen
  9. Ihr wisst zu jedem Zeitpunkt was ihr wollt und wo es hingehen soll

Erfolgreiche Kommunikation angewandt kann zum Beispiel bedeuten:

  1. Bild / Gedanken senden
  2. Körpersprache deutlich aber fein einsetzen
  3. Ein kurzer Berührungsimpuls zum Beispiel an der Brust, an der Schulter oder an der Hüfte. Unterschiedliche Körperstellen = unterschiedliche Aussagen! Probiert es aus.
  4. Ein Bewegungsimpuls
    1. auf das Pferd zu: Dabei ist die Körperstelle entscheidend, auf die sich Eure Energie richtet: ob auf Kopf, auf Schulter, auf Hüfte oder Kruppe bedeutet unterschiedliche Dinge für ein Pferd (probiert es aus)
    2. vom Pferd weg
    3. vor das Pferd
    4. um das Pferd herum
    5. neben dem Pferd her

Übung 1. „Nicht sprechen!“

Versucht eine Zeitlang ganz auf Kommandos zu verzichten. Überlegt euch stattdessen, wie ihr dasselbe mit eurem Körper, einer Berührung, einer Bewegung oder einem inneren Bild ausdrücken und erreichen könnt. Wie ihr also die Pferdessprache lernen könnt. Das schult euer Bewusstsein und eure pferdesprachlichen Fähigkeiten ungemein.

Übung 2: Spazieren gehen „mit ohne“ Strick

In einer menschlichen Umgebung mit Straßen, Autos und Stacheldraht kann der Verzicht auf den Strick beim Spazierengehen zu gefährlich sein. Ihr dürft ihn also mitnehmen. Ihr könnt aber versuchen, ihn den ganzen Weg überhaupt nicht zu benutzen. Stattdessen nutzt ihr nur innere Bilder, eure Körpersprache, Bewegung und kurze Berührungen.

Euer Pferd will überholen, es bleibt stehen, es guckt sich fest, es will Gras fressen,… Löst die Situationen ohne euren Strick zu benutzen und ohne Druck zu machen. Fragt euch dabei immer: Was würde ein Pferd tun an meiner Stelle? (Ein Pferd hat auch keinen Strick, um zu kommunizieren.)

Baut ein paar Tests für euch ein: Nehmt euch vor, an einer bestimmten Stelle anzuhalten oder auf einem schmalen Streifen zu laufen, oder anzutraben oder seitwärts zu gehen oder das Tempo zu verändern usw.

Diese Übung soll dazu dienen, dass ihr anhand der oben genannten Anwendungsmöglichkeiten selbst herausfindet, was welche Haltung, welche Berührung und welche Bewegung für ein Pferd genau bedeutet. Denn nur dann könnt ihr es euch wirklich merken und verstehen. Und nur so können wir die individuelle Sprache jedes einzelnen Pferdes berücksichtigen.

Übung 3: Sprechen mit rohen Pferden

Die meisten erwachsenen domestizierten Pferde haben sich schon so sehr an uns Menschen gewöhnt, dass sie richtig auf uns reagieren, auch wenn wir in pferdesprachlicher Hinsicht Blödsinn reden 😉 Wie gut wir also in der Sprache der Pferde wirklich sind, zeigt sich erst bei solchen, die bisher wenig mit Menschen zu tun hatten. Vielleicht kennt ihr jemanden, der ein absolut rohes Pferd hat? Dann fragt ihn, ob ihr ein paar Mal mit diesem üben dürft. Geht dort hin und sprecht. Versucht zum Beilspiel ein Spiel anzufangen. Und schaut, was passiert.

Aber Vorsicht! Sichert euch stets ab und übt nicht in einem engen Raum wie zum Beispiel einer Box. Denn ein rohes Pferd weiß natürlich vielleicht auch noch nicht, dass ein Mensch am Ende eben doch ein Mensch ist und etwas anders behandelt werden muss als ein Pferdekumpel.

8 Kommentare zu “Pferdesprache lernen: Die 6 wichtigsten Kommunikationsmittel der Pferde

  1. Miriam sagt:

    Liebe Herdis, liebe Petra,

    ein sehr schöner Artikel.
    Das Putzgesicht ist so süß. Mein kleiner Ponymann macht das auch so gerne. Er zeigt mir immer genau wo er gekrault werden will. Dann krault er oft auch ganz sanft zurück. Ich liebe diese Momente.

    Liebe Grüße
    Miriam

  2. Sarah sagt:

    Hallo Herdis.
    Ich finde die Idee des spazieren gehens mit/ohne Strick super.
    Ich habe das Glück, dass unser Stall sehr abgelegen ist und ich direkt auf Wiesen und in den Wald gehen kann, ohne Straßen dabei zu haben. Deshalb mach ich immer das Koppeltor auf und mein Pferd kann frei raus laufen und wir gehen auch ohne Seil spazieren. Das ist super, denn so weiß ich immer, was mein Pferd mir zu sagen hat. Er läuft mit, wenn ich gut genug bin. Unsere Runden ohne seil werden immer größer und ich hab das Gefühl, er ist richtig enttäuscht, wenn ich ihm mal das Halfter drauf mache. Deshalb hab ich mir angewöhnt, es immer erstmal ohne zu probieren. Er ist natürlich auch schon mal umgedreht. Ok…war seine Entscheidung, dann war ich wohl nicht gut genug und ich hab nochmal angefragt, ob er wieder mitkommen möchte. Mir macht das viel Freude, ihm solche Freiheiten geben zu können. Früher hab ich viel zu viel genommen und viel zu wenig gegeben….
    Danke für deine schönen Artikel. Sie bereiten mir viel Freude beim Lesen.
    Liebe Grüße und schöne Ostern!

    • Herdis Hiller sagt:

      Liebe Sarah,

      Das hast du toll beschrieben! Du hast offenbar ideale Bedingungen zu üben. Das ist schön für Euch. Und klasse, dass Du die Möglichkeiten so eindrucksvoll nutzt! Hut ab! 🙂 Dein Pferd wird es Dir sicherlich mit viel Nähe danken.
      Macht weiter so 🙂

      Liebe Grüße

      Herdis

  3. Lena sagt:

    Hallole,
    nach Lektüre dieses tollen Berichts fällt mir eine Situation von vergangenem Sonntag ein, die mich einfach nur umgehauen hat:

    Ponymann und ich waren auf dem Reitplatz zum warmlongieren für die Bodenarbeitsstunde. Schöner Sonnenschein, Schweinekälte, aber trotzdem war alles prima. Ich habe mich sehr auf die Stunde gefreut, und Lucca lief sehr entspannt und konzentriert an der Longe. Wir machten einen Handwechsel, und auf einmal blieb der Ponymann stehen, schaute geradeaus die Koppel hoch (Koppeln grenzen an den Reitplatz halbwegs an), schaute dann mich an, senkte den Kopf und kam zu mir. Dann drückte er den Kopf unter meinen Arm. Ich war total perplex, habe schon gehirnt, was er mir sagen will, als ich dann in die Richtung schaute, in die er vorher geschaut hatte, als er stehenblieb: da lief ein Fuchs auf der Koppel umher und suchte Mäuse, ließ sich aber durch uns gar nicht stören. Habe Lucca dann gestreichelt, mich bei ihm bedankt, dass er mir den Fuchs gezeigt hat, ihm erklärt, dass der Fuchs quasi der Nachbar des Stalls ist und ihm sicher nichts tut – und prompt schnaubte Lucca ab, schaute mich abwartend an und lief auf mein Kommando wieder prima auf den Zirkel. Der Fuchs war Geschichte.
    Früher hätte ich, sobald Lucca zu mir kommen wollte, ihn wieder raus auf den Zirkel geschickt, da ich gelernt bekommen habe, dass der Mensch entscheidet, was das Pferd tut. Dieses Beispiel zeigt mir ganz deutlich, dass es viel wichtiger ist, dem Pferd zuzuhören!
    Man kann es gar nicht in Worte fassen wie dankbar ich meinem Ponymann bin, dass er trotz meines früheren Unwissens immer wieder versucht, mit mir zu kommunizieren – und mittlerweile bin ich auf einem guten Weg, ihn auch zu verstehen. Ich hoffe sehr, dass er das merkt und nicht aufhört, mir seine Sprache beizubringen <3

    • Petra sagt:

      Liebe Lena, was für eine schöne Geschichte 🙂 Ich zeige meiner Kleinen auch immer Spaziergänger oder andere Dinge, wenn ich sie von weitem schneller sehe oder registriere als sie. Von außen sieht das sicher seltsam aus, aber sie scheint zu verstehen und nimmt dann nicht einmal den Kopf hoch, wenn das Unbekannte Ding näher auf uns zu kommt – als ob sie sagen will: Alles klar, Petra hats schon registriert, ich muss gar nicht mehr schauen. So ähnlich wie dein Lucca mit dem Fuchs. Viele Liebe Grüße, Petra

  4. Lisa Peters sagt:

    Ach ja, an unserem alten Stall war das auch möglich. Ohne Seil laufen… auf großen Weiden und weit weg von Autos und Strassen. Das war so schön. Aber auch jetzt nur am Seil ist es manchmal so, als ob keins da wäre. Es ist eine lockere Verbindung von Mensch zu Pferd. Es geht nicht mit allen Pferden. Aber wenn man eine Seele gefunden hat, mit der man sich versteht, umso schöner.

    • Petra sagt:

      Liebe Lisa, das klingt wirklich schön. Ich finde ein Seil auch nicht schlimm, wenn es locker hängen kann, bedeutet es auch Freiheit. Und es kann ein Kommunikationsmittel und Band zwischen Pferd und Mensch sein. Viele liebe Grüße, Petra

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