Artikel aktualisiert am 02.03.2017

Pferde als Lehrmeister: Vor kurzem hat mir mein Pferd eine wertvolle Lektion erteilt. Davon will ich dir heute erzählen und vor allem, was ich daraus gelernt habe. Denn unsere Pferde reden mit uns, wenn wir dazu bereit sind ihnen zuzuhören. Auch dein Pferd tut das – je nachdem wie sehr es gelernt hat, dass es sich lohnt mit dem Menschen zu reden. Je nachem wo es herkommt oder was es bei seinen Vorbesitzern erlebt hat, wird es anfangs vielleicht mehr oder weniger reden. Aber du kannst deinem Pferd ganz einfach zeigen, dass du ihm zuhörst, dass es ernst genommen und wertgeschätzt wird und das wiederum wird eure Bindung und Freundschaft stärken.

Pferde verstehen lernen

Meine Stute ist selbstbewusst, fein und mit sich selbst sehr zufrieden. Das bedeutet einerseits, dass unsere Kommunikation möglichst passgenau (aus ihrer Sicht) und klar ablaufen muss, es bedeutet andererseits aber auch, dass sie Stimmungen und Schwingungen ganz fein aufnimmt und es bedeutet letztlich für mich, dass sie mir mein Fehlverhalten immer sehr deutlich quittiert. Sie ist seelisch wie körperlich nicht auf mich angewiesen und mit sich und ihrem Pferdeleben sehr zufrieden. Bin ich also nicht der Mensch, den sie gerade an ihrer Seite haben will, zeigt sie das ganz deutlich. Pferde, die gelernt haben, dass man ihnen zuhört, sagen uns genau, was sie brauchen und ob wir gerade richtig oder falsch liegen mit unseren Ideen und Ansagen. Sie erzählen viel und ich merke immer mehr, wie viel wir von ihnen lernen können.

So, das war die lange Vorgeschichte. Nun kommen wir zu der Lektion, die mein Pferd mir erteilt hat.

Pferde als Lehrmeister – ein Beispiel

Meine Stute kommt eigentlich immer zum Gatter, wenn ich sie rufe. Auch wenn die Nase gerade tief in der Heuraufe steckt. Der Kopf geht hoch, sie wendet und kommt zu mir.

So sieht Pferd abholen eigentlich aus (bitte ignoriere meine Minnie-Maus-Stimme):

Für unseren PFERDEFLÜSTEREI Shop hatten wir aber so viel zu tun, dass ich in den letzten Wochen immer mit innerem Zeitdruck zu ihr kam. Misten, Pferd holen, Heu füttern, kurz Putzen – nur jedes 2. Oder 3. Mal auf den Platz. Ich hatte mir das hübsch geredet und dachte, dass sie einfach Urlaub hat, dass es doch nett für sie sei, wenn ich mal nichts von ihr will und sie ein paar Heuhalme Knuspern kann, bevor sie wieder auf die Weide kommt. Gleichzeitig war ich innerlich immer irgendwie auf dem Sprung. Ich wusste, dass noch ein Riesenhaufen Arbeit auf mich wartet.

  • Ich stand also wie immer am Gatter und rief ihren Namen
  • Der Kopf ging kurz hoch und anstatt auf mich zuzulaufen, blieb sie einfach dort wo sie war
  • Ich stand da rufend am Gatter und nichts passierte
  • Letztlich musste ich sie an der Futterraufe abholen

Erst habe ich ihre Lektion nicht verstanden, ich habe mich gefragt, ob alles in Ordnung ist mit ihr, ob sie müde ist von der Hitze oder einen vollen faulen Bauch vom Grasen hat. Dann habe ich angefangen über mich nachzudenken und wie ich mich verhalten hatte in den Wochen vorher und musste feststellen, dass ich liebgewonnene Rituale habe ausfallen lassen.

Tägliche Rituale:

  • Zum Beispiel darf Madame sich immer in der Halle wälzen nach der Zusammenarbeit
  • Ich putze und kratze und kraule und massiere immer ausgiebig, bevor wir arbeiten gehen
  • Ich mache nahezu täglich etwas mit ihr, auch wenn es manchmal nur 5 Minuten sind oder Kleinigkeiten
  • Während dieser Zusammenarbeit bekommt sie viel Lob und Freude und Stolz über gelungene Aufgaben
  • Und letztlich bin ich möglichst ruhig und ganz bei mir und ihr, wenn ich beim Pferd bin

All das ist weggefallen.

Um es kurz zu machen: Ich hatte meine Ruhe, meine Liebe zur Arbeit mit ihr und auch meine Dankbarkeit dafür, dass dieses eigenwillige Pferd freiwillig zu mir kommt und mir so viel schenkt – kurz vergessen und hinter all den stressigen Momenten und der Arbeit verschanzt. Ich habe ihre Begrüßung als selbstverständlich erachtet und gleichzeitig habe ich meinem eigenwilligen Pferd kaum Gründe gegeben zu mir zu kommen. Ich habe kurz aus den Augen verloren, wie wichtig es ist, es dem Pferd immer so schön wie möglich zu machen. Wie wichtig es ist, mit einem inneren Ruhepol-Gefühl zu ihr zu gehen. Und ich habe unterschätzt, wie sehr ihr die Arbeit mit mir offenbar doch Spaß macht.

Wenn man es genau nimmt, war ich aus ihrer Sicht unkonzentriert, abgehetzt und langweilig.

Mensch denkt | Pferd denkt

Meine Sicht: Ich habe doch keine Zeit, ohje – so viele To Do’s warten noch auf mich. Bekommt Carey eben ein bisschen Urlaub. Schnell, schnell putzen und dann in die Box stellen und ein bisschen Heu mümmeln lassen. Ist doch eigentlich super. Fressen, Streicheln, zurück in die Herde – müsste sie doch auch mal ganz okay finden. Wälzen? Oh, ich muss los. Geht heute nur kurz und in Eile.

Careys Sicht: Eine gestresste Petra, die einfach ein bisschen Heu hinwirft und mich dann wieder auf die Weide stellt? Ist das Langweilig. Keine Aufgaben, kein Wälzen, kein stundenlanges Rückenkratzen. Pffft! Da bleib ich doch gleich bei meinen Kumpels.

Da hat sie Recht, dachte ich mir. Habe einmal tief durchgeatmet, mir ein Lächeln ins Gesicht gepappt, die Schultern gerade gerichtet und bin mit dem inneren Bild einer freudig auf mich zulaufenden Carey am nächsten Tag wieder ans Gatter. Natürlich musste ich auf die Koppel, holte sie an der Futterraufe und gestaltete dann aber unsere gemeinsame Zeit wieder wie immer: in Ruhe, mit Spaß und ohne die innere tickende Stressuhr, mit Lob, Liebe und Leitlinien und vor allem Zeit und Ruhe bei der Arbeit, mit Kratzen, Putzen und Wälzen.

Skepsis an der Plastikplane

Bodenarbeit - anhalten

Pferd grast entspannt

Und jetzt?

Jetzt erarbeite ich mir ihre Motivation wieder Stück für Stück zurück. Ich atme tief ein und aus, bevor ich ans Gatter trete, ich gehe auf sie zu und frage jeden Tag neu, ob sie vielleicht ein paar Schritte auf mich zukommen möchte. Ich kratze, putze und fokussiere wieder mehr.

Jeden Tag ändert sich ihr Verhalten ein kleines bisschen. Das Interesse an mir steigt wieder. Sie dreht mir den Kopf zu, sie kommt schon ein paar Schritte und gestern schaute sie kurz als ob sie mich und meine innere Haltung prüfen wollte und kam dann langsam aber doch zielstrebig zu mir.

Das klappt nun mal etwas besser und etwas schlechter – je nachdem wie ruhig ich zu ihr komme. Sie erinnert mich also gerade jeden Tag daran in Ruhe und Gelassenheit zu ihr zu kommen. Und dafür bin ich ihr unglaublich dankbar – auch wenn es sich die ersten Tage merkwürdig angefühlt hat, dass sie nicht sofort zu mir gekommen ist. Sie ist eben meine Lehrmeistern auf dem Weg zu mir und meiner inneren Ruhe.

Denn das ist zum Beispiel eine meiner Baustellen – ich lasse mich leicht in Hektik bringen und vergesse vor lauter Perfektionismus bei mir selbst und gelassen zu bleiben. Ich mache ungerne Fehler. Madame zeigt mir immer wieder, dass das alles okay ist – wenn ich es mit einem Lächeln mache und lerne damit umzugehen. Ich ärgere mich nicht darüber und will auch nicht frustriert sein, denn mein Pferd spiegelt einfach nur meine innere Unruhe. Im Gegenteil: ich bin ihr dankbar dafür.

So schrieb der Pferdemeister Rudolph G. Binding schon:

“Das Pferd ist dein Spiegel. Es schmeichelt dir nie. Es spiegelt dein Temperament. Es spiegelt auch deine Schwankungen. Ärgere dich nie über dein Pferd – du könntest dich ebenso über deinen Spiegel ärgern.”

Frage: Hast du auch Dinge die die Pferd dir beibringt? Oder Baustellen, an die dein Pferd dich immer wieder erinnert? Schreib mir gerne, wo und wie dein Pferd dein Lehrmeister ist!

Warum Rituale wichtig sind – weil sie Sicherheit geben und dem Pferd Gründe sich auf etwas zu freuen

Unser erstes Ritual: Carey muss einen Schritt rückwärts gehen auf ein leises Back und bekommt dann ein Begrüßungsleckerli.

Dann gehen wir zusammen zum Putzplatz.

Unser zweites Ritual: Dort wird sie gebürstet, massiert und gekratzt wo sie gerne möchte und dann mit einem natürlichen Mückenschutz eingesprüht

Beim zweiten Ritual hat sie beschlossen, wieder mit mir zu reden.

Ein Beispiel für ihre Pferde Kommunikation:

Am Putzplatz standen schon die Sprühflasche mit Schwarzkümmelöl-Wasser-Gemisch gegen die Kriebelmücken, meine Bürsten und der Putzbeutel bereit.

HIER kannst du übrigens mehr über Schwarzkümmelöl erfahren und was das Wunderding alles gegen Mücken, Zecken, Gnitzen und Kriebelmücken kann

Zurück zur Kommunikation: Bevor ich aber anfangen konnte mit dem bürsten, hat sie schon mit ihrem Maul die Sprühflasche angestubst.

Aha, dachte ich mir – sie möchte den Mückenschutz bitte zuerst. Habe sie eingesprüht und Madame hat einmal tief abgeschnaubt. Danach haben wir unsere gemeinsame Zeit mit all den guten Ritualen verbracht, die zu unserem Alltag eigentlich dazu gehören.

Pferd richtig Putzen: Pferd Hufe kratzen

Pferd kuscheln

Unser drittes Ritual: Danach darf sie in ihre Box und ein bisschen frisches Heu knabbern, bevor wir auf den Platz gehen, um zu arbeiten.

Dankbarkeit, Freude und Frieden – was wir von unseren Pferden lernen können

Du ahnst vielleicht schon worum es mir bei dieser Geschichte geht. Nicht immer ist alles perfekt und jeder macht Fehler, manchmal stehen wir da und wissen nicht, warum etwas schief läuft. Aber wenn wir unseren Pferden genau zuhören, hinhören und vor allem in uns hineinhören, können wir oft die richtige Antwort finden.

Dafür bin ich meinem Pferd unglaublich Dankbar:

  • Dankbarkeit dafür, dass sich diese großen und schönen Tiere auf uns einlassen
  • Dankbarkeit dafür, dass sie uns unsere holprigen Versuche der Kommunikation nicht übel nehmen sondern im Gegenteil uns zuhören und anerkennen, wenn wir uns bemühen
  • Dankbarkeit dafür, dass die Pferde mit uns sprechen und uns auf unserem Weg zu uns selbst helfen

Zum Beispiel wissen die Pferde sehr zu schätzen, wenn wir uns ihren Bedürfnissen genauso widmen wie unseren eigenen, sie spüren ob wir ihre Bereitschaft uns zu tragen selbstverständlich nehmen oder ob wir dankbar sind. Sie schenken uns schrittweise ihr Vertrauen und ihre Freundschaft, wenn wir ihnen die Zeit dafür geben und dankbar sind für all die kleinen Geschenke, die sie uns machen. Das können winzige Momente sein, wie der Huf der das erste Mal ohne wackeln gegeben wird oder die Hinterhand die auf unseren Wunsch hin weicht oder das Vertrauen sich anbinden zu lassen und stehen zu bleiben oder die Bereitschaft am grünen Gras vorbeizugehen anstatt auf den Instinkt zu fressen zu hören oder sich mit einem Wasserschlauch abwaschen zu lassen, der einer Schlange so ziemlich ähnelt oder uns auf ihren Rücken zu tragen, die wir als Raubtiere uns genau auf ihren wunden Punkt setzen.

Damit kommen wir zum nächsten Punkt – die Freude:

Pferde spüren ob wir uns ehrlich freuen, ob unser Lächeln echt ist oder unsere Emotionen nur gespielt sind. Sie sind Muskelleser aufgrund ihrer Instinkte und ihres Lebens als Fluchttier. Deswegen ist es so wichtig ganz im Moment zu sein und das hier und jetzt wahrzunehmen. Nur dann können wir mit echter Freude loben und damit unseren Pferden das gute Gefühl geben, das sie von uns brauchen, um motiviert mit uns zu arbeiten.

Vor kurzem gab es übrigens eine Studie, die herausgefunden hat, dass Pferde unsere Gesichtsmimik erkennen können. Sie merken genau ob wir lächeln oder nicht. Auch bei fremden Menschen. Die Studie hat den Stresslevel von Pferden untersucht, während den Pferden Fotos mit verschiedenen Gesichtsausdrücken gezeigt wurden.

“Schaut der Reiter grimmig, schlägt das Pferdeherz schneller – das haben Forscher der Uni Sussex in einer Studie mit 28 Pferden herausgefunden” (LINK zu einem Video mit den Facts zur Studie)

Hier siehst du im Video wie ich die Übungen “Rückwärts” und “Kopf Tief” über viel Lob und Leckerli mit Carey starte:

Ich freue mich jedesmal wie Bolle, wenn sie mitmacht. Belohne sie also mit meiner echten Freude und natürlich mit einem Leckerli ;-) Die Kombination aus beidem motiviert das Pferd und macht es Stolz.

Schreib mir gerne einen Kommentar, wenn ich mal ausführlicher erklären soll, wie wir uns das Kopf tief erarbeiten – aus dem Stand geht es dann nämlich in die Bewegung.

Liebe und Ruhe

Das bringt mich zu den nächsten Punkten: die Liebe und die Ruhe! Im Grunde ist das schnell erzählt, denn ich glaube fest, dass unsere Pferde spüren, ob wir mit Liebe und Ruhe bei der Sache sind oder ob wir schludern, weil wir gestresst sind und gerade keine Zeit haben. Nicht jedes Pferd kommuniziert deutlich – so wie auch wir Menschen unterschiedlich sind.

Es gibt Menschen, die sensibler sind oder rumpeliger – es gibt auch Menschen die ungeduldiger sind mit anderen oder entspannter. Genauso ist es auch mit Pferden. Je nachdem, ob du ein Sensibelchen als Pferd hast oder ein ängstliches Pferd oder ein selbstbewusstes Pferd, wird es dir natürlich leiser oder lauter sagen, wie es ihm mit dir und deiner inneren Einstellung geht – aber das ist ja auch das Spannende an der Arbeit mit Pferden. Ich liebe den Gedanken, dass ich meine Stute jeden Tag besser und besser kennenlernen kann.

Und sehe unsere gemeinsame Zeit als einen Weg. Ich denke, dass es unsere Aufgabe als Mensch ist, herauszufinden, wie das Pferd mit uns kommuniziert und was es uns sagen möchte – nur so kann eine Bindung entstehen. Dafür haben Pferde verschiedenste Signale. Sei es mit ihrem Verhalten oder mit ihrem Körper. Die Ohren sind zum Beispiel ein ganz großes Kommunikationsinstrument.

Christina von Herzenspferd.de hat einen spannenden Artikel nur der Ohrensprache gewidmet – du findest ihn HIER

Dann gibt es noch das Maul, den Schweif, den Kopf, die Gesichtsmuskeln, den ganzen Körper und natürlich das ganze Verhalten des Pferdes.

Was ich also sagen will: Das Pferd wird uns lehren mit uns selbst und mit ihm achtsam und aufmerksam zu sein, weil es uns nur dann seine echte und motivierte Aufmerksamkeit schenkt. Und genau diese Aufmerksamkeit wünschen wir uns doch.

Falls du noch mehr darüber lesen willst, findest du HIER in unserer Serie über das “Eins werden mit dem Pferd” von der Pferdepsychologin Herdis Hiller noch mehr und detaillierte Infos über die Pferde- und Menschenseele

Und HIER habe ich dir die Idee einer Gedankenreise beschrieben – denn ich denke, dass es wichtig und hilfreich ist, sich immer mal wieder daran zu erinnern, wie viel du und dein Pferd auf eurem Weg schon erreicht habt

Frage: Ich könnte diese Liste ewig weiterführen und bestimmt hast du auch Punkte auf deiner Emotionsliste – ich würde mich freuen, wenn du mir davon erzählst. Schreib mir einfach einen Kommentar wofür du deinem Pferd dankbar bist oder was es dich lehrt! Ich freue mich auf deine Gedanken zu dem Thema

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16 Kommentare zu “Pferde als Lehrmeister: Was die Pferde uns erzählen

  1. Kathi sagt:

    Liebe Petra, vielen Dank für Deine wirklich immer sehr gelungenen Beiträge, ich lese sie immer aufmerksam und ich finde es erstaunlich das Du es immer wieder schaffst, mein Verhalten , meine Hilfen neu zu überdenken. Ich freue mich auf den nächsten Newsletter oder hier bei Facebook von dir zu lesen. Ich will keinen Spitzenathleten in meiner Box, (wäre natürlich auch nett) in erster Linie ist es mir wichtig, ein liebenswerter Freind für meine Jungs zu sein😍🐴😍die gerne Zeit und Spaß mit mir haben. Viele liebe Grüße auf bald Kathi

    • Petra sagt:

      Liebe Kathi, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich freue mich, dass der Artikel dich inspiriert – das ist so schön für mich zu lesen. Mir geht es wie dir. Klar wünsche ich mir irgendwann eine Carey, die einigermaßen versammelt und mit aktiver Hinterhand unter mir laufen kann. Aber mehr als das, wünsche ich mir eine zufriedene und gesunde Carey, die sich freut mich zu sehen :-) Ich bin mir sicher, dass das klappt, wenn man offen bleibt und den Pferden zuhört – der Rest ist ein Weg :-) Ganz liebe Grüße an dich und deine Jungs und bis bald, Petra

  2. Karin sagt:

    Hallo 😊 also mein Bub , ein sehr sensibler Lipizzaner zeigt es mir sehr genau . Er ist es gewohnt am Putzplatz ausreichend gepflegt zu werden und will in seiner Box gesattelt und gezäumt werden . Wenn ich einmal im Stress bin weil ich in einer gewissen Zeit in der Halle sein soll, dann stellt er sich , sobald ich mit dem Sattel komme in die hintere Ecke und zeigt mir sein Hinterteil . Dann gehe ich raus und sammle mich bis ich mich ruhig und in meiner Mitte bin und versuche es nochmals wenn ich ihn dann anspreche dreht er sich meist um blubbert mich an und lässt sich ohne Probleme satteln. Es ist für mich jedesmal eine freudige Erfahrung wie er mich in die ruhe zurück holt .

    • Petra sagt:

      Hallo Karin, einen tollen Bub hast du da. Fair und redefreudig. Meine Kleine ist etwas introvertierter, deswegen verzeiht sie auch nicht so schnell. Aber das ist okay – umso härter muss ich an mir arbeiten. Sie ist etwas nachtragender, vielleicht sind wir Mädels einfach so ;-) Ganz liebe Grüße an dich und deinen Lipizzaner – er und du macht das genau richtig :-) Bis bald, Petra

  3. Konchok sagt:

    liebe Petra, könntest du mir mal das Michungsverhältnis für das von dir benutzte Schwarzkümmelspray verraten. Ich gehe hier mal davon aus, dass du es dir selber herstellst mit einem Grundöl, oder? Habe mir gerade einen Liter Bio Öl geordert ( ich selber nehme Kapseln ein um mich zu schützen und auch weil sie ja sehr gesund sind :) aber mein Pflegepferd mag keine weiteren Pillen ), eine leere 1 L Sprayflasche habe ich auch, wäre echt klasse

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Konchok, ohje – hatte ich das nicht in meinem Artikel geschrieben? Dann muss ich das noch ergänzen – danke für die kleine Erinnerung :-) Ich stelle das Spray selbst her, genau. Und es ist wirklich MEGA-easy. Ich habe eine Sprühflasche und je nach intensität der Kriebelmücken (mal sind sie ja etwas aggressiver und in größerer Zahl unterwegs) – ist mein Verhältnis 2/3 Wasser:1/3 lSchwarzkümmelöl (heftige Tage) – oder 1/4 Schwarzkümmelöl:3/4 Wasser (an normalen Tagen) – dementsprechend fettig sieht Carey auch aus. Aber sie hat ihre Ruhe. Das ist das Wichtigste. Normalerweise bin ich auch kein Fan von Waschen und Seifen. Aber seitdem ich das Öl benutze, gewöhne ich sie gerade an den Wasserschlauch (das kannte sie noch nicht) und wasche sie einmal in der Woche mit etwas Bio-Pferde-seife bzw. Bio-Pferde-Shampoo. Einfach weil sie sonst zuklebt und sich der Pferdeschweiß unter das Öl mischt. In der freien Wildbahn würde sie sich ja auch nicht unbedingt in Öl wälzen ;-) Deswegen helfe ich ihr da ein bisschen nach das Öl wieder loszuwerden, bevor ich neue Schichten aufsprühe. Ganz liebe Grüße und viel Erfolg, Petra

  4. Sabrina sagt:

    Hallo Petra :)
    Ich hab dieses Thema und das von Herdis geradezu verschlungen. Es ist so interessant mehr über die Sicht des Pferdes zu lesen. Ich habe, wie du, das Glück mit einem jungen, unverbrauchten Pferd zusammen sein zu dürfen. Oualid ist etwas älter als ein Jahr und zeigt mir sehr deutlich- wenn auch stets freundlich- wie er mich gerade findet. Dieser Blog hat mich dazu ermuntert, mich mehr mit mir selbst zu beschäftigen und mich in meinem Denken bestärkt. Es ist nicht jeder dieser Meinung aber für mich ist klar, dass jedes Verhalten meines Pferdes eine Reaktion auf mich ist. Wenn er also auf einmal nicht mehr zu mir kommt, wenn ich ihn auf der Weide rufe, dann zeigt er mir so, dass er mit meinem Verhalten gerade nicht glücklich ist. Seit ich noch mehr auf mich achte, meine Ruhe und darauf, dass mein Kopf nicht bildgemäß eine vielbefahrene Kreuzung mitten in New York ist, ist Oualid mir gegenüber noch ein riesiges Stück offener geworden. Er kommuniziert munter mit mir und freut sich, dass ich auf jeden "Ball" den er mir zuwirft, reagiere. Also danke :) und weiter so!

    • Petra sagt:

      Hallo Sabrina, danke dir – diesmal werde ich den Namen auch Richtig schreiben. Oualid. Übrigens ein sehr schöner Name :-) Mein Pferd kommt auf der Weide manchmal nicht – weil sie gerade frisch aufs Gras durfte. Das werte ich dann ganz pragmatisch nicht als Anti-Kommunikation, sondern als die Ansage: Ich will jetzt fressen. Ansonsten geht es mir wie dir. Wenn meine Kleine ohne Grund (wie Gras oder Müdigkeit) nicht zu mir kommt oder schaut, wenn ich sie rufe – dann frage ich mich sofort, wie ich die Tage davor war, was gewesen sein könnte und wie ich wieder spannend werden könnte. Es ist eine Aufgabe, mehr an uns selbst an das Training oder die Pferde. Aber das ist ja auch das Schöne daran. Ganz liebe Grüße an euch zwei und auch ein großes WEITERSO! :-) Petra

  5. Annika sagt:

    Hallo :)
    Ich finde das Thema Kommunikation mit Pferden ohnehin total spannend und der Artikel ist sehr gelungen! Mein Shetty lernt mir auch total viel! Ich hab vor einem halben bis einem Jahr – kurz nachdem er bei mir eingezogen ist – mit Bodenarbeit nach Natural Horsemanship erst angefangen und war genau wie er totaler Anfänger. Ich hatte nur ein paar Bücher, die mir halfen … und mein Pony! Er hat mir nach und nach immer mehr Tipps durch seine Körpersprache gegeben. Wann er zum Beispiel eine kurze Pause erwünscht, wie lang das Training dauern soll und wenn er das Training mag, trabt oder galoppiert er wenn ich ihn rufe von der Wiese in die Box! Das macht mich immer unfassbar glücklich, dass er scheinbar so gern bei mir ist, dass er sogar seine Wiese und seinen Kumpel freiwillig für unser Training verlässt! Einmal Name rufen, Kopf hoch, in den Stall rennen. Da bin ich sehr stolz drauf!

    LG. Annika

    • Petra sagt:

      Liebe Annika, das ist toll – da kannst du auch stolz darauf sein. Ich liebe es, wenn Pferde mit uns kommunizieren und glaube, dass sie das nur tun, wenn der Mensch ihnen auch das Gefühl gibt, dass es sich lohnt. Viele liebe Grüße, Petra

  6. Hanna sagt:

    Hallo Petra,
    hab soeben erst diesen Artikel gelesen. Super interessant. Wie du den Charakter deiner Stute beschrieben hast, muss ich an meine Stute Tilli denken. Sie ist sehr dominant und gibt mir auch immer wieder zu verstehen, dass sie eigentlich auch ohne mich klar kommt. Auf der anderen Seite ist sie auch extrem froh, wenn sie die Verantwortung an mich komplett abgeben kann.
    Übrigens danke für den Artikel. Auch bei mir ist es momentan so, dass ich eher nicht so viel Zeit habe, wie ich mir im Sommer immer wieder für sie genommen habe. Manchmal bin ich mit ihr einfach schludrig. Statt dass ich sie in aller Ruhe von der Weide hole und zum Putzplatz bringe, um dann an der Hand mit ihr ins Gelände (im Sommer bin ich geritten) zu gehen, um sie ausgiebig und in Ruhe zu putzen, kratze ich nur ihre Hufe aus und fahre kurz mit der Bürste durch ihr Fell und verschiebe das ausgiebige Putzen auf den nächsten Tag. Klar, dass das alles leider mit einer bestimmten Anspannung meiner seits abläuft. Ich habe auch bemerkt, dass das Interesse ihrer seits an mir nicht mehr so groß ist und wusste nicht, an was das liegen könnte. Momentan ist es auch so, dass sie mich austestet. Das was früher super geklappt hat, zickt sie momentan rum. Sie stellt also meine Führungsposition klar in Frage. Ich habe mit ihr im Sommer nie Führprobleme gehabt. Momentan meint sie, sie müsste mich überholen oder anrempeln. Die Konsequenz ist, dass ich all mein Tun ihr gegenüber reflektiere um ihr wieder klar Grenzen zu setzten. Im Sommer gabs damit keine Probleme. Üben tu ich die Konsequenz auch bei meinen beiden Hunden. (die beiden laufen eigentlich überall und einfach mit) Die Mutter ist 4, die Tochter ist 1,5 Jahre alt. Bei den beiden habe ich das Gefühl, dass sie das richtig cool finden und viel mehr bei der Sache sind. Auch Tilli scheint es gut zu tun. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass es leichter ist, meine Hunde zu verstehen, als mein Pferd. Liegt sicher an dem Raubtier-Beute-Verhältnis. Dein Artikel hat mich also wieder animiert, in Ruhe bei ihr zu sein und die Rituale ein zu halten, damit wir in uns beiden wieder Konstanz und Ruhe finden. Ich danke dir!
    LG Hanna

    • Petra sagt:

      Liebe Hanna, wie spannend, dass es dir auch so geht. Unsere Pferde sind schon toll, gell? Sie holen uns immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Auchw enn es kitschig klingt, denke ich mir oft, dass mein Pferd mich unglaublich erdet und weiterbringt. Dafür bin ich ihr sehr dankbar, auch wenn es mich manchmal Tage und Stunden des Rätselns kostet, was sie mir wohl sagen will. Und meistens hat sie am Ende Recht ;-) Viele liebe Grüße an euch vier und bis bald, Petra

  7. Hanna Erz sagt:

    Liebe Petra,
    nach dem vor einigen Wochen unsere alte Beistellstute leider verstorben ist, sind wir nun wieder zu fünft. Seit 15.03. ist nun Püpi die Shetti Stute bei uns eingezogen. Im Gegensatz zu Tilli, sehr dominant, die schon älter, erfahren und öfter mal auch "von oben" auf mich runter schaut (ich muss wie gesagt manchmal bei ihr zwei Mal hin hören, bis ich sie verstehe) ist Püpi sehr extrovertiert, redet sehr deutlich, von sich selbst überzeugt und ist einfach total süß. Sie ist 6 und hatte aber bis jetzt meiner Meinung nach eine sehr gute Ausbildung an der Hand. (Sie zeigt mir ganz klar und deutlich, wenn ich zu viel vordere. Für mich jetzt schon eine gute Lehrmeisterin) Im Gegensatz zu Tilli ist sie sehr verschmust. Wir beide, Tilli und ich genießen ihre Gegenwart sehr. Es scheint uns, als sei sie schon ewig bei uns. Es macht ihr auch nicht viel aus, wenn ich sie mit den Hunden alleine lasse, um für den Anfang noch kurze Strecken mit Tilli ins Gelände ausreite. Für die Zukunft möchte ich sie entweder frei, bzw. an der Hand mit nehmen.
    Viele liebe Grüße zurück. Hanna

    • Petra sagt:

      Liebe Hanna, wie schön, dass eure kleine Herde so gut funktioniert. Das freut mich sehr für euch. Fordernde kommunikationsfreudige Pferde sind was tolles, habt ihr Glück, dass Püppi den Weg zu euch gefunden hat. Viele liebe Grüße, Petra

  8. Bettina sagt:

    Hallo, ich lerne auch immer wieder aufs Neus meinem Pferd zuzuhören. Weil leider bin ich auch ein Mensch, der sich schnell Stress lässt und schwammig und unsicher wird. Vor allem gerate ich sehr viel selbst aus der inneren Balance. Das Gefühl, das mein Pferd zu mir kommt, wenn ich am Gatter stehe, habe ich bisher in den letzten Jahre leider erst 3x erfahren dürfen. Ich mache also immer noch so vieles falsch, obwohl ich es gerne richtig machen würde. Ich würde auch gerne Unterricht nehmen, aber es gibt weit und breit niemanden in der Nähe, der so etwas unterrichtet :( Daher versuche ich immer wieder meinem Pferd zuzuhören. Manchmal klappt es und manchmal nicht. Im Gelände sind wir öfters im Einklang (reiten), aber auf dem Platz oder in der Halle so gar nicht. Da werde ich selbst total durch innere, eingefleischte Ängste kontrolliert und keiner weiß, wie ich aus diesen ausbrechen kann :( Dabei würde ich es so gerne. Am Boden in der Freiarbeit klappt es mal mehr oder mal weniger. Eigentlich ignoriert er sehr viel, um was ich ihn bitte, vielleicht sind meine Kommandos dann auch einfach nicht streng genug, ich weiß es nicht. Wenn ich sage, los, mach das, dann macht er es einmal und beim nächsten Mal ignoriert er wieder die Frage vorher :( Es ist zum Mäusemelken, dabei möchte ich so gerne ein feines, motiviertes Pferd, das Spaß an der Arbeit mit mir hat. Vielleicht magst du mir ja mal antworten. Würde mich sehr darüber freuen.

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Bettina, das wird bestimmt – letztlich braucht es vielleicht auch manchmal einfach nur Wohlwollen, Zeit udn Geduld. Und ich meine damit nicht nur Wohlwollen dem Pferd gegenüber, sondern auch dir. Und nicht jedes Pferd ist ein ans Gatter galoppierender Fury – vielleicht zeigt dein Pferd dir anders, dass es dich mag und sendet kleinere Signale. Und ich würde sagen: Du hast offenbar ein Pferd, das mit dir kommuniziert und nicht totbrav alles ausführt, um seine Ruhe zu haben. Das ist doch eigentlich toll. Er bringt dir bei klarer zu werden – das wäre mein Blickwinkel :-) Hilft dir das ein bisschen weiter? Ganz liebe Grüße, Petra

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