Artikel aktualisiert am 17.02.2017

Du denkst vielleicht ich meine den Menschenhintern? Es tut mir leid, wenn ich dich enttäuschen muss, ich meine den Pferdepopo. Wir Frauen wollen ja am liebsten immer einen fast nicht vorhandenen Po haben, bei den Pferden ist das etwas ganz anderes. Umso kräftiger der Hintern, umso besser. Es gibt auch einen guten Grund dafür.

Aber wir reden hier nicht von Wohlstandsspeck, sondern von einem muskulösen Hintern, der eine Art Motorfunktion übernehmen soll. Es hat alles damit zu tun, dass du ein gesundes Pferd haben willst. Es soll keine Schmerzen haben, wenn es dich trägt.

Warum das Pferd „untertreten“ soll, wie man es dazu bringt die Hinterhand zu aktivieren und was das alles mit dem Rücken zu tun hat?

Bodenarbeit_Peppy_web_18

Eigentlich ist der Pferderücken nicht zum Reiten gemacht

Würden die Pferde so mit uns auf dem Rücken laufen, wie sie das auch in der Steppe tun,  wären sie schnell ein Fall für den Orthopäden. Sie müssen lernen, den Rücken nach oben zu wölben, damit sie uns und den schweren Sattel mit der Rückenmuskulatur und nicht mit der Wirbelsäule tragen. Das gelingt natürlich dann, wenn die Kraft aus der Hinterhand kommt beim Reiten, der Bauch mitarbeitet und Rücken sich nach oben wölbt und schwingt beim Reiten. Denn dann sind die Rückenmuskeln im Einsatz, so dass sich der Rücken aktiv um das Heben des Sattels kümmert. Einer, der das sehr gut zusammengefasst hat ist der Tierarzt Gerd Heuschmann*

Deswegen muss der ganze Schub im Idealfall aus dem Popo und den Hinterbeinen kommen.

Mutter_Tochter

Wie Du erkennen kannst ob dein Pferd “untertritt” und eine aktive Hinterhand hat?

Der Huf der Hinterhand muss in oder ein kleines bisschen über dem Hufabdruck des Hufs der Vorderhand aufkommen beim Trab. Dann ist die Hinterhand aktiv und der Rücken entlastet und wird trainiert. Aber eben auf die richtige Art und Weise.

Beim Westernreiten werden die Pferde nicht die ganze Zeit über den Reiter versammelt*, sie müssen lernen sich von alleine zu tragen. Das ist im Idealfall dieses schöne angenehme Reiten ohne den ständigen Zügel-Maul-Kontakt. Deswegen müssen die Pferde im Grunde von alleine lernen sich zu versammeln, nicht zu lümmeln oder zu schlurfen, damit sie gesund und fit bleiben. Dazu gehört dann auch die Gymnastik.

TIPP: In diesem Klassiker findest Du ganz viele Übungen mit denen Du die Gymnastik in Eure Bahnfiguren einfach einbauen kannst*

Biegung und Stellung

  • Das Pferd muss den Kopf nach innen und außen stellen (also im Grunde leicht nach rechts oder links schauen, je nachdem)
  • Muss sich in der Traversale um dein Bein biegen
  • Durch die ganze Bahn und die halbe Bahn und die Länge der Bahn seine Hüfte auf einer gedachten Linie reinschieben und rausschieben = Hüfteherein
  • Die Schulter reinschieben und rausschieben = Schulterherein

Das Ganze sagst du deinem Pferd über Schenkelhilfe, Gewichtshilfe und ein bisschen Zügelhilfe.

  • Also zum Beispiel mit dem rechten Zügel leicht nach Rechts stellen (einmal leicht zupfen)
  • dann mit dem linken Bein leicht hinter dem Gurt ein bisschen treiben und schon biegt sich das Pferd zu einer perfekten kleinen Banane. Sozusagen Pferdeyoga

Dein AHA-Erlebnis Nr. 1 fürs Reiten:

Im Grunde kommen die Pferde ganz gut ohne uns aus. Wenn wir aber mit ihnen zusammenarbeiten wollen und wollen, dass sie dabei gesund bleiben, müssen wir sie so verantwortungsvoll trainieren, dass sie dabei gesund bleiben.

Helfen dir diese Artikel weiter?

6 Kommentare zu “Swing it, Baby! Warum ein kräftiger Popo gut ist

  1. rike sagt:

    Hi erst mal, eine sehr interessante Seite hast du hier.

    Wenn irgendwer da draussen also eine Spitzenlogik oder Eselsbrücke parat hat, immer her damit!!!

    Meine Trainerin sagt immer (ja, sie müsste mir das häufiger sagen bis ich es entlich verinerlicht hatte) das Pferd soll sich um das "innere" Bein biegen. Also das aktivere, vorder Bein ist das in der Biegung und das äußere liegt entspannt weiter hinten, es sein denn das Hotte veersucht über die Schulter abzu hauen oder ähnlich Späße. Wichtig hierbei ist, das es nicht aus den Bein, sondern der Hüfte kommt und man nicht nur in Knie abknickt.
    Was die Schulter des Reiters angeht, so soll diese in die richtung weisen wo ich die schulter des Pferdes haben will. Bei einem Schulter herein drehe ich also meine Hüfte so, dass das Aüßere Bein etwas nach hinten versetzt ist und meinen Oberkörper in die entgegen gesetze Richtung.

    Zumindest hab ich es so gelernt und es klappt ganz gut und hilft ungemein bei punktgenauen fliegenden Wechseln :-)

    Ich hoffe der Kommentar ist ein bisschen hilfreich

  2. Petra sagt:

    Hallo liebe Rieke, danke Dir für die Eselsbrücke – der Hinweis mit der gedrehten Hüfte ist ein guter. Manchmal versuche ich es vermutlich zu sehr "nur" mit den Beinen, wenn ich so darüber nachdenke. Insofern werde ich beim nächsten Schulterherein und Hüfteherein, mehr mit Blickwinkel, Hüfte und Schulter arbeiten – der ganze Körper eben ;-)

    Liebe Grüße,

    Petra

    P.s.: Danke für Dein sehr nettes Kompliment zu unserer Seite :-)

  3. Sternchen sagt:

    Hey
    echt guter Artikel!
    Zufälligerweise habe ich das Buch "100 Übungen für Westernreiter Band 1"
    Gibt es Übungen die du mir besonders Empfehlen kannst?
    LG, Sternchen

    • Petra sagt:

      Hey Sternchen :-) das freut mich! Das Buch ist durchweg gut – ich würde es von anfang bis Ende arbeiten, einfach weil die Übungen aufeinander aufbauen und dann schauen, was Sternchen besonders gut kann (das als Lob immer wieder einbauen und als Spaßübung) und was sie nicht so gut kann (daran in kleinen Schritten arbeiten, um Mankos auszugleichen, die sie vielleicht hat). Ganz liebe Grüße an dich, Petra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.