Artikel aktualisiert am 22.02.2017

In den ersten Tagen haben Herr Freyr und ich getestet, ob er mit einem schwingenden Seil leben kann, wie gelassen er damit umgeht und wie schnell er begreift, dass Menschen manchmal komische Sachen machen. Das ist von Pferd zu Pferd verschieden. Das eine braucht einen Tag, das andere mehrere Wochen. Herr Freyr ist ein Musterschüler. Deswegen kann ich schon nach wenigen Tagen einen Schritt weiter gehen.

Swing it again, Baby!

Ich wende mich seinem hübschen Kopf zu. Kann ich das Seil über seinen Kopf werfen, so dass das Seil auf der anderen Halsseite landet?

  1. Ich nehme den Arm schwungvoll hoch (als ob ich werfen wollte) und streichle mit dem Seil in der Hand das Pferd einfach nur an der Stirn. Herr Freyr ist entspannt. Es macht ihm nichts aus, was oft Jungpferdetypisch ist. Ältere Pferde, die schon Vorkenntnisse haben, sind da meistens problematischer.
  2. Da die Reaktion von Herr Freyr optimal ist, kann ich das Seil auf die andere Seite werfen. Ich streichele ihn anschließend lobend.
  3. Nun kann ich entweder das Seil wieder zurückschmeißen – und dann ist es wieder auf meiner Seite und ich kann das Spiel beenden, oder:
  4. Ich gehe mit dem Seil in der Hand am Pferd Richtung Schweif entlang, führe es um die Hinterhand zu mir und laufe dann rückwärts.

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Ich fordere das Pferd auf, sich zu bewegen. Das Pferd muß dann ausprobieren, wohin es sich mit einem Seil um seinen Pferdehintern überhaupt bewegen kann. Der Mensch läuft in die eine Richtung weg, aber das Gefühl am Halfter kommt von der anderen Seite. Manche Pferde bekommen dabei Stress. Wenn sie sich so eingepackt fühlen und nicht sofort selbst herausfinden, wie sie sich einfach „herausdrehen“ können.

Seile und Knotis bekommst du übrigens hier:

Es gibt auch Pferde, die ein Seil an der Hinterhand noch nicht akzeptieren können und sich davor fürchten. Deshalb ist es wichtig ein langes Seil für diese Übung zu nehmen. So steht man als Mensch nie in einer gefährlichen Position, falls ein Pferd doch mal ausschlagen sollte.
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Herr Freyr ist schlau!

Er denkt kurz nach, folgt dann dem Gefühl und dreht sich zu mir, um dann wieder vor mir zu stehen. Weil das bei den ersten Malen so gut geklappt hat, kann ich auch meinen kürzeren Führstrick nehmen, um die Übung mit Herrn Freyr zu wiederholen.

Wenn diese Übung noch nicht harmonisch funktioniert, sollte man es unbedingt vermeiden, sich auf das Pferd zu setzen. Bei Herrn Freyr hat es super geklappt, er ist fein in der Reaktion, dabei völlig entspannt.

Er scheint neugierig zu fragen: „und nu?“

Entgegen mancher Annahme haben sensible Pferde nämlich mit schnellen Bewegungen in ihrer Umwelt gar keine Probleme. Vorausgesetzt sie werden ordentlich darauf vorbereitet. Sensible Pferde haben ja selbst schnelle Reaktionen und finden es eigentlich erst einmal nicht komisch, wenn andere genauso schnell sind.

TIPP: Versuche ich ein schnelles Pferd mit immer ruhigen, stoischen und leisen Bewegungen jaaaa nicht zu erschrecken, wird mit großer Wahrscheinlichkeit genau das Gegenteil passieren. Pferde sind Weltmeister in Gefühlswahrnehmung und sind auf Dauerlauerstellung trainiert….

Pferd: bald passiert was, bald passiert was….. ich spüre schon die Anspannung….Oooohjeeeee…

Menschen machen komische Sachen

Deswegen gehe ich weiter in meiner „Menschen-machen-komische-Sachen“ Ausbildung und mache nun nicht mehr mit dem Seil, sondern mit meinem Körper lustige Bewegungen. Ich stelle mich in Höhe der Sattellage neben Freyr und hüpfe (mit Rhythmus) auf und nieder. Ich tue also so, als ob ich Schwung hole um auf seinen Rücken zu springen, mache es aber natürlich noch nicht.

Sei ein Indianer

Wichtig ist wirklich die eigene (lustige) Einstellung. Zwar gezielt und mit Rhythmus wie ein Erwachsener, aber mit dem Herzen eines Kindes. So kann ich bald wie ein albernes Kind oder vielleicht wie ein Indianer im Lagerfeuertanz um Herrn Freyr herum hüpfen.

Herr Freyr hat natürlich gleich gespürt, dass ich nur Spaß mache und bleibt cool stehen. Genau das habe ich bezweckt. Ich möchte herausfinden, wie viel „Spaß“ dieses Pferd versteht um cool zu bleiben und wie viel Körperspannung ich brauche um das Tier dann in Bewegung zu setzen wenn ich es möchte.

Vom „Go“ und „Ho“ Faktor

Ich muss herausfinden, wie viel „Go“ und wie viel „Ho“ in Herrn Freyr als seine natürliche Veranlagung stecken. Auf diesem Wissen kann ich dann den Unterricht und die Entwicklungsstufen in der Ausbildung aufbauen.

Vorher setze ich mich auf kein Pferd

Natürlich kann ich ein schnelles Pferd langsamer „machen“ und ein Langsames schnell. Aber viel wichtiger ist, wie das Pferd reagiert, wenn es etwas noch nicht kennt oder kann. Genauso wird es wieder reagieren, wenn neue oder unbekannte Situationen auftauchen. Dieses Wissen gibt mir wiederum Sicherheit (aha – er hüpft kurz weg und schaut sich die Sache dann aber an – zum Beispiel) und kann entsprechend cool mit dem Pferd umgehen. Das wiederum macht das Pferd cooler.

Wie viel „Go“ hat Herr Freyr nun?

Ich fange mit der Hilfengebung an, nehme eine Gerte oder ein Stöckchen und fordere ihn zum Antreten an. Ich möchte einen großen Zirkel laufen und gehe innen in etwa Hals/Schulterhöhe des Pferdes. Gehe ich meinen Zirkel merke ich sehr gut, was Freyr neben mir macht.

  1. Drängelt er rein zu mir? Oder weicht er eher nach außen aus?
  2. Bleibt die Schulter bei mir aber die Hinterhand driftet nach außen ab?
  3. Wie ist seine Kopfposition? Tief und entspannt? Oder hoch und aufmerksam?
  4. Geht er ruhig Schritt oder bietet er andere Gangarten an.
  5. Ist er aufgeregt?

Alles Zeichen, die man ruhig beobachten kann und sich merken sollte.

High Noon mit dem Pony?

Herr Freyr ist aufmerksam. Er geht los, findet mich so nah neben ihm noch etwas unangenehm. Er bleibt aber im Schritt und beobachtet mich ganz genau. Wir gehen ein paar Runden und er entspannt sich sehr schnell. Wieder wechsle ich die Seite und benutze die Gerte wieder per Antippen zum Antreten. Herr Freyr reagiert gleich. Erst ein bisschen skeptisch – dann kommt ziemlich schnell die Entspannung.

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Ein Musterschüler! Es gibt Pferde, die auf die Gerte mit Angst oder sogar Hysterie reagieren – oder sie reagieren gar nicht und stehen wie in Stein gemeißelt vor dir. Beides bedarf noch viel viel mehr Ausbildung und Vertrauensarbeit vom Boden aus, bevor man an ein erstes Aufsitzen denken sollte.

Sicherheit geht immer vor!

Mit diesen wenigen ersten Übungen, kann man viel über sein Pferd herausfinden. Wie ist der Charakter? Wie reagiert es, wenn etwas Neues passiert? Wieviel „Auge“ hat es dann noch für seinen Menschen? Ich weiß nun schon sehr viel über den hübschen Wallach. Ich mag seine Reaktionen, sie sind fein, er reagiert aber nicht über und scheint auch nicht besonders schreckhaft zu sein. Neugierig möchte er sich alles anschauen und das darf er natürlich auch.

Geschmeidig wie eine Elfe

Nun wiederhole ich kurz: Seil über den Rücken werfen – o.K. , neben ihm rumhüpfen – o.K. Dann kann ich weiter machen. Ich springe also hoch, lehne mich mit dem Bauch über seinen Rücken und streichle ihn auf der anderen Seite am Hals. Herr Freyr klappt die Ohren nach hinten, bleibt stehen und läßt sich kraulen. So springe ich abwechselnd rechts und links auf, um ihn dann von oben zu streicheln.

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Freyr findet das völlig in Ordnung. Als nächsten Schritt springe ich wieder hoch, nehme beide Beine über die Kruppe, so das ich längs auf ihm liege (streicheln nicht vergessen) und lasse mich auf der anderen Seite wieder herunterrutschen. Das natürlich geschmeidig und nicht einfach mit einem Plumps. Geschmeidigkeit und Gelenkigkeit sind wirklich wichtig. Wer stocksteif ist und nicht selber auf sein Pferd kommt, ist derjenige dann geschmeidig genug um ein Pferd zu reiten…?

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Das erste Mal oben…

Nun kann ich mich auch auf Herrn Freyr setzen. Alle Vorübungen liefen ohne größere Probleme. Deswegen kann ich mich sogar aufrecht hinsetzen und ihn überall streicheln. Nicht nur am Hals.

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TIPP: Zeige deinem Pferd, wo du es überall streicheln kannst. Schau wie weit du nach hinten zur Schweifrübe kommst oder wie weit nach vorne zu den Ohren. Bewege dich auf deinem Pferd immer ganz locker und versuche nie „bewegungslos“ zu sein. Wenn dein Pferd weiß wo du bist und was du tust, wird es keine Angst haben davor.

Die HAUSAUFGABEN? Verfeinerung von Erlerntem. Außerdem werde ich die nächsten zwei Wochen viel im Gelände mit Freyr unterwegs sein.

ACHTUNG: Natürlich mache ich keine Experimente, sondern lediglich das von oben, was von unten bei der Bodenarbeit schon abgeklärt wurde. Und natürlich habe ich diese Übungen nicht alle an einem Tag gemacht, sondern habe täglich etwa eine halbe Stunde mit ihm verbracht. Das erste Aufsitzen konnte ich dann am Ende der ersten Woche.

Beim nächsten Mal?

Dann berichte ich Euch von der Ausbildung im Gelände. Sie ist sehr vielfältig und ich werde berichten, was wir da im Wald und auf den Wiesen treiben und warum die Ausbildung im gelände so wichtig ist für die spätere Zusammenarbeit von Pferd und Mensch. Außerdem erfahrt ihr dann, wie weit Herr Freyr und ich in der Ausbildung gekommen sind.

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32 Kommentare zu “Von „Go“ und „Ho“ in der Jungpferdegrundschule

    • Sabine sagt:

      Liebe Elfi,
      wir lernen alle nie aus und das Schöne am älter werden ist ja, das man auch immer schlauer werden kann, wenn man es möchte. Es freut mich sehr, das dir die Serie gefällt!

  1. Denise sagt:

    Ich bin sehr fasziniert. ich liebe diese Berichte, da kann ich viel mitnehmen und auch mit meinem Jungpferd diese Übungen machen. das ist spitze…..vielen Dank dafür…

    • Sabine sagt:

      Liebe Denise,
      erzähl doch mal von deinem Jungpferd, wie alt ist es und was habt ihr bislang schon zusammen gemacht? Petra ist immer ganz scharf zu lesen, was andere mit ihrem Jungpferd so tun….! :)

    • Petra sagt:

      Jaaa ;-) liebe Denise! Ich sauge alles auf, was mit dem Wort "Jungpferd" zu tun hat :-) Also her mit allen Infos ;-) Im Ernst, mich würde wirklich interessieren, wer Dein Pferd ist und wie ihr zusammenarbeitet – wenn Du es erzählen magst? Liebe Grüße, Petra

  2. Miriam sagt:

    Liebe Sabine,

    das ist wieder ein sehr schöner Bericht. Ich hab mir gleich mal ein paar Ideen aufgeschrieben, die ich ausprobieren möchte, sobald ich mit meinem kranken Hundchen wieder in den Stall kann.
    Nur das draufsetzen sollte ich bei meinem Mini-Shetty vielleicht lassen ;). Es wäre allerdings kein Problem drauf zu kommen ;).

    Finde die Serie toll und es bringt mir neue Ideen für das Training mit meinem kleinen Mann.

    Liebe Grüße
    Miriam

    • Sabine sagt:

      Liebe Miriam,
      wünsche deinem Hundchen baldige Genesung! Cool – du hast ein Mini-Shetty, da kann man schön viel mit Boden und Handarbeit ganz ohne Reiten glücklich werden. Pferde brauchen ja zu ihrem Glück keinen Reiter auf ihrem Rücken. Wir Reiter allerdings …. – es macht schon seeeehr viel Spaß….. – hast du denn irgendwo Möglichkeiten zum Reiten?

  3. Miriam sagt:

    Liebe Sabine,

    vielen Dank für die Genesungswünsche. Ich habe sie mal weitergegeben :).

    Ich habe eine wunderbare Reitbeteiligung. Allerdings kann ich leider verletzungsbedingt nicht so viel reiten. Mein erstes Pferd hat mir mein Knie kaputt gemacht, die Hüfte und diverse Rippen gebrochen (und noch einige andere Verletzungen) und das ist alles nicht mehr so ganz gut geworden. Deshalb reite ich nur noch selten und dann meistens nur im Schritt. Wobei ich sagen muss, dass das immer ganz besondere Momente sind. Er lädt mich manchmal nach der Bodenarbeit ein mich auf ihn zu setzen. Dann geht er von ganz alleine zur Aufstiegshilfe, positioniert sich und wartet bis ich auf ihm sitze. So ohne Sattel und nur mit Stallhalfter und Strick drehen wir dann entweder noch ein paar Runden in der Halle oder gehen ins Gelände. Wobei ich sagen muss, richtig reiten ist das wohl auch eher nicht, aber für uns beide sind es schöne Momente die uns eng verbinden. Mehr schaff ich oft auch körperlich dann einfach nicht.
    Ich bin früher viel geritten und habe auch einige Wanderritte gemacht. Das war sehr schön, aber mittlerweile bin ich eher neben dem Pferd als drauf. Mir fehlt aber überraschenderweise nichts. Ich habe früher immer gedacht, dass mir das Reiten sehr fehlen wird, aber dem ist gar nicht so. Die Zeit mit den Pferden ist mir mittlerweile wichtiger. Wobei sehr selten, aber manchmal doch, gehen meine Reitbeteiligung und ich ins Gelände und freuen uns dann auch über einen schnellen Galopp über die Wiesen.

    Liebe Grüße
    Miriam

    • Miriam sagt:

      Liebe Sabine,

      ich habe die Übungen jetzt mal mit meinem Pony gemacht. Es war sehr interessant. Die Seilübungen waren für ihn mal wieder überhaupt kein Problem. Die Hüpferei neben ihm hat ihn überraschenderweise erst Mal gestört. Wieder was über mein Pony gelernt. Recht schnell war er auch dabei cool, aber ich hätte vorher gesagt, dass er das nicht komich findet. War also eine gute Übung für uns. Ich hab mich dann noch etwas über ihn gelegt und das fand er dann wieder völlig okay.
      Ich wäre alleine wohl eher nicht auf die Idee gekommen um mein Pferd rumzuhüpfen. Danke für die Anregung und so haben mein Pony und ich wieder ein Stück mehr Vertrauen zueinander gefunden.
      Liebe Grüße
      Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, wie cool – da bekomme ich sozusagen direkt Trainingsinfos parallel zu Sabines Training :-) Danke also für Deine Trainingsberichte, ich freue mich über jeden einzelnen! Ich sehe mich in einem halben Jahr auch um mein Pferd herumhüpfen und bin sehr gespannt, wie meine Kleine sich dann macht. Dann gibt es auch Trainingsberichte von mir :-) Nächstes Mal gehts ins Gelände mit Herrn Freyr (soviel verrate ich gleich mal), dann schauen wir mal wie Herr Pony das dann macht. Falls Du wieder mitmachen möchtest. Liebe Grüße an Pony und Dich, Petra

  4. Denise sagt:

    Hallo zusammen.

    Also mein kleiner heißt Loki er ist 2012 geboren ich hab mich im September als ich ihn anschauen war sofort verliebt und konnte nicht anders. Eigentlich hatte ich nicht vor mir ein eigenes Pferd zu kaufen aber wie gesagt ich konnte nicht anders.

    Ja da hab ich mir als unerfahrene Freizeitreiterin ja einiges zugemutet :-). Naja ich dachte so schlimm wirds nicht werden das bisschen Erziehung und er hat noch keine Fehler keine Maken und alles ich muss nichts korrigieren. Dort wo ich ihn gekauft hab hat man mir auch zugesichert das man mir jederzeit unter die Arme greift und mir hilft bei der Ausbildung.

    Also bin ich ins kalte Wasser gesprungen und habs einfach gemacht ohne meinen Freund darauf vorzubereiten denn der wäre sowieso gegen einen Kauf gewesen. :-)

    Also er war sehr sehr brav am Anfang er hat alles sehr brav mit gemacht. Ich machte mir auch keine Gedanken darüber was kennt er, was kennt er nicht, vor was hat er Angst, was muss ich langsam vorsichtig machen? Ich arbeitete einfach drauf los.

    Er folgte mir brav er ging rückwärts wenn ich ihn darum bat. Das erste mal als ich ihm eine Decke anprobierte um zu sehen ob das seine Größe ist dachte ich mir auch nichts und ging auf ihn zu……..da scheute er und ich dachte mir WAAASS vor einer Decke hast du großes Ding Angst??? Aber dann näherte ich mich langsam damit, so konnte er es ausgiebig beschnuppern dann hab ich ihn damit gestreichelt damit er siehst wie weich die ist…………….schon wars ok für ihn und ich durfte sie darüber legen.

    Die ersten Male als er longiert wurde war ich anwesend das wollte ich jedoch eher jemanden machen lassen der darin mehr Erfahrung hat als ich…. Gott sei Dank……er war sehr wild und wusste nicht…..warum er das jetzt machen soll.

    Die nächsten Male wurde er ruhiger und verstand langsam …..dann war es für mich an der Zeit ihn zu longieren es ging mehrere Male ganz gut aber ein Pferd ist nicht blöd und er merkte wie unsicher ich bin und das gefiel ihm nicht und er wurde wieder zickig und hatte keine Lust diese Sachen mit mir zu machen. Leider war das nicht das einzige er wollte mir nicht mehr folgen, drängelte nur mehr, er war sehr unhöflich da er keinen Respekt mehr vor mir hatte. Langsam aber sicher bekam ich Angst mit ihm zu arbeiten….. ich war immer drauf vorbereitet dass etwas passieren kann…das machte mir Angst und ich beschloss das es keinen Sinn macht wenn ich Angst habe und mit ihm arbeite das dies zu keinem guten Weg führt.

    Ich nahm mir eine Auszeit, 4 Wochen zwei davon bin ich mit Grippe zuhause gelegen.

    Dann beschloss ich mich mehr mit ihm zu beschäftigen auch aufgrund deines ersten Artikels von wegen neu starten nochmals auf null drehen, genau das wollte ich machen, das war der richtige Weg.

    Ich beschloss auch mir Unterstützung zu holen und musste zugeben das ich mir da zu viel zugemutet hatte.

    Die, die ihn mir verkauft hat (ich steh bei ihr weiterhin im Stall) macht jetzt 3 mal die Woche Übungen mit ihm und longiert ihn auch.

    Das erste Mal war er richtig wild wieder und hat ihr gar nicht zugehört sie musste eine halbe Stunde mit ihm arbeiten bevor er doch entschied das er schöner is mitzumachen damit er dann wieder rein darf. Er ist wahnsinnig schreckhaft, sieht überall Gefahren und Gespenster. Einmal da bin ich aus den Stall, hab mich umgedreht um die Stalltüre zu schließen was bis jetzt nie ein Problem war und dann haben die Hunde angefangen ihn auszubellen und er hat sich wahnsinnig gefürchtet ich hab das nicht mitbekommen da ich verkehrt da stand und er hinter mir war und die Hunde bellen ständig wenn wer beim Zaun vorbei geht das sie aber mein Pferd ausbellen hab ich nicht gemerkt. Er scheute so sehr das er zurück rein kam und mich nicht mehr sah, er stieg und wurde ganz unruhig, ich versuchte ihn zu beruhigen und ihn wieder runter zu holen, langsam wurde er ruhiger aber er hat mich als er rein kam sehr gegen die Wand gedrängt da es sehr eng ist bei dem Ausgang mein Oberarm war ganz blau und tat sehr weh…….die Tage dannach waren sehr schwer mit ihm da er Angst hatte den gleichen Weg raus zu gehen weil da ist ihm ja fast was passiert. Es gibt auch viele Hunde am Hof und die kennt er sehr gut trotzdem hat er teilweise Angst vor Ihnen und dann mal wieder nicht es ist immer anders mit ihm.

    Wir waren auch schon sehr oft spazieren mit ihm……da hat er Spass am Anfang hasst er es und er zappelt rum und will sich hinter mir verstecken oder hüpft weg oder will buckeln aber wenn wir dann Richtung Wald gehen dann fängt es an ihm zu gefallen……auch möchte er ab und zu gern als erster gehen……..alleine geht er jedoch nicht mit er braucht ein zweites Pferd dann ist alles ok, das letzte Mal sind wir sogar ein Stück getrabt zusammen das war wunderschön :-) .

    Ich liebe ihn nach wie vor jeden Tag ein bisschen mehr…………..es macht auch Spass vor allem wenn man einen Fortschritt sieht und er versteht wenn ich was von ihm will……hab ihn auch mal geklickert um ihm etwas mehr Höflichkeit bei zu bringen, das hat er gleich verstanden, Kopf weg- er bekommt was, Kopf bei mir er geht leer aus. Jedoch dachte er auch wenn wir was anders machen dann immer wenn er den Kopf weg gibt dann bekommt er was und fing dann ganz extrem zu betteln an……..danach bekam er gar nichts mehr aus der Hand dann fing er an mich immer zu zwicken…..dann hab ich ihn jedes Mal mit meinem Fuß sein Bein berüht wenn er das gemacht hat. Daraufhin hat er immer runter gesehen und irgendwann war es ihm nervig das er dann immer eine Berührung auf den Fuß bekommt und hörte auf……………………..

    Ich sags euch Geschichten gibts zur Genüge da könnt ich noch Stunden schreiben es wird nie langweilig mit einem Jungpferd……

    Auch ich lerne ständig dazu alles was für mich selbstverständlich ist, ist für ihn was neues, besonderes, etwas vor dem man sich fürchten muss oder doch nicht :-)

    Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einlick in meine und Lokis Welt verschaffen. Ich hoffe ich habe niemanden verschreckt jedes Pferd ist anders und ich liebe mein Pferd auch weiß ich das er sicher ein Verlasspferd wird bis dahin ist noch viel zu tun…..also ich wünsche euch einen guten Rutsch und ein wunderschönes neues Jahr 2015!!!!!! viele liebe Grüße

    Deni

    • Sabine sagt:

      Hallo Denise,

      vielen Dank für deine lange Geschichte, deiner Beschreibung nach hast du nach deinen ersten Longierversuchen deine Führungsqualitäten Loki gegenüber verloren. Sehe die Welt durch Lokis Augen und du wirst erkennen, wie wenig logisch und sinnvoll das normale Longieren ist. Klar, ein Jungpferd braucht Bewegung, aber nicht an einer Longe, sondern in einer sozial strukturierten Pferdeherde mit Pferden zum raufen, spielen, rennen, fellpflegen und gemeinsamer Nahrungsaufnahme….
      Ein Neustart ist eine gute Idee und ehrliche Chance, wieder den coolen Loki vom Anfang zu bekommen. Schaue, das du immer einen positiven Abschluß nach einer Übung mit ihm findest, mache es ihm so einfach wie möglich, er ist ja noch sooo jung und auch wochenlange Pausen, wenn er in der Herde spielen darf, sind kein Problem. Laß ihn Pferd sein und arbeite an deiner Führungsqualität Loki gegenüber – dann werdet ihr sicherlich auch ein Dreamteam werden!
      Ich (und Petra) freuen uns, wenn du ab und zu berichtest, wie es bei euch so läuft! Bis dahin viele Grüße
      Sabine

    • Petra sagt:

      Liebe Denise, Sabine hat es (wie immer :-) ) perfekt zusammengefasst. Das Schöne an einem Jungpferd ist für mich auch, dass man alle Zeit der Welt miteinander hat, um alle Erfahrungen gemeinsam zu sammeln. Lieber kleine Schritte und viel Spaß und Freude, als in großen Schritten zum Erfolg zu wollen. Aber das scheinst Du ja ohnehin so zu machen mit Loki. Ich finde schön, wie viele Gedanken Du Dir machst. Wenn wir sie schon zu uns holen, Reiten und aus der Herde holen, dann haben die Pferde auch verdient, dass wir uns um sie kümmern. Das Zuhören" ist glaube ich das Wichtigste, denn die Pferde "reden" mit uns. Wenn auch auf ihre Weise, mit ihren Reaktionen, ihrer Körpersprache und ihrem Verhalten. Ich schaffe das "zuhören" auch noch sehr oft nicht, weil ich die PFerde-Sprache noch nicht gut genug spreche ;-) Aber dafür gibt es gott sei Dank so wunderbare Trainer wie Sabine, die mir übersetzen und die Sprache beibringen. Es ist gut so jemanden an seiner Seite zu haben als Neuling. Aber ich freue mich auch, dass Du (genau wie ich) als Pferdeneuling das Abenteuer "Jungpferd" gewagt hast. Ich bin gespannt wie Loki sich mit dem Neustart macht und schicke Euch beiden ganz liebe Grüße, Petra

  5. Denise sagt:

    Hallo zusammen!

    Ja da habt ihr recht beide. Zum einen hat er den Respekt zu mir verloren weil ich immer zu unsicher war und zum anderen hab ich gleich einfach zu viel gewollt und mir zu viel erwartet…..

    Ich weiß nun auch worin mein Fehler liegt. Immer wenn ich mit ihm arbeite versuche ich ruhig zu sein aber innerlich warte ich mt extremer Anspannung wann er sich schreckt wann er wie reagiert damit ich auch schnell genug reagieren kann und daher bin ich ständig angespannt und das überträgt sich dann auf ihn…..ohne das ich das beabsichtig, dafür hat er mich schon zu oft überrascht……als das ich locker neben ihm gehen könnte.

    Ich hab mich nun dazu entschlossen einer Freundin (die ehem. Besitzerin, auch Besitzerin der Mamastute von meinem Kleinen) einen Monat lang die Ausbildung zu überlassen da sie schon sehr viel Erfahrung mit Jungpferden und auch mit dem Einreiten hat.

    In dieser Zeit und vl. auch später noch werde ich nun eine Pflegepferd bekommen ein 18 Jahre altes die sehr ruhig ist und die alles schon kennt. Mit ihr werde ich lernen relaxxt und ruhig zu sein …….um dann mit Loki auch wieder besser arbeiten zu können.

    Wünscht mir Glück bei meinem Versuch mich selbst neu zu starten den erst dann kann ich einen neuen Versuch mit meinem Herzenspferd versuchen.

    Auch ich verstehe die Pferdesprache noch nicht gut und ich weiß auch nicht so ganz was er dürfen sollte und was nicht ich fand ein zwei Sachen ganz okay im Umgang als ich das zufällig neben meiner Freundin machte sagte sie ich darf sowas auf keinen Fall dulden. Auch gab es eine Situation wo ich mich mit ihm fotografieren lies und als ich mich dann die Fotos ansah hab ich erst seine Stimmung erkannt die ist mir vor der Arbeit nicht aufgefallen, dabei hat er mir das vorher schon deutlich gezeigt.

    Warte gespannt auf den nächsten Artikel.

  6. Diana sagt:

    Halli Hallo,

    Wirklich sehr spannende Berichte und sehr nett geschrieben :-) kommt mir gerade recht diese Themen-Reihe…. Habe ers im letzten November meine 3,5 Jährige Stute gekauft und will nächsten Frühjahr anfangen mit ihr zu arbeiten. Bei uns wird es wohl komplett von vorne mit einfangen lassen und aufhalftern beginnen. Mal schauen, wann wir dann beim hüpfen angekommen sind.
    Freu mich auf weitere Berichte von dir und dem hübschen Freyr :-)

    • Petra sagt:

      Huhu Diana, das freut uns sehr :-) Mir kommt die Serie auch sowas von Recht, weil ich ja auch Besitzerin einer (noch) rohen Jungstute bin. Sie ist jetzt bald 3 Jahre alt und wird später auch von Sabine in die Pferdegrundschule genommen. So kann ich parallel mitlernen ;-) Was ist Deine Stute denn für eine? Hast Du ein Bildchen? Ich freue mich, dass Du mit dabei bist bei der Serie und schicke Dir liebe Grüße, Petra

  7. Diana sagt:

    Huhu Petra,

    Meine süße ist, wie Herr Freyr, ein Isi =) Ich hab sie schon als Fohlen bei meinem Trainer auf der Weide rumspringen sehen und war schon damals von ihrer Energie, aber auch von ihren Bewegungsabläufen total begeistert. Als ich dann letzten Sommer wieder dort war und dieses schon so erwachsene "Fohlen" von vor 3 Jahren sah, wie es direkt auf mich zu lief und sich kraulen lies, obwohl sie nur wenig Kontakt (nur das notwendigste Wurmkur, Hufe, Langhaar schneiden) zu Menschen hatte, musste ich die Umsetzung des Zweitpferdekaufes etwas beschleunigen ;-) Und so wechselte sie ende November den Besitzer, bleibt aber noch in ihrer Heimt, wo ich sie auch anarbeiten werde.
    Ich habe ihr den Namen Saela gegeben, was so viel wie Glück auf Isländisch bedeutet, denn ich bin froh so viel Glück gehabt zu haben und sie schon als Fohlen kennen lernen durfte =)

    Ich hänge mal einen Link mit einem Bild an…Ein bisschen zausig und das Licht ist nicht so schön, denn es ist bei meinem letzten Besuch bei ihr im November entstanden. Leider hatte sie sich kurz vorher beim Grashalmpflücken unterhalb des Zauns ihre schöne Mähnen abgeschubbelt, aber das wächst ja wieder ;-)

    http://abload.de/img/dscf2009asugv.jpg

    LG Diana

    • Petra sagt:

      Wie süß!! Und der weiße Fleck! So puschelig! Ich liebe ja diese fluffigen Fellpuschel der Isländer. Ich wusste nur, dass Du Dein Pferd auch (genau wie ich) im Herdenverband aufwachsen lässt :-) Das finde ich so super von Dir! Ich glaube, dass das das Beste ist, was man für sein Pferd tun kann. Morgen erscheint ein Artikel von meiner Süßen, die ich gerade besucht hatte. Der dreht sich genau darum und da gibts dann auch viele schöne (hach) Bilder. Der Name ist toll. Ich mag Namen, die eine Bedeutung haben. Mein Pferd wird von mir auf den Rufnamen "Carey" getauft werden. Das ist die Koseform von Cara und heißt auf gälisch "Freundin" – das wäre mein Wunsch an sie und mich. Das wir Freunde werden :-) Liebe Grüße, Petra

    • Sabine sagt:

      Hallo Diana,

      sehr sehr hübsch, dein Fräulein Saela, ich freue mich schon auf deine Berichterstattung, vielleicht sind in unserer Serie ja auch ein paar Dinge für deinen "Koffer" :)
      Als ich Freyr abgeholt habe, mussten wir ihn auch einfangen. Nach dem zweiten Tag bei uns kam er schon direkt an den Zaun und wollte sich gerne holen lassen. Pferde einfangen finde ich immer etwas schwierig – es hat mit Raubtierverhalten zu tun und flößt in keinster Weise Vertrauen dem Pferd ein.
      Also überlege ich lieber, wie kann ich mich für das Pferd so interessant machen, das es kommen möchte.
      Zugegeben, es braucht ein bisschen mehr Zeit, aber ein schlauer Pferdemensch hat einmal gesagt:
      Nimm dir die Zeit die du brauchst – und du wirst weniger Zeit brauchen!

      Wie wahr!

      Viel Spaß mit Saela und Co.

      Sabine

  8. Diana sagt:

    Ja bei den Isländern kennt man es eigentlich nicht anders. Ich komme ursprünglich aus der Großpferdeszene und da lief das alles anders ab. Die Fohlen wurden bereits jung diszipliniert und könnten ihre Kindheit kaum bis garnicht genießen. Meiner Meinung nach merkte man es den Pferden später an. Meine ältere Isi Stute Úlpa ist nun 14 und immer noch verspielt und macht jeden Quatsch mit. Unser 24 jähriger Reitpony/Araber Wallach ist da deutlich skeptischer und es hat lange gedauert, bis er angefangen hat auch ein bisschen Unfug mit dem Menschen zu machen und aus seinem stohischen Trott heraus zu kommen. Nun nach 16 gemeinsamen Jahren spielen wir fangen und er blüht auf wenn man mit ihm arbeitet, aber es hat lange gedauert. Bei meiner Úlpa war das nie ein Problem, was ich auch mit der Aufzucht und der Haltung im Herdenverband ( Offenstall in großen Herden) in Verbindung bringe. Die Pferde bleiben meiner Meinung nach Selbstständiger in ihrem Handeln und bilden ihren Charakter anders aus.

    Ich hoffe Saela hat dieses Jahr genau so viel Spaß daran mit mir zu "arbeiten" wie ihre 10 Jahre ältere Adoptiv-Schwester….ich freu mich auf jedenfall sehr drauf :-)

    LG Diana

    PS.: bin auf deinen Besuchsberichte bei Carey gespannt….übrigens auch ein schöner Name mit sehr schöner Bedeutung :-)

  9. Diana sagt:

    Hallo Sabine,

    Ja da hast du vollkommen recht. Ich hoffe es klappt so gut wie bei den letzten Besuchen, dass sie zu mir kommt. Allerdings stehen dann schnell noch 40 weitere neugierige Nasen um uns herum und wie das dann mit der zweier Beziehung klappt muss ich sehen. So ein Jungpferd aus der Herde zu fischen ist schon garnicht so leicht, besonders dann, wenn es noch nie ein Halfter am Kopf hatte. Ich setze einfach auf ihre Neugier und hoffe, dass sie die Furchtlosigkeit ihres Vaters geerbt hat ^^
    Berichten werde ich auf jedenfall, wenn es soweit ist und hier erwünscht ist :-)

    LG Diana

    • Petra sagt:

      Hallo Diana, das ist aber sowas von erwünscht :-) Immer her mit den Jungpferdegeschichten. Ich finde toll, dass Du auch so ein Pferd-Mensch-Beziehungsmensch bist und deswegen freue ich mich sehr über Austausch und Geschichten. Alles Liebe und bis bald, Petra

  10. Denise sagt:

    Also ich muss das jetzt mal los werden ihr seit alle total süss…..ich liebe eure Beiträge und auch netten Kommentare….hier läuft alles so nett und geordnet ab…egal was man in den Kommentaren schreibt. In gewissen Foren wird man gleich in eine Schublade gesteckt jedes Wort auf die Waagschale gelegt und teilweise durch den Dreck gezogen ohne auch nur was gesagt zu haben.

    Darum bitte macht weiter so…..Respekt allen gegenüber zu zeigen ist ein Kunst und einfach nur toll.
    Petra das mit dem Namen ist eine liebe Idee…..

    Diana darf ich mal fragen wie ihr solche Spiele gestaltet, würde mich interessieren.

    Was mich auch noch interessiert ihr habt ja jetzt eure Pferde noch in der Heimatherde stehen….darf man Fragen wie viel ihr dafür bezahlt kann gerne auch per Mail an geschrieben werden, ich hoffe ich verärgere niemanden damit. Auch würde mich interessieren was so ein Import wohl kostet und wie das abläuft.

    • Petra sagt:

      Hey Denise, das ist ja nett von Dir :-) Ich freue mich sehr über Deinen Kommentar. Ich denke, wenn wir Respekt von den Pferden wollen, dann müssen wir auch den Pferden und Mitmenschen gegenüber Respektvoll sein. Deswegen freue ich mich auch immer wieder über die netten Kommentare und dass keine "Hater" oder "Schubladenstecker" hier in der Pferdeflüsterei reinschauen. Der Import läuft bei mir über die Züchterin. Sie bringt mein Pferd mit einem ihrer Transporte nach Deutschland mit. Die Papiere sind bei einem Quarterhorse klar über die American Quarterhorse Association geregelt. Wie das bei Isländern ist, weiß ich leider nicht. Equidenpass ist auch sehr wichtig für den Import und grundsätzlich. Ich schreibe aber ohnehin gerade an einem Artikel dazu. Der kommt bald. Da steht dann alles nochmal zusammengefasst drin. Liebe Grüße und bis bald, Petra

  11. Diana sagt:

    Hallo Denise,

    Ich finde das Klima hier auch sehr nett :-)

    Zu den Spielen….mit einem Wallach spiele ich nachlaufen bzw. fangen. Das bedeutet er trabt und ich laufe ihm hinter her und berühre ihn an der Flanke oder der Schulter. Daraufhin drehe ich mich um und laufe vor ihm weg. Er rennt mir hinterher und stupst mich mit der Nase an und so weiter ^^ wir spielen meistens auf dem Platz oder in der Rundhalle, denn er mogelt gerne mal und galoppiert mir hinter her. Ein großer gegenseitiger Vertrauensbeweis und es hat auch sehr lange gedauert bis das geklappt hat.
    In dem Stall wo meine ältere Stute steht (dort gibt es bis auf zwei andere Ponys nur Isländer) machen wir einmal im Monat Geschlichkeitstraining oder Ponyspiele. Wir machen z.b. Ringstechen mit Poolnudeln, Regenschirmtölt (trölten ohne Sattel und Zaumzeug, dafür mit aufgespanntem Regenschirm über dem Kopf), Zirkuslektionen wie Teppiche ein und ausrollen oder Sachen transportieren, letztes Jahr haben wir das Horse-Agilety für uns entdeckt, im Winter gehen wir mit den Ponys Schlittenfahren oder machen Skijöring. Ich reite dabei meist ohne Sattel und/oder nur mit Halsring. Ist immer eine schöne Abwechslung zum normalen Training und zu Turnieren. Dazu macht es die Ponys sensibel für die kleinsten Hilfen und erhält den Spaß an der "Arbeit"

    Zu den Kosten für die Unterbringung…. Ich zahle im Jahr 1500 €. Darin enthalten ist tägliche Kontrolle, Raufutter und Wasser, Wurmkuren, Hufe ausschneiden und zwei mal im Jahr Schweif und Mähne schneiden, falls nötig.

    Meine Pferde sind keine Importies, wie wir sie nennen, und Herr Freyer auch nicht, wenn er vom Wiesenhof kommt. Für einen Import eines Isländers kann man bei Stuten und Wallachen ca 2000 € rechnen. Dabei kommt es darauf an welchen Weg das Pferd auf Island bis zum Flughafen zurücklegen muss und welche Kosten in Island neben dem Kaufpreis angefallen ist, das geht nämlich alles anteilig auf die Steuer. Bei Hengsten über einem Jahr wird der Grundpreis noch mal teurer,weil sie separiert untergebracht werden müssen.
    Der Ablauf ist eigentlich ganz simpel. Jeden Sonntag geht ein Flug von Island nach Belgien. Das Pferd wird vom Verkäufer zum Flughafen gebracht, bekommt da noch etwas Ruhepause und einen kurzen Check. Dann kommt es in eine Flugbox, die dann in das Flugzeug befördert wird. Dort sind sie mit Wasser und Futter versorgt. Kennt man z.B. auch von Sportpferden. Dann gehts in die Luft Richtung Liege-Belgien. Dort kann der neue Besitzer dann sein Pferd selbst abholen oder es von einem Transportunternehmen abholen lassen. Dort ist dann auch noch die Lebendtier Einfuhr Steuer fällig.

    Ich hoffe ich könnte deine Fragen gut beantworten :-)

    LG Diana

  12. denise sagt:

    Petra ja super da bin ich mal wieder gespannt….du kannst so gut schreiben und die Geschichten verpacken, echt toll. Es ist ein bisschen kompliziert aber ihr habt euch da ja ordentlich informiert ich weiß nicht ob ich mich das trauen würde……ein Pferd einfliegen lassen, per Transporter ists dann doch um einiges leichter finde ich. Das ist super das du dich da nicht kümmern musst und sie dir das alles regelt.

    Diana das ist sehr spannend ich würde ja denken das er dann weniger respekt vor mir hat und denkt das ich nur sein spielkollege bin….aber so wie du das beschreibst ist das bei euch nicht der Fall und er akzepiert dich trotzdem.

    Ich werde das mal versuchen allerdings sind wir gerade auf der Suche nach einem neuen Stall wo wir uns wohler fühlen und da lass ich ihn dann mal in Ruhe einleben aber wir werden das auf jeden Fall veruschen danke für deine tolle Schilderung.

    Wowo toll du kennst dich da ja richtig aus…..ja so wie du das beschreibst ist das sehr verständlich danke…..Achso also ist dein Pferd in DE auf die Welt gekommen. WOw der Preis ist spitze……leistbar und du hast auch tolle Leistungen dafür.

    Vielen Dank für deine Ideen und Erzählungen, je mehr ich weiss umso besser.
    lg denise

  13. Christiane sagt:

    Hi,

    tolle Serie. sehr interessant… Aber Frage: Gibts Trockenübungen für mich zum aufspringen? mein Pferd ist etwas größer und ich will ihm meine evtl. ungelenken Übungen nicht antun.

    Freue mich auf Tipps

    VG
    Christiane

    • Sabine sagt:

      Liebe Christiane,
      bei großen Pferden ist die Übung wertvoll, die das Pferd lehrt, mit der Vor- bzw. der Hinterhand seitlich zu dir zu kommen. So kannst du dem Pferd frühzeitig beibringen, zu dir "einzuparken". Wenn das Pferd dies versteht, kann man das gleiche von einer Erhöhung aus tun, also von einem Hocker, oder dem Zaun..etc..Wichtig dabei ist, das dein Seil locker ist, wenn das Pferd eingeparkt ist und dann viiiiel streicheln und noch nicht gleich aufsitzen :)
      Parallel würde ich das volle "Herumhüpf-Programm" machen.
      Ruhig auch mal an der Mähne festhalten und so tun als ob man gleich hochspringen wollte. Dabei kann man die Coolness ganz gut überprüfen.
      Freue mich, wenn ich dir helfen konnte. Was hast du denn für ein Pferd?
      Viele Grüße
      Sabine

  14. Christiane sagt:

    Hi,

    danke für den Kommentar. Das Problem ist wahrscheinlich auch weniger das Pferd, als meine Ungeübtheit… Trotzdem werde ich genau das mit ihm üben.

    Wie kann ich für mich üben oder trainieren, da irgendwann elegant und ohne Rückeneinbruch meines Pferdes da hoch zu kommen?
    Ich hab einen Äppi (mit noch irgendwas anderem drin).
    VG
    Christiane

    • Sabine sagt:

      Hallo Christiane,
      oh – ich habe deine Frage missverstanden.

      Selber fit wird man durch alles Mögliche. Suche dir einen Sport aus, der dir Spaß macht. Vielleicht auch Joga oder Seilspringen. Man kann auch im Haushalt Sport "treiben". Zum Beispiel Kartoffeln schälen und dabei auf einem Bein stehen und das andere kreisen lassen. Nicht umfallen mit dem Messer in der Hand ;D
      Da wir ja oft auf einer Seite geschickter sind als auf der anderen (so wie die Pferde) versuche ich auch immer als Rechtshänder Dinge mit Links zu tun, zum Beispiel trinken oder Zähne putzen. Komisch wird es, wenn man versucht die Computer-Maus mit der anderen Hand zu bedienen…..
      Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
      Liebe Grüße
      Sabine

  15. Svenja sagt:

    Schön geschrieben :D

    Tut dem Pferd das Aufsteigen nicht weh? Mein Isländer ist eher groß und wenn ich aufspringen will, muss ich ganz schön hoch springen oder mich mit dem Händen hochdrücken, die sich ihm dann in den Rücken bohren.

    Wie machst du das denn? Lehnst du dich eher so mit dem Bauch auf?

    Liebe Grüße, Svenja

    • Petra sagt:

      Liebe Svenja, das wird Sabine sicher sehr freuen. Sie hat die Artikelserie geschrieben und eine ganz eigene und sehr Pferdefreundliche Technik um aufzuspringen. Ich habe sie auch schon geübt. Der Schwung kommt aus den Beinen, dann braucht es auch "wenig" kraft in den Händen und es ist eine Art "mit dem Bauch über den Rücken lehnen" – der Rest kann dann nachgeschoben werden. Liebe Grüße, Petra

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