Artikel aktualisiert am 27.02.2019

Das erste der sieben Spiele von Pferdetrainer und Horseman Pat Parelli*

Ein Gastartikel von Pferdetrainerin Sabine Wendland

Der ursprüngliche Gedanke war, dem Pferd zu demonstrieren, dass der Mensch absolut kein Raubtier ist. Erstens: Weil Raubtiere eben nicht einfach so zum Pferd kommen und ihm Seile um den Körper schwingen. Der Mensch kann für das Fluchttier Pferd tatsächlich schon erst einmal raubtierartig erscheinen. Weil er aufrecht auf zwei Beinen geht, die Augen scharf nach vorne ausgerichtet sind, er geradlinig denkt und nach Fleisch riecht (meistens..).

Friendly Game nach Pat Parelli

Zweitens: Der Rhythmus ist beim Friendly Game ein wichtiger Bestandteil. Ein Raubtier arbeitet nicht mit Rhythmus, sondern lauert, schleicht sich an – und packt dann zu. Auch das ist beim Friendly Game anders.

Friendly Game nach Pat Parelli
Friendly Game nach Pat Parelli

HIER ein Video, wie Seilschwung und Wurf richtig aussehen – in Slow Motion zum nachvollziehen:

Der Nebeneffekt beim Friendly Game

Als Nebeneffekt wird durch diesen Rhythmus des Seiles das Pferd auf schwungvolle Bewegungen und Berührungen desensibilisiert. Ziel ist ein entspanntes Pferd. Es hat verstanden, dass es eine Pause machen darf und mit dem schwingenden (und zurückziehenden Seil) gestreichelt wird. Es wird dann vor unplanmäßigen Berührungen des Seiles nicht erschrecken bzw. nicht mehr darauf reagieren. Ein Nebeneffekt, der sowohl nützlich ist, aber auch problematisch werden kann, wenn man es übertreibt.

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Warum weniger mehr ist

Das Friendly Game ist eine prima Sache, um ein noch unbekanntes Pferd besser (oder überhaupt) kennen zu lernen. Es ist also ein gutes Werkzeug, um zu beobachten, wie das Pferd auf eine unbekannte Situation reagiert.

INFO: Dabei ist es enorm wichtig, das Seil nicht auf den Pferdekörper zu werfen, sondern es schwungvoll über das Pferd zu schwingen. Das Ende des Seiles sollte immer auf dem Boden landen und nie auf dem Pferd.

Durch das langsame Zurückziehen entsteht dann ein Streicheln mit dem Seil. Daher müsst ihr immer darauf achten, dass das Seil die richtige Länge hat.

How to Friendly Game

  • Damit das Friendly Game richtig funktioniert, darf im Augenblick des Ausweichens des Pferdes das Spiel nicht beendet werden.
  • Der Rhythmus muss aufrecht erhalten werden.
  • Er darf aber langsamer sein, bis das Pferd wieder angehalten hat.
  • Dann gerne verbal loben und aufhören zu schwingen.
Bodenarbeit mit Horsemanship
Bodenarbeit mit Horsemanship
Bodenarbeit mit Horsemanship
Bodenarbeit mit Horsemanship
Bodenarbeit mit Horsemanship

Nun können allerlei Reaktionen auftreten. Ich teile die Pferde einmal grob in drei verschiedene Charaktere ein.

Der coole Gelassene…

… ihn stört ein schwingendes Seil natürlich nicht die Bohne. Nicht über dem Körper, nicht um die Beine, nicht um den Kopf – alles in Ordnung, sagt das Pferd, und schläft ein….

Der fein Sensible…

… findet es nicht so witzig. Er schaut skeptisch, der Kopf ist erhoben, die Muskeln angespannt – bereit für die Flucht – falls es noch „schlimmer“ wird. Das Pferd weicht ein bisschen aus. Es zeigt Unbehagen, beruhigt sich jedoch schnell, nach dem es durch den Rhythmus gemerkt hat, dass nichts Schlimmes passiert. Es bleibt dann stehen, entspannt aber noch nicht richtig echt. (Flanken zucken)

Der Panische….

… glaubt fest an das Ende seines Daseins. Sofort ist das Pferd auf Alarm, will fliehen, zerrt am Seil, teilweise sehr heftig. Es hat richtig Angst und will der Situation entkommen. Es kann, da sein Gehirn gerade intuitiv arbeitet, auch nicht verstehen, dass man (eigentlich) nur freundlich sein wollte. Der Mensch dagegen hat Schwierigkeiten, seinen Rhythmus einzuhalten, da das Pferd immer wieder am Seil zerrt und er daher die volle Länge des Seiles benötigt um das Pferd überhaupt festhalten zu können.

Und nun..?

Beim ersten Typ ist es sonnenklar: Es ist nicht zu erwarten, dass wir Probleme bei der Handhabung des Seiles bekommen werden. Das Pferd hat keine Angst davor und wird auch nicht erschrecken, wenn es unplanmäßig seinen Körper berührt.

TIPP: Bei diesem Typ Pferd ist es ratsam, kein Seil-Friendly Game mehr zu spielen. Es wird nicht benötigt und stumpft das bereits coole Pferdchen noch mehr ab.

Typ zwei: Der sensible, möchte immer gefallen und mitmachen, kann sich aber nicht sofort damit anfreunden. Hier kann das Friendly Game helfen dem Pferd zu erklären, dass Menschen manchmal komische Sachen machen um eine weitere Zusammenarbeit zu erleichtern. Das Feine und Sensible, dass bei der weiteren Ausbildung des Pferdes durchaus nützlich ist, soll aber nicht abgestumpft werden, sondern erhalten bleiben.

TIPP: Hier ist es ratsam, das Friendly Game so lange einzusetzen, bis das Pferd stehen bleiben kann, ohne das die Flanken zucken. Danach auch hier: Ende des Friendly Game! Als Ausbilder (oder Pferdebesitzer) weiß ich nun: Neuen Dingen gegenüber wird es noch skeptisch sein und eventuell bei unplanmäßigen Berührungen durch mich oder das Equipment erschrecken. Dabei ist es aber nicht panisch oder unkontrollierbar.

Typ drei: Der Panische benötigt planvolles Friendly Game. Zuerst darf das Pferd natürlich ausweichen, wenn ich mit meinem Seil-Rhythmus beginne. Beim panischen Pferd aber nicht direkt über den Pferderücken, sondern einfach nur das letzte Ende des Seiles vor sich hin- und herschwingen. Dabei ist es gut in Bewegung zu bleiben, also über den Platz zu laufen, so dass das ängstliche Pferd dem „furchtbarem Seil“ nachlaufen kann und so mutiger werden wird. Loben wenn es näher kommt. Fertig. Das Friendly Game über viele Tage (oder sogar Wochen) ausweiten und in kleinen Schritten vorgehen. Das Pferd immer wieder mit dem Seil streicheln – ohne zu schwingen.

TIPP: Bei panischen oder ängstlichen Pferden können immer wieder Probleme in der Ausbildung auftauchen und man ist gut beraten, seine Ausbildung sorgsam zu planen, in kleinen Schritten zu arbeiten, wenig zu verlangen, viel zu loben.

Hier darf das Friendly Game zwischendurch immer mal wieder zum Einsatz kommen, bis das Pferd mehr Richtung Typ 2 tendiert.

Das „Friendly Game“ ist mehr als ein Seil

Das Friendly Game gibt es in vielen verschiedenen Variationen. Man kann es nicht nur mit dem Seil spielen, sondern auch mit anderen Dingen. Zum Beispiel mit einer Tüte, einem Regenschirm, der Gerte… usw. Es ist selbstverständlich, das diese Gegenstände nicht um das Pferd herum geworfen werden, sondern die Berührung durch Streicheln des Gegenstandes am Pferdekörper erfolgt.

Wo die Talente liegen..

Natürlich ist auch wichtig auf das Ausbildungs-Ziel des Pferdes zu schauen. Zwei Beispiele:

  • Ein Pferd, das Therapiepferd werden soll, darf mehr desensibilisiert werden.
  • Möchte ich ein Reitpferd ausbilden, das mit feinen Hilfen geritten werden kann? Dann ist es des Ausbilders Aufgabe, diese Feinheit zu erhalten und zu belohnen und das Pferd in seiner natürlichen Reaktion nicht abzustumpfen.

So kann jeder für sich entscheiden, ob er das Friendly Game überhaupt noch benötigt oder vielleicht einmal ausprobieren möchte. Es ist ein winziger Baustein im Horsemanship und in der Pferdeausbildung. Es kann dem Pferd helfen und dem Menschen, aber es sollte nie der richtige Zeitpunkt verpasst werden damit aufzuhören. Es gibt nur einen einzigen Teil des Friendly Game, den ihr bitte ein Leben lang weiter nutzen solltet.

Das Klopfen haben Männer und Hunde gern, Frauen und Pferde mögen lieber gestreichelt werden. (Pat Parelli)

Ganz wichtig: Streicheln darf immer angewendet werden! Der Teil des Friendly Game gilt ein Leben lang. Also nie vergessen, eure Pferde zu loben und zu streicheln, wenn sie etwas gut gemacht haben. Eure Sabine

Mehr zu Sabine Wendland findest du hier:

Sabine Wendland ist Pferdetrainerin, die sich auf den Beritt und Jungpferdetraining spezialisiert hat. Mehr über Sabines Grundschule kannst du übrigens auch HIER erfahren und HIER kannst du sie kontaktieren, wenn du eine sanfte aber konsequente Trainerin für dein Pferd suchst.

Sabine Wendland
Sabine Wendland
Sabine Wendland

LESETIPP:*

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12 Kommentare zu “Friendly Game! Wann spielen und wann lieber nicht

  1. Miriam sagt:

    Liebe Sabine,

    ich persönlich bin absolut kein Fan von dem Friendly Game.
    Ich habe es mit meinem ersten Pferd unter Anleitung einer Parelli-Trainerin selbst gemacht. Ich muss aber sagen, heute sehe ich es weder als Spiel noch als freundlich an.
    Mich erinnert dieses Spiel oft an eine Szene, die ich selber miterlebt habe. Wir waren in einem Reptilienzoo und dort gab es auch Vogelspinnen. Eine Frau hatte Angst vor den Spinnen. Es wurde auf sie eingeredet, dass sie ja keine Angst zu haben braucht, weil die Spinnen ihr nichts tun. Dann wurde eine Spinne geholt und auf sie zugegangen. Die Frau ist natürlich nach hinten ausgewichen, aber dann wurde sie sozusagen mit der Spinne verfolgt. Die Frau hat immer mehr Angst bekommen, weil man ihr die Spinne immer wieder und wieder in die Nähe gebracht hat. Sie hat dann irgendwann fluchtartig den Raum verlassen, gezittert und geweint. Sie hat obwohl ihr natürlich nichts passiert ist, und die Spinne ihr auch nicht hätte gefährlich werden können, das hat von den anderen jeder gesehen und auch rational begriffen kein Stück weniger Angst bekommen. Angst verhindert lernen und das ist nicht nur beim Menschen sondern auch beim Pferd so. Hätte sie in kleinen Stücken und selbstbestimmt auf die Spinne zugehen können, wäre das ganze wahrscheinlich anders ausgegangen.
    Dieses Vorgehen in dem Zoo, da haben alle den Kopf geschüttelt und fanden es nicht in Ordnung. Ist es auch nicht, aber genau das tun wir doch oft mit unseren Pferden. Meiner Ansicht nach und so sehe ich auch oft das Friendly Game. Das Pferd wird festgehalten und das Seil kommt immer und immer wieder. Das Pferd versucht auszuweichen und kann es nur begrenzt. Die meisten Pferde ergeben sich irgendwann. Sie kommen ja sowieso nicht weg. Haben sie was positives gelernt? Ich wage das zu bezweifeln.
    Ich selber versuche mein Pony immer dazu zu motivieren aktiv auf die Dinge zuzugehen. Wenn er vor etwas Angst hat, darf er soweit weg gehen wie er möchte und sich sicher fühlt. Und dann versuche ich ihn zu motivieren darauf zuzugehen. Aber in seinem Tempo. Er ist ein sehr mutiges und neugieriges Pony. Er untersucht viele Dinge und lässt sogar mit einer riesen Freude Luftballons zerplatzen.
    Das nur meine Gedanken zum Thema Friendly Game.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Sabine sagt:

      Ohje, die arme Frau! Genau das ist es ja, was ich in diesem Artikel beschreiben wollte. Das eben die Pferde verschieden darauf reagieren und man dann als Mensch dann das Pferd auch lesen kann. So entspricht die Frau meinem "Typ 3" und genau wie du es beschreibst, wäre es sinnvoller gewesen das Spinnenthema anders anzugehen.
      Liebe Grüße
      Sabine

  2. Nadja sagt:

    Hallo!
    Ich beschäftige mich gerade ja mit Warwick Schiller, bei dem das Friendly Game schlichtes Desensibilisieren ist und der es noch deutlich härter anwendet als Parelli. Was ich dabei sehr interessant finde (und die Einschätzung kann ich teilen): Warwick wechselt zwischen Desensibilisieren und Sensibilisieren, und zwar ständig. Das eine bedingt das andere, habe ich viel desensibilisiert, dann wird das Pferd weniger gut auf die Hilfen reagieren, mache ich es wieder wacher, wird es beim Desensibilisieren etwas spanniger sein. Er tut das, bis das Pferd in Balance ist. VG! Nadja

    • Sabine sagt:

      Ist das nicht furchtbar stressig für die Pferde? Warum mache ich das Sensible erst "kaputt" um es dann wieder "herzustellen"?
      Da bin ich dann doch eher der Harmonietyp :)
      Liebe Grüße
      Sabine

  3. Svenja sagt:

    Toller Beitrag :-)
    Ich habe mich selbst auch sehr intensiv mit dem Friendlygame beschäftigt, da meine Bella panische Angst vor Sticks, Gerten und allem anderen hatte, was auch nur annähernd an soetwas erinnerte. Bei unserem ersten Kurs hat sie die Trainerin in purer Panik quer durch die Halle gezogen, als diese versucht hat sie mit dem Stick zu berühren. Und obwohl es zwischenzeitlich echt gefährlich wurde hat die Trainerin das Ganze so lange durchgezogen bis der Stick am Hals des Pferdes lag. Zu diesem Zeitpunkt fehlten mir leider noch die Erfahrung und auch eine eigene Meinung zu dem Thema. Wenn soetwad heute passieren würde, würde ich sofort eingreifen und die ganze Situation abbrechen. Leider verwechseln die Menschen häufig die Desensibilisierung die das Spiel über einen gewissen Zeitraum erreichen soll damit, dass sie der Meinung sind, dass ihr Pferd etwas bestimmtes zu akzeptieren hat und das auf Teufel komm raus ohne dabei den Charakter des Pferdes mit einzubeziehen. Bella ist beidpielsweise ein sehr sensibles und auch etwas schreckhaftes Pferd, die bei ihren Vorbesitzern vermutlich schlechte Erfahrungen mit Stöcken gemacht hat. Es hat über ein Jahr gedauert, bis sie die Nähe, die Berührung und die Bewegung des Sticks in ihrer Nähe akzeptiert und angefangen hat, sich damit aktiv auseinander zu setzten. In diesem Jahr habe ich das Friendlygame nicht kontinuierlich und gezielt immer wieder mit ihr gespielt, sondern es in den Alltag mit einfließen lassen, so dass der Stick zu einem Begleiter wurde und nicht immer die Aufmerksamkeit der Maus auf sich zog sobald ich ihn in der Hand hatte. Seit dem sie den Stick akzeptiert hat, spielen wir das Friendlygame gar nicht mehr mit ihm um ihm weiterhin nicht mehr Aufmerksamkeit als nötig zu schenken.

    • Sabine sagt:

      Sehr gut gelöst! Einfach in den Alltag mit hineinnehmen. Zusätzlich würde ich so einem Pferd in der Bodenarbeit mit der Gerte noch einmal ganz neu die Hilfengebung erklären. Das nimmt die Angst und gibt dem Stick eine andere Bedeutung.
      Liebe Grüße
      Sabine

  4. Isabell sagt:

    Ich glaube hier wurde eine wichtige Strategie beim friendly game vergessen.
    Nämlich Annäherung und Rückzug.
    Ich glaube das sich mit Parelli zu wenig beschäftigt wurde seitens der Trainerin oder zu wenig erklärt… ? Wo sind denn die Erläuterungen zur Horsenality und zur humanlity ? Wo sind die Grundlagen zur Pferdepsychologie bevor man mit dem friendly game anfängt…? Das friendly game beinhaltet auch das halftern mit savvy sowie das unangebundene putzen etc. Die Begrüssung des Pferdes mit dem Handrücken (Ausgestreckter Arm-ohne eindringen in die Persönliche Zone 1 des Pferdes. Das alles ist friendly game..Dinge die jeder alltäglich tut …Nur ist die Frage ob mit savvy oder eben unbewusst ?
    Das Friendly Game mit Strick, Seil, oder String soll dazu dienen das ein Pferd in Dinge Vertrauen schöpft. Später nutzt man auch Plane, Ball etc.
    Unter anderem wird bei sehr ängstlichen Pferden (RBE/RBI – in der Horsenality von Parelli) auch durch Annäherung und Rückzug das Vertrauen erzeugt. Das Pferd soll Selbstbewusstsein entwickeln. Bei einigen Pferden wird dies jedoch nur eingeschränkt möglich sein aufrgund ihrer Zucht oder ähnlichem. Man wird aus einen Trakehner der sehr wenig Selbstbewusstsein hat keinen super Macho erzeugen. Das Pferd soll im Rahmen seiner realistischen Möglichkeiten gefördert werden) Dies wird im Level 2 (im parelli savvy club) sehr ausführlich erklärt.
    Soll nur eine Ergänzung sein. Weil ich lese immer friendly game: Seil und Stick schwingen. Dabei beginnt das friendly game bei der Begrüssung. Und jeder macht im Grunde "friendly game" ob bewusst oder unbewusst.
    Wer ein ganz feines, sensibles Pferd will (um das Thema nochmal anzuschneiden) muss dann auch damit leben das dieses Pferd
    seine rechte Gehirnhälfte benutzt und dann mit den Konsequenzen dessen, leben.
    Ich habe lieber ein Pferd, was generell auf Stufe 2 (Druckstufe Parelli) reagiert.
    Da kann ich mir sicher sein das es seine linke Gehirnhälfte benutzt und mitdenkt und nicht
    vor lauter "feinheit" bzw. rechter Gehirnhälfte nutzen , nur noch in der Aussen und Reaktionswelt ist. So ein reizfeines Pferd möchte ich persönlich gar nicht. Problem ist (nicht auf diese Seite bezogen) das viele Pferdeverhaltensweisen menschlich gedeutet werden und das Prinzip mit der linken und rechten Gehirnhälfte entweder keiner weiss oder aber es auch zu langweilig findet, sich mit Psychologie zu befassen. Da werden lieber Scherze gerissen und alles verwitzelt….Die Natur wird auch nur als friedfertig oft dargestellt…Ich glaube ein bisschen mehr Klarheit und weniger Romantik täte den meisten Pferden sehr gut. Und der Natur und den "Reiterweltfrieden" auch. An jeder Ecke findet sich was "böses" was diskutiert werden muss, da die Natur ja so friedfertig ist. Das ist einfach nicht wahr. Auch- Töten zum Beispiel Raubtiere nicht nur aus Hunger….Etwas was überall behuaptet wird von gewissen Grüppchen. Nein sie töten nicht nur aus Hunger sondern auch aus reinem Machtgehabe: Löwen als Beispiel, töten oft die Löwebabys des schwächeren alten "Königs"…Und tragen sie zur Machtdemonstartion im Maul herum…Oft nur noch die Köpfe der kleinen. Solche Dinge sind entweder den meisten nicht bewusst, da sie die Natur nur aus ihren Träumen und Büchern kennen oder aber es wird ignoriert. Tiere töten nicht nur aus Hunger. Die Natur ist nicht friedfertig und die Pferde wollen ein anderes Leben als was wir uns vorstellen. Kein Wallach möchte Wallach sein. Arangieren wir uns damit und versuchen sie so gut es geht Pferde psychologisch zu verstehen und ihren Fluchtinstinkt endlich ernst zu nehmen. Finden wir uns endlich damit ab das es nie zu 100 % Pferdefreundlich sein wird. Die Natur ist es auch nicht. Der Blitz schlägt ins Fohlen ein…Pferde ertrinken…Pferde verhungern….Die Natur lebt trotzdem weiter…Ob mit 1 oder 2 Fohlen weniger oder mehr. Dieses 100% ige ….Gibt es nicht. Der Klarblick fehlt mir oft. Bei Parelli ist nicht alles Pferdefreundlich …Beim Reiten generell nicht…Trotzdem wissen es Pferde zu schätzen wenn sie endlich mal Entspannnung finden können (seitens des Menschen) und nicht ständig "ramba zamba" zeigen müssen für tolle Bilder und zur Belustigung des Raubtieres: Mensch ! Der generell der Meinung ist das alles was sich bewegt: Ist toll.-Natürlich hat auch alles Grenzen und keinsewegs bin ich für Rollkur oder schlagen des Pferdes. Aber diese butterweiche Welt…..Ach nein, die existiert dann auch nicht. Was mir auch noch einfällt bei einem dominanteren Pferd was Zonen verweigert zur Berührung…Wird natürlich anders vorgegangen als bei einem ängstlichen Pferd. Einige Dinge sind wichtig das sie ein Pferd einfach nur akzeptiert- es muss nicht immer Freude hochjauzend (menschlich gedeutet) in die Luft springen wenn man etwas tut. Aber es sollte auch nicht vor Angst weglaufen. Denn am Ende ist nur derjenige Chef fürs Pferd, der es sich auch verdient ! Viele wollen ihr Pferd verstehen aber von ihrem Blickwinkel nicht weg, das es krampfhaft eine Freunschaft sein soll mit dem Pferd. Freundschaft entsteht mit den Jahren. Erstmal geht es um leadership und eine gemeinsame Sprache. Viele lassen ihr Pferd am Anfang der Koppel los und dort rast es dann zum Ende der Wiese zu den anderen Herdenmitgliedern. Dieses dann auch noch als Freude zu deuten, zeigt wie wenig Verständniss fürs Pferd vorherrscht. Ich bringe mein Pferd immer zurück zu den anderen. In Sicherheit ! Ich verteidige mein Pferd auch in der Herde solange ich da bin. Das ist meine Pflicht ! Ich lasse mein Pferd nicht "alleine" ohne Führung. Als Chef hat man nicht nur Rechte sondern auch eine Menge Pflichten.

    • Petra sagt:

      Wow, liebe Isabelle, da hast du an einen kleinen Artikel aber Ansprüche wie an ein Fachbuch mit 400 Seiten. Man kann nicht all das in einen Artikel packen – dann wäre es ein Buch ;-) Aber natürlich sind das alles Facetten, die bei Parelli und anderen Formen des Horsemanship eine Rolle spielen. Also lieben Dank für deine Ergänzung und viele Grüße, Petra

  5. Isabell sagt:

    Liebe Petra, man kann natürlich nicht in einem Artikel alle Deatils erwähnen ;) Es ging ja hier um das friendly game und dann ja auch doch wieder nur um das negative bei Parelli. Mir waren zu viele Dinge falsch weil eben nicht vollständig dargestellt. Wie das Beispiel bei einem nervösem Pferd. Man könnte zumindest erwähnen das man je nach horsenality und humanility verschieden vorgeht. Dies ist nur ein Satz ;) Ich Viele beschränken Parelli auf die 7 Spiele und das auch nur an der Oberfläche und nur im Level 1 ! So wie das friendly game nur aufs Seil und Stick schwingen reduziert wird. Der Ansatz zum friendly game ist aber eben nicht Seil und Stick schwingen.. Der Artikel wäre auch nicht sehr viel länger geworden (wenn man die Dinge nur wenigstens benannt hätte) Aber er wäre weniger negativ ! Dazu müsste man aber erst einmal wissen das es die horsenality gibt bei Parelli-Dies weiss und erwähnt ein Parelli Trainer. ..Es sind sozusagen die Grundlagen. Ohne die Grundlagen und das Hintergundwissen um Parelli generell ist das friendly game wie in deinem Artikel beschrieben….Seil und Stick schwingen.

    • Petra sagt:

      Liebe Isabell, der Artkel ist nicht von mir – sondern ein Gastartikel einer Bodenarbeitstrainerin, die in Anteilen verschiedener Trainer trainiert. Eben auch Elemente von Parelli nutzt. Deswegen ist sie auch nicht so tief eingestiegen. Aber wir haben ja jetzt deine Ergänzung als Kommentar :-) Viele liebe Grüße, Petra

  6. Elisabeth sagt:

    man kann ein pferd niemals mit dem friendly game für feine hilfen unempfänglich machen! entscheidend ist, mit welcher intention und körperspannung man das seil schwingt! das einmal ist mensch entspannt und ohne fokus, das andere mal mit körperspannung und einem klaren fokus auf die aufgabe. dann kann pferd auch unterscheiden!

    • Petra Haubner sagt:

      Naja, wenn aber ein Mensch mit der falschen Körperspannung oder zuviel Energie schwingt, kann man das Pferd natürlich abstumpfen. Oder wenn man die Spiele immer und immer wieder spielt, würde ich relativ sicher behaupten, dass eine Abstumpfung eintritt. So sehe ich das zumindest und finde deswegen den Gedanken der Gastautorin richtig – viele liebe Grüße, Petra

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