Wie wirken sich die verschiedenen Nasenriemen von gängigen Kopfstücken auf die Faszien und Nerven am Pferdekopf aus? Damit beschäftigte sich ein Vortrag des 5. “International Fascia Research Congress”, der Mitte November in Berlin stattfand. Der Kongress drehte sich um Forschung und Rehabilitation sowohl in der Humanmedizin als auch im Veterinär-Bereich.

So beeinflussen Nasenriemen die Faszien und Nerven des Pferdekopfes

Der Titel der vorgestellten Fallsudie lautet: “Effect of noseband positioning to the fascial and neural dynamics of the head – Effekt der Positionierung von Nasenriemen auf die Faszien- und Nervendynamik des Kopfes”. Sie fasste neue Erkenntnisse über die Auswirkungen von Druck und Positionierung der Nasenriemen zusammen.

Sperrriemen und Nasenriemen unter der Lupe

Die Wissenschaftler untersuchten dabei drei verschiedenen Positionen: der Sperrriemen über dem Maul, der Nasenriemen eines kombinierten Reithalfters sowie der etwas höher sitzende Nasenriemen einer Kandare. Dafür wurde ein Pferdekadaver-Kopf mit Klebeband an den drei betroffenen Stellen präpariert. Dann wurden Gesichtsnerven gezogen. Die Positionen und Bewegungen der Faszie und des Nervs wurden mit Videokamera und Imaging aufgezeichnet.

Das Ergebnis: Der von den Nasenbändern ausgeübte Druck begrenzt die Bewegung des Nervs und die Elastizität der umgebenden Faszienschicht – vor allem dann, wenn er über, unter oder relativ weit vom Nervenrumpf gelenkt wird. Das bedeutet, dass die tiefste Positionierung wie die eines Sperrriemens die größte Auswirkung habe, da sie die Gleitfunktion der Faszie einschränke und die Nerven sogar direkt drücken könne. Die höchste Positionierung wie sie bei Kandaren-Zäumungen gängig ist und dabei die Jochbeine berühren kann, verursache ebenfalls Bewegungsstörungen sowohl der Faszien als auch der Nerven. Die mittlere Position schien den geringsten Einfluss auf den Gesichtsnerv und die Faszie zu haben.

Auch das Stirnband kann Nerven und Faszien beeinflussen

Die Studie zeigte auch auf, dass sich Verspannungen des Kaumuskels Musculus Masseter und der Ohrregion auf die Faszien- und Nervendynamik des Kopfes auswirkten. Da das neuronale System aus mehreren Komponenten besteht, kann jede Spannung, die vom Fasziensystem ausgeht, die Nerven auf vielen Ebenen beeinflussen.

Der Rat der Forscher: Daher sollte die gesamte Trense korrekt und individuell angebracht werden, um sicherzustellen, dass der Nasenriemen und das Stirnband locker genug sind und keinen Druck auf den Pferdekopf ausüben. Ein niedriger Nasenriemen in Kombination mit hohem Druck scheint die meisten Funktionsstörungen des Faszien- und Nervensystems zu verursachen.

Die Autoren der Fallstudie

Beteiligt an der Fallstudie und Vortrag waren die finnischen Physiotherapeuten, Tuulia Luomala und Mika Pihlman, in Zusammenarbeit mit Rikke M. Schultz (DVM, RMS Equine Practice, Dänemark) und Vibeke S. Elbrond (DVM, Ass. Prof. Anatomy, Fakultät für Gesundheit und Gesundheit, Kopenhagen Universität Dänemark).

Quellen

http://www.eurodressage.com/2018/11/25/effect-noseband-positioning-fascial-and-neural-dynamics-head?fbclid=IwAR1H_eubLOS92mtTdua5AtC9NCjWkO4CK-pup7YWqDWLrwden5UtbK7JMRw

Abstract: http://fasciacongress.org/wp-content/uploads/2018-abstracts/191.pdf

Nadja ist Redakteurin, Buchautorin und pferdeverrückt. Auf der Suche nach einer besseren Beziehung mit dem Pferd, einer klareren Kommunikation und mehr Verständnis stieß sie auf den Horsemanship-Ansatz. Auf verstehepferde.de schreibt sie über ihre Erfahrungen und den fairen Umgang mit dem Pferd.

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2 Kommentare zu “Fallstudie: Nasenriemen beeinflussen die Faszien und Nerven des Pferdekopfes

  1. Sandra sagt:

    Liebe Petra, ich muss hier mal etwas sagen weil es mich einfach so sehr stört und ich es schade finde. (muss auch gar nicht abgedruckt werden) Pferdeflüsterei ist toll, ich lese mit Begeisterung Eure Artikel seit ich ein eigenes Pferd habe, die Texte sind gut geschrieben, informativ und niemals wertend, was ich sehr schätze. Ausserdem decken sie ein weites Spektrum ab und man lernt und entdeckt immer wieder etwas Neues. Also Hut ab und grosses Kompliment für eine wunderbare Pferdewebsite! Nun zu meinem Anliegen, ich kann keinen Text in Ruhe lesen ohne dass ich zwischendurch von Werbung belästigt werde, das finde ich sehr schade und irgendwie auch nicht ganz passend für eine so professionell geführte Seite. Ja auch ich höre es immer wieder… man muss werben sonst kommt man nirgendswo hin, aber ich bin mir nach wie vor nicht sicher ob das wirklich so ist. Zum Beispiel wir aus der Schweiz, auch wenn wir so gerne würden, wir können nichts aus Eurem Shop bestellen, umso nerviger sind dann halt die Unterbrüche im Text. Vielleicht überlegt Ihr ja mal Euer Werbekonzept, ich glaube man kann Werbung auch wirkungsvoll etwas diskreter plazieren. Nichts für ungut, wie gesagt.. ansonsten find ich Euch ganz toll!

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Sandra, ganz lieben Dank für den Hinweis. Wir checken das mal und schauen, denn nerven wollen wir auf keinen Fall. Aber natürlich – wie du schon schreibst – kosten die Texte und Artikel Zeit und Liebe, die ich gerne investiere, weil es mein Herzensprojekt ist. Aber von irgendetwas müssen wir auch leben und das Pferd will auch seinen Stall bezahlt bekommen ;-) Göbe es den Shop nicht, gäbe es vermutlich auch die Pferdeflüsterei nicht mehr, weil ich diese Zeit sonst in einen Job stecken müsste, die jetzt in Artikeln landet. Leider können wir nicht in die Schweiz liefern, weil die Bürokratie so grauenvoll ist. Aber ich freue mich trotzdem sehr über jeden Schweizer Leser, weil ich es unglaublich mag, dass die Texte Menschen mit Infos und Tipps weiterhelfen und den pferdefreundlichen Gedanken in die Welt tragen und es Leser gibt, die genau diesen Gedanken schätzen und suchen. Auf jeden fall viele liebe Grüße, Petra

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