Artikel aktualisiert am 28.02.2017

Mein Wunsch: Ein toll ausbalanciertes, entspanntes und gelassenes Pferd. Deswegen besuche ich immer wieder Kurse, lese Bücher und schaue, was verschiedene Trainer treiben. Jede Trainingsmethode und Erkenntnis, die passt, wandert in den Werkzeugkoffer und wird bei Gelegenheit herausgeholt.

Seit ich das erste Mal von der Equikinetic gehört habe, liebäugle ich immer wieder damit, diese Trainingsmethode auch in meinen Werkzeugkoffer zu legen. Deswegen bin ich der Einladung zu den Equi Days sofort gefolgt und habe mir die Trainingsmethode von Michael Geitner und seiner Co-Trainerin Alexandra Schmid genauer erklären lassen.

Geitner und Schmid

Bei den Equi Days werden dir die verschiedenen Trainingskonzepte von Michael Geitner vorgestellt. Von der Basisarbeit bis zum Muskelaufbau und der Balance. Das Training soll das Pferd sozusagen von A bis Z trainieren. Ich fasse den Kurstag und die verschiedenen Themen für dich zusammen, damit du einen Eindruck von den Equi Days bekommst.

Dualaktivierung nach Geitner

Dualaktivierung nach Geitner

Kappzaum

Von Bodenarbeit und Führungskompetenz

Die Bodenarbeitskultur muss wieder zurück. Das ist eine der Maximen, die Michael Geitner immer wieder betont. Es gab in Europa lange eine Reit- und Bodenarbeitskultur. Gerade auch in der Ausbildung der Pferde. Diese Kultur ist in den letzten Jahrzehnten eingeschlafen. Das versucht Geitner unter anderem mit seinen Trainingsmethoden wieder zu aktivieren. Aber so einfach, dass es wirklich nachvollziehbar ist.

Die Basis ist die Frage: Wer bewegt wen?

Vom „Wer bewegt wen“ hängt sämtliche Kommunikation zwischen Pferd und Mensch ab. Dahinter steht das Leitstutenprinzip. Die Basisarbeit beruht auf den Hierarchien und der Kommunikation der Pferde untereinander in der Herde.

Michael Geitner

Die Facts zum Herdenleben:

  • In jeder Herde sind es immer die Stuten, die die Chefposition haben.
  • Es gibt in jeder Herde in aller Regel auch einen geschlechtsreifen Hengst
  • Die Junghengste werden vertrieben, sobald sie geschlechtsreif sind und leben dann in Junggesellenherden bis sie wiederum älteren Hengsten die Stuten abjagen und eine eigene Herde gründen
  • In der Wildnis ist die Leitstute und auch die ganze Herde davon getrieben die nächste Wasserstelle und den nächsten Futterplatz zu finden, sicher durch die Natur zu kommen ohne gefressen oder gejagt zu werden
  • Bei den domestizierten Pferden stehen Futter und Wasser in aller Regel zur Verfügung, deswegen spielen sie Michael Geitner zufolge viel stärker das Spiel des „Wer bewegt Wen“ untereinander und dann in letzter Instanz auch mit uns Menschen

Jetzt wäre es also eigentlich unsere Verantwortung eine Leitstute zu sein, damit das Pferd uns gerne folgt – könnte man meinen. Laut Geitner ist es aber dem Menschen im Grunde unmöglich eine echte Leitstute zu sein. Die Pferde sind uns in allen Sinnen so weit voraus und unterscheiden sich so stark.

Equiplace als Ruheort

3 Beispiele für Pferdesinne

Die Augen:

  • Das Pferd als Fluchttier hat die Augen seitlich – der Mensch hat wie alle Raubtiere die Augen frontal. Wir als „Raubtiere“ sind hinten blind, das Pferd hat einen Rundumblick und viel weniger blinde Flecken
  • Das Pferd beobachtet in aller Regel mit dem linken Auge und speichert die Bilder dann in der rechten Gehirnhälfte ab – deswegen bekommen Pferde oft Angst vor den gleichen Gegenständen, selbst wenn sie sie mit dem linken Auge schon wahrnehmen konnten – wenn sie sie dann mit dem rechten Auge sehen. Warum? Weil das Pferd mit dem rechten Auge nach dem Raubtier sucht und mit dem linken Auge schon einen Fluchtweg orten will
  • Pferde sehen 2,5 mal so viele Bilder wie der Mensch pro Sekunde – sie nehmen also mehr war
  • Sie können 330 Grad abdecken
  • Pferde sehen Nachts besser, weil sie mehr Rezeptoren haben als der Mensch

Die Nase:

  • Pferde riechen wahnsinnig gut – so gut wie Hunde
  • Pferde können Wasser über weite Diestanzen riechen und sie nehmen sogar Pheromone wahr
  • Plastik-Rohre zum Beispiel meiden Pferden oft. Sie riechen so gut, dass sie sogar wahrnehmen, wenn neue Rohre zu den Tränken verlegt wurde. Es soll Pferde geben, die dann die Tränken nicht mehr nutzen wollten

Die Ohren:

  • Pferde hören deutlich besser als wir Menschen – so können sie schneller und besser lokalisieren wo der Feind sich befinden könnten
  • Pferde hören nicht nur, sie nehmen auch Schwingungen am Boden über ihre Hufe auf
  • Sie können ihre Ohren um 180 Grad drehen und so feststellen ob sich die Lautstärke eines Geräusches verstärkt oder abschwächt – so können sie genau lokalisieren ob sich der Puma gerade anschleicht oder wegbewegt
  • Pferde können auch Töne im Ultraschallbereich wahrnehmen – anders als der Mensch

Pferde haben auch schnellere Reaktionsgeschwindigkeit als wir Menschen, eine sensitivere Haut, sie können schneller rennen und sie sind stärker.

Kurz: Wir sind Menschen und können sicher keine bessere Leitstute sein. 

Damit die Pferde uns verstehen, müssen wir lernen unser Pferd zu verstehen.

In meinem Artikel „Hallo Pferd“ – habe ich HIER schon einmal etwas dazu geschrieben, wie wir zum Beispiel mit der Begrüßung umgehen können. Wir erziehen den Pferden oft unfreiwillig Verhaltensweisen an.

Jedes Pferd ist eine Persönlichkeit, hat individuelle Charakterzüge, reagiert anders und hat natürlich auch andere Gesichtsausdrücke und Verhaltensweisen. Wie bei uns Menschen auch. Ganz einfach. Zumindest klingt es einfach – in der Realität ist das vor allem eine Frage der Achtsamkeit, der Zeit, der Geduld und der Aufmerksamkeit.

Equiplace als Ruheort

Michael Geitner und Petra

Das ist ein Fazit von Michael Geitner. Aber – das ist die gute Nachricht: Wir stehen nicht in Konkurrenz zum Pferd, sondern können mit dem Pferd zusammenarbeiten. Wir müssen also gar keine perfekte Leitstute sein. Wir müssen einfach lernen „JA“ und „NEIN“ zu sagen und die verschiedenen Persönlichkeiten der Pferde zu respektieren.

„Schreckhaftigkeit ist oft anerzogen“

…sagt Michael Geitner und bringt das Thema „JA“ und „NEIN“ im Kurs als ein typisches Beispiel, um zu erklären, was wir den Pferden bieten können und wie wir ihnen zeigen können, dass sie bei uns sicher sind.

Kurs im Winter

Was tun, wenn sich das Pferd erschreckt?

Sehr oft erschrecken wir auch, wenn das Pferd erschreckt und versuchen dann das Pferd zu beruhigen, bleiben stehen und streicheln das Pferd.

Was tun wir dann ohne es zu merken? Wir loben das Pferd für sein Erschrecken.

Das Pferd erschrickt sich und wir führen das Pferd dann an den Schreckensgegenstand, stehen und warten und lassen das Pferd ganz ausgiebig schnuppern, reden vielleicht noch beruhigend auf das Pferd ein. Das ist falsch, sagt Michael Geitner. Kein Pferd würde in der Wildnis freiwillig auf die Gefahr zulaufen.

Was kannst du tun, wenn dein Pferd sich erschreckt? Einfach an der Gefahr vorbeilaufen und so tun als ob gar nichts wäre. Einfach weitermachen mit dem, was man gerade gemacht hat und so tun als ob gar nichts wäre. Wir können dem Pferd quasi die Sicherheit du Bestätigung geben, dass der Schreckensgegenstand gar nicht so schrecklich ist, weil wir ihn ignorieren. Wir stufen ihn damit als ungefährlich ein.

Natürlich gibt es auch schwere Fälle oder schwierige Pferde, die man nicht so einfach dazu weiterbewegen kann, mit zulaufen. Das ist dann unter Umständen ein Fall für ausführliches Training. Das worum es in diesem Beispielfall geht, ist der rasende normale Alltag mit Pferden, die sich kurz erschrecken.

TIPP: Schwierige Pferde, sind oft Pferde mit schlechter Balance. Denn mangelndes Selbstbewusstsein kommt bei Pferden oft durch mangelndes Körperbewusstsein, sagt Michel Geitner. Oft fehlt dann die Grundausbildung von Erziehung bis zum Beritt. Früher wurden Pferde über Jahre ausgebildet, heute wird die Ausbildung oft in wenigen Monaten durchgezogen. Dann fehlt die Balance und die Erziehung.

Thema Führungskompetenz

Pferde sind Muskelleser, sie können schon unsere kleinsten Bewegungen lesen. Sie erkennen, wenn der Mensch seine Muskeln anspannt. Das liegt in ihrer Natur. Deswegen ist es aus Michael Geitners Sicht wichtig beim Führen, dass die Pferde immer den ersten Schritt machen.

Equiplace als Ruheort

GRUNDREGEL des Führens: Das Pferd muss den ersten Schritt machen. Nicht der Mensch.

Normalerweise reagieren Pferde als Energiesparer nach dem „Nichts-Tun-Prinzip“. Sie machen erst einmal nichts, wenn sie nicht müssen. Sie warten also ob sie der Bewegung nicht einfach entkommen können, indem sie nichts tun. Sie warten quasi und lassen den Mensch antreten – somit haben sie uns bewegt und nicht wir sie.

Stuten arbeiten oft mehr mit Energie, Wallache rumpeln eher mal gegen den Menschen.

Wenn der Mensch nun zuerst losläuft, spielen die Pferde mit dem Menschen und bewegen ihn immer wieder territorial und emotional. In vielen kleinen Situationen. Am Koppelgatter, in der Box, an der Futterschüssel, beim Führen. Viele Menschen merken es gar nicht. Der erste Schritt für Michael Geitner ist also, den ersten Schritt beim Antreten dem Pferd zu überlassen, um von Anfang an das Spiel des „Wer bewegt wen“ mit dem Pferd zu spielen.

Wie geht es:

  1. Warten bis das Pferd antritt und erst dann loslaufen
  2. Beim Führen immer wieder in den Geschwindigkeit variieren – mal 10 Schritte unter der individuellen Komfortgeschwindigkeit des Pferdes laufen, mal 10 Schritte darüber – so bleibt das Pferd aufmerksam und der Mensch hat die Tempokontrolle
  3. Im Komforttempo hat das Pferd mehr Zeit zu denken und um sich zu schauen – es besteht also auch mehr Potential, dass das Pferd die Zeit hat Schreckgespenster zu entdecken

Nächstes Thema: Equiplace und Equikinetic

Nachdem wir die Basis der Bodenarbeit im Kurs durchgearbeitet haben, zeigt Michae Geitner dem Kurs den Equiplace und erklärt die Equikinetic*

Der Equiplace

Das ist eine Art Ruheort für das Pferd. Pausen im Training sind wichtig, sie sind eine Belohnung für das Pferd. Die meisten Pferde lernen am meisten durch die Pausen, die sie nach einer gelungenen Aufgabe bekommen. Diese Pausen etabliert Geitner mit einem bestimmten Ort in der Halle. Das kann einfach nur eine Plane sein oder ein paar Hütchen, das kann eine Ecke in der Halle sein. Damit das Pferd schneller versteht, ist er bei Geitner gekennzeichnet durch weiße Gassen, die in einem Viereck gelegt werden. Es ist ein optisches Merkmal.

Equiplace als Ruheort

Wie gewöhnst du dein Pferd an so einen Equiplace? Geitner erklärt es Schritt für Schritt im Kurs:

  1. Führe dein Pferd rein und lobe es, damit es sich wohlfühlt
  2. Dann arbeite wieder draussen ein bisschen mit deinem Pferd
  3. Führe es dann wieder in den Equiplace und lobe es
  4. Dann arbeite es außerhalb wieder

Equiplace als Ruheort

Equiplace als Ruheort

Dualaktivierung nach Geitner

Dualaktivierung nach Geitner

 

Equiplace als Ruheort

Wiederhole das so oft, bis sich dein Pferd im Equiplace wohlfühlt. Es wird lernen, dass dieser Ort, der Ort der Pause ist. Du merkst es daran, dass sich das Pferd dir zudrehen wird, wenn es sich wirklich wohlfühlt. Geitner hat den Equiplace mit Pulsmessungen überprüft und konnte feststellen, dass der Puls der Pferde im Equiplace immer wieder innerhalb kürzester Zeit auf Ruhepuls war. Wenn das Pferd erst einmal daran gewöhnt ist, ließe sich so ein Equiplace sicher auch in der Freiarbeit einsetzen, um das Pferd daran zu gewöhnen, immer wieder den Ruheort aufzusuchen.

Equiplace als Ruheort

Equiplace als Ruheort

Ich persönlich brauche ihn nicht unbedingt, weil ich der Equiplace sein möchte bei der Bodenarbeit. Ich möchte der Ort sein, der in der Mitte stehend dem Pferd Ruhe bietet, wenn es zu mir kommt. Aber ich könnte mir vorstellen, dass viele Pferde mit so einem Equiplace sehr schnell entspannen können. Denn durch die Kennzeichnung ist der Arbeitsplatz klar getrennt vom Ruheplatz. Das ist ein bisschen wie der Brotzeitraum in der Firma bei dir. Da entspannst du auch schneller als an deinem Schreibtisch.

Der Spannendste Aspekt für mich am Geitnerschen Training? Die Zeituhr!

Alle Trainingsmethoden von Michael Geitner beruhen auf dem Prinzip der Zeitintervalle. Egal ob Equikinetic oder Dualaktivierung. Sie werden immer nach Zeituhr trainiert. Das wiederum finde ich grandios. So schützt du dein Pferd vor dir selbst. Denn die Uhr sagt dir genau, wie lange du trainieren musst. Du musst nicht mehr schätzen, sondern kannst dich auf eine Zeituhr verlassen. Denn wenn wir schätzen liegen wir oft falsch. Klappt etwas gut, vergeht die Zeit schneller. Klappt etwas schlecht, vergeht die Zeit gefühlt langsamer.

Dualaktivierung nach Geitner

Michael Geitner und die gelbe Gasse

Wenn wir uns also auf unsere Schätzung verlassen, werden wir sehr wahrscheinlich in schlechten Momenten kürzer und in guten Momenten länger weitertrainieren. Damit nehmen wir dem Pferd das Lob, wenn es etwas gut gemacht hat und trainieren nicht lange genug, wenn das Pferd etwas schlecht macht. Pferde haben oft eine gute und eine schlechte Seite, können manches besser und manches schlechter. Ohne Zeituhr, werden wir vermutlich die meiste Zeit nicht konsequent genug trainieren und oft erst zu spät die Pause geben.

Das klingt für mich sehr logisch. Genau wie der Gedanke des intensiven Trainings nach Zeitintervallen.

Dann demonstriert Alexandra an mir – wie man richtig longiert und wie wenig man mit der Hand machen muss, weil schon kleinste Signale durch die Longe beim Pferd ankommen. Ein kleiner Fingerzeig von ihr an der Longe reicht, damit ich merke, dass sie etwas von mir will. WENIGER ist MEHR – denke ich mir mal wieder.

Alexandra Schmid und Geitner

Alexandra Schmid und Geitner

Richtig Longieren nach Geitner

Richtig Longieren nach Geitner

Equikinetic – was ist das?

Indem wir die Muskeln für kurze und klare Zeiträume intensiv trainieren, werdenn sie schneller gestärkt und aufgebaut. Das Prinzip beruht auf der Isokinetic – das ist Muskelintervalltraining. Es wird schon länger im Menschentraining eingesetzt. Was da funktioniert, kann sehr gut auch bei Pferden funktionieren, hat Michael Geitner sich gedacht und die Equikinetic entwickelt.

HIER hat Michael Geitner mir schon einmal ein Interview zu diesem Thema gegeben. Da erfährst du mehr über Dualaktivierung und Equikinetic.

  • Du trainierst dein Pferd in kleinen Volten und Zirkeln in kleinen Einheiten – mit zeitlich genau geplanten Pausen dazwischen.
  • Du trainierst es, indem du dein Pferd in Stellung nach Timer longierst.
  • Immer wenn der Timer piepst bekommt dein Pferd eine Pause.
  • So trainierst du dein Pferd immer auf beiden Seiten gleichlange und gleich viel.
  • So kann sich dein Pferd entwickeln und nach und nach geraderichten.

Wichtig dabei ist, dass du dein Pferd nicht überforderst und klein anfängst. Diese Form des Intervalltraining ist sehr anstrengend für das Pferd, das darfst du nicht unterschätzen. Deswegen ist es auch so wichtig, dass du deinem Pferd nach einer Equikineticrunde zum Beispiel einen Tag Pause mindestens gönnst, damit dein Pferd sich erholen und die Muskeln in der Pause arbeiten und sich entwickeln können. Michael Geitner betont es im Kurs immer wieder. Gleichzeitig ist so ein anstrengendes Training natürlich gesund und gut für dein Pferd, wenn du es richtig machst.

Equiplace im Sattel

Dualaktivierung reitend

Dualaktivierung reitend

Die Pferde bestehen aus verschiedenen Muskelketten, die miteinander agieren und verbunden sind. Wenn du also den einen Muskel ansprichst, wirst du gleichzeitig mehrere damit verbundene Muskeln mit trainieren. Gleichzeitig hängt das ganze Skelett an den verschiedenen Sehnen und bändern und Muskeln. Sie sind also wichtig für dein Pferd und deswegen ist es auch so wichtig sie intensiv zu trainieren. Das Pferd hat über 700 verschiedene Muskeln, laut Geitner, die alle miteinander verbunden sind. Sie sind etwa 70 mal so stark durchblutet wie beim Menschen.

Geitner und die gelben Gassen

Geitner und die gelben Gassen

HIER* im Buch „Equikinetic“ von Michael Geitner kannst du Schritt für Schritt nachlesen, wie du das Training mit deinem Pferd angehen kannst. Und warum du es zum Beispiel nur in Trab und Schritt machen sollst oder wie genau der Muskelaufbau in der Pferdeanatomie vonstatten geht*

Er schätzt, dass 95 % aller Probleme der Pferde aus der Muskulatur stammen. Auch deswegen ist es so wichtig, dass die Muskeln gut trainiert sind.

Frage: Trainierst du auch nach Equikinetic oder Dualaktivierung? Wie sind deine Erfahrungen? Schreib mir einen Kommentar, ich freue mich auf deine Meinung zum Thema!

P.S.: Hier demonstriert Alex noch wie die Muskeln beim Pferd zusammenhängen und wie der Kappzaum richtig sitzen muss.

Sie zeigt wie der Nacken sich verspannt und die falschen Muskeln arbeiten, wenn wir die Pferde hinter die Senkrechte bringen. Sie lockt das Pferd zu Demonstrationzwecken mit einem Leckerli, damit wir im Kurs sehen können, was diese falsche Haltung im Nacken auslöst. Rollkur ist grauenvoll, das macht Alexandra zusammen mit Michael Geitner hier noch einmal sehr deutlich.

Rollkur nein Danke!

Hier erklärt sie wie die Muskeln verbunden sind:

Rollkur nein Danke!

Hier erklärt sie, wie der Kappzaum sitzen sollte:

Kappzaum

So sitzt der Kappzaum richtig

So sitzt der Kappzaum richtig

So sitzt der Kappzaum richtig

So sitzt der Kappzaum richtig

Wichtig ist, dass das Pferd immer abkauen kann:

Abkauen beim Pferd

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4 Kommentare zu “Equi Days a la Geitner: Von Führungskompetenz über Equiplace bis Equikinetic

  1. Esther-Luisa Schuster sagt:

    Hallo Petra,
    ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass Du treffsicher genau die Themen beschreibst, die mich auch gerade umtreiben (Barefoot, Equi…). Vielen Dank dafür!
    Mein Pferd ist 15 und seit über einem Jahr nicht mehr sportlich reitbar. Am Boden ist er aber fit und lernt begierig dazu. Um wieder etwas Muckis aufzubauen und zur Abwechslung neben Schrittausritten (mit dem Ride On Pad Physio) Bodenarbeit und Zirkuslektionen mache ich seit einigen Wochen zweimal die Woche Equikinetic. Ich habe im Schritt begonnen und ersetze nach und nach die Schrittrunden durch Trab.
    Faro war/ist sehr weit ausgebildet und ist als PRE schon "von Natur aus" sehr kompakt und versammlungsbereit. Für ihn war der Einstieg in dieses Training einfach und stressfrei. Außerdem fand er es schon in seiner aktiveren Zeit beruhigend, eine Trainingsstruktur zu haben, die sich immer wiederholte, da es ihm als stressanfälliges Pferd zusätzliche Sicherheit gegeben hat.
    Für großrahmige Pferde mit großer Übersetzung, die noch nicht gelernt haben sich zu setzen, halte ich die Equikinetic im Trab (!) für schwierig. Auf der 16m-Volte müssen die Pferde geradegerichtet sein, damit keine starken Scherkräfte auf die Fesselträger und Sehnen wirken. Ich würde daher immer im Schritt starten und den Trab in Stellung evtl auf einer größeren Linie etablieren. Solange die Pferde nicht gelernt haben, sich in der Quadratvolte zurückzunehmen, halte ich dieses Training für sehr belastend für Sehnen und Bänder.

    • Petra sagt:

      Hallo Esther, wow – offenbar gehen wir den gleichen Weg :-) Ich freue mich, dass dir die Themen gefallen. Das tut gut zu lesen. Das Ride On Pad ist wirklich toll. Ich mag es sehr gerne. Bei mir liegt der Piepser schon bereit und auch die Longe, aber meine Kleine ist gerade noch bei der Handarbeit, wir bauen erst nach und nach alles auf und ich möchte, dass sie in der richtigen Balance ist, bevor ich sie in so einer kleinen Volte trainiere. Ich glaube auch, dass die Equikinetic hochanspruchsvoll ist – je nach Pferd auch sehr anstrengend. Dein Hinweis ist super – ich danke dir! Man muss immer mit Vorsicht an alles rangehen und beim eigenen Pferd überdenken – geht das auch mit meinem Pferd? Muss ich anders anfangen? Das ist so wichtig. Ich wünsche dir auf jeden Fall noch einen schönen Abend und schicke liebe Grüße, Petra

  2. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    ich habe ein Wochenende einen Equikinetic-Kurs mitgemacht, weil mich das Thema sehr angesprochen hat. Mir hat das Training gut gefallen und ich möchte es auch mit meinem Ponymann irgendwann machen. Momentan arbeiten wir noch am Führen in Stellung.
    Der Ruheplatz gefällt mir sehr gut. Ich hatte das eine Zeitlang auch für mein Pony eingeführt. Natürlich nicht mit so tollem Namen ;).
    Er ist beim Training in der Regel hochmotiviert und möchte unbedingt was machen. Ich halte aber Pausen für sinnvoll. Er hat in den Pausen aber nur rumgehampelt, mit den Voderbeinen gescharrt und mir ganz deutlich gezeigt wie blöd er das jetzt findet. Ich habe dann eine Plastiktüte aufgeschnitten und das als Ruhezeichen aufgebaut. Immer wenn die Tüte rauskam, ist nichts passiert. Ich habe ihn gekrault, aber es wurde sonst nichts gemacht. Dieses optische Signal hat ihm geholfen den Unterschied zwischen Trainingszeit und Pause zu verstehen. Mittlerweile benötigt er das nicht mehr und er kann auch so Pausen aushalten. Gerade Pferde die mit dem Clicker trainiert werden, neigen dazu hochzudrehen und vor lauter Spaß und Motivation keine Pausen machen zu wollen. Wir Menschen neigen dann oft dazu das anzunehmen. Habe ich auch anfangs. Mit dem Resultat, dass das Pferd überhaupt keine Ruhe findet. Hier hat uns das Etablieren eines Pausezeichens wirklich gut geholfen und er kann nun seither auch im Training entspannter bleiben.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, jaja – so ein Equiplace ist schon was anderes als ein Ruheplatz ;-) Nein im Ernst – Michel Geitner kleidet die wichtigen Trainingsbasics einfach in tolle Worte und seine Trainingsideen haben aus meiner Sicht Hand und Fuß. So ein Ruheort kann eine gute Idee sein – sehe ich auch so. Bei Carey und mir, bin ich der Ruheort und die Mitte. Ich finde spannend, was du über das Clickern schreibst. Das ist das, was ich immer wieder denke. Ruhe und Pause ist schwierig für die Pferde, weil das Leckerli so stark etabliert ist. Aber so ein Ruheort kann da sicher helfen – es ist ja fast alles einfach nur eine Frage der Konditionierung. Weil zum Beispiel das Hufe geben für Carey am Anfang eine Riesennummer war, habe ich angefangen ihr immer zum Schluss ein Leckerli zu geben, wenn sie lieb mitgemacht hat. Tja, nach wenigen Tagen streckte sie den Kopf ums Eck nach dem vierten Huf :-) Alles Konditionierung. Aber das ist ja auch nachvollziehbar und etwas, das man gut nutzen kann – wie beim Clickern zum Beispiel oder bei der Freiarbeit. Und es gibt Sicherheit. Ganz liebe Grüße an deinen Ponymann und Dich, Petra

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