Fängst du mit der Kindererziehung erst im Klassenzimmer an? Ich vermute nicht. Wahrscheinlich erziehst du dein Kind schon am Frühstückstisch oder im Supermarkt an der berüchtigten Quengelecke. Wenn dein Kind etwas richtig macht, lobst du es dann? Vermutlich schon. Und wenn es nicht gleich versteht, was du von ihm willst oder etwas falsch macht, schreist du dann? Ich glaube nicht. Das wäre unverhältnismäßig, richtig? Du zeigst ihm ruhig und geduldig immer wieder, was du ihm beibringen willst, nehme ich an. Das ist toll! Jetzt erzähle ich dir, was das mit Pferden zu tun hat.

Pferdetraining ist wie Kindererziehung. Da erziehst du ja auch nicht erst in der Schule, oder?

  • Du sprichst mit deinem Kind, wenn du es morgens aufweckst
  • Du erklärst ihm Benimmregeln am Frühstückstisch, wenn es etwas falsch macht
  • Du zeigst ihm immer wieder geduldig, dass es nicht vor dir alleine über die Strasse laufen soll
  • Du erwartest nicht, dass es das alles von alleine gleich richtig macht
  • Du lässt ihm Zeit zwischendurch zum Spielen, das Leben besteht ja schließlich nicht nur aus Pflichten
  • Du freust dich wenn dein Kind Spaß am Spielen hat.

Genauso solltest du auch mit deinem Pferd umgehen. Sag nicht erst in der Reithalle „Hallo“. Fang nicht erst im Sattel mit den Grundregeln zwischen euch an. Das ist der falsche Moment dafür. Denn wenn du erst im Sattel anfängst, bist du zu spät. Viel zu spät. Die DVD “Vom Halftern bis zum Satteln” ist ein Supereinstieg in das Thema. Deswegen will ich sie dir vorstellen.

Schreib mir gerne welche Grundregeln du mit deinem Pferd hast. Gibt es Dos und Don’ts die ihr habt? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Du  bekommst sie übrigens auch auf HIER Amazon*

Sei immer eine klare und durchsichtige Person für dein Pferd

Das ist ein wichtiges Mantra. Sei klar, konsequent und ruhig. Sei kein Rätsel, sondern erkennbar. Das ist auch ein Mantra. Erlaube deinem Pferd Fehler zu machen und zeige ihm immer wieder geduldig, was du möchtest. Lächle über seine verspielten Momente und freue dich, wenn es dir Aufmerksamkeit schenkt. Reiten fängt nicht erst mit dem Reiten an. Auch das ist ein Mantra. Egal ob es ein Jungpferd ist oder ein alter Pferdehase. Konsequenz und Ruhe lösen Vertrauen aus, genau wie faire Entscheidungen oder ein sanfter Umgang.

Es ist nie zu spät, sich die Basics noch einmal anzusehen und ich würde mir wünschen, dass diese Basics in allen Reitschulen viel ausführlicher beigebracht werden*

Je jünger das Pferd, desto ruhiger der Mensch?

Das ist keine Faustregel, aber zumindest ein Gedanke, den du im Kopf haben solltest. Denn wenn Jungpferde oder Pferde mit schlechten Vorerfahrungen mit einem hektischen Menschen konfrontiert werden, der weder korrekt halftern, noch korrekt führen kann, macht dass das Pferd unter Umständen nervös.

TIPP: Die DVD erklärt nicht nur die Basics im Reiter und Pferdealltag, sondern zieht immer wieder den Vergleich zum Training mit einem Jungpferd. Das interessiert mich natürlich besonders, weil ich als Jungpferdebesitzerin wissen will, worauf ich beim Führen, Putzen und Satteln eines Pferdeteenager achten kann.

Schritt 1 – Wie soll ich mich nähern?

  1. Du musst erst einmal mit einem Geräusch oder dem Ruf des Pferdenamens auf dich aufmerksam machen.
  2. Das Pferd muss dich erst einmal wahrnehmen, bevor du dich näherst
  3. Stell dich dann hin, zeige ihm einladend deine Hand und warte bis es zu dir kommt.
  4. Dann kannst du es von der Seite streicheln und aufhalftern.
  5. Kommt dein Pferd nicht, kannst du langsam von der Seite auf dein Pferd zugehen und dann aufhalften. Gib ihm immer wieder ein bisschen Zeit auf dich zuzukommen. Achte darauf, dass du nicht Frontal auf das Pferd zuläufst.

Beschnuppern

„How to“-Pferd von der Koppel holen:

„Wartet bis das Pferd zu Euch kommt. Fasst es dann mit einer sanften Bewegung. Nähert es sich nicht an, könnt ihr ein Stück auf das Pferd zugehen, dann warten, bis es euch die letzten Schritte entgegenkommt. Das ist wichtig, denn wenn das Pferd nicht zum Menschen kommt oder sogar wegläuft, ist das ein Vertrauens- oder Dominanzproblem, an dem erst einmal gearbeitet werden muss.“ (ZITAT Vom Halftern bis zum Satteln*)

Schritt 2 – Wie soll ich aufhalftern?

  1. Von der Seite, sanft über die Ohren ziehen, weil das sonst schmerzhaft für das Pferd sein könnte.
  2. Bei manchen Pferden auch über die Nase ziehen und über den Ohren verschließen. Dann, wenn sie das Ziehen des Halfters über die Ohren als unangenehm empfinden.

Ohren

Die wichtigsten Punkte zum Aufhalftern

  • Beim Aufhalftern stehst du seitlich. Du ziehst das Halfter erst über die Nase, dann vorsichtig über die Ohren (wenn du sie knickst, kann das sehr schmerzhaft für dein Pferd sein)
  • TIPP: Du kannst das Halfter auch oben öffnen und dann wiederum oben am Nacken schließen. Viele Pferde finden das angenehmer.
  • Nie von vorne aufhalftern – Pferde können dabei Angst bekommen
  • Die korrekte Position des Nasenriemens am Halfter – ist ca. 3-4 Fingerbreit unter dem Jochbein.
 Der Verschluss des Halfters sollte nach außen zeigen! Wenn das Pferd sich wälzen will oder sich kurz erschreckt, kann es sich sonst durch den nach innen gerichteten Verschluss verletzen.

Schritt 3 – Wie soll ich führen?

  1. Konsequent und ruhig.
  2. Das Pferd darf erst dann laufen, wenn du es ihm sagst.
  3. Läuft es ohne dich los, musst du es korrigieren (indem du es den Schritt wieder rückwärts schickst, den es ohne deine Aufforderung nach vorne gemacht hat).
  4. Erst wenn es ruhig steht, loben.
  5. Wenn du es aufforderst loszulaufen, darf es loslaufen. Dann loben.
TIPP:  Führtraining für Jungpferde: Immer mit Handschuhen führen, wenn es ein junges oder unerfahrenes Pferd ist.
  • Mit einer Gerte leicht am Hinterbein antippen und loslaufen, dazu ein Geräusch machen. Dann loben.
  • Läuft das Pferd zu schnell, dann die Gerte nach vorne nehmen und leicht am Führstrick zupfen.
  • Wenn das Pferd hält: loben!
  • Immer wieder auch das Rückwärtsrichten üben, denn das ist sowohl im Alltag wichtig. Geht ein Pferd auf Aufforderung rückwärts, dann erkennt es den Menschen als Führungsperson an.

Das Führen ist der Anfang von allem

Die Frage: „Wer bewegt wen?“ spielt immer eine Rolle. Der Mensch sollte derjenige sein, der entscheidet, wann genau du und dein Pferd als Team, wohin geht und wie schnell oder langsam. Funktioniert das beim Führen, wird auch die spätere Zusammenarbeit besser funktionieren.

Die wichtigsten Punkte zum richtigen Führen:

  • Gehe nicht hinter deinem Pferd aus der Box. Dein Pferd muss lernen, dass du zuerst gehst. Sonst kannst du unter Umständen eingequetscht werden.
  • Wenn dein Pferd dazu neigt immer vorauszulaufen, musst du ihm erst einmal beibringen, dass es auf dein Kommando warten soll, bevor es losläuft.
  • Wenn dein Pferd dazu neigt dir vorauszulaufen oder hinterher zu trotten, kannst du ihm mithilfe einer Gerte als Hilfsmittel beibringen, wo du es gerne hättest.
    • Läuft es zu langsam, tippst du es sanft mit der Gerte hinten an und lobst es sobald es deine gewünschte Führposition erreicht hat.
    • Läuft es zu schnell kannst du leicht mit der Gerte vor seiner Nase in der Luft wedeln und es dann loben, sobald es deine gewünschte Führposition erreicht hat.
  • Übe das Führen so lange geduldig, konsequent aber sanft, bis dein Pferd aufmerksam auf dich und ruhig in der gewünschten Führposition mit dir läuft. Das ist die Basis auf der du alles andere dann aufbauen kannst, wenn das funktioniert.
  • Wenn du dein Pferd auf die Koppel bringst, zeige deinem Pferd, dass es mit dir warten soll, bis du es auf die Weide schickst.
 Nie das LOBEN vergessen. Es tut deinem Pferd gut und zeigt ihm, dass es mit seinen Bemühungen richtig liegt. Außerdem ist es doch wunderschön jemandem zu zeigen, dass er etwas gut gemacht hat und dann die Freude beim Gegenüber zu bemerken. Wirst du nicht auch gerne gelobt? Dann schenke deinem Pferd dieses Gefühl immer wieder, wenn es etwas richtig gemacht hat.

Wie soll ich richtig Putzen?

Das wäre der nächste Schritt. Auch das wird auf der DVD erklärt* – genau wie das richtige Satteln und Aufsteigen.
Viele Kleinigkeiten macht man sich als Reiter gar nicht bewusst. Es geht um Vertrauensarbeit und um den richtigen Umgang mit dem Pferd – in einem Bereich, der in vielen Reitschulen vernachlässigt wird. Die DVD erklärt das Pferdeverhalten und zeigt in einigen typischen Alltagssituationen, wie der Reiter am Besten mit seinem Pferd umgeht.

Huf auskratzen

Striegeln

Also zum Beispiel beim Vorbeiführen an anderen Pferden: NICHT schnuppern lassen! Denn zum einen können sich so Krankheiten übertragen, zum anderen könnten Rivalitäten entstehen, die dann wiederum zu Streit und Unfällen führen können. Wenn die Pferde sich kennen und mögen ist das natürlich etwas anderes.

Mir wurde zum Beispiel in meinen ersten Reitstunden nur sehr kurz gezeigt, wie ich putzen und satteln muss. Nicht warum und Details schon gar nicht. Weder wie ich richtig führe und warum das so wichtig ist, noch was die einzelnen Striegel können oder auf welcher Seite ich am Besten anfange zu putzen. Was die sicherste Putzposition ist und warum Kopf und Beine nicht mit dem Striegel geputzt werden. Wie muss ich die Kardätsche verwenden, wo klopfe ich den Striegel aus und auf welche Art und Weise putze ich mit der Kardätsche?

Genau wie die Frage: Wie putze ich den Schweif und die Mähne am Besten? Und warum ist es immens wichtig die Strahlfäule gut zu putzen. Weil sich zum Beispiel Bakterien festsetzen können, die dann wiederum Krankheiten auslösen können. Auch das wurde mir in einer Reitschule nie erklärt.

Vom Halftern bis zum Satteln* – ein Fazit

Die DVD ist empfehlenswert. Es tut gut und gibt Sicherheit, dass die vielen kleinen Basics in aller Ruhe und im Detail gezeigt werden. Das geht im Reitschulalltag oft unter. Immer wieder zeigt die DVD auch, wie man diese ganzen Alltagsübungen mit einem Jungpferd angehen muss.

Die Unterschiede zu einem erfahreneren und älteren Pferd werden beschrieben. Mir als Jungpferdebesitzerin gefällt das natürlich besonders gut. Die DVD behandelt die ersten Schritte mit dem Pferd und die Trainerin erklärt die einzelne Schritte bis ins Detail. Das Konzept ist schlüssig und die Tipps alltagstauglich.

DVD Tipp Pferdepflege

Inhaltsangabe „Vom Halftern bis zum Satteln – Der richtige Umgang mit dem Pferd“

  • Halftern
  • Führen
  • Putzen
  • Jungpferdetraining
  • Pferdeverhalten
  • Vorbereiten zum Reiten
  • Satteln
  • Aufsteigen

Die DVD ist von Arminius Media und wurde uns netterweise zur Verfügung gestellt. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle.

59 Kommentare zu “Beim Halftern fängt alles an: Die wichtigsten Schritte zur richtigen Pferdepflege

  1. Jayanthi sagt:

    Meine Grundregeln bzw. Basis ist es fair zu sein, ruhig, klar und freundschaftlich. Mir geht es um das Gemeinsam – bewusst zu kommunizieren und sich selbstkritisch zu hinterfragen, wenn das Pferd sozusagen falsch reagiert hat. Respekt vor dem anderen Lebewesen, Gelassenheit und Konsequenz, wie Du so schön sagst – wie mit einem Kind – bildet die Grundlage, um Vertrauen gewinnen. Und auch das beruht auf Gegenseitigkeit. Diese Begriffe beinhalten für mich die Art und Weise des Umgangs.

    • Petra sagt:

      Hallo Jayanthi, das klingt perfekt. Ich mag Deine Grundregeln sehr. Sie sind im Grunde auch meine Grundregeln – wahrscheinlich mag ich sie deswegen auch so sehr 😉 Ich denke, dass das Wichtigste unsere Ausstrahlung ist und dann kommt das Bewusstsein dazu, dass uns ein Lebewesen mit eigener Persönlichkeit gegenüber steht. Wenn man dann noch im Hinterkopf hat, dass Pferde Fluchttiere sind und wie sie miteinander kommunizieren, ist man schon ein ganz passabler Pferdepartner. Das war jetzt sehr schwarz-weiß, und die vielen Graustufen möchte ich gar nicht ausblenden, aber Du weißt sicher was ich meine.

  2. Martina sagt:

    Hallo, was für eine schöne Idee!
    Mir sind ganz viele kleine Alltagsrituale wichitg, zum Beispiel ruhiges Stehen am Tor der Weide oder ruhiges Abwarten, bis ich den Futtereimer mit einer Geste freigebe.
    Als leichter Ekzemer hat mein Pferd manchmal das große Bedürfnis, sich an mir zu schubbern und das kann ziemlich schmerzhaft sein.
    Deshalb habe ich ihm beigebracht, dass es mir anzeigt, wo ich kratzen soll. Wenn es dann wartet, statt die Sache selbst in die Hand zu nehmen, kratze und kraule ich, was das Zeug hält.
    Sein Genussgesicht ist jedesmal wieder ein Highlight!

    • Petra sagt:

      Oh wie schön! Das klingt so als ob ihr einen guten Modus miteinander gefunden habt. Sehr respektvoll und höflich. Und klar. Darf ich fragen, wie Du Deinem Pferd beigebracht hast, dass es Dir anzeigt, wo Du schubbern sollst? Ich mag die Idee sehr. Ich darf ab und an mit einem Fremdpony trainieren. Und sie hasst Fliegen. Deswegen versucht sie immer an mir zu schubbern. Ich zeige ihr zwar an, dass sie nicht schubbern soll und vertreibe anschließend die Fliegen für sie, wenn sie brav und ruhig da steht. Aber, dass sie mir anzeigt, wo genau ich schubbern soll – auf die Idee bin ich noch nicht gekommen. Das ist wirklich cool!

  3. Isabell sagt:

    Ich bin vor einem halben Jahr unverhofft zu meinem Pferd gekommen. Bis dahin hatte ich gerade mal ein Jahr Reitunterricht. Ich musste sehr schnell feststellen, das es ein himmelweiter Unterschied ist, nur Reitunterricht so nehmen und ein Pferd zu haben. Da habe ich dann sehr schnell gemerkt, dass ich keine Ahnung von der Pferdehaltung und -erziehung habe. Nicht, dass ich dann ein super Anfängerpferd gekauft hätte, nein! Mein Pferd ist acht Jahre alt, und stand zu diesem Zeitpunkt ein dreiviertel Jahr in seiner Herde auf dem Paddock und auf der Weide. Er wurde ein geritten, das war’s. Mit einstelle haben ihn auch ein paar Mal im Gelände geritten. Eine Bezugsperson hat der in diesem Sinne nicht. Der Grund war, dass seine Besitzerin krank wurde. Sie versprach mir damals, dass sie mich mit Gauti unterstützen würde. Leider hat das nicht immer optimal geklappt, wie gesagt die frühere Besitzerin ist krank. Ich habe jetzt in dem halben Jahr sehr viel durch lesen und beobachten gelernt. Vieles habe ich aber auch einfach nur ausprobiert. Inzwischen bekommen mein Pferd und ich sehr gut miteinander klar. Und gerade bei dem Artikel zum Thema Führen musste ich schmunzeln, weil ich erst vorgestern die Rückmeldung bekam, dass ich viel konsequenter mit meinem Pferd umgehen muss. Beim Führen wurde er viel zu eng neben einem her laufen und beim Longieren würde er nicht auf Kommando stehen bleiben. Die Rückmeldungen wundert mich nicht. Gerade das Führen war unser größtes Problem. Dabei bin ich doch jetzt so happy wie entspannt mein fährt jetzt mit mir spazieren geht! Dass er recht eng bei mir läuft stimmt schon, aber so schlimm fand ich das jetzt nicht. Und dass er beim Longieren nicht auf Kommando anhält, wundert mich auch nicht, weil ich ihn viel zu selten longschieren habe, ernicht auf Kommando anhält, wundert mich auch nicht, weil ich ihn viel zu selten longiert habe. Ich ließ ihn immer ohne Longe im Roundpen laufen und habe andere Dinge abgefragt, aber nicht das anhalten. In erster Linie ging es mir darum, dass er sich über die Wintermonate einfach austoben konnte. Ich konnte mit ihm ja zu diesem Zeitpunkt nicht spazieren gehen, weil das Führen nicht geklappt hat und der Schnee teilweise so hoch war, dass es für mich viel zu rutschig war.
    Ja, ich weiß, ich hätte es schon längst einen Basis-Pass machen müssen. Dies scheiterte aber an anderen Terminen und natürlich auch am fehlenden Angebot in der Region. Von daher kommt die DVD natürlich wie gerufen! Und jetzt mache ich mich fertig und geh zu meinem Pferd und feiere mit ihm seinen achten Geburtstag.

    • Isabell sagt:

      Sorry, ist sehr schwer lesbar! Habe nicht so auf die Autokorrektur geachtet 🙁

    • Petra sagt:

      Happy Birthday an Dein Pferd! Ich finde, das klingt so, als ob ihr schon auf einem guten Weg seid. Du und Dein Kleiner. Das Pferdezusammensein kommt mir immer mehr vor wie ein Weg, ein gemeinsamer, langer Weg – den man Schritt für Schritt geht. Eines kommt nach dem anderen. Jeder hat andere Steine im Weg oder Weggabelungen. Gemeinsam kann man dann überlegen, wie man um die Steine herum kommt und ab und an holt man sich Hilfe durch einen Experten, der einem hilft den Stein aus dem Weg zu räumen. Okay, das war jetzt sehr metaphorisch 😉 Aber irgendwie scheint mir das Bild so passend. Ich finde super, dass Du es so gelassen angehst und Dir und Deinem Kleinen die Zeit lässt, es nach und nach anzugehen. Das Thema Abstand finde ich ein Wichtiges. An sich hängt es ja auch vom Pferd ab. Achtet er auf Dich? Passt er auch auf Dich auf? Folgt er brav und gelassen? Dann kann man sein Pferd doch auch etwas näher an sich ran lassen. Drängelt er? Achtet er nicht auf Dich? Könnte er jederzeit nervös herumspringen? Dann würde ich auch mehr Abstand einfordern. Jetzt mal schwarz-weiß gesprochen 🙂 Ich wünsche euch eine schöne Geburtstagsparty und danke Dir dafür, dass Du die Geschichte von euch zweien erzählt hast. Liebe Grüße, Petra

  4. Michaela Pecar sagt:

    Halli hallo, mir ist ganz wichtig, gegenseitiges Vertrauen, Respekt und Lernbereitschaft!

    Und alles was ich mache mit meinem Pferd , mit ganz viel Liebe und Herz! 🙂 und gaaaaaaaaaaaaaanz viel Zeit!

    Alles Liebe Michaela

  5. Iris sagt:

    Hallo, ich bin auch völlig unverhofft zu einem Jährling gekommen. meine Erfahrung ist fast gleich Null. Viele Rituale übernehme ich aus der Hundehaltung, das ist mir geläufig. Z.B. Das warten auf die Futterfreigabe, damit er nicht drängelt. Das kraulen und loben wenn er Dinge richtig macht. Es ist so furchtbar spannend, und so wunderbar gemeinsam mit dem Jungen Pferdchen zu lernen, wie wir uns gegenseitig lesen können.

    • Petra sagt:

      Hallo Iris, es ist interessant, dass Du das sagst. Denn einiges aus dem Pferdetraining hat mich auch immer wieder an Hundetraining erinnert. Nicht alles 😉 aber einiges. Ich freue mich auch auf das gemeinsame Lernen. Das ist so ein schöner Weg. Danke für Deinen Kommentar und alles Liebe, Petra

  6. Brinja sagt:

    Die wichtigste Eintellung, mit der ich zu meinem Pferd gehe, ist meine tägliche, freudige Haltung und Geduld. Dazu ist es auch wichtig, genau zu schauen, wie ich selbst drauf bin. Bin ich k.o von der Arbeit oder so, nehme ich mir eher etwas Einfaches vor oder einen chilligen Ausritt, denn dann weiß ich schon im Vorfeld, dass ich keinen langen Atem habe. Merke ich trotzdem eigene Ungeduld, dann unterbreche ich eine Übung auch einfach mal.
    Gibt es dann einmal einen seltenen Tag, wo gefühlt nichts wirklich gut läuft, suche ich nach kleinen, Dingen, die trotz allem gut geklappt haben. Oder ich erinnere mich einfach daran, wie zugewandt mein Wallach mir gegeüber immer ist, wie schön, und wie viel er mir bedeutet, da kommt die entspannte Stimmung schnell zurück.

    • Petra sagt:

      Freude ist auch so ein tolles Stichwort. Und die Erwartungshaltung herunterzuschrauben, da hast Du auch so Recht. Je nach Tagesform des Pferdes und der eigenen kann ein Erfolg auch einfach ein schöner Spaziergang sein 🙂 Danke für Deinen schönen Kommentar und liebe Grüße an Dich und Dein Pferd, Petra

  7. Claudia sagt:

    Liebe Petra,

    danke für den schönen Artikel. Ich finde auch immer wieder, dass diese grundlegenden Themen total vernachlässigt werden. Mir hat mein erster Reitlehrer überhaupt nichts dazu erklärt. Dementsprechend ahnungslos geht man an die Sache heran. Was sehr schade ist.

    Bei mir und meinem Pflegepferd ist momentan der Respekt, die Aufmersamkeit und das Vertrauen sehr wichtig. Dabei steht für mich ganz groß meine Geduld, Ruhe und Konsequenz am Plan. Klingt leichter als es ist.

    Wenn man dann aber Erfolg hat und sieht wie gern sie mit einem lernt, dann ist das ein wunderbares Gefühl. Wir haben erst heute ganz ausgiebig an ihrer Konzentration auf mich gearbeitet. Als sie es dann verstanden hatte und die Ohren spitzte und mich mit großen Erwartungsvollen Augen angesehen hat, war das einfach ein herrliches Gefühl! Wunderschön!

    Liebe Grüße
    Claudia

    • Petra sagt:

      Liebe Claudia, die gespitzten Ohren und der freudige Blick sind die beste Belohnung! Wie schön, dass es bei euch so gut funktioniert. Ich verstehe auch nicht, warum die Basics so sehr vernachlässigt werden. Wir alle hätten es so viel leichter im Sattel und am Boden, wenn jeder erst einmal die Basics lernen würde. Aber vermutlich sind viele Kunden gar nicht bereit das zu lernen und wollen nur ein bisschen "Reiten". Manchmal denke ich, dass auch Reitschulen unter einem großen Zwang stehen zwischen Anspruch und Kundenwunsch. Aber es wäre toll, wenn sich das ändern würde. Weil es einfach so viel mehr Spaß macht für Pferd und Mensch, wenn beide ein bisschen mehr Bescheid wissen 🙂 So wie Du und Dein Pflegepferd. Ich finde schön, dass ihr erst einmal am Vertrauen arbeitet. Ganz liebe Grüße und bis bald, Petra

    • Claudia sagt:

      Liebe Petra,

      ja das stimmt vollkommen! Ich bin innerlich vor Freude gehüpft, ich hätte sie am liebsten sofort "abgeknutscht". Ein wirklich herrliches Gefühl!

      Da hast du sicher recht, in der heutigen Zeit soll alles möglichst schnell gehen. Einem Reitanfänger beizubringen, dass er zunächst einmal mit Bodenarbeit beginnen sollte ist da sicher nicht leicht.

      Ich denke, dass da auch einfach die nötige Aufklärung fehlt. Die Bodenarbeit und ihre Wirkung ist noch viel zu wenig in den Köpfen. Vor allem, dass diese Übungen auch gezielt zu einem harmonischeren Miteinander führen und nicht nur "Spielerei" sind.

      Liebe Grüße
      Claudia

  8. Caro sagt:

    Hallo Petra,

    Unsere wichtigste Grundregel: gegenseitiger Respekt und Vertrauen!
    Ich soll das Pferd nicht anpöbeln, ungerecht oder ungeduldig sein und anders herum soll Pferd mich nicht anpöbeln, geduldig und höflich sein. Außerdem soll es mir vertrauen und nicht jeden Schritt hinterfragen. Genauso wie ich dem Pferd vertraue und nicht bei jeder Kleinigkeit in unnötige Panik ausbreche.
    Aus dieser Grundregel ergibt sich dann alles ..
    z.B. Regeln fürs Pferd:
    -beim aufsteigen bleibt Pferd brav stehen und läuft erst los wenn ich ihm das Zeichen gebe
    -beim führen wird nicht geschubst und gedrängelt
    – auf der Koppel wartet Pferd geduldig bis ich es los gemacht habe
    – beim putzen wird nicht getänzelt, geschnappt oder ausgeschlagen.

    Regeln für den Menschen:
    – Pferd wird nicht gehauen, getreten oder sonst irgendwie Schmerz zugefügt. Das beinhaltet den sorgsamen Umgang mit Mitteln wie z.B. dem Gebiss
    – meine schlechte Laune wird nicht am Pferd ausgelassen
    – ich bin fair und bleibe ruhig auch wenn die Lektion mal nicht klappt
    – ich trage die volle Verantwortung für Pferd und für alles was wir zusammen machen
    – ich achte auf die Gesunderhaltung meines Pferdes
    – ich kümmere mich um Pferd auch wenn es krank wird, alt oder unreitbar

    Das ist meiner Meinung nach das wichtigste 🙂

    • Petra sagt:

      Hallo Caro – darf ich Deine Grundregeln einmal dick und fett rosa anstreichen? Ich finde sie perfekt. Auch die Grundregeln für Dich als Mensch. Das wird gerne mal vergessen, dass beide ein paar Regeln haben und sich daran halten sollten. Im Umkehrschluss ist es dann auch in Ordnung die Regeln einzufordern, wenn man sich selbst daran hält 🙂 Danke für Deinen tollen Kommentar. Ich freue mich immer sehr über so coole Pferdemenschen, wie Dich! Alles Liebe, Petra

  9. Kerstin sagt:

    Liebe, Zeit und Ruhe – da ich gesundheitlich sehr angeschlagen bin, habe ich mir ein super gut erzogenes und vielseitig ausgebildetes älteres Pferd gekauft. Das kann ich nur jedem empfehlen. Natürlich muss ich genauso geduldig und liebevoll mit Snarra weiterarbeiten, damit sie für mich so gut händelbar bleibt wie bisher. Ich habe noch eine Jungstute, die sich ganz viel von der älteren abschaut und die ich immer öfter auch zusammen mit ihr arbeite. Ich wünsche mir, das sie dann irgendwann mal meine Snarra als Verlasspferd ersetzt und die alte Dame dann in ihren verdienten Ruhestand gehen kann.

    • Petra sagt:

      Liebe Kerstin, ich denke mit Liebe, Geduld und vor allem Ruhe wird Deine Jungstute auf dem besten Weg zu einem Verlasspferd sein. Zeit ist auch so ein wichtiger Faktor. Wir haben zum Beispiel alle Zeit der Welt, meine Jungstute und ich. Und wenn wir erst in drei Jahren zusammen ins Gelände können, weil wir so lange brauchen sollten, dann ist das okay. Ich habe keinerlei Erwartungen, nur eine: Ich will, dass wir lernen einander zu vertrauen. Der Rest ergibt sich dann nach Talent und Erfahrung von ganz alleine. Ich drücke Dir für Dich und Snarra und deine Jungstute beide Daumen. Alles Liebe und danke für Deinen Kommentar, Petra

  10. Claudia sagt:

    Grundregeln… basics… toll 🙂 Das sollte in ausgedruckter Form jedem Menschen in die Hand gedrückt werden, der mit Pferden zu tun hat. In vielen Reitschulen setzen sich die Schüler ja heute noch auf das gesattelte Pferd und wenn sie mal z.B. eine Trense säubern sollen, können sie sie nicht zusammensetzen. Mein Pony lernte, stillzustehen. Zu weichen. Rückwärts gehen. Warten, wenn ich das Gatter öffne oder schließe. Es klappt nicht alles immer perfekt, aber es wird. Die CD wäre wunderbar für mich 🙂

    • Petra sagt:

      Vielleicht müssten wir eine Basics-Schule einführen in Deutschland, so eine Art FÜHRERschein für Pferde? Erst wenn man den gemacht hat, als Reitschüler – inklusive Theorie und Praxis, dann darf man aufs Pferd. Das wäre doch toll. Ich hätte mir gewünscht, dass man mir das alles beigebracht hätte. Aber Gott sei Dank gibt es ja auch Bücher und DVDs 😉 Dein Pony scheint ja auch ein ganz braves Pferd zu sein, toll! Wie lange habt ihr daran gearbeitet? Ganz liebe Grüße, Petra

  11. Sabine Keck sagt:

    Grundregeln. Hm so hab ich es noch nie tituliert. Würde sagen, Ruhe, Zeit haben und geben, Zuhören.
    Ich hab vor rund 25 Jahren noch nach total Standard Nullachtfünfzehnt Deutschem Reitschulunterricht das Reiten gelernt. Umgang mit dem Pferd lernen war da auch nicht viel.
    Es war ein langer Weg. Heute "rede" ich viel mit meiner Körpersprache, wie oben erzählt, lade ich mein Pony ein zu mir zu kommen. Warte auf seine Reaktion, hab Zeit fürs gegenseitige Hallo sagen. Wenn er beim Reiten oder im Umgang mal nicht so reagiert wie ich es mir vorstelle, frag ich mich erst mal, hab ich es auch wirklich so gesagt? Ich freu mich jeden Tag, wenn er mit einem begeisterten Gesichtsausdruck zu mir kommt und es tut mir leid, wenn wir aufhören und ich ihn in den Stall oder auf die Koppel bringe und es mir so vor kommt, als ob er sagt, wie? War das schon alles? Lass uns noch was machen! Na ja kann auch sein, dass ich das nur glaube zu sehen 🙂

    • Petra sagt:

      Hallo Sabine, Grundregeln klingt auch etwas streng 😉 Aber ich finde, dass es hilft, wenn man für sich ein paar Regeln im Kopf hat für sich selbst und für das Pferd. Regeln, die immer gelten. So etwas wie: Erst einmal Hallo sagen und nicht überfallen (MENSCH) – dann aber auch brav die Führposition einhalten und nicht drängeln (PFERD) usw. das was Du schreibst, klingt auf jeden Fall nach sehr pferdefreundlichen und fairen Grundregeln. Ich finde toll, dass Du Dich auch selbst hinterfragst. Ich mache das auch immer. Wenn etwas nicht klappt, gehe ich immer erst einmal davon aus, dass ich es falsch kommuniziert habe. Und frage solange höflich weiter, bis die Antwort kommt, die ich mir gewünscht habe. Vorausgesetzt man hat ein Pferd vor sich, dass nicht mit tausend Problemen belastet ist und deswegen vielleicht erst einmal ganz anders trainiert werden muss, um dem Menschen wieder zugewandt sein zu können. Dein Pferd scheint auf jeden Fall sehr begeistert dabei zu sein. Das ist wirklich süß! Ich glaube auch ganz fest, dass die Pferde Spaß an der Zusammenarbeit haben – deswegen bin ich mir sicher, dass Du den Gesichtsausdruck richtig deutest 🙂 Alles Liebe, Petra

  12. Svenja sagt:

    Mein kleiner Víkingur ist gerade 6 geworden (also ein Teenie oder auch Pubertier, wie ich ihn nenne) und seit März bei mir. Bisher hatten wir unsere ersten guten Starts, eine vertrauensvolle Beziehung zueinander aufzubauen; dies ist unser (mein) Ziel für die kommenden Monate und Jahre. Gerade hat der junge Mann seine erste Flegelphase und jetzt ist es noch wichtiger, als eh schon in den letzten Wochen, so denke ich, dass ich genau weiss, wohin ich möchte, was ich möchte und was ich halt nicht möchte. Dazu gehört, dass ich nicht von ihm umgeschubst werden möchte, weder beim Spazieren, führen vom Paddock, noch im Roundpen usw. Ich habe als Grundregel, dass er sich ein paar Min. am Tag auf mich konzentriert und mir zuhört. Das muss keine lange Spanne sein, je nach Tagesverfassung und angepasst an sein junges Alter. Aber dann möchte ich, dass er stehen bleibt, wenn ich ihm das bedeute (ob an der Weggabelung, beim Aufsteigen oder einfach im Roundpen / an der Longe) und dass er neben mir weiter geht, wenn es angesagt ist. Ich möchte auch, dass er seine Jungpferdespielchen (Knuffen, Steigen etc.) an seinen Herdenkumpeln Keimur und Oddur auslebt und nicht an mir (das mit dem vorne hochgehen ist gerade unser Thema, seufz).
    Ich versuche auf der anderen Seite, ihm gegenüber auch Regeln einzuhalten. Ich nehme mir vor, ihm geduldig zuzuhören und genau auf ihn zu achten und ihn dann zu verstehen (daran arbeite ich noch, ich weiß leider (noch) nicht immer so genau, warum er jetzt wie reagiert oder etwas tut). Auch verspreche ich ihm, ihm ganz viel Zeit zu lassen und ihn nicht zu überfordern.

    Vielleicht ändern sich unsere Regeln noch mit Der Zeit, aber diese sind mir gerade wichtig, wenn ich mit dem kleinen Monster <3 arbeite 😉

    • Petra sagt:

      Hi Svenja, das klingt toll. Ähnlich werden meine Grundregeln mit meiner Jungstute auch aussehen. Du hast sie sozusagen einmal für mich zusammengefasst. Nur, dass mit dem Steigen muss nicht sein als Thema zwischen ihr und mir 😉 Ihr zwei werdet auch das bestimmt noch hinbekommen. Auf jeden Fall klingt Dein Pubertier nach einem Kerl mit viel Selbstbewusstsein und Spieltrieb. Steigen kann ja auch Dominanzgehabe sein. Genau wie Schubsen und knuffen. Er probierts und wird dank Dir sicher mit der Zeit herausfinden, dass Du eben kein Weidekumpel bist, mit dem man die Hierarchie ausfechten muss, sondern ein Mensch und Vertrauenspartner, dem er entspannt folgen kann und soll. Ich glaube, dass sich Regeln immer mal wieder ändern werden. Gerade im Umgang mit Tieren. Man lernt ja auch immer wieder dazu. Ich drück Dir und Deinem Pubertier auf jeden Fall die Daumen und freue mich, dass Du hierhergefunden hast. Alles Liebe, Petra

  13. Sabrina sagt:

    Liebe Petra,

    ich bin seid ein paar Tagen in vielen Blogs unterwegs und habe unter anderem auch deinen für mich entdeckt 😉
    Ich habe schon so viel gelernt und sehe nun vieles anders!
    Dies bedeutet für mich und mein Pferd, dass wir erstmal angefangen haben wieder "Grund" rein zu bringen in unser Leben. Ich habe ihm anfangs nicht gezeigt, dass ich Ihn führen kann, dass muss ich jetzt wieder gut machen 🙂
    Durch deine tollen und lehrreichen Tipps hat er und ich schon so viel gelernt 🙂
    Grundregeln sind für uns erstmal:
    -Ruhig beim putzen stehen (ohne anbinden, das mag er nicht)
    -Aufmerksam sein, wenn ich ihn führe
    -Auf keine Fall überholen und drängeln (was er anfangs immer gemacht hat)
    -Nach Ablenkung so schnell wie möglich wieder bei mir sein

    Aber auch ich habe mir Grundregeln gesetzt!
    -Ruhig bleiben, egal was passiert
    -Zeit geben
    -Klare Signale geben
    -Immer tiiiieeef durchatmen 😉

    Vielen lieben Dank für deine tollen Artikel, es macht wirklich Spaß diese zu lesen!

    Lg Sabrina

    • Petra sagt:

      Liebe Sabrina, you made my day – danke für deinen lieben Kommentar. Ich freue mich so sehr, dass die Artikel weiterhelfen und Inspiration sein können. Das ist toll. Ich glaube, dass Du und Dein Pferd auf einem tollen weg seid. Es sind die Kleinigkeiten, die so viel ausmachen können. Das habe ich auch gelernt und lerne es immer noch. Es ist so hilfreich darauf zu achten. Und wenn es schon die ersten Schritte weg von der Koppel sind. Eigentlich fängt da die Kommunikation an. Viele Menschen übersehen es leider, weil sie es nicht wissen oder wissen wollen. Aber wie soll das Pferd in der Halle mit dem Menschen auf dem Rücken Vertrauen entwickeln und aufmerksam sein, wenn genau dieser Mensch sich vorher ständig hat schubsen und bewegen lassen? Gleichzeitig finde ich aber Deine Grundregeln an Dich selbst auch so wichtig. Es geht ja auch darum, nicht wütend zu werden, geduldig zu bleiben, konsequent zu bleiben, aber eben freundlich und respektvoll. Hach, sorry – da sind mal wieder die tippenden Finger mit mir durchgegangen. Aber ich finde das Thema so wichtig. Ich freue mich über Pferdemenschen wie Dich, die achtsam sind und sein wollen. Das ist so schön! Dann bis bald auf der Pferdeflüsterei? Ich freue mich auf Dich! Alles Liebe, Petra

  14. Sabrina sagt:

    Liebe Petra,

    da muss ich glatt noch mal antworten 😉
    Danke für deine liebe Antwort! 🙂
    Ich bin ziemlich unerfahren, mein Pferd ist mein erstes Eigenes und dann auch gleich so "schwierig". Bist du verrückt haben viele gesagt… und zwischen durch habe ich fast die Hoffnung verloren, habe gedacht das war doch zu viel für mich. Er muss was schlimmes erlebt haben, viele Schmerzen erlitten haben – ich möchte garnicht wissen was alles! Aber ich wollte und will ihn nicht aufgeben, denn er braucht Zeit und eine Person der er Vertrauen kann.
    Nun baut sich langsam das Vertrauen auf, alleine wie du schon sagst wie man zur Koppel geht – das macht so viel aus! Plötzlich kommt er von allein zu mir nur wenn ich aus dem Auto steige! Wir haben gestern unser erstes Mal "folgen ohne Strick" gemacht! Einfach toll 🙂
    Und vor 2 Tagen hat er mich beim grasen sogar auf seinen Rücken gelassen!
    Ich bleib dran an deinen Beiträgen, Storys und Geschichten! Es macht einfach nur Spaß und gibt Hoffnung diese zu lesen!
    Ganz liebe Grüße
    Sabrina

    • Petra sagt:

      Liebe Sabrina, da geht mir das Herz auf, wenn ich lese, wie viel Zeit und Geduld du für dein Pferd hast. Das klingt kitschig, ich weiß. Aber manchmal trifft es das einfach am Besten. Ich bin mir ganz sicher, dass all die Menschen, die anfangs noch sagten "ob du verrückt bist" irgendwann neidisch am Rand stehen und sich fragen, ob sie so eine Bindung mit ihre Pferd auch haben können 🙂 Ich hatte mal eine Katze, sie wurde zu meiner besten Freundin, obwohl sie sich anfangs nicht einmal anfassen ließ. Es hat zwei Jahre gedauert bis ich sie überhaupt hochheben durfte. Aber nachdem sie mir dann vertraut hat, war sie fast ein kleiner Hund und ist mir überall hin gefolgt. Seitdem bin ich fest davon überzeugt, dass gerade die Tiere mit schlechten Erfahrungen, die es uns anfangs schwerer machen, umso dankbarer dafür sind, wenn wir uns auf sie einlassen und uns dann mit ihrem Vertrauen ein großes Geschenk machen. Es lohnt sich, sich darauf einzulassen und die Hoffnung nie aufzugeben. Ich werde sicher auch oft verzweifeln mit meiner Jungstute, aber ich glaube ganz fest, dass wir über die Zeit zueinander finden werden 🙂 Das "Verzweifeln" und "Haare raufen" gehört beim Pferdeleben einfach dazu 😉 Aber umso schöner sind dann die Momente, wenn eine Verbindung da ist. Manchmal hilft wenig Erfahrung dabei unvoreingenommen zu sein, denke ich manchmal. Es hat alles Vor- und Nachteile 🙂 Auch die Erfahrung. Ich freue mich wirklich sehr über Deinen lieben Kommentar und schicke liebe Grüße zurück an Dich und Dein Pferd, Petra

  15. Erwin sagt:

    Meine Grundregeln sind ganz einfach.
    Ruhe und Sicherheit ausstrahlen,
    Konsequent sein, viel Loben
    und nie Vergessen das es ein Fluchttier ist.

    LG

    • Petra sagt:

      Das sind die Besten 🙂 Eine gute Portion Gelassenheit und ein Lächeln machen viel aus. Liebe Grüße und danke für Deinen Kommentar, Petra

  16. Daniela sagt:

    Meine Grundregeln im Umgang mit meinem Pferd sind vor allem Vertrauen und Fairness. Das beinhaltet für mich, dass ich dem Pferd gegenüber den Respekt erbringe, den ich mir von ihr erwünsche. Das selbe gilt für das Vertrauen. Sie kann mir nur vertrauen, wenn ich ihr vertraue.
    Dass mein Verhalten für sie klar nachvollziehbar ist. Und wenn man genau drauf achtet, kann auch ein Schlagen nach einer Fliege für das Pferd schon völlig unerwartet sein!
    Dass ich mein eigenes Verhalten bei vermeintlichen Fehlern ihrerseits reflektiere. Wenn sie an der Longe plötzlich umdreht, habe meistens ich gepennt und bin zu weit vor gelatscht, sodass sie nur meine Befehle durch Körpersprache korrekt befolgt hat. Oder ich bin zu ungeduldig bei neuen Übungen. Erstmal den Fehler bei mir selber finden, ist die Devise. Dabei unterscheide ich aber auch, ob sich Frau Pferd nur anstellt oder tatsächlich nicht anders kann. Komischerweise hat sie nämlich urplötzlich Angst vor Gullideckeln und macht einen Riiiiiesenbogen drum herum, obwohl sie bis vor ein paar Wochen munter drum herum spaziert ist (drauf treten muss und soll sie nicht, weil die zu rutschig sind). Da bedarf es dann einer gewissen Konsequenz und Geduld, um ihr zu zeigen, dass das Theater überflüssig ist 😉

    Das große Aber: Niemand ist perfekt. Ich habe zwar ein paar Grundregeln (sie man sich selber viel zu selten bewusst macht!), aber ich schaffe es nicht immer, mich selber dran zu halten. Da spielen so viele äußere Einflüsse eine Rolle und plötzlich hat man nicht aufgepasst, seinen eigenen Fehler verpennt und dem Pferd die Schuld zugeschoben. Aber Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. 😉 Dass ich auf dem richtigen Weg bin mit meiner Stute, zeigt sie mir immer wieder, aber ebenso oft, dass ich noch an mir arbeiten muss.

    Würde ich die DVD gewinnen, würde ich sie dem Mädchen schenken, das im Dorf wohnt und uns sehr oft am Stall besuchen kommt. Sie ist immer so froh, wenn sie mal putzen oder ein Stück reiten darf! Dabei möchte ich erstmal nur die "schlimmeren" Fehler korrigieren und nicht jeden Bürstenstrich kommentieren. Die DVD wäre eine super Anleitung für sie, wie sie mein liebes Pferd und jedes andere Pferd behandeln sollte.

    Liebe Grüße,
    Daniela

    • Petra sagt:

      Liebe Daniela, das ist der spannende Mittelweg. Dieses einerseits dem Pferd vertrauen und den Fehler auch bei sich und der eigenen Verbalen und nonverbalen Kommunikation suchen und andererseits erkennen, wann Frau Pferd (ich mag diesen Namen) sich anstellt oder austestet. Aber wenn man offen bleibt für sich und das Pferd und die eigenen Grundregeln, dann klappt das immer öfter. Dass es nicht immer klappen kann und Pferd und Mensch auch nur Menschen sind 😉 und deswegen Fehler machen ist ja auch gar nicht schlimm. Ich wundere mich immer, wenn Menschen schnell sauer werden, wenn das Pferd heute etwas nicht kann, was es doch gestern so gut konnte. Sie sind eben auch Persönlichkeiten mit Stimmungen und unterschiedlichen Tagesformen. Und ich mag sehr an den Pferden, dass sie uns immer wieder unsere eigenen Grenzen zeigen, wenn man ihnen zuhört. Sie zeigen so gnadenlos ehrlich, woran man selbst noch arbeiten muss. Ich bin zum Beispiel immer noch nicht ganz klar in meiner Körpersprache. Je nach Tag oder Aufgabe, zeigt mir dann das Pferd, dass es mich nicht versteht oder ich ein bisschen zu hektisch war. Und ich bin froh, wenn es mir das zeigt. Dann kann ich versuchen nach und nach gelassener zu werden. Ich finde übrigens toll, dass Du die DVD dem Mädchen schenken willst. Gerade wenn man es von Anfang an richtig lernen kann, macht es das Pferdeleben so viel einfacher. Eine schöne Idee! Und danke für Deinen tollen Kommentar. Ganz liebe Grüße, Petra

  17. Andrea sagt:

    meine Grundregeln sind eigentlich die ganz gleichen wie schon erwaehnt. Allerdings habe ich jetzt eingesehen, dass nicht nur ich Respekt vom Pferd verlangen kann sondern es auch dem Pferd zeigen dass ich es auch so respektiere wie es ist. Ich habe gelernt, das man z.B. am besten vorne links mit den Huf auskratzen beginnt. So hab ich das auch immer gemacht. Jetzt hab ich aber bei meinen Pferden bemerkt, das sie viel lieber eine andere Reihenfolge moegen. Eine mag am liebsten die Hinterbeine zuerst und die andere mag es lieber wenn man rechts anfaengt.
    Die Grundregeln sind sehr wichtig fuer die Sicherheit, das ist keine Frage. Fuer mich ist das zuhoeren sehr wichtig geworden damit nicht immer nur ich rede.

    Liebe Gruesse
    Andrea

    • Petra sagt:

      Da beschreibst Du etwas. Es ist manchmal so einfach dem Pferd Respekt zu zeigen. Das mit den Hufen zum Beispiel oder wie man wo genau krault. Sicherheit geht immer vor, da hast Du recht. Aber wie Du auch schreibst – es ist ja nicht unsicherer mit einem anderen Huf anzufangen, wenn das Pferd das zu schätzen weiß. Ich bedanke mich zum Beispiel auch immer, wenn ein Pferd mir seinen Huf ruhig gegeben hat. Mit einem Streicheln und einem leisen "Gut" oder einem Danke schön. Und eigentlich alle Pferde fangen dann spätestens beim dritten Huf und das nächste mal schon beim zweiten und dann bei jedem an, den Huf von alleine zu heben, wenn ich mit dem Kratzer hinlaufe. Das ist so herzig, immer wieder. Das zuhören und die Dankbarkeit für alles, sind zwei so wichtige Dinge. Danke, dass Du daran erinnert hast mit Deinem Kommentar 🙂 alles Liebe, Petra

  18. Sonja sagt:

    Hallo, da sind viele Regeln drin die auch meine Regeln sind. Ein Punkt finde ich für mich noch wichtig: Wenn ich am Stall bin und möchte mit meinem Pferd etwas machen ist das Handy tabu. Auch meine Gedanken versuche ich (was manchmal auch ich immer klappt, aber man arbeitet ja immer auch an sich 😉 )auch nur auf das Pferd zu konzentrieren. Wie will ich sonst die volle Aufmerksamkeit und das volle Vertrauen von meinem Pferd "fordern" wenn ich es selber nicht leiste? Das ist ein Punkt der bei mir mit unter Fairness fällt.
    Wie gesagt zu den anderen Punkten brauche ich nicht viel sagen. Alle die hier auf der Seite lesen, wissen das Vertrauen, Respekt, Fairness und auch Spaß und das Verständnis für das Wesen Pferd am allerwichtigsten sind.
    Liebe Grüße
    Sonja

    • Petra sagt:

      Hallo Sonja, du hast so Recht. Handys sind Tabu. Das ist für mich eine so große Selbstverständlichkeit, dass ich nicht mal daran gedacht habe, es zu erwähnen. Aber es ist gut auch solche Regeln zu nennen. Es gibt ja auch die "Och wir trinken einen Kaffee und quatschen, während das Pferd festgebunden dasteht und wartet"-Fraktion. Auch respektlos. Danke Dir für Deinen Kommentar und ich freue mich, dass es so viele tolle Pferdemenschen da draussen gibt. Alles Liebe, Petra

  19. Marianne Quelle sagt:

    Hallo zusammen 🙂

    oh die DVD könnte ich gut gebrauchen. Mein Mann und ich haben uns ein Pferd gekauft, das als "gut angeritten" und "total brav" sowie "macht keine Probleme mit dem Hänger" ausgeschrieben war. Nichts davon traf zu. Leider. (Wahrscheinlich war die Maus gespritzt, wo wir sie angesehen haben…)
    Wir haben jetzt aber schon so viel mit ihr erreicht, obwohl wir beide in Sachen Pferdeerziehung keine Profis sind.
    Do’s sind z.B.
    – Hufe von selber geben
    – den Kopf senken beim Halftergeben
    – beim Satteln ruhig stehen bleiben
    – sie darf an einem schnuppern, aber nicht aufdringlich werden oder zwicken
    – natürlich beim Aufsteigen stehen bleiben… die ganzen Basics halt.

    Wo wir noch Schwierigkeiten haben ist, dass
    – sie einen manchmal fast umrennt
    – sie zwar in den Hänger geht, aber nicht drin bleibt
    – sie sich manchmal losreißt, wenn sie wo angebunden ist
    – sie beim Ausreiten buckelt, wenn ihr was nicht passt
    -…

    Das wären jetzt so die don’ts, an denen wir noch viel arbeiten müssen.
    Wir machen auch regelmäßig Bodenarbeit, aber ein bisschen Input könnte sicher nicht schaden.
    Dann kommt noch hinzu, dass ich mich natürlich frage, was ich an meinem Verhalten ändern muss, damit ich das erreiche, was ich will.

    Vielleicht hat die DVD ja ein paar Tipps parat?!
    Wenn ich sie nicht gewinne, schreibe ich sie mir mal auf meinen Wunschzettel 😉

    Viele Grüße und einen schönen Abend!

    • Petra sagt:

      Hallo Marianne, das klingt nach einem typischen "Familienpferd, schmiede- und verladefromm" 😉 Irgendwie scheint es nur solche Pferde da draussen zu geben. Aber ich finde wirklich toll, dass ihr euch mit dem Pferd auseinandersetzt und einen gemeinsamen Weg finden wollt. Hut ab! Die DVD ist eine Basic-DVD vom Führen bis zum Putzen und Satteln. Da geht es unter anderem auch ums Anbinden und führen. Insofern könnte sie wirklich etwas sein. Ich fand es toll, die Basis einmal Schritt für Schritt erklärt zu bekommen. Was ja oft vergessen wird in Reitschulen. Du wanderst auf jeden Fall in den Lostopf. Ich drücke euch und eurer Maus weiterhin die Daumen und schicke liebe Grüße, Petra

  20. Kerstin sagt:

    Hallo Petra,

    ich habe einen Araberwallach der sehr empfindliche Haut hat. Leider verlangt der Landwirt bei dem er wohnt auf der Weide Halfter. Ich habe sehr viele Modelle ausprobiert, gepolstert oder ohne usw. es endete immer mit blutigen Stellen hinter den Ohren und auch sonst überall mit Druckstellen. Durch meinen Hund kam ich auf die Idee es mal mit einem Hundehalsband zu probieren und das mit Erfolg. Jetzt läuft er schon seit ca. 3-4 Jahren mit dem Halsband ohne Probleme. Vielleicht ein Tipp der auch anderen Pferden mit sensibler Haut und einem zierlichen Hals ( wegen Umfang) helfen kann. Ich hänge ein Beispielbild ran.

    Liebe Grüße

    Kerstin

    Hier ist das Beispielbild – Pferd geht Gassi 🙂

    • Petra sagt:

      Hallo Kerstin, danke für Deinen Kommentar und das Foto. Ich habe mich sehr über deine Nachricht gefreut, weil sie zeigt, dass Frau immer Lösungen finden kann wenn die "üblichen" Mittel gerade nicht passend sind. Und ich finde dein Senior sieht sehr zufrieden aus mit seinem Hundehalsband. Ich finde wichtig, dass alle da draussen wissen, dass so ein "Halfter" eigentlich eine Sollbruchstelle braucht. Aber andererseits wäre vermutlich täglich aufgescheuerte Haut für den Senior tragischer. Ich freue mich, dass ihr zwei so zufrieden miteinander seid. Ganz liebe Grüße und danke Dir, Petra

  21. Lydia sagt:

    Hallo Petra,
    seit 1 Jahr bin ich mit 46 J. stolze Beitzerin einer Charakter – Ponys ( Appi – Knabstrupper – Mix)
    Als Wiedereinsteigerin habe ich mich dieser Aufgabe mit Herz, Verstand und gaaaaanz viel Lernbereitschaft gestellt.
    Wie auch in der Hundeerziehung steht für mich Konsequenz, Ruhe, Geduld und Vertrauen gepaart mit ganz viel Freude und Liebe am gemeinsamen TUN und LERNEN im Vordergrund.
    Jetzt kommen wir zum WIR:
    WIR geben uns Zeit
    WIR lernen VONEINANDER
    WIR respektieren uns
    WIR mögen keinen groben Umgang miteinander
    WIR spielen und erarbeiten GEMEINSAM neues
    WIR hören einander zu
    WIR haben Spaß miteinander
    WIR akzeptieren auch mal einen schlechten Tag
    und sind entsprechend flexibel mit unserem Programm
    WIR vermeiden Langeweile
    WIR mögen:
    Bodenarbeit, Zirkuslektionen mit dem Clicker ( Puschkin liebt Zirkuslektionen!)
    Ausritte alleine und in der Gruppe

    man könnte diese Liste ewig erweitern…
    Mir ist wichtig : das WIR

    Mein Pony ist ein Charakterpony und ich bin sicher, dass ich in so kurzer Zeit
    noch nie so viel mit so viel Herzblut gelernt , ausprobiert, gelesen, DVD`s geschaut, mich ausgetauscht, oft gestolpert und wieder aufgestanden bin…
    Und ich bin noch immer weit vom Ziel entfernt…
    aber wir messen uns nicht an anderen…
    für uns ist der Weg das Ziel … Gemeinsam einen tollen Weg zu finden…Wir müssen nicht perfekt sein – aber wir möchten immer ein gemeinsames Ziel vor Augen haben…
    Diesen Freund nehm ich mit in Rente und werde als alte Dame mit ihm durch die Welt spazieren …

    • Petra sagt:

      Liebe Lydia, das "wir" ist ein so schönes Wort. Danke, dass du es ins Spiel bringst. Es ist das schönste Ziel und es ist ein Weg. Der ganz bestimmt damit anfängt, dass du dein Pony beachtest und ihm zuhörst. Bei mir stapeln sich übrigens auch die Bücher und DVDs 😉 Das Hinfallen und Aufstehen ist beim Tiertraining vermutlich sowieso inbegriffen. Ich glaube, ohne geht es nicht. Aber auch das gehört dazu. Solange der Spaß miteinander und die Freude aneinander im Vordergrund stehen, wie bei Puschkin und dir. Ich mag übrigens das Bild sehr von dem Spaziergang der alten Dame mit ihrem Pony. So sehe ich mich auch immer mit Ende 60. Spazieren gehend mit Stock und Pony. Ich drücke euch beiden die Daumen, dass ihr noch eine ganz ganz lange Zeit zusammen Spaß habt und freue mich an deinem "Wir". Ganz liebe Grüße, Petra

  22. Claudia sagt:

    Hallo Petra,
    ich habe mir ein eigenes Pferd gewünscht, seit ich mit 15 angefangen habe zu reiten. Mittlerweile bin ich 32 und konnte mir letztes Jahr im Oktober meinen Traum erfüllen. Natürlich hatte ich gewisse Vorstellungen, wie das Pferd aussehen bzw sein sollte. Ich wollte einen bunten Wallach aber nicht zu viel weiß, zwischen 3 und 8jährig, angeritten, aber nicht fertig ausgebildet, ca 155 groß und klar im Kopf für entspannte Ausritte…soviel zur Theorie 😉 Eine Freundin kam eines Tages zu mir und meinte, ich suche doch ein buntes Pferd und wir haben zufällig eins in unserem Stall stehen, was zum Verkauf ist. Was soll ich sagen?… Sie nahm mich mit zur Box und ich sah einen kleinen, fast weißen Painthengst, noch nicht mal 1,5 Jahre alt und mein erster Gedanke war: Den will ich nicht!!! Allerdings tat er mir leid weil er niemanden hatte der sich um ihn kümmerte und ich fragte unsere Hofbesitzerin, ob ich mich mit ihm anfreunden durfte. Um schneller zum Ende zu kommen…Emil gehört seit 7 Monaten mir und wir sind schon jetzt ein eingespieltes Team. Er vertraut mir so sehr, dass er sich auf der Wiese neben mich legt zum grasen (im stehen ist es ja auch viel zu ungemütlich 😉 ). Wir gehen nur mit Halfter und Strick spazieren, sogar an windigen Tagen am Spargelfeld vorbei wo die Planen rascheln, weil ich einfach weiß, der er trotz Skepsis nichts machen würde, was mich in Gefahr bringt, und außerdem machen wir viel Blödsinn mit Schirm, Rappelsack und Fahne weil wir beide daran viel Spaß haben und er mich immer wieder zum Lachen bringt. Ok, ich gebe zu, es ist nicht alles toll…zum Beispiel am Respekt müssen wir noch arbeiten, denn manchmal rückt er mir schon noch auf die Pelle, aber das bekommen wir hin. Wir haben ja Zeit genug 🙂

    Im Nachhinein betrachtet war der Kauf die beste Entscheidung meines Lebens, denn ich gebe zu, ich hätte niemals so viel Beschäftigung vom Boden mit meinem Pferd gemacht, wenn es älter wäre und ich schon reiten könnte. Also es ist wirklich so: Der Weg ist das Ziel!

    LG Claudi

    • Petra sagt:

      Hallo Claudi, wie lustig. Bei mir war es ähnlich. Ich wollte eigentlich nur im Reiturlaub Unterricht nehmen und dann stand da dieses kleine rote Pferd in der Nachbarbox. Um es auch kurz zu machen: Das ist meine Jungstute. Und für sie wollte ich möglichst schnell lernen und habe auch für sie die Bodenarbeit angefangen. Ich liebe es mittlerweile fast mehr als das Reiten. Hätte ich sie nicht gefunden, hätte ich vielleicht noch ewig 1 mal pro Woche eine Reitstunde genommen und fertig. Ich bin so froh, dass ich Bodenarbeit, Liberty und Horsemanship für mich dank ihr entdeckt habe. Mir geht es also auch so, dass der Kauf die beste Entscheidung seit langem war. Emil ist übrigens ein wirklich cooler Name. Und ich finde euer Weg klingt auch ziemlich cool. Ich freue mich, dass du hergefunden hast und schicke liebe Grüße an dich und Email, Petra

  23. sabrina sagt:

    Hallo Petra.
    vielen Dank für deine vielen,schönen intressanten und vor allem inspirierenden Artikel. Lese sie mit Begeisterung. Meine beiden Ponys hätten unterschiedlicher nicht sein können. Den einen habe ich mit 14 bekommen, er klein, ich klein ….ein absolutes durcheinander doch mittlerweile ist er 25. Wir verstehen uns und ich habe viel von ihm gelernt…. der andere ist das genaue Gegenteil. Er hat mir Geduld und ruhe beigebracht. Bei jeder übung die er nicht verstanden hat und ich dann unruhig oder gar laut geworden bin, hat er mit einem Stillstand beendet. Wir haben den tag dann mit einer leichten übung beendet um beide ein erfolgserlebnis zu haben. Ich lebe sie beide von ganzem herzen. Jeden auf seine Art und Weise.

  24. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    meine Grundregeln für mich sind:
    – habe immer die Zuneigung und Freundschaft zu deinem Pferd im Hinterkopf, das ist für mich der wichtigste Punkt und daraus ergibt sich für mich schon ganz viel
    – gehe immer davon aus, dass das Pony es richtig machen möchte
    – sei liebevoll, authentisch, klar aber auch konsequent

    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, perfekt! Deine Grundregeln sind die allerbesten 🙂 Ganz liebe Grüße und danke dir für diesen schönen Kommentar, Petra

  25. Anne sagt:

    Liebe Petra,
    ich finde Deinen Blog und besonders diese Fragestellung sehr sehr gut. Auch der Vergleich mit dem Umgang mit Kindern ist treffend. Denn es geht um eine innere Einstellung, die man mit sich trägt und nicht um das Einnehmen einer bestimmten Rolle in einer bestimmten isolierten Situation. Deshalb ist es auch schwierig Do´s und Don´ts zu formulieren, die allgemeingültig sind, da Interaktion situativ entsteht und sehr von der Persönlichkeit der Interaktionspartner geprägt ist.
    Auch, wenn ich keine „Grundregeln“ aufstelle, habe ich mir die Frage gestellt: Worum geht es mir im Umgang mit Pferden?
    Mir geht es um die Beziehungsebene (unabhängig, ob es eine kurze einmalige Begegnung mit einem Pferd oder eine dauerhafte Freundschaft ist) – ich wünsche mir eine Verbindung zum Pferd, die von Respekt, Leichtigkeit und gemeinsamer Freude geprägt ist.
    Ein wichtiger Schlüssel für eine lebendige Kommunikation ist dabei für mich: „Präsenz“ – Bewusstsein im Augenblick, denn nur so kann ich mich und das Pferd wirklich wahrnehmen – so kann ich mich spüren und mir darüber bewusst werden was ich gerade fühle – ob ich kongruent bin in Gefühl und Ausdruck, ob ich mich verständlich ausdrücke und dabei authentisch, klar, respektvoll und vertrauenswürdig bin. Nur wenn ich wirklich wach und bewusst bin, kann ich meinen Pferdepartner wahrnehmen, seine Signale empfangen, die mir meine innere Haltung spiegeln.
    Bin ich hingegen widersprüchlich oder wende eine Technik am Pferd an, die nichts mit meiner inneren Haltung oder einem respektvollen Plan zu tun hat, erreiche ich höchstens resigniertes Funktionieren beim Pferd, vielleicht auch ärgerliche Gegenwehr oder ängstliches Ausweichen.
    Was ich aber erreichen möchte, ist ein lebendiges Miteinander, einen vielfältigen Dialog, ein Spiel auf das sich beide Seiten gerne und freiwillig einlassen – statt „Befehl und Gehorsam“. Das steht für mich auch nicht im Widerspruch dazu, dass es Situationen gibt in denen ich klar und entschlossen sage wo es langgeht (z.B. im Straßenverkehr), denn ich trage die Verantwortung. Geschieht dies ebenfalls aus einer inneren Haltung, die das Wohl des Pferdes im Blick hat, wird das Pferd es als Sicherheit-gebend empfinden – ähnlich wie ein Kind, das am Straßenrand fürsorglich und fest an die Hand genommen wird.
    Es geht nicht um´s Perfekt-sein, denn im Miteinander gibt es immer Reibereien, Missverständnisse oder auch mal „unehrenhafte“ Gefühle. Es geht darum in welcher Qualität wir damit umgehen: Setzen wir uns durch und nutzen unsere Machtmittel um das Pferd „gefügig“ zu machen (heutzutage werden hierfür zwar zunehmend subtilere Mittel eingesetzt, aber der Effekt und die Unwürdigkeit bleibt) oder nutzen wir Konflikte als Chance uns selber und unser Pferd besser kennenzulernen? Pferde sind so offen für uns Menschen – das ist ein unschätzbares Geschenk. Sie sind einmalige Lehrmeister präsent zu sein, zuhören zu lernen, uns zu entwickeln. Daraus kann so viel entstehen! Es ist so viel möglich an Beziehung, an Entfaltung der Persönlichkeit für Mensch und Pferd gleichermaßen!
    Anne Rieckmann, Trainerin für freiheitliche pferdegestützte coachings + horsemanrelationship (hufspur-coaching)

    • Petra sagt:

      Liebe Anne, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Auf den Punkt. Danke für deinen wunderbaren und interessanten Kommentar. Es ist – wie du sagst – nicht eine Frage der Technik, sondern der Einstellung. Konsequenz ist auch nicht eine Frage der Gerte, sondern eine der Entschlossenheit und Klarheit. Ich glaube auch, dass man manchmal "Nein" sagen muss. Auch wenn man es nicht gerne tut. Aber ich denke, genau wie Du, dass die Pferde das dann auch dankbar annehmen, wenn es fair und entschlossen daherkommt. Ganz liebe Grüße an dich und vielen Dank für deinen wunderbaren Kommentar, Petra

  26. Nina sagt:

    Hallöchen :o) ich versuche mich meinem Pferdchen durch Konsequenz verständlich zu machen. Und muß da selber auch immer wieder an MIR arbeiten. Aber woher soll er wissen, daß er heute was darf, nur weil seine wunderschönen Äuglein so lieb gucken, was morgen ein "no go" wäre..! Ich versuche ihm die Chance zu geben, mich genauso deutlich lesen zu können und für ihn verständlich zu sein, wie ich es mir bei ihm wünsche. Wir haben aneinander und miteinander viel, sehr viel schon gelernt, da wir beide bei Null angefangen haben und wir gehen immer mehr unseren eigenen Weg, der von vielen anderen auch immer wieder belächelt oder kritisiert wird..! Liebe, Fairness, Klarheit und eine ehrliche Partnerschaft sind das, was uns aneinander wachsen läßt :o) Freue mich auf jeden neuen Tag mit ihm !!! Dir liebe Grüße und danke für die immer wieder tollen Beiträge :o)

    • Petra sagt:

      Hallo Nina, das kenne ich so gut. Wenn die Pferde so goldig aussehen und das Fell sich so fluffig anfühlt, dann will man so ungerne Nein sagen. Aber die Pferde danken es einem tatsächlich, wenn man immer klar und lesbar "ja" aber eben auch "nein" sagt. Genau wie du schreibst. Ich glaube du kannst die Belächler weiter schön ignorieren und euren gemeinsamen weg weitergehen – das liest sich toll in deinem Kommentar. Alles Liebe, Petra

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