Horsemanship? Das ist doch das Wedeln eines Ropes und Knotenhalfter am Pferdekopf. Dabei kann es soviel mehr sein als eine Trainingsmethode. Eine Einstellung, der Weg zum Pferdemenschen und Kommunikation mit Pferden auf Basis der Körpersprache. Dann, wenn es sanft und mit Gefühl ausgeübt wird und wenn der Mensch bereit ist täglich dazuzulernen. Das will Quantum Savvy – eine sanfte Form des Horsemanship aus Australien.

Wie es funktioniert erklärt die holländische Trainerin Carola Colson. Sie hat bei den Erfindern der Trainingsmethode gelernt und trainiert seit Jahren erfolgreich und glücklich mit Pferden und Pferdemenschen.

Was ist eigentlich Quantum Savvy?

Quantum Savvy ist eine Form des Horsemanship – aus Australien. Aber es hat den kleinen und feinen Zusatz „connected“ Horsemanship.

Das Ziel: Die Pferde besser verstehen!

  • Mit Kommunikation, die ein Dialog und kein Monolog ist
  • Mit Übungen und Spielen die Vertrauen und Bindung fördern soll
  • Mit viel Freiarbeit und Körpersprache.

„Quantum Savvy“ ist nicht nur der Titel, sondern eine Botschaft. Quantum steht für „das kleine bisschen mehr“. Savvy bedeutet sanft und schlau.

Es ist Pferdetraining, das auf Verbindung und Kommunikation setzt. Die vielleicht sympathischste Form des Horsemanship. Denn das Pferd hat in dieser Trainingsmethode auch Rechte. Es darf mitsprechen. Es geht darum den Pferden zu erklären was wir wollen und nicht darum sie mit Druck abzurichten.

„Du willst eine bessere Kommunikation mit Deinem Pferd? Rede mit ihm.“ (Quantum Savvy)

Alles dreht sich um die feine und pferdefreundliche Kommunikation und das Verständnis für die Bedürfnisse der Pferde. Horsemanship nach Quantum Savvy bedeutet vor allem Körpersprache und Kommunikation.

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Carola Colson – Pferdetraining mit Gefühl

In Europa gibt es exakt eine Trainerin, die nach dem australischen System trainiert. Sie lebt in den Niederlanden. Die Trainingsmethode hat sie in England kennengelernt während ihrer Zeit als Trainerin in einem Reitzentrum. Was sie gesehen, hat ihr gefallen. Es unterschied sich von allen anderen Trainingsmethoden, die sie bis dahin kennengelernt hatte.

Carola Colson Quantum Savvy

Die Kommunikation ist keine Einbahn-Straße bei Quantum Savvy und der Umgang mit Druck unterscheidet sich wesentlich von anderen Methoden bekannten des Horsemanship. Das hat ihr so gut gefallen, dass sie Kurse und Trainingssessions mit den beiden Erfindern Shane und Meredith Ransley besucht hat – solange bis sie selbst die Trainerlizenz für Quantum Savvy in der Tasche hatte.

Wie muss ein guter Pferdemensch sein

Seitdem trainiert sie Pferde und ihre Menschen nach den Prinzipien von Quantum Savvy.

„Quantum Savvy ist so viel mehr als eine Trainingsmethode. Zum Beispiel bedeutet es ein Pferdetrainer zu sein, der immer nach dem besten Weg für Pferd und Mensch sucht, um zu helfen. Ein Pferdemensch muss sein Ego beiseitepacken. Eitel zu sein und ein Pferdemensch zu sein, das passt für mich einfach nicht zusammen. Das ist sonst „Showmanship“ nicht „Horsemanship“ und darum geht es bei Quantum Savvy ganz und gar nicht. Quantum Savvy ist im Grunde ein Trainingsplan, der den Menschen hilft eine Partnerschaft mit dem Pferd aufzubauen.“ (Carola Colson)

Sie erklärt, dass der große Unterschied zwischen Quantum Savvy und älteren Methoden des Horsemanship wie bei Pat Parelli oder Monty Roberts vor allem der Umgang mit Druck ist. Druck ist aus Sicht der Trainingsmethode meistens nicht nötig und wenn doch, dann deutlich weniger als die meisten Menschen glauben.

„Ich denke ein wichtiger Punkt bei QuantumSavvy ist, dass die Basis von allem die gute Verbindung zum Pferd ist und dass das Training deutlich mehr auf die Pause und die Belohnung fokussiert ist als auf den Druck. Wir Menschen sind so fixiert auf den Druck, dass wir uns fast gar nicht vorstellen können zuerst loszulassen, bevor wir überhaupt darüber nachdenken Druck aufzubauen. Quantum Savvy will zeigen, dass Druck im Pferdetraining nicht weiterhilft. Wir müssen uns auf das Nachlassen von Druck fokussieren, an uns selbst arbeiten und an unseren Gefühl und Timing – so dass wir mit unserem Pferd in Form von Vorschlägen kommunizieren können – nicht von Druck.“ (Carola Colson)

Carola Colson Quantum Savvy

Alles hat eine Bedeutung bei Pferden – ist die Maxime von Quantum Savvy. Egal was wir tun oder was wir nicht tun – was wir zu früh oder zu spät tun. Das erste „Hallo“ auf der Koppel ist genauso wichtig, wie die Reitlektion in der Halle.

Wie können wir dann erwarten, dass es sich an die Regeln hält sobald wir im Sattel sitzen? Oder uns vertraut, wenn sich scheinbare Monster und Gefahren in der Umgebung zeigen?

Die Antwort von Quantum Savvy ist ganz einfach: Wir können es eigentlich nicht erwarten. Wir müssen vor allem an uns arbeiten, bevor wir am Pferd arbeiten.

Gleichzeitig gibt es klare Regeln, ruhige Konsequenz, Gelassenheit und einen Rahmen innerhalb dessen gearbeitet wird. Die Pferde dürfen auch nicht unhöflich, ungezügelt oder respektlos sein. Weil die Regeln und Grenzen auch eingefordert werden.

HIER gibt es einen Beitrag aus Australien mit Shane und Meredith Ransley über Quantum Savvy

„Erst muss Du in den Kopf der Pferde, dann musst Du ihr Herz erreichen und erst dann kannst Du Dir Gedanken um das Reiten machen.“ (Quantum Savvy)

HIER siehst du die Erfinderin Meredith Ransley in einem Video bei der Arbeit:

 

INFO: Passend zum Training gibt es Online-Kurse und Videos. Im Online-Forum können Pferdemenschen ihre Fragen stellen und bekommen Antworten von dem Trainer, der gerade online ist. Es geht darum, dass Pferdemenschen sich gegenseitig helfen. Vorurteilsfrei.

Alle Infos zum australischen Horsemanship unter www.quantumsavvy.com

Carola Colson lässt sich über folgende Webadresse kontaktieren: www.quantumsavvysalland.nl

6 Kommentare zu “Quantum Savvy! Eine Trainingsmethode für mehr Vertrauen, Bindung und Sicherheit

  1. Tina sagt:

    Das sieht im Video wirklich toll aus und so leicht! Aber das ist sicher viiiel harte Arbeit, bis man soweit ist. Es sieht ja oft so leicht aus bei anderen. 😉 Diese Art von Bodenarbeit möchte ich auch gerne mal können, ich hoffe, ich finde dafür irgendwann den passenden Reitlehrer. Bodenarbeit scheint mir bei vielen Reitschulen nicht so hoch im Kurs zu stehen (mein subjektiver bisheriger Eindruck) – was sehr schade wäre. Aber noch hab ich nicht zuende recherchiert.

    Ich freu mich schon drauf, bei Pfernetzt mehr über Quantum Savvy zu hören und Inspiration für meinen eigenen Weg zu bekommen!

    Liebe Grüße
    Tina

    • Petra sagt:

      Liebe Tina, tatsächlich deckt sich mein Eindruck leider mit deinem. Bodenarbeit muss man regelrecht suchen. Vielleicht wird es noch mehr. Aber ich habe sie immer nur bei einzelnen TRainern gefunden oder Pferdebesitzern. Nicht in Reitschulen. Viele liebe GRüße und wir freuen uns auf dich bei PFERNETZT. Alles Liebe, Petra

  2. Luna&Sternchen sagt:

    Liebe Petra,
    eine spannende Art des Horsemanship die du da vorgestellt hast.
    Quantum Savy klingt wirklich sehr spannend und es ist wirklich schade das es so wenig Trainer hier in Norddeutschland gibt.

    Ich arbeite mit Sternchen nach meiner eigenen Methode, ein Mix aus allem was ich gelesen und gesehen habe und für sinnvoll empfinde. Ein gutes Beispiel sind die Methoden von Monty Roberts wo ich ja deine Meinung komplett vertrete. Aber als wir noch einen Round Pen hatten habe ich die Methode abgeschwächt benutzt. Ich habe Sternchen losgeschickt und im Schritt oder lockeren Trab um mich rum laufen lassen. Wenn sie dann lieb ein paar Runden gelaufen ist habe ich sie gefragt ob sie zu mir kommen möchte. So wusste ich immer wie ihre Laune war. Welche Art des Horsemanships benutzt Dubai meisten?

    Liebe Grüße,
    Luna&Sternchen

    • Petra sagt:

      Liebe Luna, die Trainer von Quantum Savvy sind wirklich klasse. Aber natürlich basiert das System eher auf Videos und Online-Lernen. Vielleicht breitet es sich ja noch in Deutschland aus. Toll wäre das sicher. Ich persönlich habe meine eigene Mischung. PH-Wert – nennt das mein Mann manchmal scherzhaft 😉 Also eine aisgegliche eMischung aus viel Ja und Lob und Lachen und ein bisschen Regeln und Konsequenz. Je nach Pferd. Ähnlich wie du – ich schaue mir viel an und nehme dann das auf, was mir gut und richtig erscheint. Viele liebe Grüße an euch zwei, Petra

  3. Hilke sagt:

    Jetzt sitz ich hier und heule schon wieder, dabei müsste ich froh sein. Das Video hat mir gezeigt, wie weit meine Stute mit mir schon war! Richtig gelesen, sie mit mir. Ich habe mir immer gewünscht die Sprache der Pferde besser hören zu können, detaillierter. Ich habe viel intuitive Bodenarbeit mit meiner Stute gemacht, die ich vor einem Jahr vollkommen "roh" bekam. Meine Vertrauensarbeit hat dazu geführt, dass ich das 800 kg-Tier nach 6 Wochen schmiedefromm hatte, Dann noch schnell Halfter und Strickführigkeit, damit der Schmied auch kommen kann 😉
    Wir sind Trails gegangen, waren draussen spazieren, ich habe ihr ein Zuggeschirr gekauft und wir haben ohne Probleme losgelegt – die vierte Übung war Sandbahn abschleppen mittels Traktorreifen. Dann…dann wollte ich reiten. Ich brauchte professionelle Hilfe. "Englisch" hätte ich erfahrene Leute genug, aber ich wollte Western! Horsemanship ist eine Philosophie und die wollte ich mit in den Sattel nehmen. Also Sattel gekauft, vorbereitende Übungen als Hausaufgabe und dann, dann sollte meine Stute das Knotenhalfter gegen eine Kandarre tauschen (das sei nur so gefährlich wie das andere Ende am Zügel….) und überhaupt müsste ich mein Pferd "anfassen"!
    Ich hatte nicht das Gefühl, das ich das müsste. Fühlte ich mich bei meinem Pferd doch so sauwohl, dass ich probiert habe ob ich sie im Gelände und am Knotenhalfter lenken kann. Und es ging! Im Roundpen bin ich verzweifelt es wollte nichts funktionieren ausser "geh" und "ho" und "back" aber lenken…Ich bat den Trainer um Rat. Das Pferd wäre lahm und faul und überhaupt…(Hatte ich wirklich alles falsch gemacht?) Ich hatte auch die Kopfscheu angesprochen, das hat aber nicht interessiert, meinem Pferd wurde erstmal gezeigt, wo der Hammer hängt-nämlich am harten Ende vom Strick…
    Jetzt ist sie Kopfscheu, Sattelscheu (der neue Westernsattel kaputt) und wenn sie mich sieht kommt sie mittlerweile wieder, hält aber Abstand, scheuert sich, beobachtet mich und geht lieber an mir vorbei, als sich ein Halfter anziehen zu lassen.
    Sie wurde einmal zu hart angefasst und ich war dabei. Ich weiss nicht, ob ich sie je wieder bekomme wie sie mit mir war, aber ich weiss wenigstens dass mein Bauch ein guter Ratgeber war und bis auf die Trainerwahl hab ich wohl doch alles richtig gemacht.

    Viele liebe Grüße und allen nur die besten Berater!
    Hilke

    • Petra sagt:

      Hallo liebe Hilke, oh nein, wie traurig, dass ihr jemandem begegnet seid, der euch so gestört und zurückgeworfen hat in eurem Weg. Aber das passiert. Manchmal hören wir auf die falschen Menschen und ein stückweit ist es auch menschlich und normal, dass man erst einmal Vertrauen hat, wenn man einem Profi begegnet. Ich kann dich gut verstehen – es kostet einfach Erfahrung und Zeit, damit man seinen Bauch schnell genug erkennt und den eigenen Entscheidungen folgen kann. Mach dich nicht verrückt. Deine Stute wird nach und nach auch wieder merken, dass von dir nur Gutes kommt und ihr werdet bestimmt zu eurem Weg zurückfinden. Ganz liebe Grüße, Petra

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