Manchmal reicht eine winzige Änderung. Eine Kleinigkeit, die den großen Unterschied macht. Ich habe es vor kurzem selbst erlebt. Nur ein paar Gramm… Von einem Pferd, das unwillig mit nach oben gestrecktem Kopf durch die Halle getrabt ist, zu einem Pferd das sich entspannt fast alleine trägt. 

Nur ein paar Gramm Unterschied bei Mecate und Bosal. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass das richtige Bosal zum richtigen Pferd findet. Es muss passen. Fast wie bei einer Sattelanpassung. Dafür musst du nur ein paar Grundlagen beachten.

„Mit keiner gebisslosen Zäumung gelingt mir die Versammlung so gut, wie mit den Bosal. Du kannst Pferde in einer schönen Piaffe, Passage oder einem versammelten Galopp reiten mit einem Bosal.“

…sagt Alfonso Aguilar. Ich habe genau das bei seinem Bosal-Kurs erlebt und bin wirklich beeindruckt von der Zufriedenheit der Pferde, sobald sie das für sie passende Bosal um die Nase hatten. Der Kurs fand in Koblenz in der Schweiz bei Markus und Andrea Eschbach statt.

Andrea Eschbach und Alfonso Aguilar

Die beiden stehen vor allem für Gebissloses Reiten, Freiheitsdressur und sanftes Horsemanship. Deswegen interessieren sie sich auch für das Bosal, als eine der Gebisslosen Zäumungen*

Sanfte Kommunikation – sanftes Reiten

Alfonso Aguilar ist auch bekannt für seine sanften Methoden, einfühlsame Pferdekommunikation und er verbindet sein Wissen als Tierarzt mit seiner Erfahrung als Pferdemensch auf wunderbare Weise. Ich habe in kaum einem Kurs so viel Harmonie, Leichtigkeit und Freude am Pferd erlebt wie in den Kursen von Alfonso Aguilar.

HIER* bekommst sein Buch zur Jungpferde-Ausbildung. Ich LIEBE es wirklich sehr. Es ist auch für Menschen mit einem fertigen Pferde eine echte Empfehlung, weil die Trainingsschritte so schön mit Bildern und Einzelschritten erklärt sind*

Das Bosal – gut oder schlecht?

Es gibt viele Gerüchte um das Bosal. Es sei schärfer als viele Gebisse, man könne dem Pferd die Nase damit brechen, es ist nicht sicher da es ja eine gebisslose Zäumung sei, das Pferd würde an der Nase abstumpfen. Das ist die eine Seite. Gleichzeitig gibt es eine deutlich größere Gruppe der Befürworter. Das Bosal ist zum Beispiel in Amerika sehr weit verbreitet. Die Meister der altcalifornischen Reitweise von Jean Claude Dysli bis Ernst Peter Frey trainieren ihre Pferde mit dem Bosal. Es hat eine lange Tradition und wird von vielen Pferdemenschen sehr geschätzt. Weil es präzise ist, weil es das Pferd nicht im Maul stört, weil es sogar sanfter sein soll als ein Gebiss.

Bosal eng und weit

Mecate

Wie scharf ist das Bosal?

Bist du jetzt verwirrt? Wie ist es denn nun? Sanft oder scharf? Ich werde Alfonso Aguilar all das fragen und mit ihm darüber sprechen, wie du das richtige Bosal für dein Pferd findest.

Haflinger mit Bosal

Vorab habe ich noch ein paar Informationen über das Bosal für dich – das sind die wichtigsten Punkte, die ich mitgeschrieben habe beim Kurs (da ich selbst noch keine Bosal-Erfahrung habe, tippe ich einfach meine Mitschriebe für dich ab – teils aus dem englischen ins deutsche übersetzt, da Alfonso nur Englisch spricht. Wenn also irgendetwas davon von mir nicht perfekt übersetzt wurde, gib mir gerne Bescheid)

Es ist vermutlich eine der ältesten Zäumungen der Welt. Schon 4000 vor Christus soll es die ersten Bosals gegeben haben. Erst an Kamelen, später dann auch an Pferden. Das erfahren wir im Theorie-Teil des Bosalkurses. Wir sitzen in dem gemütlichen Reiterstübchen der Eschbachs auf ihrer schönen Anlage, haben einen dampfenden Kaffee vor uns stehen und erfahren von Alfonso Aguilar neben der Geschichte des Bosals auch noch mehr über die Wirkung und den richtigen Sitz. Ich fasse die wichtigsten Informationen zum Bosal für dich zusammen – so hast du alles einfach und schnell auf einen Blick.*

Warum macht ein Bosal Sinn?

  • Immer mehr Pferde haben aufgrund der Züchtungen schmalere Mäuler – da ist oft gar kein Platz mehr für ein Gebiss. Das Bosal ist eine der Gebisslosen Zäumungen, die du wählen kannst. Du schonst damit das Maul deines Pferdes
  • Pferde sind sehr sensibel am Maul – dein Pferd hat im Gegensatz zu Gebissen keine Schmerzen durch das Bosal, wenn es ein gutes ist und wenn du mit sanfter Hand reitest. Ein Bosal wirkt unter anderem auf die Pferdenase ein. Auch da kannst du natürlich durch zu starke Einwirkung abstumpfen. So oder so gilt: Immer so sanft und ruhig wie möglich bitte mit deiner Reiterhand
  • Gerade bei jungen Pferden macht es Sinn, da sie zwischen 3 und 5 Jahren noch zahnen und der Kiefer wächst – eine gebisslose Zäumung ist also besser für so ein junges Pferd
  • Du kannst das Pferd mit Bosal und Bosalito sehr gut lateral und vertikal biegen – Gymnastizierung und Versammlung sind so also auch gebisslos sehr gut trainierbar

Bosal eng und weit

Worauf muss ich achten, wenn ich das Bosal anpasse an mein Pferd?

  • Die Kopfform des Pferdes ist wichtig (jede Rasse hat tendenziell eine andere Kopfform) – Pferde mit einer feineren oder kleineren Nase zum Beispiel werden vielleicht ein anderes Bosal angenehmer finden, als Pferde mit einer groberen Kopfform
  • Die Nasen- und Maulform ist wichtig – je nach Breite des Maules und der dicke der Kaumuskeln muss das Bosal weiter oder enger sein
  • Wenn das Bosal zum Beispiel zu groß und lang ist, musst du die Mecate zu viel herumwickeln und das macht es wieder schwerer
  • Du musst immer erst die Zahngesundheit checken, bevor du ein Bosal nutzt – Pferdezähne können sehr scharf sein, weil sie durch das weiche Gras hier nicht immer genug abgeschliffen werden beim Kauen – das kann zu Druckstellen führen, wenn die Zähne nicht in Ordnung sind
  • Das Temperament des Pferdes spielt auch eine Rolle bei der Auswahl des Bosal
    • Ist dein Pferd sehr selbstsicher, sozusagen ein Macho? Dann brauchst du ein größeres und dickeres Bosal mit mehr Wirkungsgrad
    • Ist dein Pferd fein und sensibel? Dann brauchst du ein kleineres und schmaleres Bosal

Welche Bosalgrößen gibt es?

Bosal werden in Inch gemessen:

  • 1 Inch, 3/4 Inch und 5/8 Inch heißen Bosal
  • 1/2 Inch und 3/8 Inch heißen Bosalito
  • 1/4 Inch heißt Pencil-Bosal

Wie ist ein Bosal aufgebaut?

Es ist aufgeteilt in den Teil der auf der Nase liegt (von Alfonso Nosebutton genannt), die Zügelaufhängung mit den sogenannten „Nervenknöpfen“ (dort fixierst du die Zäumung), den Schenkeln (die beiden Seiten rechts und links) und dem Heel (das ist der große Knopf am unteren Ende, an dem du die Mecate festbindest).

Die Nervenknöpfe sind bei manchen Bosals zum Teil so klein, dass sie im Grunde nur noch die Halterungen für den Hanger sind und keinen Druckpunkt erzeugen. Je kleiner und weniger also, desto besser. Viele wollen mittlerweile keine Druckpunkte mehr haben, um das Pferd auf der Nase möglichst „ansprechbar“, also entsprechend empfindsam zu behalten. Deswegen werden Bosals ohne diese “Nerveknots” empfohlen.

Bosal an Pferdenase

Am Bosal hängt die Mecate – also im Grunde der Zügel, der am Bosal festgeknotet wird.

Im Idealfall ist ein Bosal oval geformt. Das Bosal ist ursprünglich aus Rohhaut. Das Innere des Bosals (Seele genannt) sollte auch aus Rohhaut sein. Bei neueren oder auch günstigeren Modellen ist sie mittlerweile manchmal aus Draht oder Seil. Das kann entweder zu labbrig sein in der Hilfengebung beim Seil oder schmerzhaft beim Draht, weil es zu hart ist. Deswegen ist es wichtig, dass ein Bosal aus Rohhaut besteht – es gibt sie mit “braided” oder “twisted” Seele. Bei einer geflochtenen Seele ist das Bosal präziser, bei einer gedrehten Seele ist es weicher, sagt Alfonso im Kurs.

Pferde Anatomie mit Aguilar

Bosal an Pferdenase

HIER gibt es eine Webseite auf der die Herstellung des Bosals erklärt wird.

Und HIER findest du eine gute Webseite, wenn du auch Englisch sprichst, die ich dir sehr ans Herz legen kann.

  • Nosebutton: Es gibt Bosals, bei denen der Nasenbereich deutlich dicker – das bedeutet dass es härter und stärker ist in der Wirkung. Das kann gerade bei sensiblen Pferden zu Irritationen führen. Dann gibt es Bosals, die schmaler sind. Oder Bosals bei denen der Nosebutton etwa gleich ist in der Breite. Letztere empfiehlt Alfonso Aguilar im Kurs. Er sollte schön gerade sein und nicht unterschiedlich rechts und links, damit er eine gleichmäßige Wirkung hat.
  • Mecate: Ursprünglich ist die Mecate aus Schweif- oder Mähnenhaar des Pferdes geflochten. Dann gibts es noch Wool-/Alpaka-/Mohair-Mecaten, die sich angenehm anfassen, aber zum Beispiel bei nassem Wetter empfindsam sind. Allerdings ist deren Signalwirkung dann auch nicht so groß wie beim der Mecate aus Mähnenhaar. Durch das festere Haar ist sie sehr stachelig. Das wiederum soll die Wirkung des Bosals bei den Zügelhilfen unterstützen.

    Da das Pferd vor allem durch die Zügel gelenkt werden soll, die am Hals angelegt werden. Die Mecate piekst ein wenig und das soll das Pferd zusätzlich animieren, zu weichen. Traditionell hat die Mecate die gleiche Größe wie die Schenkel des Bosals. Alfonso Aguilar erklärt uns, dass er es persönlich lieber mag wenn die Mecate um 1/8 kleiner ist als das dazugehörige Bosal, weil er glaubt, dass das Bosal dann sanfter und weicher am Pferd wirkt als bei einer gleich großen Mecate. Die Mecate sollte jeden Tag abgenommen werden, weil das Gewicht der Mecate das Bosal sonst nach und nach verformen könnte.

  • Heelknot: Das Gewicht des Heelknot ist für die Balance zwischen Nosebutton, Hanger und Mecate zuständig. 
ACHTUNG: Die Rohhaut darf nicht zu dünn sein. Ist sie das, bleibt nicht genug Leder um die Kanten abzurunden. Dadurch wird das Bosal rauh und entwickelt beim Reiten fast eine Wirkung wie Schmiergelpapier. Das kann dem Pferd regelrecht die Haare und dann irgendwann auch die Haut wegschmiergeln. Das fasert dann auch im Gebrauch aus und verletzt die Pferde auf der Nase oder auch an den Kieferknochen, wo das Bosal anliegen sollte.

Wie muss das Bosal sitzen?

  • Das Bosal sollte zwei Finger Breit Abstand zum Jochbein des Pferdes haben. Dort befindet sich ein zentraler Nerv auf den das Bosal sonst drücken könnte.
  • Es sollte zwei Finger Abstand zwischen Mecate und Kinn des Pferdes sein. Ob etwas mehr, weniger oder exakt dieser Abstand hängt auch vom Empfinden des Pferdes ab.
  • Je mehr Abstand zwischen Bosal und Pferdekopf, desto mehr Zeit hat das Pferd zu reagieren. Es kann sozusagen mehr denken, bis es reagieren muss. Wenn das Bosal richtig sitzt, dann bekommt das Pferd sozusagen erst ein kleines „Achtung“ und kann dann auf die Hilfe reagieren.

Andrea Eschbach und Alfonso Aguilar

Alfonso Aguilar mit Bosal

Wie reitet man mit Bosal?

Du arbeitest mit Impulsgebenden Hilfen beim Bosal. Ich schreibe dir hier kurz die ersten Sätze, die uns Alfonso beim Kurs in wenigen Minuten erzählt hat, damit du einen ersten kurzen Eindruck bekommst. Unterm Strich ist es wichtig, dass du lernst mit dem Bosal richtig umzugehen. Am Besten bei einem richtigen Kurs und mit Trainerstunden. Das gilt natürlich für jedes Hilfsmittel, das du beim Pferd nutzt. Egal ob Gebiss- oder Gebisslos.

HIER* findest du ein Buch, das sich mit dem Bosal Reiten beschäftigt*

Und HIER* habe ich noch einen Buchtipp für dich – allerdings ist es auf englisch geschrieben.

Ein Beispiel: Wenn du den Linken Zügel leicht annimmst mit einem anziehen und Zupfen des linken kleinen Fingers, wirst du das Pferd nach links biegen durch die Rotation am Bosal. Denn der rechte Schenkel des Bosal wird sich so an die Pferdewange schieben und den Kopf nach links bewegen.

Andrea Eschbach testet Bosal

Wenn du die Hand dabei leicht schräg nach außen stellst, wird das Pferd mehr Druck verspüren und abbiegen. Je nach Pferd natürlich. Wenn es nicht reagiert, kannst du nach und nach den Druck erhöhen. Aber vergiss nie, dass deine Hand vielleicht nur ganz wenig macht, beim Pferd aber deutlich mehr ankommt. Das gilt übrigens für jede Zäumung, nicht nur für das Bosal.

TIPP: So kannst du den Druck bei der Zügelführung im Bosal „TIMEN“:

Stell dir vor, dass du inmitten einer Uhr stehst. Du bist der Mittelpunkt. Dein Gesicht schaut auf 12 Uhr – 6 Uhr ist in deinem Rücken. Probier das ruhig erst einmal mit einem menschlichen Partner aus. Das hat mir sehr dabei geholfen zu verstehen, wie wenig du tun musst, damit ein Signal beim Pferd ankommt.

Bosal mit Alfonso Aguilar

6 Uhr bitte immer vermeiden – ein einfacher Zug erzählt deinem Pferd nichts und der Druck ist durch die Hebelwirkung sehr stark

7 Uhr (leichter Impuls nach links)

9 Uhr (starker Impuls nach links)

5 Uhr (leichter Impuls nach rechts)

3 Uhr (starker Impuls nach rechts)

Bosal an Hand

Bosal Kurs Alfonso Aguilar

Bosal reiten lernen

Bosal reiten lernen

Alfonso Aguilar mit Bosal

Wie knotet man die Mecate am Bosal?

Grob erklärt:

  1. Bosal in der rechten Hand halten
  2. Mecate in die linke Hand nehmen und von oben nach unten durch das Bosal stecken am Heel fixieren.
  3. Mit der linken Hand die Mecate um das Bosal mehrfach herumwickeln (Je mehr du wickelst, desto schwerer wird das Bosal, desto stärker die Wirkung)
  4. Dann die Hand wechseln und mit der linken Hand das Bosal halten
  5. Mit der rechten Hand von oben in das Bosal reingreifen, die Zügel greifen und durchziehen, in der Mitte justieren
  6. Dann die Mecate in einer Schlaufe drehen und über Zügel und Heel festziehen
  7. Aber ACHTUNG: Erst richtig festziehen, wenn das Pferd das Bosal an hat – sonst schnürst du das Bosal vorher eventuell zu fest.

Nochmal in Bildern – Alfonso Aguilar über die Schulter geschaut:

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

Mecate knoten - Schritt für Schritt

HIER verlinke ich dir noch ein Video – wie man die Mecate knotet – falls die Fotos nicht das passende für dich waren:

Ich persönlich bin ja ein Fan vom gebisslosen Reiten (immer vorausgesetzt, dass das Pferd sich wohl fühlt und du dich sicher fühlst). Noch ist meine Jungstute in der Grundausbildung am Boden. Aber ein Bosal steht schon auf meiner Einkaufsliste. Wenn sie zufrieden damit laufen sollte, könnte ich mir vorstellen, sie damit zu reiten. Damit du auch weißt, ob das Bosal das Richtige für dein Pferd und dich ist, habe ich dem Bosal-Experten Alfonso Aguilar noch alle Fragen zum Thema Bosal gestellt.

Bosal mit Alfonso Aguilar

Bosal mit Alfonso Aguilar

Das Exklusiv-Interview mit dem Pferdetrainer Alfonso Aguilar über Bosal, Versammlung und Gebissloses Reiten findest du dann bald in der Pferdeflüsterei. 

Und HIER findest du noch mehr Infos über die Trainingsmethoden und das sanfte Horsemanship von Alfonso Aguilar

Noch mehr Lesetipps zum Gebisslosen Reiten und zu Alfonso Aguilar*

 

14 Kommentare zu “Gebisslos Reiten: Mit dem Bosal pferdefreundlich bis zur höchsten Versammlung

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    auch wenn ich mein Pony irgendwann fahren möchte, kommt für mich nur eine gebisslose Zäumung in Frage. Schon alleine aus dem Grund, dass ich ihm, wenn er jemals ein Gebiss tragen sollte, vorher Zähne ziehen lassen müsste. Und das werde ich nicht tun.
    Ich hab mir das Bosal vor Jahren mal für meine damalige Reitbeteiligung angeschaut. Ich persönlich fand es aber zu starr und sperrig auf der Nase. Die Riemen, die ich in der Hand hatte, waren alle schon sehr hart. Ich habe mir dann trotzdem ein Bosal mal ausgeliehen, aber so richtig glücklich war meine Reitbeteiligung da nicht. Für ihn habe ich damals dann eine Art Lederhalfter vom Schuster anfertigen lassen, was aber fester am Kopf saß. Damit sind wir sehr gut klargekommen auch auf unseren Wanderritten.
    Für mein Pony habe ich nun einen Kappzaum, der ohne Metall auf der Nase wirkt. Damit kommen wir bisher gut zurecht und ich bin wirklich zufrieden. Was wir später zum Fahren verwenden, weiß ich noch nicht, aber evtl. lass ich auch für ihn wieder etwas anfertigen. Bei seiner Größe ist es sowieso schwierig was passendes zu finden.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, das kann ich verstehen – Zähne ziehen nur für eine Zäumung muss nicht sein, vor allem wenn es genauso gut auch anders geht. Ich habe bei dem Bosalkurs die Erfahrung gemacht, dass manche Pferde mit dem einen Bosal unzufrieden und mit dem nächsten zufrieden war. Ich glaube, dass es wirklich gut passen muss – wie bei einem Sattel. Vielleicht ist deine Reitbeteiligung kein Bosal-Pferd gewesen. Vielleicht war es einfach nur nicht das perfekte Bosal für dieses Pferd. Aber am Ende ist ja immer nur wichtig, dass Pferd und Mensch zufrieden sind 🙂 Ob mit oder ohne Bosal 🙂 Ganz liebe Grüße und bis bald, Petra

  2. Madita sagt:

    Guten Morgen,

    ich hätte da mal eine Verständnisfrage bei dem Uhren-Bild: wenn 7 Uhr leichter Zug ist und 9 Uhr starker Zug, müsste dann nicht 5 Uhr auch leicht und 3 Uhr stark sein? Es ist doch eigentlich bloß spiegelverkehrt oder stehe ich jetzt völlig auf dem Schlauch?

    Ansonsten finde ich deinen Artikel wirklich toll geschrieben und sehr anschaulich, vielen Dank, dass du dir die Mühe machst:)

    LG

    • Petra sagt:

      Guten Morgen Madita – erwischt! 🙂 Ich als absolute rechts-links-legasthenikerin habe die Zahlen verdreht. Du hast absolut Recht – wir haben es im Text schon umgestellt. Danke für den Hinweis und entschuldige bitte, wenn ich dich verwirrt habe. War keine Absicht!! Ganz liebe Grüße und danke für deinen lieben Kommentar, Petra

  3. Nadine sagt:

    Hallo Petra,

    danke für deine tollen Artikel zum Thema Bosal.
    Vor kurzem war ich zu einem Seminar in der Hofreitschule Bückeburg – dort werden die Pferde zunächst auch auf Bosal ausgebildet. Anschließend habe ich gefragt, woher die Bosals stammen. Mir wurde der Kontakt genannt, der Preis ist aber gigantisch: zwischen 400€ und 600€.
    Ich weiß natürlich, dass eine gute Ausrüstung seinen Preis hat. Allerdings würde ich gerne erst einmal ausprobieren wollen, ob mir und meinem Pferd die Zäumung zusagt.

    Meine Frage deshalb: Hat Alfonso vielleicht ein günstigeres "Einstiegsmodell" genannt? Barefoot hat ja z.B. auch eines.

    Freue mich auf eine Antwort 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine

    • Petra sagt:

      Liebe Nadine, freut mich, dass dir die Artkel gefallen. Ich fürchte, ich kann dir nicht viel mehr dazu erzählen. Die Frage haben die Pferdebesitzer beim Kurs auch gestellt und leider sagt auch Alfonso, dass ein gutes Bosal seinen Preis kostet. Sprich – unter 300 Euro lagen die Modelle, die im Kurs zur Verfügung standen auch nicht. Er selbst kauft in Mexiko und Amerika (klar, er wohnt ja auch da) – aber da kosten sie dann eben 200 Dollar, statt 400. Nur, nützt uns das leider nichts, weil wir nicht dort kaufen können. Er kannte also auch keine Marke, die günstiger ist. Barefoot hat grundsätzlich sehr tolle und qualitativ hochwertige Sachen – mein Sattel ist von Barefoot und ich bin mehr als happy mit der Qualität – vielleicht ist das Bosal auch tatsächlich ein guter Einstieg. Wenn es deinem Pferd denn auch passt 🙂 Ganz liebe Grüße, Petra

  4. Richard Schreiner sagt:

    Hallo Petra,

    bin per Zufall auf diese Seiten gestoßen und möchte meine Senf dazugeben.

    Das Bosal bzw. Hackamore ist eine alte Geschichte. Der Kalifornier Ed Connell, hat bereits in den 50er Jahren ein Buch mit dem Titel "Hackamore Reinsman" herausgebracht. Hardy Oelke hat das Büchlein 1994 ins Deutsche übersetzt.
    Leider ist es vergriffen. Vielleicht kann man es noch aus 2. Hand erwerben. Die meisten Pferdeleute haben nach diesem Büchlein das Training und die Arbeit mit dem Bosal erlernt. Auch ich.

    Sicher sind die Preise bei qualitativ hochwertigen Bosals nicht niedrig. Doch es sind wahre Schmuckstücke und können nicht nur den Pferdekopf sondern auch eine Wohnzimmerwand sehr gut schmücken.

    Es grüßt Rich

    • Petra sagt:

      Hallo Rich, danke für deine Ergänzungen – und du hast absolut Recht: Qualität zahlt sich da aus. Lieber etwas mehr in ein richtig gutes Bosal investieren, damit es gut sitzt und nichts reibt. Ganz liebe Grüße, Petra

  5. Maren sagt:

    Hallo Petra,

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel! Ich habe mich bislang nie so richtig mit der Wirkungsweise des Bosals befasst, bin aber nach deinen Infos davon überzeugt, dass dies genau die richtige Zäumung für meine Stute ist. Bislang sind wir mit dem LG-Zaum unterwegs, diesem habe ich aber bereits in der Einstellung ohne Hebelwirkung verschnallt und die "Lenkung" funktioniert bei meiner Stute mittlerweile nur durch das Anlegen des Zügels. Wie beim Bosal also 🙂
    In ein paar Wochen bin ich in den USA, da könnte ich mich ja passenderweise mal umschauen! Hast du da noch die vom Workshop genannten Marken im Kopf?
    Liebe Grüße, Maren

    • Petra sagt:

      Hallo Maren, ohje – das weiß ich leider nicht mehr. Alfonso hat ja ein eigenes Bosal. Das lässt er wohl in Mexiko fertigen. Aber das hilft dir vermutlich nicht weiter, gell? Viele liebe Grüße und Sorry, Petra

  6. Jessica sagt:

    Hallo Petra,
    hallo Mitleser/innen 🙂

    Ich habe mich amüsiert hier ein bisschen mitzulesen und traue mich dann mal einfach einige Kommentare loszuwerden 😉

    Ich reite mein Pferd schon seit einigen Jahren gelegentlich mit Hackamore (so wie die komplette Zäumung eigentlich richtig heißt) und seit letztem Winter intensiver.
    Wer keine Erfahrung mit Bosal haben sollte und sich eins kaufen will sollte es erst mal ausprobieren, wenn er die Möglichkeit dazu hat, idealerweise sogar verschiedene Stärken und Größen.
    Es gibt im Handel diverse Bosal-Sets, einige vielleicht interessant um erste Erfahrungen zu machen, aber auf lange Weile würde ich diese nicht empfehlen. Ein richtig ordentliche, qualitativ gute Hackamore (also Bosal, Hanger und Mecate) ist man mit locker 400€ dabei. Aber im Endeffekt lohnt es sich.

    Mein nächster Plan ist übrigens das Bosalito. Bei einem Alfonso Aguilar Kurs hatte ich die Möglichkeit ein solches zu testen und mein Pony hat erstaunlicherweise viel feiner darauf reagiert <3

    Wer sich ins Thema einlesen möchte kann ich übrigens sowohl das Buch von Kay Wienrich (Die Kalifornische Hackamore) und Ed Connell (The Art of Hackamore Training) empfehlen 🙂

    <3liche Grüße aus dem sonnigen Süden von Luxemburg 😉
    Jessica

    • Petra Haubner sagt:

      Hallo liebe Jessica, wieso hast du dich denn amüsiert? Dein Kommentar ist super – widersprcht aber dem Text doch gar nicht? 🙂 Viele liebe Grüße, Petra

  7. Tina sagt:

    Hallo Petra, ich finde ja dass das Bosal oft sehr sehr nah am Auge liegt. Wie ist das dann mit dem Druck, der Reibung und dem " Fremdkörpergefühl" für die Pferde? Gerade bei einer so sensiblen Stelle, wie dem Auge sehe ich das ehr kritisch ? Kannst du den ( richtigen ) Verlauf des Bosals am Auge nochmal erklären? Leider findet man wenig Informationen dazu ?
    Viele Grüße Tina von pferdefairstand

    • Petra Haubner sagt:

      Hi Tina, ich weiß genau was du meinst. Mir geht es tatsächlich auch so, dass mir das Bosal in aller Regel zu nah am Auge verläuft. Wobei alle namenhaften Trainer es genau so verschnallen. Von Alfonso so über Arien bis Tom Büchel oder andere. Soweit ich weiß soll es 1 cm bis 1,5 cm Abstand zum Auge haben. Da die Zäumung so exakt sitzt, soll sie nicht ins Auge verrutschen. Ich habe tatsächlich auch noch nie gesehen dass sie das tut. Mehr kann ich dir leider auch nicht dazu sagen, ich hoffe dass dir das ein bisschen weitergeholfen hat. Viele liebe Grüße, Petra

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