Stell dir vor du hast deinen Urlaub gebucht, der Koffer ist gepackt. Du willst gerade in den Flieger steigen, da siehst du den Piloten Richtung Gate laufen. Er schwankt, wirkt unsicher und macht keinen besonders fähigen Eindruck. Wie fühlst du dich dann? Willst du noch einsteigen und mitfliegen? Willst du diesem Menschen dein Leben anvertrauen? Oder möchtest du eigentlich lieber auf dem Absatz umdrehen und wieder zurück nach Hause? Wir sind im Grunde wie ein Pilot für das Pferd

Unser Auftreten und unsere Kompetenz entscheiden darüber, ob es gerne einsteigen will. Wenn wir Angst vor dem Pferd haben oder die Angst des Pferdes nicht wahrnehmen und in eine andere Energie wandeln, wird es uns sein Vertrauen nicht schenken. Wir entscheiden durch unser Auftreten, ob es uns vertraut und vor allem auch zutraut sein Leben in unsere Hände zu legen. Denn genauso fühlt sich jeder Schritt für das Pferd als Fluchttier an. Wir können aber lernen ein sicherer, standfester und kompetenter Pilot zu sein. Der wird nicht laut, der brüllt auch nicht, der prügelt die Passagiere nicht in den Flieger. Sondern erklärt den Passagieren ruhig und gelassen, in dem Bewusstsein seiner Kompetenz und der Sicherheit dieses Flugzeuges, dass sie einsteigen und ihm vertrauen können. Er weiß einfach, was er kann und dass dieses Flugzeug sicher ist.

Kampfkunst Pferd

Interview mit Pettra Engeländer, Gründerin der Independent European Horseback Archery über die Seele der Pferde und wie wir lernen können der Mensch zu werden, den die Pferde brauchen um sicher und gelassen mit uns durch das Leben zu gehen.

Pferdeflüsterei: Natural Horseback Archery – was bedeutet es genau und was steckt hinter deiner Trainingsmethode?

Pettra Engeländer: Es steht für die Verbindung von Kampfkunst und Reitkunst – mit einem Bogen vom Pferd aus Distanzen zu treffen. Das HorseAiKiDo ist die Ausbildung für das Pferd und vor allen Dingen für den Reiter. Beim HorseAiKiDo lernst du eine mentale Verbindung mit dem Pferd aufrecht zu erhalten. Da du mit den Waffen vom Pferd aus keine Zügel mehr in der Hand hast.

INFO: Teil 1 der Serie über Bogenschiessen auf dem Pferd und wie wir dadurch unseren Fokus finden können findest du HIER – „Von den alten Reitervölkern lernen: Mit Fokus, Achtsamkeit und Standfestigkeit das Herz der Pferde erreichen“

Pferdeflüsterei: Wie kann ich diese mentale Verbindung aufbauen?

Pettra Engeländer: Wir arbeiten eigentlich aus der zentralen Achse heraus. Es ist ein Basisbild in der Kampfkunst, dass man sich aus seinem Zentrum heraus bewegt und aus dem Zentrum heraus reitet. Oder sich auch einfach durch den Raum bewegt. Es ist ein wahres und echtes Bewegen. Das ist das, was das Pferd eigentlich sehen möchte. Das Pferd möchte die Sicherheit haben, dass du standhaft bist und dass es dich auf Herz und Nieren prüfen kann. Das heißt: Deine Ausstrahlung, deine Motivation muss in Einstimmung mit deiner Körperausstrahlung sein.

Kampfkunst Pferd

Angst und Unsicherheit – was macht das mit dem Pferd

Pferdeflüsterei: Ja, authentisch zu sein spielt für Pferde eine große Rolle. Hast du denn auch Tipps aus deiner Trainingsweise heraus, was der Mensch tun kann, wenn er nervös ist oder Angst hat. Es ist ja nicht authentisch diese Angst zu überdecken, weil das Pferd die innere Haltung spürt..

Pettra Engeländer: Genau! Das einfachste ist es, sich damit auseinanderzusetzen. Denn Angst ist eine Qualität, Angst ist nichts schlechtes. Wir können mit dieser Qualität umgehen, sie wandeln, wenn es notwendig ist und ein natürliches Selbstbewusstsein erlernen. Die Arbeit mit Pferden fängt erst einmal ohne Pferd an und nicht auf dem Pferd. Ich denke, dass die Kampfkunst in der Reitkunst da sehr hilfreich ist für alle Menschen, die mit Pferden zu tun haben. Sie kann uns eine solide Basis geben. Es wird dann einfacher.

Pferdeflüsterei: Was können wir aus der Kampfkunst für unser tägliches Pferdetraining mitnehmen?

Pettra Engeländer: Du musst nicht mehr nachdenken. Du bist es. So wie das Pferd.

Pferdeflüsterei: Da kommt jetzt AiKiDo ins Spiel – wie ich während deines Kurses erfahren habe..

Pettra Engeländer: Der Begriff HorseAiKiDo entstand in der Zusammenarbeit mit Robert Jones. Er ist Aikido-Meister.

INFO: Robert V Jones: Kampfkunstlegende und Begründer „Zen Do Kai“ und „Tara Miliata“. Pettra Engeländer besitzt den 5th Degree Black Belt Tara Miliata Fighting System.

Ich habe mit ihm Übungen entwickelt, um diese authentische Ausstrahlung und Präsenz des Reiters in seiner Körpermotorik und in seinem Fokus zu bekommen. Das „Ai“ steht für universelle Liebe. Das bedeutet, dass man als allererstes etwas Wohlwollendes hat. Wohlwollend heißt aber auch wohlwollend sich selbst gegenüber sowie wohlwollend dem Pferd und der Umgebung gegenüber. Das ist das allererste. Das zweite ist das „Ki“. Wir reden von einer Energie, die in den Pflanzen steckt, die in dem Universum steckt und die wir täglich spüren in unserem Herzschlag und in unserer Blutbahn. Wir müssen lernen, dass es diese natürlichen Energien einfach gibt, so wie die Jahreszeiten. Das Wort „Do“ heißt in der klassischen asiatischen Kampfkunst: „Ich gehe einen Weg, der schon von vielen Menschen gegangen und geprüft ist.“

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Was Pferde von uns brauchen

Pferdeflüsterei: Und wie übersetzt du das für die Pferde?

Pettra Engeländer: Unsere wahre Motivation zum Pferd ist das Erste, was wir kennen müssen. Warum habe ich ein Pferd? Was möchte ich von diesem Pferd? Oder warum mache ich es überhaupt? Was ist meine Motivation? Wir sollten uns diese Motivation ansehen. Dann ist es wichtig wohlwollend zu sein. Ich habe in der Mongolei, als ich mit einer Familie dort zusammengelebt habe, erfahren, dass es ein Abkommen gibt zwischen der Tierwelt und der Menschenwelt. Dass wir beide Nutzen daraus ziehen müssen, sonst ist es keine Partnerschaft. Wenn wir von einem Pferd sagen, dass „es uns verarschen will“ oder „dass es durch muss“ – dann sprechen wir ja von einer Leistung, die von außen kommt und nicht freiwillig vom Pferd. Ich finde wichtig, dass wir das Pferd beobachten über Wochen und Monate, was es für einen Charakter hat und dann sehen, was daraus erwachsen kann. Das ist eine andere Einstellung. Wie mit einem jungen Menschen, der talentiert ist. Wenn ich ihn beschneide mit viel Struktur, entschwindet die Kreativität und auch das Feuer. Das Pferd steht ja im Grunde für eine gewisse Ausdrucksstärke. Das ist eigentlich das, was uns bewegt. Ihre Ausstrahlung, ihre Bewegung, ihre Schönheit. Dieser Raum und diese Bewegung, die Pferde von sich aus zeigen, berühren uns ja eigentlich. Und Raum und Bewegung sind auch die Schlüssel zum Pferd.

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Pferdeflüsterei: Wie?

Pettra Engeländer: Ein Mensch, der Präsenz hat und Raum einnehmen kann, wird immer eine einfache Wirkung auf das Pferd haben. Immer. Auch hier ist Vorsicht geboten, weil die wahre Motivation dabei das Wohlwollen sein muss. Ansonsten ist es Dominanz und Manipulation.

Druck und Dominanz – ja oder nein?

Pferdeflüsterei: Wie definierst du Dominanz oder auch Druck für dich und wie beantwortest du die Frage: Wie viel Druck muss sein?

Pettra Engeländer: Druck entsteht nur dann, wenn mein Territorium berührt wird in einer Form, die ich nicht akzeptieren kann. Wenn das Pferd also respektlos wird mir gegenüber, mich wegschubsen will. Da checken die Pferde genauso wie im Ringen oder wie in den anderen Kampfkünsten die Zentralachse des Menschen ab. Hast du sie oder hast du sie nicht? Danach wählen sie auch die Pferde, die die Herden anführen. Nach ihrer Präsenz, aber auch nach der Wahrheit in ihren Handlungen. Das ist das „Ai“ und das „Ki“.

Pferdeflüsterei: Also mit Achtsamkeit, Wohlwollen und Wissen mit dem Pferd kommunizieren?

Pettra Engeländer: Aber das Pferd natürlich Pferd sein lassen und sich selbst und die eigene Motivation kennen.

Pferdeflüsterei: Und natürlich auch die Motivation und die Grenzen des Pferdes.

Pettra Engeländer: Ich kreiere einen Raum für die Pferde, in dem sie so natürlich wie möglich leben können. Ich habe das große Glück einen funktionierenden Herden-Kern zu haben mit Jungpferden, alten Pferden und Pferden, die die Bande zusammenhalten. Es gibt bei uns eine Abmachung. Das habe ich bei den Mongolen gelernt. Sie sagen, dass es einen Handel zwischen Pferd und Mensch gibt, der sehr alt ist. Sie beschützen die Pferde gegen die Wölfe – dafür geben die Pferde ihnen die Milch und tragen sie. Ich habe auch einen Deal mit meinen Pferden und sage ihnen: Ihr habt ein gutes Leben, wie sorgen dafür, dass es euch gut geht, ihr habt viel Zeit für euch – aber wenn wir etwas machen, dann machen wir es gemeinsam. Ich will, dass meine Pferde echt sind. Aber beide Seiten müssen sich an diesen Handel halten.

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Gutes Pferdetraining

Pferdeflüsterei: Was macht gutes Pferdetraining für dich aus?

Pettra Engeländer: Beide bleiben so wie sie sind. Es ist ein Miteinander und dann müssen wir sehen, in welchem Verhältnis das steht. Nehmen wir mal unsere Situation. Du arbeitest irgendwo, du hast dein eigenes Pferd und Nachmittags hast du dann Zeit für das Pferd. Diese Zeit gibt dir etwas. Das was das Pferd uns in der modernen Welt gibt ist eine Brücke zur Natur. Vor allem bei den Freizeitreitern. Das Pferd trägt den Menschen quasi zurück in die Natur, damit der Mensch sich erholen kann und Kraft schöpfen kann. Das ist das was das Pferd wirklich für den Menschen tut. Dafür müssen wir ihnen eine gute und natürliche Haltung geben und authentisch mit ihnen sein.

Pferdeflüsterei: Ich würde weiter gehen und würde sagen, wenn wir uns darauf einlassen, bringt das Pferd uns auf uns selbst zurück.

Pettra Engeländer: Ja, das ist so. Pferde spiegeln, wer wir sind und was wir sind – aus dem Moment heraus. Es ist wie mit einem Pilot und seinem Flugzeug. Siehst du einen Piloten einsteigen, der nicht kompetent wirkt, willst du nicht in den Flieger einsteigen. Genauso ist es für das Pferd, wenn wir mit ihm rausgehen. Wenn wir nicht vertrauenswürdig wirken, wird das Pferd nicht gerne mit uns mitgehen wollen.

Pferdeflüsterei: Nehmen wir an, du hast ein neues Pferd. Wie vermittelst du dem Pferd, dass es sich sicher fühlen kann?

Pettra Engeländer: Erst muss ich etwas spüren. Die Resonanz zu diesem Pferd. Es muss mich ansehen und ich muss diese Resonanz spüren. Dann frage ich das Pferd: Wer bist du? Dann frage ich: Wollen wir etwas zusammen ausprobieren? Wenn das Pferd Nein sagt, frage ich: Wieso nicht?

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Pferdeflüsterei: Setzt du dann durch, was du wolltest oder gehst du einen Schritt zurück?

Pettra Engeländer: Es kommt darauf an, welcher Charakter mir gegenübersteht, wo das Pferd herkommt und was seine Geschichte ist. Der Mensch hat leider schon aus vielen Pferden etwas gemacht, das nicht mehr wirklich Pferd ist. Am meisten hilft es, in der Wildnis zu leben. In die Natur zu gehen und draussen zu leben. Überleben zu lernen. Draussen zu leben, im Zelt. Nur das Pferd um sich herum zu haben.

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Wie können wir gute Pferdemenschen werden?

Pferdeflüsterei: Das ist sicher spannend, aber das kann ja nicht jeder machen.

Pettra Engeländer: Nein, aber in den kleinen Dingen ist es möglich. Tanzen zum Beispiel kann helfen für das Körpergefühl. Musik, Fitness, Stark werden. Das alles kann helfen. Es ist nicht die Macht über das Wesen Pferd und die wilde Kraft, die wir suchen müssen, sondern unsere innere Stärke. Natürlich müssen wir Grenzen setzen können. Aber das Pferd braucht vor allem ein erfahrenes Wesen, das weiß wie man sich in Situationen verhalten kann, damit man überlebt. Wir brauchen den Fokus und das Bewusstsein in uns selbst zu ruhen. Du kannst kämpfen und du weißt, wie du überleben kannst. Das ist das, was das Pferd braucht, um sich sicher zu fühlen. Das ist das, was das Pferd spürt. Es muss wahr sein.

INFO: Teil 2 der Serie über die Kampfkunst und was sie uns für den Alltag mit unseren Pferden lehren kann findest du HIER – „Vertrauen und Achtsamkeit: Techniken für mehr Gelassenheit mit dem Pferd“

Pferdeflüsterei: Aber Sanftmut gehört auch dazu würde ich sagen…

Pettra Engeländer: Wenn du kämpfen kannst, hast du deine Angst überwunden. Dann musst du nicht mehr darüber nachdenken und natürlich gilt das für alle anderen Gefühle – wie Sanftmut. Es geht nicht darum lieb zu sein, gut zu sein, brav zu sein – sondern es geht darum bei uns selbst zu sein. Wir können über Balance reden, Achtsamkeit, Stärke – aber es bleibt zu oft nur im Kopf. Es muss aber in den Körper gehen.

Pferdeflüsterei: Es ist aber Gott sei dank so, dass die meisten Menschen in unserer Gesellschaft nie an den Punkt kommen, an dem sie um ihr Leben kämpfen müssen. Trotzdem müssen wir diese Stärke irgendwie vom Kopf in den Körper fließen lassen.

Pettra Engeländer: Das stimmt. Aber es muss ja keine Grenzerfahrung sein. Wenn wir etwas erlebt haben, wenn wir viele Bilder gesehen haben, wenn wir im Reinen mit uns sind, wenn wir klar sind – das alles spürt das Pferd. Das Ringen, das Bogenschiessen kann helfen oder auch die Kampfkunst. Da lernen wir den Fokus und die körperliche Wahrheit. Es reicht nicht aus intellektuelle Stärke zu haben oder geistige Stärke, man braucht eine körperliche Wahrheit und diese körperliche Wahrheit riecht und spürt das Pferd. Das ist etwas, was unsere Gesellschaft nicht fördert. Es fängt bei den Kindern an. Wir helfen dem Kind auf, haben es im Kinderwagen. Wenn du dir archaische Völker ansiehst, laufen die Kinder mit oder sitzen auf der Hüfte und auf dem Rücken. Dadurch haben die Kinder eine andere Anbindung an den Unterrücken. Diese Anbindung hilft bei dem unabhängigen Sitz, weil sie von klein auf zentriert in sich sind und Standfestigkeit lernen. Mir fehlt oft eine natürliche Annäherung. Das habe ich in der Mongolei gelernt. Für das Leben und bei den Pferden. Zum Beispiel reite ich selten einfach so aus. Ich mache immer einen Plan. Wir reiten heute dorthin, an der Lichtung XY stehen zu bleiben ohne angebunden zu sein, reiten weiter zur Quelle und reiten dann wieder zurück bis XY Uhr. Das kommuniziere ich den Pferden über innere Bilder. Dann haben wir ein Ziel, einen Fokus und einen Plan, den wir gemeinsam erfüllen. Wir sind also ein Team und beide Teil einer Aufgabe.

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Teil 1 der Serie über Bogenschiessen auf dem Pferd und wie wir dadurch unseren Fokus finden können findest du HIER – „Von den alten Reitervölkern lernen: Mit Fokus, Achtsamkeit und Standfestigkeit das Herz der Pferde erreichen“

Teil 2 der Serie über die Kampfkunst und was sie uns für den Alltag mit unseren Pferden lehren kann findest du HIER – „Vertrauen und Achtsamkeit: Techniken für mehr Gelassenheit mit dem Pferd“

Autor: Petra Haubner

Pferde machen glücklich. Sie sind unsere Lehrmeister, auf dem Weg zu dem besten "Ich", das wir werden können. Daran glaube ich fest. Es ist wichtig, dass wir ihnen zuhören und lernen sie zu verstehen. Dann schenken sie uns besondere Momente. Diese Momente machen süchtig. Im echten Leben bin ich professionelle Journalistin. Das versuche ich hier in die Welt der Pferde zu übertragen. Ich schreibe die Artikel, führe die Interviews und besuche die Kurse für mehr Pferdewissen. Mein Mantra: Sei ein sicherer Ort für das Pferd.

4 Kommentare zu “Angst und Unsicherheit mit dem Pferd? Warum die Lösung einfach in uns selbst liegt

  1. Miriam sagt:

    Liebe Petra,

    wieder ein sehr schöner Artikel. Das Interview gefällt mir gut.
    Ich selber habe auch immer wieder die Erfahrung gemacht, dass wenn ich an mir selber arbeite die Pferde sich freiwillig anschließen.
    Wenn ich selbstsicher bin (nicht zu verwechseln mit unvorsichtig oder selbstüberschätzend), meine eigenen Ängste im Griff habe und nicht versuche alles zu kontrollieren, dann nimmt mich mein Pony auch ernst. Der kleine Ponymann hat einen starken Charakter und eine ausgeprägte eigene Meinung. Letztens hatte ich ein gutes Beispiel dafür, dass Führung was mit der inneren Haltung zu tun hat.
    Mein Pony geht mit mir anstandslos lange Strecken spazieren. Er überholt nicht, er trödelt nicht, wir schauen uns gemeinsam Dinge an und wir können auch einfach so durch den Wald schlendern. Er ist gut erzogen und weiß sich auch zu benehmen. Aus diesen Gründen habe ich absolut kein Problem dabei gesehen eine Bekannte, die lagne schon mit Pferden zu tun hat, mit meinem Pony spazieren gehen zu lassen. Überraschenderweise waren die zwei nach 10 Minuten wieder da. Was sie mir erzählt hat, konnte ich erst gar nicht glauben. Mein Pony hat gebockt, wollte nicht laufen, hat ständig umgedreht und sie irgendwann beinah über den Haufen gerannt. Ich stand da wie vom Donner gerührt.
    Also wollte ich mir selber ein Bild machen und wir sind zu dritt losgezogen. Und kaum im Hof ist mir aufgefallen wie unsicher meine Bekannte war. Sie hat versuch das zu kompensieren in dem sie streng zu meinem kleinen Ponymann war und sich selber versucht hat groß zu machen. Nur der kleine Mann lässt sich nicht täuschen. Er stand im Hof und wollte nicht vorwärts gehen. Alles locken von ihr half nicht. Er stand. Natürlich hätte man ihn jetzt von hinten treiben können und sich durchsetzen können. Aber ehrlich gesagt ist nicht er das Problem gewesen. Er hat für sich einfach entschieden, dass er dieser Frau nicht traut und sich deshalb auch nicht mit ihr nach draußen begeben will.
    Hier ist nicht das Training beim Pony sondern bei meiner Bekannten notwendig.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Petra sagt:

      Liebe Miriam, wie wahr – es ist bei mir auch immer so, dass ich meine Stimmung meiner Stute ablesen kann. Werde ich gestresst, wird sie gestresst – werde ich ruhig, wird sie ruhig. Bleibe ich klar und bestehe auf Höflichkeit, wird sie nicht böse sondern entspannt sichtlich und lässt mich machen. Pferde fühlen sofort, ob die innere Haltung stimmt oder ob eine Stimmung nur aufgesetzt ist. Ich danke dir wie immer für deine schöne ergänzende Geschichte und schicke liebe Grüße an euch zwei, Petra

    • Petra sagt:

      Hallo Rolf, danke dir – das wird auch Pettra sicher sehr freuen. Ich warte ja auch immer noch voller Vorfreude auf dein Zitat *blinker blinker* Ganz liebe Grüße, Petra

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