Friese

  • Nadja 

Der Friese, auch Friesenpferd oder schwarze Perle genannt, ist eine der ältesten Pferderassen Europas. Er stammt aus Friesland, einer Provinz der Niederlande.  Früher wurde der Friese als imposantes Fahrpferd eingesetzt, heute findet er auch viele Freunde bei Freizeitreitern oder Freunden der klassischen Dressur.

Größe

Friesen erreichen ein Stockmaß zwischen 155 und 175 Zentimetern.

Farbe

Friesen sind immer Rappen ohne jegliche Abzeichen. Kleine Abzeichen sind erlaubt, aber nicht erwünscht.

Körperbau

Friesen gibt es als größere, schlankere Sportfriesen und als kompaktere, kleinere barocke Friesen. Friesen haben einen muskulösen, kräftigen, aber dennoch eleganten Körper. Sie stehen im Rechteckformat und sind großrahmig.

  • Friesen haben einen eleganten Kopf, oft schmal und mit großen Augen.
  • Friesen haben einen gewölbten, kräftigen Hals, der meist sehr hoch ansetzt und die Tendenz zum Unterhals haben kann. Die Brust ist breit.
  • Der Rücken ist mittellang, die lange Schulter manchmal steil.
  • Der Widerrist ist markant und reicht weit in den Rücken.
  • Die Hinterhand ist gut bemuskelt und gewinkelt, die lange Kruppe oft gespaltet.
  • Das Fundament ist trocken, die Gelenke groß, die Fesslung mittellang.
  • Mähne und Schweif sind dicht, manchmal gewellt. Außerdem haben Friesen einen Kötenbehang.

Friesen bewegen sich elegant, schwung- und kraftvoll, oft mit einer hohen Knieaktion im Trab und extravagantem Ausdruck. Sie besitzen eine natürliche Aufrichtung.

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Charakter

Friesen gelten als sehr zuverlässig, geduldig und sanftmütig. Sie sind ruhige, freundliche und menschenbezogene Charaktere. Sie sind gelehrig und lernen schnell.

Friesen haben spanische Vorfahren und deswegen durchaus ein Talent zur klassischen Dressur und zur Hohen Schule. Wegen ihrer exaltierten Bewegungen sind Friesen beliebte Showpferde – Friesen gehen gerne vorwärts. Im Turniersport haben sie es dagegen eher schwerer, da sie sich nicht wie andere Warmblüter bewegen. Friesen sind auch bei Freizeitreitern beliebt – und kommen oft vor der Kutsche zum Einsatz, wo sie imposante Erscheinungen sind.

Wegen ihrer nicht immer leicht zu sitzenden Gänge und den oft schwachen Rücken sind Friesen nicht die besten Anfängerpferde.

Krankheiten

Manche Friesen leiden unter Kniescheibenproblemen, der Patellaluxation, die möglicherweise genetisch bedingt ist. Wegen des dichten Behangs besteht auch eine Neigung zur Mauke.

Zucht

Der Friese stammt aus der niederländischen Provinz Friesland – die Rasse ist sehr alt: Julius Cäsar und Tacitus beschreiben einen Friesen – die Römer sollen sie nach England importiert haben.

Der Friese von heute entstand im 16. und 17. Jahrhundert – seine Erscheinung hat sich seitdem nicht mehr stark verändert. Damals unter der spanischen Besetzung der Niederlande wurden iberische Pferde mit den lokalen Kaltblütern gekreuzt. Am Anfang des 18. Jahrhunderts wandelte sich die Zucht hin zur Orientierung auf ein Fahrpferd für die leichten Kutschen der Herrscher, im 19. Jahrhundert brach die Nachfrage ein und 1910 gab es nur noch vier Hengste. Damals gab es auch noch Braune und Füchse. Nach einer Erholung des Bestandes war der Friese in den 1960er Jahren wieder vor dem Aussterben bedroht.

Friesen werden heute als Reinzucht gezüchtet, was auch zur Inzucht geführt hat. Zuständig ist das Friesenpferde-Stammbuch (Koninklijke Vereniging „Het Friesch Paarden-Stamboek“ (KFPS)) in Drachten. Die Selektion der Zuchthengste ist sehr streng – dabei spielen Exterieur, Gänge, aber auch Verhalten und Arbeitswille eine Rolle. Entspricht die Nachzucht nicht der Erwartung, wird der Hengst wieder abgekört. Heute gibt es rund 60000 Friesen in über 50 Ländern. Die Friesen sind über die vergangenen Jahre größer und sportlicher geworden.